So lernt dein Hund garantiert „Bei Fuß!” in 4 Schritten

Dass dein Hund bei Fuß laufen kann, gehört zur grundlegenden Erziehung jeder Fellnase. Sieht es nicht auch einfach nur toll aus, wenn man einen Vierbeiner ganz aufmerksam neben Herrchen bzw. Frauchen laufen sieht? Und nicht nur das: Dieses Kommando ist sehr hilfreich in allen möglichen Situationen und gar nicht so schwer zu trainieren!

Hund läuft neben Herrchen
Artikel Übersicht

Warum ist das Fuß-Kommando so wichtig?

Jeder Hund sollte früh lernen, bei Fuß zu laufen. Doch wozu braucht man das eigentlich? Diese Frage ist leicht zu beantworten: Es wird immer wieder Situationen geben, in denen dein Liebling unbedingt neben dir sein sollte. Egal, ob in der Fußgängerzone der Innenstadt, auf einem schmalen Gehweg an der Straße oder auf einem Feldweg, auf dem euch ein anderer Mensch mit Hund entgegenkommt.

Dieses Kommando stellt in solchen Momenten die essenzielle Brücke zur Sicherheit dar. Dein Hund läuft eng bei dir und ist auf dich fokussiert. Dadurch behindert er keine anderen Personen, die an euch vorbeigehen wollen und ist auch selbst besser davor geschützt, dass ihn zum Beispiel jemand anrempelt. Die reine Konzentration auf dich wirkt zusätzlich unterstützend dabei, dass dein Hund nicht unerlaubt einen Menschen oder Hund begrüßen will. Ihr geht mit diesem Kommando viel entspannter durch den Alltag, sobald es erst einmal fest im süßen Hundeköpfchen verankert ist.

4 Schritte zu einem sicheren „Bei Fuß“

Hund läuft bei Fuß

Es ist wichtig, dass du anfangs in einer reizarmen Umgebung übst. Dadurch gibt es kaum Ablenkungen für deinen Hund und es fällt ihm viel leichter, sich auf dich und euer Training zu konzentrieren. Dafür eignet sich also ideal euer Zuhause. Achte außerdem darauf, in kurzen Einheiten zu üben. Bei zu langen Trainingseinheiten verliert deine Fellnase die Konzentration und die Erfolge bleiben aus.

Schritt Nr. 1

Entscheide zuerst, ob dein Liebling für dieses Kommando rechts oder links von dir laufen soll. Nimm ein Leckerli in die Hand auf der Seite, auf der dein Hund gehen soll. Übt ihr zuerst im Haus, benötigt ihr keine Leine. Draußen ist die Verwendung dieser jedoch ratsam. Hole dir nun die Aufmerksamkeit deines Hundes, indem du ihn ansprichst und ihm das Leckerli zeigst.

Belohne deinen Vierbeiner dafür, wenn er dich ansieht. Besonders, wenn er dies tut, ohne, dass du ihn angesprochen hast. Das Lob kannst du ihm aus einer Mischung aus Leckerlis, verbalem Lob und Streicheln zukommen lassen. Sei dabei aber keinesfalls zu hektisch und aufgeregt – wir wollen ja nicht, dass er vor Aufregung an dir hochspringt!

Schritt Nr. 2

Sitzt oder steht dein Hund an deiner gewünschten Seite, gibst du ihm dein „Bei Fuß“-Signal und gehst 2 bis 3 Schritte nach vorn. Das Zeichen kann beispielsweise ein Klopfen auf die Seite deines Oberschenkels oder ein Signalwort wie „Fuß“ oder „Bei mir“ sein. Wenige Schritte reichen für den Anfang vollkommen aus.

Dein Hund wird dir folgen, da er auf das Leckerli in deiner Hand fokussiert ist. Dadurch hält er auch automatisch den richtigen Abstand ein. Bleibe wieder stehen und gib deinem Hund das Leckerli, wenn er es richtig gemacht hat. Lobe ihn zusätzlich verbal.

Achte darauf, dass deine Fellnase nicht an dir hochspringt, um an das Futterstück zu kommen. Wenn das passiert, bleibst du still stehen und wartest, bis dein Hund wieder ruhig neben dir ist. Dann wiederholst du die Übung. Führe diesen kurzen Schritt mehrfach erfolgreich durch – am besten sogar in mehreren Trainingseinheiten – bevor du zur nächsten Stufe übergehst.

Achte auch unbedingt darauf, das Kommando immer mit einem Auflöse-Signal wie „Fertig“ oder „Okay“ aufzulösen. So weiß dein Hund, wann er mit der Übung fertig ist und entscheidet nicht irgendwann selbst, wann Schluss ist.

Schritt Nr. 3

Steigere die Anforderungen von nun an schrittweise. Zuerst verlängerst du einfach die Strecke, die dein Liebling bei Fuß laufen muss. Mache das unbedingt in kleinen Abständen und wiederhole jede Übung mehrfach mit Erfolg, bevor du die Distanz weiter vergrößerst.

Hier bietet es sich auch an, gezielt das Laufen um Kurven und Hindernisse ins Training einzubinden. So habt ihr es in Alltagssituationen später leichter, da ihr wohl kaum ausschließlich geradeaus auf freier Fläche unterwegs sein werdet. Außerdem solltest du das Tempo variieren: Mal schleichst du langsam, mal gehst du normal und mal joggst du.

Du kannst jetzt auch das Leckerli weniger auffällig in der Hand halten, damit dein Hund lernt, sich wirklich auf dich, statt nur auf seine begehrte Belohnung zu konzentrieren. Du bist der Schlüssel zum Jackpot! In diesem Schritt beginnst du auch, erste Ablenkungen einzubauen. Lasse einen Bekannten an euch vorbeigehen oder lege das Lieblingsspielzeug deines Vierbeiners deutlich sichtbar in eure Nähe.

Dein Hund sollte weiterhin neben dir gehen und sich auf dich konzentrieren, statt die Verlockungen zu beachten und vielleicht sogar dorthin zu laufen. Übe diese Umstände ebenfalls mehrere Male hintereinander erfolgreich, bevor du das Training wieder schwieriger gestaltest. Regelmäßige Pausen sind übrigens genauso wichtig für den Erfolg, wie gelungene Wiederholungen der Übungen.

Schritt Nr. 4

Funktionieren die vorherigen Schritte gut, kannst du das Training aktiv nach draußen verlegen und langsam Momente, die euch im Alltag begegnen könnten, einbinden. So kannst du beispielsweise deinen Hund dazu auffordern, bei Fuß zu laufen, während ein anderer Hund an euch vorbeispaziert. Ihr könnt auch an einem Spielplatz vorbeilaufen, der voller spielender Kinder ist.

Du kannst am besten einschätzen, wie gut dein Hund schon in diesem Kommando ist. Wenn du es ihm zutraust, kannst du mit ihm auch im Fuß-Kommando über den Marktplatz laufen. Dies ist jedoch sehr schwierig für deinen Liebling, weil rundherum überall spannende Ablenkungen sind.

Es erfordert also viel Training und Geduld, bis deine Fellnase das schaffen wird. Sei ihm nicht böse, wenn etwas schiefgeht. Übe dann einfach in einer weniger aufregenden Situation erneut. Mit der Zeit kannst du immer weniger mit Leckerlis belohnen. Wenn dein Hund das Kommando verinnerlicht hat, genügt verbales Lob.

Häufig gestellte Fragen

Dieses Kommando dient dazu, deinen Hund auf Befehl hin dicht neben dir laufen zu lassen. Das ist in vielen Momenten des Alltags nützlich – beispielsweise, wenn ihr durch eine Menschenmasse laufen müsst oder er neben dir gehen soll, während ihr an einem anderen Hund vorbeigeht.

Dein Hund macht nie absichtlich etwas falsch! Er versteht höchstens noch nicht, was genau von ihm erwartet wird oder kann den interessanten Ablenkungen noch nicht so gut widerstehen. Das ist jedoch nicht seine Schuld – es liegt in seiner Natur, schnüffeln und entdecken zu wollen! Aus diesem Grund sind Geduld, viele Wiederholungen, kleine Steigerungen und natürlich Lob und Belohnung die Zutaten zu nachhaltigem Trainingserfolg!

Wichtig ist, dass ihr in kleinen Schritten übt. Beginne anfangs in einer Umgebung, wo es kaum spannende Ablenkungen gibt. Mit der Zeit steigerst du den Schwierigkeitsgrad. Für eine detailliertere Anleitung lies gern unseren Artikel.

Fazit

„Bei Fuß“ ist ein nützliches Kommando, das mit etwas Geduld gar nicht so schwer beizubringen ist. Es sollte zur Grundausbildung eines jeden Vierbeiners gehören. Ein Hund, der bei Fuß laufen kann, sieht nicht nur schön wohlerzogen aus, sondern hat auch selbst einen Vorteil davon. Er kann sicher und mit deutlich weniger Stress durch den Alltag stolzieren!

Mit diesen Tipps klappt es garantiert:

  • Übe in kleinen Schritten!
  • Belohne immer direkt nach erfolgreich abgeschlossener Übung – nur so verknüpft dein Hund das Lob damit, neben dir zu laufen!
  • Habe Geduld! Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen – auch unter den Fellnasen nicht.

Jetzt teilen:

Verfasst von Anja Boecker
Verfasst von Anja Boecker

Servus, Hallo, Moin! Meine Name ist Anja Boecker und ich bin Hundetrainerin und Verhaltensberaterin ( Zertifikat IHK) Mit diesen Artikeln möchte ich dir helfen, deinen Hund besser zu verstehen und eine unzertrennliche Bindung aufzubauen.

Mehr erfahren