Hund mit Leine

Mein Hund zieht an der Leine (Was kann ich tun?)

Spazieren gehen könnte doch so schön sein. Dein Hund läuft ruhig neben dir her. Ihr genießt zusammen die Natur und verbringt Zeit miteinander. 

In der Realität ist es meist nicht so entspannt. Dein Hund läuft nicht neben dir. Er zieht wie verrückt an der Leine.

Zugegeben: Der Spaziergang macht deutlich weniger Spaß, wenn man so viel Kraft aufwenden muss. 

Bei Welpen und kleinen Hunden ist es meist noch kein Problem. Doch bei größeren und kräftigeren Hunden sieht es schon ganz anders aus. 

Entspanntes Laufen ist viel schöner. Das wird auch dein Hund merken mit etwas Geduld und einem konsequenten Training.

Warum dein Hund an der Leine zieht

Leine

Es gibt verschiedene Gründe. Was ist dein Hund für ein Typ? Ist er von Natur aus neugierig? Möchte er einfach nur so viel wie möglich erkunden? Jagdhunde hingegen ziehen an der Leine, wenn sie eine interessante Spur aufgenommen haben.

Für alle Hunde gilt: Es ist ein aufregendes Erlebnis, spazieren zu gehen. Es gibt so viele interessante Gerüche und spannende Dinge zu entdecken. 

Besonders junge Hunde sind sehr neugierig. Ein Spaziergang ist für sie noch etwas ganz Neues. Es wurde ihnen noch nicht beigebracht, ruhig neben dem Herrchen oder dem Frauchen herzulaufen. 

Und wieso sollten sie es auch von allein tun, wenn es doch so viel zu beschnuppern gibt?

Auf der Straße gibt es jede Menge Ablenkung für deinen Liebling: Viele Menschen, andere Hunde und Tiere. Sie sehen ganz anders aus als er selbst. Seine Aufmerksamkeit liegt also nicht bei dir. 

Sie liegen auf den ganzen anderen aufregenden Dingen um ihn herum. Kein Wunder also, dass er sich nicht an dein Lauftempo anpasst.

Viele Hunde kennen die gewohnten Wege schon. Vielleicht lauft ihr zu einem Park, in dem dein Hund gerne spielt? Oder zu Bekannten, die immer ein Leckerli für ihn haben?

Wenn er sich besonders auf sein Ziel freut, zieht er umso mehr an der Leine. Schließlich möchte er auch so schnell wie möglich ankommen.

Das kennst du bestimmt auch…

Das Ziehen ist am Anfang des Spaziergangs sowie zum Ende hin am stärksten. Das ist ganz normal: Anfangs freut sich dein Liebling über den Spaziergang. 

Wenn ihr dann wieder in Reichweite eures Zuhauses seid, möchte er schnell wieder zurück.

Nun muss er nämlich wieder sein Revier verteidigen. Vielleicht weiß er auch, dass es nach dem Spaziergang Fressen gibt. Dann lohnt es sich noch mehr, schnell wieder zu Hause anzukommen.

Vergiss nicht, das Lauftempo vieler Hunde ist einfach schneller als unsers. Sie sind ausdauernder und möchten ausgelastet werden. Meistens verstehen sie auch nicht, dass wir nicht so schnell laufen möchten wie sie.

Das Ziehen an der Leine wird schnell zu einer Gewohnheit. Dein Hund möchte die Route selbst bestimmen. Wenn er etwas Interessantes entdeckt, möchte er auch dorthin. 

Und zwar so schnell wie möglich. Lässt du dieses Verhalten zu, erreicht er sein Ziel. Er merkt also, das Ziehen funktioniert und er macht es nun öfter.

Viele Hundehalter nehmen an, ihr Hund zeigt durch das Ziehen an der Leine sein Dominanzverhalten

Das ist aber in der Regel nicht so. Hunde sind einfach nur sehr aufgeregt und haben Interesse an ihrer Umgebung. Sie merken oft gar nicht, wenn ihre Besitzer langsamer laufen.

Bestrafe deinen Hund also nicht dafür. Er hat es nämlich noch nicht anders gelernt. Viel wichtiger ist es, ihm dieses Verhalten mit einigen Tricks abzutrainieren.

 

Konsequentes Training ist gefragt

Leinenführigkeit Gassi Spazieren
Zeig deinen Liebling, das Ziehen an der Leine bringt nichts. Gewöhnst du es ihm nicht ab, wird er es auch nicht von allein lassen. Schließlich weiß er dann nicht, dass er etwas Falsches macht.

Das Training ist nicht einfach und wird sich über einen längeren Zeitraum erstrecken. Besonders bei älteren Hunden ist es sehr schwierig. 

Es ist schon längst zur Gewohnheit geworden. Deswegen ist es wichtig, dass es Welpen von Anfang an richtig beigebracht wird. 

Ganz wichtig: Das Training muss konsequent eingehalten werden. Darf dein Hund mal an der Leine ziehen und dann mal nicht. So bringt er das Training nicht mit seinem Verhalten in Verbindung.

Nun hat er manchmal Erfolg beim Ziehen. Dann dauert die Übungszeit noch länger oder er lernt es erst gar nicht. Du solltest es also ohne Ausnahme jedes Mal verbieten.

Das Ziel ist es, dass die Leine die gesamte Zeit locker ist. Das geht nur dann, wenn dein Hund neben dir her läuft und ihr in etwa dasselbe Tempo habt.

Verwechsle das aber nicht mit dem Kommando „Fuß!“. In diesem Fall muss dein Hund direkt neben deinem linken Bein laufen. 

Das wäre zu anstrengend während des gesamten Spaziergangs. Im Normalfall ist der Befehl also nicht notwendig.

Beim einfachen Spazierengehen ohne Ziehen hat dein Hund mehr Freiraum. So hat er auch mehr Spaß daran. Die Hauptsache ist, dass die Leine nicht straff ist. Du bestimmst, wo es langgeht und wie schnell ihr lauft!

3 Methoden, die du auf keinen Fall anwenden solltest

Halsband am Hund

1. Ruckartiges Zurückziehen

Viele Hundehalter ziehen einmal kräftig an der Leine, wenn ihr Hund zu schnell läuft. Das solltest du nicht tun.

Auch wenn es anfangs zu funktionieren scheint, hilft es auf Dauer nicht. Für eine kurze Zeit läuft dein Hund vielleicht langsamer. 

Es dauert aber nicht lange und schon zieht er wieder genau wie vorher. Denn er weiß nicht, was er falsch gemacht hat. Vielleicht ist er einfach in eine falsche Richtung gelaufen.

Außerdem wirkt sich diese Art von Bestrafung nicht gut auf euer Verhältnis aus. Es tut ihm weh und kann in einigen Fällen Schäden am Hals verursachen

2. Rollleinen (Flexileinen)

Diese Leinen sind vor allem für kleine Hunde sehr beliebt. Sie haben dann mehr Freiraum und können ihr Tempo selbst bestimmen. Die Leine rollt sich nämlich selbst aus, wenn dein Hund schneller läuft als du.

Um einem Hund das Ziehen abzugewöhnen, sind sie auf keinen Fall geeignet. Er hat dann zu viel Spielraum und lernt nicht, im selben Tempo wie du zu laufen. Er weiß außerdem nicht, in welchem Radius er bei dir bleiben soll.

Am besten sind also Leinen, die eine Länge beibehalten. 

3. Elektrohalsbänder / Halsbänder mit Stacheln

Diese Halsbänder solltest du auf keinen Fall benutzen. Sie machen deinem Hund nur Angst und tun ihm weh. Dadurch verliert er die Freude am Spaziergang und es schadet eurer Beziehung. Bestrafung ist keine gute Methode, deinem Hund etwas beizubringen oder abzugewöhnen. Effektiver ist es, richtiges Verhalten zu belohnen.

3 Tipps gegen das Ziehen

1. Stehen bleiben, sobald dein Hund zieht

Dein Hund muss lernen. Das Ziehen hat keinen Erfolg. Außerdem sollte er dich während des Spaziergangs beachten und nicht vollkommen abgelenkt sein. Um ihm diese Punkte beizubringen, gibt es eine einfache Methode.

Sobald dein Hund stark an der Leine zieht, bleibst du einfach stehen. Du unterbrichst also den Spaziergang. Anfangs wird er natürlich verwirrt sein und vielleicht noch mehr ziehen. 

Bleibe aber konsequent stehen und schenke ihm keine Aufmerksamkeit. Nach kurzer Zeit wird er sich damit abfinden, dass er nun nicht dorthin kommt, wo er eben noch hin wollte. 

Er wird sich zu dir umdrehen und darauf warten, wie es weitergeht. Nun hast du also seine ganze Aufmerksamkeit.

Belohnungen

Wenn dein Hund dann einige Schritte auf dich zu kommt, solltest du ihn belohnen. Aber auch, wenn er geduldig stehen bleibt. Danach kann der Spaziergang wieder weitergehen. 

Zieht dein Hund nun nicht mehr, kannst du ihn wieder belohnen. Das merkt er sich. Es lohnt sich also für ihn ruhig neben dir zu laufen. 

Vermutlich musst du während der ersten Spaziergänge sehr oft anhalten. Aber so nervig es auch ist, mach keine Ausnahmen.

Nur eine konsequente Umsetzung bringt am Ende auch etwas. Erlaube ihm also keinerlei Art von Ziehen. Schließlich soll dein Liebling lernen, dass er es nicht darf.

Zieht dein Hund nach einiger Übungszeit nicht mehr an der Leine. Erhöhe den Schwierigkeitsgrad.

Laufe nun mal schneller und mal langsamer. Ändere plötzlich die Laufrichtung. Passt dein Hund sich nun an alles an, belohne ihn. So lernt er, dir zu folgen und stimmt sich auf dich ab.

2. Ändere die Richtung

Die Richtung ändern wäre eine Alternative zum Stehenbleiben. Läuft dein Liebling mal wieder schneller läuft als du. Drehe dich einfach um und laufe in die entgegengesetzte Richtung. 

Dadurch kommt er auch nicht an sein Ziel und du bist wieder vor ihm. Er hat also keine andere Wahl als dir zu folgen.

Für Welpen ist ein Spaziergang etwas Neues. Sie laufen natürlich noch nicht ordentlich neben dir her. Du kannst es aber deinem jungen Hund ganz einfach angewöhnen. 

Belohne ihn jedes Mal, wenn er ruhig neben dir läuft. Nun wird er es noch öfter machen in der Hoffnung auf mehr Leckerlis. Außerdem liegt nun seine Aufmerksamkeit bei dir, weil du den Futterbeutel in der Hand hältst.

Ist dein Hund trotzdem mal abgelenkt, solltest du seine Aufmerksamkeit wieder auf dich lenken. Sage zum Beispiel seinen Namen und er wird sich wieder auf dich konzentrieren.

3. Mehr auslasten

Es kann auch helfen, wenn du deinen Hund mehr auslastest. Einige Hunderassen benötigen von Natur aus sehr viel Bewegung und ziehen deswegen an der Leine. Spiele und tobe viel mit deinem Hund. So kann er sich richtig auspowern und ist dann beim Spaziergang ruhiger.

Mein Fazit

Das Ziehen an der Leine ist für Hunde etwas ganz Natürliches. Sie wollen ihre Umgebung erkunden und nehmen interessante Spuren auf. 

Haben sie es sich einmal angewöhnt, ist das Abgewöhnen sehr schwierig. Mit den richtigen Übungen und einer konsequenten Umsetzung funktioniert es.

Das Wichtige dabei ist: dein Hund darf keinen Erfolg durch das Ziehen haben. 

Verbiete es ihm also jedes Mal. Während des Spaziergangs sollte er nicht zu stark abgelenkt sein. Lenke seine Aufmerksamkeit mit kleinen Tricks wieder auf dich.

Wenn du die empfohlenen Übungen konsequent durchführst, wird dein Hund bald ganz ruhig neben dir herlaufen. Einem entspannten Spaziergang steht also nichts mehr im Wege.

Verfasst von Claudia Weise
Verfasst von Claudia Weise

Claudia Weise ist die Chefredakteurin bei Hundeo.

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Weiterführende Quellen:

agila.de
vetzentrum.de
akc.org

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