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Hundekommandos: Die 7 wichtigsten Grundkommandos

7 Grundkommandos bilden die Basis jeder Hundeerziehung: Sitz, Platz, Bleib, Hier, Fuß, Aus und Nein. Die Reihenfolge ist wichtig, weil jedes Kommando auf dem vorherigen aufbaut. Sitz zuerst, dann Platz (setzt Sitz voraus), dann Bleib (setzt Sitz oder Platz voraus). Training ab 8 Wochen möglich. Jedes Kommando wird mit Handzeichen eingeführt, weil Hunde visuelle Signale schneller lernen als gesprochene Worte.

9 Min. Lesezeit
Eine Frau geht mit ihrem Hund an der Leine bei Fuß durch ein gelbes Rapsfeld.

Sieben Kommandos reichen für ein entspanntes Leben mit Hund. Sitz, Platz, Bleib, Hier, Fuß, Aus und Nein bilden die Grundlage, auf der alles weitere Training aufbaut. Die Reihenfolge ist kein Zufall: Jedes Kommando setzt das vorherige voraus.

Hundekommandos sind verbale und visuelle Signale, mit denen du deinem Hund eindeutige Anweisungen gibst. Die 7 Grundkommandos — Sitz, Platz, Bleib, Hier, Fuß, Aus, Nein — bilden die Basis jeder Hundeerziehung. Training ab 8 Wochen möglich, Reihenfolge einhalten.

Das Wichtigste in Kürze
  • 7 Grundkommandos: Sitz, Platz, Bleib, Hier, Fuß, Aus, Nein
  • Reihenfolge einhalten: Jedes baut auf dem vorherigen auf
  • Training ab 8 Wochen in kurzen Einheiten (2-5 Minuten)
  • Handzeichen und Wort immer gleichzeitig einführen
  • 9-von-10-Regel: Erst weiter, wenn 9 von 10 Versuchen klappen
  • Ein Kommando pro Woche ist ein gutes Tempo

Überblick: Die 7 Grundkommandos

KommandoHandzeichenVoraussetzungAb wannSchwierigkeit
SitzZeigefinger nach obenKeine8 Wochen
PlatzFlache Hand nach untenSitz8 Wochen
BleibFlache Hand vor dem HundSitz oder Platz10 Wochen⭐⭐
Hier (Rückruf)Arme ausbreitenName kennen8 Wochen⭐⭐⭐
Bei FußKlopfen auf OberschenkelSitz + Blickkontakt10 Wochen⭐⭐
AusOffene Hand zeigenKeine8 Wochen⭐⭐
NeinKurzes KopfschüttelnKeine8 Wochen

Die Reihenfolge

Warum ist die Reihenfolge wichtig? Platz funktioniert nur aus Sitz heraus. Bleib setzt voraus, dass der Hund bereits in einer stabilen Position ist. Bei Fuß braucht Blickkontakt, und Blickkontakt lernst du beim Sitz-Training nebenbei mit.

Starte mit Sitz. Das lernen die meisten Hunde in 1-3 Tagen, weil es eine natürliche Bewegung nutzt: Kopf hoch, Hinterteil runter. Danach Platz. Dann Bleib. Hier und Fuß kommen parallel, sobald die Basis steht. Aus und Nein trainierst du im Alltag, wenn die Situationen entstehen.

1. Sitz

Ein kleiner, struppiger brauner Hund sitzt auf einem grünen Teppich vor einem hellblauen Hintergrund und blickt aufmerksam in die Kamera.

Das einfachste Kommando und die Basis für alles Weitere. Happen über dem Kopf nach hinten führen. Der Hund hebt den Kopf und setzt sich automatisch. Sofort markern und belohnen. Nicht den Hintern herunterdrücken.

Handzeichen: Zeigefinger nach oben. Wort und Geste gleichzeitig einführen, sobald die Bewegung ohne Lockhilfe klappt.

Typischer Fehler: Das Wort zu früh einführen. Erst wenn die Bewegung 9 von 10 Mal ohne Stimmkommando funktioniert, das Wort „Sitz" dazunehmen.

Ausführliche Anleitung: Hund Sitz beibringen in 4 Schritten

2. Platz

Aus der Sitz-Position: Happen senkrecht nach unten zum Boden führen, direkt zwischen die Vorderpfoten. Nicht horizontal wegziehen. Der Hund senkt Kopf und Schultern und legt sich hin. Sofort bestätigen.

Handzeichen: Flache Hand, Handfläche nach unten, Richtung Boden.

Hilfe bei Problemen: Wenn der Hund nicht hinuntergehen will, die Beinbrücke nutzen: Ein Bein als Tunnel aufstellen und den Happen darunter durchführen. Der Raum ist zu eng zum Stehen, er muss sich ducken.

Ausführliche Anleitung: Hund Platz beibringen in 4 Schritten

3. Bleib

Bleib hält den Hund in Sitz oder Platz, bis du ihn auflöst. Drei Dimensionen, die einzeln gesteigert werden: Dauer, Distanz und Ablenkung. Nie zwei gleichzeitig erhöhen.

Handzeichen: Flache Hand wie ein Stoppschild vor dem Hund.

Start mit 1 Sekunde. In der Position bestätigen, nicht erst danach. Dann 2 Sekunden, 5, 10, 30. Erst wenn die Dauer stimmt, einen Schritt zurücktreten. Immer zum Hund zurückgehen und dort belohnen, nicht zu dir rufen.

Auflösungssignal: „OK" oder „Lauf". Ohne Auflösungssignal entscheidet der Hund selbst, wann er aufsteht.

Ausführliche Anleitung: Hund Bleib beibringen in 4 Schritten

4. Hier (Rückruf)

Das wichtigste Sicherheitskommando. Ein zuverlässiger Rückruf kann im Straßenverkehr Leben retten. „Hier" muss sich für den Hund immer lohnen, ohne Ausnahme.

Handzeichen: Arme weit ausbreiten (einladendes Signal).

Zu Hause anfangen: Name sagen, „Hier" rufen, Jackpot-Belohnung geben (das allerbeste Leckerli, das du hast). Nie „Hier" rufen, um den Hund anzuleinen, zum Auto zu bringen oder etwas Unangenehmes zu machen. Jeder Rückruf muss positiv enden.

Draußen erst an der Schleppleine üben. So kannst du den Erfolg garantieren, ohne den Hund laufen zu lassen. Erst wenn der Rückruf an der Schleppleine 9 von 10 Mal klappt, ohne Leine versuchen.

Typischer Fehler: „Hier! HIER! HIERHER!" Mehrfaches Rufen lehrt den Hund, dass er beim ersten Mal nicht reagieren muss. Einmal rufen, warten. Kommt er nicht, zum Hund gehen und beim nächsten Mal die Schwierigkeit reduzieren.

5. Bei Fuß

Dein Hund läuft auf Kniehöhe neben dir, aufmerksam und ohne zu ziehen. Bei Fuß ist kein Dauerzustand. 30 Sekunden an der Straße oder 1 Minute durch eine Menschenmenge reichen. Dazwischen darf er an lockerer Leine schnüffeln.

Handzeichen: Klopfen auf den Oberschenkel der Seite, auf der der Hund laufen soll. Links ist Standard.

Voraussetzung: Blickkontakt muss funktionieren. Ohne Blickkontakt kein Bei Fuß. Happen in der linken Hand auf Kniehöhe. „Fuß" sagen, 2-3 Schritte gehen, belohnen. Strecke schrittweise verlängern.

Ausführliche Anleitung: Hund Bei Fuß beibringen in 4 Schritten

6. Aus

Aus bedeutet: Loslassen, was im Maul ist. Egal ob Spielzeug, Socke oder etwas vom Boden. Das Prinzip ist Tauschen, nicht Wegnehmen.

Handzeichen: Offene Hand vor dem Hund zeigen.

Übe mit Spielzeug: Hund hält Spielzeug, du zeigst ein Leckerli. Sobald er loslässt, „Aus" sagen, Leckerli geben, Spielzeug zurückgeben. Er lernt: Loslassen lohnt sich doppelt. Nie etwas aus dem Maul reißen, das erzeugt Gegenwehr und Ressourcenverteidigung.

Für das Anti-Giftköder-Training ist Aus eine Grundvoraussetzung.

7. Nein

Nein ist ein Abbruchsignal. Es unterbricht, was der Hund gerade tut. Nicht zu verwechseln mit Aus (loslassen). Nein heißt: Hör auf damit.

Handzeichen: Kurzes Kopfschütteln oder erhobener Zeigefinger.

Ruhig und bestimmt sagen, nicht schreien. Sofort die Alternative anbieten und belohnen. Hund schnüffelt am Tisch? „Nein" sagen, auf seinen Platz schicken, dort belohnen. Er lernt: Vom Tisch weg bringt etwas Besseres als der Tischinhalt.

Sparsam einsetzen. Wer ständig „Nein" sagt, entwertet das Signal. Lieber die Umgebung so gestalten, dass weniger Nein-Situationen entstehen. Mülleimer wegstellen statt 20 Mal am Tag „Nein" sagen.

Dein Kommando-Fortschritt

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Handzeichen und warum sie wichtig sind

Hunde verarbeiten visuelle Signale schneller als akustische. Eine Studie der Universität Neapel zeigte, dass Hunde bei widersprüchlichen Signalen (Wort sagt „Sitz", Geste zeigt „Platz") der Geste folgen, nicht dem Wort.

Praktischer Vorteil: Viele Hunde werden im Alter schwerhörig. Wer die Handzeichen von Anfang an trainiert, kann seinen Hund auch dann noch zuverlässig ansprechen. Wort und Geste immer gleichzeitig geben, bis der Hund beides sicher verknüpft hat.

Trainingsregeln für alle Kommandos

Kurze Einheiten. 2-5 Minuten pro Einheit, dafür 3-4 Mal am Tag. Aufhören, wenn es gut läuft, nicht wenn der Hund frustriert ist.

Die 9-von-10-Regel. Erst zur nächsten Stufe, wenn 9 von 10 Versuche klappen. Springst du zu früh, entsteht kein stabiles Verhalten.

Markerwort oder Clicker. Das Markersignal überbrückt die Zeit zwischen richtigem Verhalten und Leckerli. Es muss in der Sekunde kommen, in der der Hund es richtig macht. Mehr dazu: Clickertraining

Ein Wort, einmal sagen. „Sitz. Sitz! SITZ!" lehrt den Hund: Beim ersten Mal muss ich nicht reagieren. Einmal sagen, warten. Reagiert er nicht, einen Schritt zurückgehen.

Positiv enden. Jede Einheit mit etwas Einfachem beenden, das der Hund bereits kann. So bleibt die Motivation für die nächste Einheit hoch.

Häufige Fehler

Reihenfolge ignorieren. Bei Fuß trainieren, bevor Sitz sitzt, funktioniert nicht. Jedes Kommando baut auf dem vorherigen auf.

Zu lange Einheiten. Nach 10 Minuten lässt die Konzentration nach. Drei kurze Sessions bringen mehr als eine lange.

Im falschen Moment belohnen. Die Belohnung muss kommen, während der Hund in der richtigen Position ist, nicht erst wenn er wieder aufsteht. Happen vorher griffbereit halten.

Verschiedene Worte für dasselbe Kommando. „Sitz", „Setz dich", „Hinsetzen" verwirrt. Ein Wort pro Kommando, alle Familienmitglieder nutzen dasselbe.

Nur drinnen trainieren. Jedes Kommando muss unter Ablenkung neu aufgebaut werden. Der Hund hat es nicht vergessen, er kann es draußen noch nicht abrufen.

Wenn die Grundkommandos sitzen, wird es kreativ: In unserer Hundetricks-Übersicht findest du 25 Tricks, die auf diesen Kommandos aufbauen. Von Pfötchen geben bis Socken ausziehen.

Hast du aufgepasst?

Frage 1 von 3

In welcher Reihenfolge trainierst du die Grundkommandos?

Die Übungen in diesem Artikel sind ein Auszug aus dem Hundeo-Kurs „Grundkommandos". Bei Hundeo Pro findest du alle Hörzeichen als Videoanleitung in vier Schwierigkeitsstufen, dazu Trainings-Tracking und bei Problemen persönliche Hilfe von echten Trainern.

Häufig gestellte Fragen

Anja Boecker

Geschrieben von

Anja Boecker

Hundetrainerin & Verhaltensberaterin

IHK-Zertifizierte HundetrainerinVerhaltensberaterin für HundeAusbilderin für Hundetrainer

Anja Boecker ist IHK-zertifizierte Hundetrainerin und Verhaltensberaterin. Sie hilft Hundebesitzern, ihre Vierbeiner besser zu verstehen und eine unzertrennliche Bindung aufzubauen.

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