Hund alleine lassen

Hund alleine lassen (3 wirkungsvolle Tipps)

So gerne du auch mit deinem Hund zusammen bist: 

Du kannst ihn leider nicht überall mit hinnehmen. Ob du zur Arbeit, zum Arzt oder einkaufen gehst: Manchmal muss dein Liebling alleine zu Hause bleiben.

Für einige Hunde ist das ein Weltuntergang: Sie bellen, winseln und jaulen. Während der gesamten Zeit alleine stehen sie unter Dauerstress. Sie kommen erst wieder zur Ruhe, wenn Herrchen oder Frauchen wieder zu Hause ist.

Das ist natürlich eine enorme Belastung. Sowohl für deinen Hund, als auch für dich. Doch das muss nicht sein: Hunde sind soziale Tiere sind und wollen viel Zeit mit Menschen verbringen. Doch sie können sich auch problemlos einige Stunden alleine beschäftigen.

Dafür ist ein wenig Training erforderlich. Natürlich gewöhnt sich dein Hund nicht von heute auf morgen daran. Doch mit ein wenig Geduld und Übung ist es überhaupt kein Problem mehr. Dein Liebling kann dann für ein paar Stunden alleine bleiben.

Hier findest du ein paar wichtige Tipps, die du während des Übens beachten solltest.

So früh wie möglich anfangen

Welpe Pfote Schläft

Du solltest möglich früh mit dem Training anfangen. Fange gleich bei deinen Welpen an. Zeige ihn, es ist etwas Normales. Es ist nicht schlimm, eine kurze Zeit alleine zu sein. So hat er auch später keine Probleme mehr damit. 

Ist dein Hund aber schon ausgewachsen? Er war noch nie länger als 5 Minuten von dir getrennt? Das ist schon deutlich schwieriger.

Doch auch wenn dein Hund schon älter ist, kannst du ihn an das Alleinsein gewöhnen. Die Übungen sind dieselben wie für Welpen. Das Training wird nur ein wenig länger dauern und du musst unbedingt konsequent bleiben. 

Weißt du schon, dass dein Liebling bald schon für eine längere Zeit alleine muss? Dann solltest du schon mit dem Üben anfangen. Lass ihn immer mal wieder für eine kurze Zeit für sich und komm dann wieder. So weiß er, dass er nicht ständig in deiner Nähe sein kann.

Du kannst ihn auch schon früh an den Umgang mit anderen Menschen gewöhnen. Falls du für mehrere Tage weg bist, können so Bekannte nach ihm sehen und sich mit ihm beschäftigen.

Schrittweise daran gewöhnen

Welpenspiele Pantoffel

Gib deinem Hund immer mal wieder Zeit für sich. Wenn du die ganze Zeit mit ihm in einem Raum bist und er dir überall hin folgt, kennt er es gar nicht anders. Lässt du ihn nun für eine längere Zeit alleine, versteht er die Welt nicht mehr. Deswegen solltest du ihn nicht ständig beachten und ab und zu alleine lassen.

Läuft er dir hinterher, kannst du ihm befehlen, in einem Raum zu warten. Das funktioniert am besten mit dem „Bleib“-Kommando. Gehorcht er und wartet artig auf dich, kannst du ihn danach belohnen.

Nun solltest du ihn schrittweise daran gewöhnen, alleine in einem Raum zu bleiben. Gehe für einige Sekunden aus dem Zimmer und schließe die Tür hinter dir. Kurz später gehst du wieder hinein. Bleibt dein Hund währenddessen ruhig, solltest du ihn dafür loben.

Nach und nach kannst du die Zeit, in der dein Hund alleine ist, vergrößern. Achte aber darauf, dass die Zeitspanne nicht zu groß wird. Wenn dein Hund nämlich aufgeregt oder sogar gestresst ist, bringt das Training nichts. Er soll nämlich lernen, dass alleine sein nichts Schlimmes ist.

Schritt für Schritt weiter gehen…

Kann er nach einer Weile auch für mehrere Minuten alleine bleiben? Kannst du noch einen Schritt weiter mit dem Training gehen. Wenn du die Wohnung oder das Haus verlässt, ist das für deinen Hund schwieriger. 

Aber auch daran muss er sich gewöhnen. Bleibe anfangs nur für eine kurze Zeit weg und komm dann wieder. Funktioniert auch das ohne Probleme, kannst du die Zeitspannen schrittweise erhöhen.

Es ist wichtig, dass während dieser Übungsphasen auch kein anderer bei deinem Hund ist. Er muss sich schließlich daran gewöhnen, sich selbst zu beschäftigen.

Gehe auf keinen Fall zurück zu deinem Hund, wenn er bellt oder winselt. Das würde ihm nur zeigen, dass das Jammern funktioniert. Er würde es nun jedes Mal machen und lernt es nie. Auch wenn es dir schwer fällt: Du musst konsequent bleiben.

Verabschiede dich nicht überschwänglich von deinem Hund. Das wäre für ihn zu aufregend und würde die Zeit alleine nur erschweren. Auch beim nach Hause kommen solltest du nicht anders mit deinem Hund umgehen als sonst. Das Alleinbleiben soll für ihn schließlich etwas ganz Normales werden.

Du solltest nicht in regelmäßigen Abständen mit deinem Liebling üben. Es sollte unerwartet für ihn sein. Denn später muss er auch jederzeit dazu bereit sein, für einige Stunden alleine zu sein.

Probleme mit Trennungsangst

Stress

Einige Hunde brauchen die Nähe zu ihren Herrchen und Frauchen besonders stark. Wenn dein Hund als Welpe nicht an das Alleine sein gewöhnt wurde, hat er wahrscheinlich eine große Trennungsangst. Wenn die oben genannten Übungen nicht funktionieren und dein Hund einfach nicht aufhört zu winseln, solltest du die folgenden Tipps ausprobieren.

Manchmal erkennt deine Fellnase schon an kleinen Signalen, dass du ihn gleich verlässt. Jacke und Schuhe anziehen oder Schlüssel nehmen sind auffällige Handlungen. Er verbindet sie mit etwas Schlechtem und ist schon aufgeregt, bevor du überhaupt weg bist.

Um das zu vermeiden, solltest du dich zwischendurch immer mal wieder zum Rausgehen fertig machen, ohne wirklich zu gehen. Wenn dein Hund merkt, dass seine Aufregung umsonst war, werden die Signale für ihn irgendwann neutral. Das nimmt ihm die Angst davor.

Übe nun mit ihm wie oben beschrieben. Halte die Zeiten, in denen er alleine ist, anfangs jedoch sehr kurz. Verlängere sie auch nur minimal, denn Aufregung wäre ein Rückfall für ihn. Auch wenn dieses Training sehr langwierig ist, ist es der einzige Weg, deinen Hund an das Alleine sein zu gewöhnen.

Wenn du möchtest, kannst du deinen Hund auch mit einer Kamera aufnehmen in der Zeit, in der du weg bist. So kannst du kontrollieren, was er in dieser Zeit macht. Vielleicht ist er ja nur in den ersten Minuten traurig und legt sich danach gelangweilt schlafen. So kannst du jederzeit den Fortschritt vom Training sehen.

Die richtige Vorbereitung

Bevor dein Hund für einige Stunden alleine ist. Stelle einige Dinge sicher:

Für den Fall, dass er sein Geschäft verrichten muss, sollte er davor die Möglichkeit haben, nach draußen zu gehen. Andernfalls bleibt er nicht stubenrein oder steht unter Stress.

Gehe am besten vorher mit deinem Hund spazieren. So kann er sich richtig auspowern und ist danach viel ruhiger. Vielleicht schläft er dann in der Zeit ohne dich. Auf jeden Fall macht es ihm dann nichts aus, eine Weile nicht so viel Bewegung zu haben.

Damit sich dein Liebling nicht langweilt, kannst du ihm ein besonderes Spielzeug bereitlegen. Dann fällt es ihm auch viel leichter, sich alleine zu beschäftigen. Wenn ihm das Spielzeug gefällt und er es nur bekommt, wenn er alleine ist, verbindet er die Zeit mit etwas Positivem. Vielleicht freut er sich am Ende sogar darauf.

Reagiert dein Hund auf jedes Geräusch von außen, kannst du das Radio leise laufen lassen. Das könnte ihn beruhigen und übertönt andere Geräusche.

Stelle ihm am besten ein bequemes Hundebett bereit. So kann er in der Zeit alleine entspannen oder sogar schlafen. Auch sein Lieblingskuscheltier kann ihm das Alleinsein angenehmer machen.

Wie lange darf mein Hund alleine bleiben?

Das ist von Hund zu Hund unterschiedlich. Einige Hunde sind eigenständiger. Sie können von Anfang an ohne Probleme mehrere Stunden allein bleiben. Andere brauchen die Nähe zu ihren Besitzern viel dringender und mögen es nicht, auf sich gestellt zu sein. 

4 bis 5 Stunden sollten nach einiger Übung aber für jeden Hund machbar sein.

Dein Hund sollte aber auf keinen Fall länger als 8 Stunden am Stück alleine sein. Spätestens nach dieser Zeit sollte jemand nach ihm sehen. Schließlich braucht er Fressen, frisches Trinkwasser und Auslauf.

Würde dein Hund für eine längere Zeit oder über Nacht alleine sein, solltest du ihn woanders unterbringen. Vielleicht können ihn Verwandte oder Bekannte aufnehmen. Andernfalls gibt es auch Hundepensionen. Sie kümmern sich in dieser Zeit um deinen Hund.

Wenn du wieder zurückkommst, solltest du ausgiebig Zeit mit deinem Liebling verbringen. Schließlich gibt es nach den paar Stunden einige Streicheleinheiten, die nachgeholt werden können.

Mein Fazit

hunde gesicht icon

Hunde sind soziale Tiere und brauchen viel Beachtung von uns. Trotzdem können sie sich daran gewöhnen, für einige Stunden alleine zu Hause zu bleiben. Auch wenn es anfangs aussichtslos erscheint: Mit ein wenig Übung wird auch für deinen Hund die Zeit ohne dich für etwas ganz Normales.

Es ist wichtig, dass du so früh wie möglich mit dem Üben beginnst. Dann merkt dein Hund auch schnell, dass er nicht immer in deiner Nähe sein muss.

Lass ihn schrittweise für immer längere Zeiten alleine. Wenn du dabei ein gutes Maß findest und ihn damit nicht überforderst, gewöhnt er sich mit der Zeit daran.

Wenn er auch ohne dich ruhig bleibt, kannst du ihn dafür belohnen. Sei aber nicht zu aufgeregt, wenn du gehst oder wieder zurückkommst. Denn diese Aufregung überträgt sich ganz schnell auf deinen Hund. 

Dein Ziel ist es aber, dass es etwas Normales für ihn wird. Deswegen solltest du ihn nicht mehr als sonst beachten, wenn du ihn alleine lässt.

Du kannst deinem Liebling für die Zeit alleine Beschäftigung geben. Ein interessantes Spielzeug oder etwas zum Knabbern sind Ablenkung für ihn. Er verbindet das Alleinsein dann mit etwas Positivem. Vielleicht genießt er die Zeit für sich dann sogar.

Mit ein wenig Geduld und ein paar kleinen Tricks kann sich jeder Hund an das Alleinbleiben gewöhnen. Du musst einfach nur konsequent bleiben und immer mal wieder üben.

Weiterführende Quellen:

allianz.de
agila.de
akc.org
petmd.com

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