Hund anspringen abgewöhnen? (5 effiziente Methoden)

Deine Fellnase springt dich und andere Menschen freudig bellend an? Eine solch überschwängliche Geste mag nicht jeder und du solltest als Hundehalter in der Lage sein, deinen Hund dieses Verhalten abgewöhnen zu können. Wie das genau geht? Das verraten wir in diesem Artikel.

Anspringen
Artikel Übersicht

Warum dein Hund dich anspringt

Dieses Verhalten lässt sich bereits bei Welpen beobachten: Die Kleinen springen an ihrer Mutter hoch und lecken an ihren Lefzen. Daraufhin würgt sie Futter für ihre Jungen nach oben. Daraus entwickelt sich später ein Begrüßungsritual zwischen Hunden: Erwachsene Hunde nutzen diese Geste zur Begrüßung.

Uns Menschen möchten sie am liebsten ebenso auf diese Weise „Hallo“ sagen. Allerdings sind unsere Gesichter für sie zu weit weg. Darum springt dein Liebling an dir hoch, um deine Mundwinkel zu erreichen.

Was du dagegen tun kannst

Es spricht nichts dagegen, dass sich dein Welpe freut, dich zu sehen. Aber das ist auch auf andere Weise möglich. 

Du möchtest ihm dieses Verhalten abgewöhnen? Dann beginne am besten so früh wie möglich mit dem Training.

Im Welpenalter bringst du ihm schnell andere Begrüßungsmethoden bei.

So gehst du dabei vor:

  1. Reagiere nicht auf das Hochspringen deines jungen Hundes, weder positiv noch negativ. 
  2. Schau deinen kleinen Vierbeiner nicht an und schenke ihm keinerlei Aufmerksamkeit.
  3. Dreh dich von deinem Welpen weg oder mach ein paar Schritte zurück.

Dadurch merkt dein Hund, dass sein Verhalten nicht belohnt wird. Wenn du ihn ignorierst, wird er auf andere Weise versuchen, deine Aufmerksamkeit zu bekommen.

Begrüße deinen Welpen erst dann, wenn er mit allen vier Pfötchen auf der Erde bleibt. Wenn er sich ruhig vor dich hinsetzt oder hinlegt, gibt es ein Leckerchen.

Dein Hund springt sofort wieder an dir hoch? Geh ein paar Schritte zurück. Ignoriere ihn erneut. Steht er wieder fest auf dem Boden, bekommt er deine Aufmerksamkeit zurück. Welpen lernen schnell. Dein Hund wird im Nu begreifen, wie er sich verhalten muss, um deine Zuwendung zu bekommen.

Älteren Hunden das Anspringen abgewöhnen

Vielleicht hast du einen älteren Hund aus dem Tierheim adoptiert, der dich begeistert zur Begrüßung anspringt. Keine Sorge: Auch das Verhalten älterer Vierbeiner lässt sich beeinflussen.

Bei einem erwachsenen Hund dauert es wahrscheinlich nur etwas länger, ihm das Anspringen abzugewöhnen. 

Probiere zunächst die gleiche Vorgehensweise wie bei einem Welpen aus: Ignoriere unerwünschtes Verhalten und belohne deinen Vierbeiner, wenn er mit den Pfötchen auf dem Boden bleibt. Das kann durch Streicheln, Spielen, Loben oder ein Leckerchen geschehen. 

Allerdings funktioniert das Ignorieren bei älteren Hunden oft nicht. Viele machen sich einen Spaß daraus, weiter an dir hochzuspringen. Für manch einen Vierbeiner ist das eher ein Spiel. 

Dann brauchst du Alternativen.

Kommando „Sitz“ statt Anspringen

Eine andere Möglichkeit, das Hochspringen zu vermeiden, ist, deinem Hund ein Kommando zu geben und ihn zu loben, wenn er es ausgeführt hat. 

Angenommen, dein Hund kommt auf dich zugelaufen und wirkt, als ob er dich anspringen will.

Dann sagst du mit fester Stimme: „Sitz!“ oder „Platz!“ 

Lobe deine Fellnase, wenn sie vor dir sitzt beziehungsweise liegt. Zur Belohnung kannst du dich zu deinem Hund beugen und ihn streicheln. Ein Leckerchen wirkt als positiver Verstärker. Auf diese Weise übst du, dass dich dein Liebling im Sitzen oder Liegen begrüßt.

Spielen statt Springen

Oder du bietest deinem vierbeinigen Gefährten zur Begrüßung als Alternative ein Ballspiel an. 

Geh auf den Anspringversuch deines Vierbeiners nicht ein. Wirf stattdessen einen Ball von dir weg, schick deinen Hund hinterher und lass ihn den Ball zurückbringen. 

Hat er das geschafft, lobst du ihn oder gibst ihm ein Leckerli.  

Auf diese Weise verknüpft dein Hund die Begrüßung schon nach kurzer Zeit mit einem Ballspiel.

Pfoten festhalten

Nicht immer gelingt es, bei einem Anspringversuch rechtzeitig zu reagieren. 

Wenn deine Fellnase dir ihre Pfoten bereits auf die Brust oder die Beine gelegt hat, halte die Pfoten fest. 

Das mögen die meisten Vierbeiner überhaupt nicht. Dann läufst du mit dem Hund ein paar Schritte rückwärts. Wenn dein Liebling diese unangenehme Erfahrung mehrmals gemacht hat, vermeidet er das Anspringen von selbst.

Auf die Leine treten

Falls dein Hund klein bis mittelgroß ist, kannst du ihn räumlich beschränken, sodass er keine Möglichkeit hat, dich anzuspringen. Dazu brauchst du eine kurze Leine. 

Leine deinen Vierbeiner an. Wenn du mit dem Fuß auf die Leine trittst, hat dein Hund nicht genug Bewegungsfreiheit, um wegzulaufen oder an dir hochzuspringen. Er bleibt also in deiner Nähe. Wenn sich dein Vierbeiner ruhig neben dich hinsetzt oder hinlegt, bekommt er eine Belohnung.

Auszeit geben

Dein Hund springt trotzdem immer wieder an dir hoch und steigert sich in dieses Verhalten regelrecht rein? 

Dann gibt es noch eine andere Möglichkeit: Führe ihn wortlos in ein Zimmer und lass ihn dort für zwei Minuten allein. 

Das reicht in der Regel, damit sich dein Hund beruhigt. 

Konsequent bleiben

Wenn du deinem Hund das Anspringen abgewöhnen möchtest, sollten alle Familienmitglieder dabei an einem Strang ziehen. 

Das heißt: Das Anspringen ist bei niemandem mehr erlaubt. Ausnahmen gibt es nicht.

Ihr solltet alle die gleiche Taktik anwenden. Wenn ihr konsequent bleibt, ist es nur eine Frage der Zeit, bis dein Welpe oder dein erwachsener Hund sein bisheriges Verhalten verändert.

Wenn dein Hund fremde Menschen anspringt

Dein Vierbeiner hat gelernt, dass das Anspringen bei euch in der Familie tabu ist. Trotzdem ist euer Besuch nicht vor seinen Pfoten sicher? 

Versuch, andere Menschen in das Training einzubeziehen. Gut geeignet sind Verwandte, Bekannte, Kollegen und Freunde. 

Andere Menschen in das Training einbeziehen

So gehst du dabei vor: Statte deinen Besuch mit Leckerlis aus, bevor er klingelt und das Haus betritt. Wenn dein Vierbeiner begeistert auf deinen Gast zustürmt, hält dein Gast ihm die Handinnenfläche mit einem Leckerchen hin. 

Vermutlich bremst deine Fellnase und versucht, sich den Snack zu schnappen. An dieser Stelle sollte dein Besuch die Hand schließen und das Kommando: „Sitz!“ geben. Erst wenn der Hund sich hingesetzt hat, folgt die Belohnung.

Passanten bitten, den Hund zu ignorieren

Schwieriger ist es, wenn euch das unterwegs bei Passanten passiert: Die meisten Spaziergänger finden es niedlich, wenn ihnen ein Welpe an die Beine springt. 

Oft bestätigen und verstärken sie sein Verhalten: „Och, du bist ja niedlich.“ Dadurch unterstützen sie das Anspringen sogar noch.

Dahinter steckt zwar keine böse Absicht. Aber es erschwert das Training, weil der Hund durch diese Reaktion eine Belohnung erfährt.

Bitte diese Menschen darum, deinen Hund zu ignorieren. Erkläre ihnen, dass du gerade dabei bist, deinem Welpen das Anspringen abzugewöhnen. Hält deine Fellnase seine Pfötchen auf dem Boden, belohnst du ihn mit Aufmerksamkeit, Ansprache und einem Leckerchen. 

Unser Fazit

Auch wenn unsere lieben Vierbeiner es gut mit dem Anspringen meinen und nur einmal „Hallo!“ sagen möchten oder ein wenig spielen, kann dieses Verhalten für nicht wissende Menschen negative Auswirkungen haben – insbesondere für Kinder oder ältere Menschen.

Sicherlich werden dir die Tipps oben dabei helfen, deinen treuen Freund das abzugewöhnen. 

Verfasst von Claudia Weise
Verfasst von Claudia Weise

Ich bin die Chefredakteurin von Hundeo. Meine Mission ist es, die besten Hunde Ratgeber im Netz zu veröffentlichen. Hast du Feedback oder Anregungen zum Artikel, dann freue ich mich von dir zu hören.

Mehr erfahren

Jetzt teilen:

Share on facebook
Share on twitter
Share on pinterest
Share on email
Share on whatsapp