Hund knabbert alles an? (Dann probiere diese Tipps aus)

Kaum hast du das Haus verlassen, ist nichts vor den Zähnen deines Hundes sicher. Dein Liebling knabbert alles an: Stuhlbeine, Hausschuhe, dein Lieblingssofa, sogar seine eigene Pfote. Woran knabbern beim Welpen und erwachsenen Hund liegt und was du dagegen tun kannst, erfährst du hier.

Hund Knabbern Schuhe
Artikel Übersicht

Hunde haben ein Kaubedürfnis. Das Knabbern und Kauen gehört zum normalen Verhalten deines Hundes. Trotzdem ist das Knabbern an Gegenständen nicht nur ärgerlich, sondern schlimmstenfalls gefährlich für deinen Hund. Das gilt besonders, wenn er sich an Abfällen vergreift oder Dinge herunterschluckt, die Verletzungen hervorrufen können.

Ursachenforschung: Was steckt hinter dem Knabbern?

Schauen wir uns als Erstes die möglichen Gründe für das Knabbern an. Ist dein Vierbeiner noch ein Welpe? Oder hast du bereits einen ausgewachsenen Hund? Das spielt beim Aufdecken der Ursachen eine große Rolle.

Welpe steckt im Zahnwechsel

Wenn Welpen knabbern, stecken sie möglicherweise gerade im Zahnwechsel. Das ist zwischen dem vierten und dem siebten Lebensmonat der Fall. 

Vielleicht juckt das Zahnfleisch deines neuen Hausgenossen oder er hat Schmerzen. Durch das Knabbern versucht er, sich Erleichterung zu verschaffen. 

Das Kauen hat einen massierenden Effekt auf das Zahnfleisch und hilft, lose Milchzähne loszuwerden.

Überschüssige Energie in der Pubertät

Steckt dein kleiner Rabauke womöglich mitten in der Pubertät? Es kann sein, dass er vor überschüssiger Energie sprudelt und im Alltag nicht richtig ausgelastet ist.

Einsamkeit und Trennungsangst

Vielleicht möchte deine Fellnase aber auch einfach nicht allein zu Hause bleiben. Einsamkeit und Trennungsangst sind unter Vierbeinern weit verbreitet. 

Hunde sind Rudeltiere. Sie brauchen die soziale Interaktion. Vielleicht hat dein Liebling einfach Angst oder Kummer, weil er dich nicht um sich hat. Trennungsstress ist ein häufiger Grund dafür, dass ein Hund sich an der Wohnungseinrichtung vergreift. 

Langweile ohne Frauchen oder Herrchen

Langeweile könnte zusätzlich hinter der Knabberei stecken. Vielleicht sucht dein Vierbeiner nach einer anregenden Beschäftigungsmöglichkeit. Du bist nicht zu Hause. Also vertreibt er sich notgedrungen die Zeit bis zu deiner Rückkehr.

Organische Ursachen

Sicherheitshalber solltest du organische Ursachen ausschließen. Dir sind Wesensveränderungen bei deinem Hund aufgefallen? Sprich bitte unbedingt mit deinem Tierarzt.  

Also können zusammengefasst die Ursachen für das Knabbern unter anderem folgende sein:

  • Zahnwechsel (bei Welpen) 
  • Einsamkeit oder Trennungsangst
  • Langeweile
  • Organische Erkrankungen wie ein Hirntumor

Das Knabbern verhindern

Hund Knabbern Sofa

Hast du die Ursache für das Knabbern aufgedeckt, ist es leichter, deinem Hund das Knabbern abzugewöhnen.

Kauspielzeug für zahnende Welpen

Falls dein Welpe im Zahnwechsel steckt, versucht er vermutlich, lockere Zähnchen loszuwerden. Gib ihm Kauspielzeuge aus natürlichem Kautschuk oder einen Kauknochen

Das hilft bei juckendem Zahnfleisch. Wenn du das Spielzeug vorher kühlst, lindert es ein wenig die Schmerzen. Durch das Kauen kann sich dein Liebling außerdem ein bisschen ablenken.

Spaziergänge, Hundesport und Hundeschule

Dein Hund ist ein Energiebündel? Vielleicht kannst du vor der Arbeit mit ihm eine Runde joggen. Oder es gibt die Möglichkeit, die Mittagspause mit ihm zu verbringen. Am Fahrrad mitzulaufen, macht ebenfalls vielen Hunden Spaß und powert sie richtig aus.

Versuche, so viel Bewegung wie möglich in den Alltag deines Hundes zu bringen. Diese Bewegung sollte an das Alter und den Gesundheitszustand deines Lieblings angepasst sein. Ist er schon älter, reicht vermutlich ein Spaziergang, um ihn körperlich auszulasten. 

Falls du selbst aus Zeitgründen nicht mit deiner Fellnase spazieren gehen, Sport machen oder die Hundeschule besuchen kannst, übernimmt das vielleicht ein anderes Familienmitglied. Oder ein Hundesitter. 

Auch geistig möchten Hunde gefordert und gefördert werden. Wie wäre es mit Agility-Training? Dabei gilt es für den Hund, einen Parcours mit bestimmten Hindernisse nach festen Regeln zu meistern. Du kannst deinem Liebling aber auch mit Hilfe von Klickertraining Tricks beibringen.

Letztendlich steht hinter all diesen Ideen eins: Dein Hund braucht einen abwechslungsreichen, spannenden Alltag. Er möchte nicht nur in der Ecke liegen, schlafen und auf deine Rückkehr warten. Deine Fellnase will sich bewegen, die Welt entdecken und sie mit allen Sinnen erkunden. 

Biete deinem Schatz Möglichkeiten zu lernen und sich weiterzuentwickeln. Dann lässt er sicher auch deine Wohnungseinrichtung in Ruhe. 

Alleinbleiben gezielt trainieren

Damit sich deine Fellnase daran gewöhnt, ab und zu ohne dich zu Hause zu bleiben, gibt es eine einfache Trainingsmöglichkeit: Lasse deinen Welpen oder deinen erwachsenen Vierbeiner gezielt allein. Fang mit einer kurzen Zeitspanne von fünf Minuten an. Klappt das problemlos, steigerst du die Zeit deiner Abwesenheit. 

Dein Hund sollte die Erfahrung machen, dass du immer wieder zu ihm zurückkommst. Regelmäßiges Training hilft ihm, sich daran zu gewöhnen. Damit du weißt, was dein Vierbeiner in deiner Abwesenheit macht, ob er entspannt ist oder eher unruhig, kannst du ein Babyphone oder eine Kamera installieren. 

Keinen Wirbel beim Kommen und Gehen machen

Wenn du fortgehst, verabschiede dich nicht überschwänglich von deinem Hund. Beim Zurückkommen solltest du ihn nicht begrüßen. Tu einfach so, als wäre das nichts Besonderes. 

Dann akzeptiert es dein Hund leichter, dass du das Haus verlässt. Für ihn wird dein Gehen und Zurückkehren zur Normalität.

Spannende Beschäftigungsmöglichkeiten bieten

Es gibt eine Fülle an Intelligenzspielzeugen und Kongs im Handel, die sich mit Leckerchen bestücken lassen. Oder wie wäre es mit einem Schnüffelteppich

Zumindest ist dein Vierbeiner eine Weile mit diesen Dingen anregend beschäftigt. Unterschiedliches Kauspielzeug bietet ebenfalls Spaß und Beschäftigungsmöglichkeiten. 

Auch ein gemütliches Schlafkörbchen darf als Rückzugsort nicht fehlen.

Den Fernseher oder YouTube-Videos laufen lassen

Diese Geräusche überdecken eventuellen Straßenlärm. Viele Hunde entspannen sich bei dem vertrauten Geräusch des Fernsehers oder wenn nebenbei etwas auf YouTube läuft. Probiere doch mal ein spezielles Hunde-Video aus!

Erste Hilfe und Hausmittel bei Zerstörungslust

Zunächst kannst du zu einfachen Hausmitteln greifen und die Knabber-Stellen unattraktiv machen. Das ist eine Überbrückung, bis das Hundetraining greift und dein Hund besser mit dem Alleinsein zurechtkommt. 

Am effektivsten ist es, wenn du die unerwünschten Stellen uninteressant machst und deinem Liebling gleichzeitig Alternativen zum Kauen und Knabbern anbietest. 

Knabber-Stellen unattraktiv machen oder entfernen

Achtung: Diese Hausmittel lösen das eigentliche Problem nicht. Es ist wichtig, dass du deinen Hund geistig und körperlich auslastest. Sonst sucht sich deine Fellnase früher oder später ein anderes Ventil. 

  1. Dein Hund beißt in Tisch- und Stuhlbeine? Reibe das Holz mit Essig ein. Der Geruch wirkt auf deinen Vierbeiner unangenehm, sodass er – hoffentlich – aufhört zu knabbern.
  2. Senf funktioniert meistens ebenfalls. Bestreiche eine typische Knabber-Stelle damit.
  3. Räume alles weg, was in Gefahr ist, zerbissen zu werden. Stell deine Schuhe in den Schrank. Verstecke Kabel in Kabelschächten. Räume Wäsche in den Schrank. Auf diese Weise lässt sich zumindest verhindern, dass dein Vierbeiner sich daran zu schaffen macht.

 

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Wichtig: Strafen vermeiden

Es dauert möglicherweise etwas, bis dein Hund das Knabbern an Gegenständen lässt. Sei geduldig mit deinem Vierbeiner. 

Wenn deine Fellnase in deiner Abwesenheit beispielsweise die Sofalehne zerbissen hat, ist es bei deiner Rückkehr für Strafe zu spät. Du hast ihn nicht auf frischer Tat ertappt. Dein Hund kann die Verbindung zwischen seinem Fehlverhalten und deiner Verärgerung nicht erkennen. Er wird dich als unberechenbar empfinden, wenn du schimpfst. Das stört eure Beziehung. Bleib stattdessen lieber ruhig.

Sorge dafür, dass dein Hund körperlich und geistig richtig ausgelastet ist – und trainiere das Alleinsein mit ihm.

Von anonymen Strafen raten wir ebenfalls ab. Manche Hundehalter statten ihren Vierbeiner mit einem Sprüh-Impulsgerät aus. Anschließend beobachten sie ihren Liebling mit der Kamera. Fängt der Hund an zu knabbern, setzt das Gerät ein Wasser-Gas-Gemisch frei. Der Zischlaut in Verbindung mit Kälte und Nässe versetzt dem Hund einen Schreck. Er unterbricht das gezeigte Verhalten.

Das Problem: Dein Hund verbindet diese Bestrafung mit dem Alleinsein. Schlimmstenfalls steigert das seine Furcht. Außerdem kann die unverständliche Bestrafung zu Verhaltensproblemen und Unsicherheit führen. Statt das Problem zu lösen, verschlimmern Strafen die Situation.

Arbeite lieber mit deinem Schatz und sorge dafür, dass er es lernt, Trennungsphasen durchzustehen.

Fazit

In den meisten Fällen reichen die Tipps, die wir dir weitergegeben haben, aus. Allerdings gibt es auch Extremfälle, wie bei Hunden aus dem Tierschutz, die davor sehr schlechte Erfahrungen gemacht haben und stark traumatisiert sind. 

Hier ist es ratsam, eine fachkundige Beratung in deiner Nähe mit einzubeziehen, um zusammen ein individuell gestaltetes Training anzustreben. Dieses Training wird verbunden mit einer Verhaltenstherapie, um die Blockaden deines Hundes sanft zu lösen und dafür zu sorgen, dass ihr beide eine lockere Verbindung miteinander aufbaut.

Je früher du damit anfängst, desto besser 😉

 
Verfasst von Claudia Weise
Verfasst von Claudia Weise

Ich bin die Chefredakteurin von Hundeo. Meine Mission ist es, die besten Hunde Ratgeber im Netz zu veröffentlichen. Hast du Feedback oder Anregungen zum Artikel, dann freue ich mich von dir zu hören.

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