Hundebegegnung trainieren (5 wirksame Tipps)

Für viele Hunde und Hundebesitzer sind Begegnungen mit anderen Artgenossen stressig. In diesem Ratgeber lernst du, wie du zukünftig Hundebegegnungen gelassen bewältigen kannst. Schließlich gehören Begegnungen mit anderen Hunden zum Alltag bei Spaziergängen.

Hundebegegnung trainieren
Artikel Übersicht

Warum ihr Hundebegegnungen trainieren solltet

Aus unterschiedlichen Gründen reagieren viele Hunde auf eine unerwünschte Art auf ihre Artgenossen. Dies sorgt für Stress bei Mensch und Tier. Der eigene Hund kann im schlimmsten Fall das Opfer von anderen aggressiven Hunden werden.

Es kann passieren, dass der Hund scheinbar grundlos angebellt wird, obwohl er selbst entspannt bleibt. Unangenehme Begegnungen sind leider nicht völlig vermeidbar, aber es gibt viele Möglichkeiten, die Aggression abzubauen.

Gründe für stressige Hundebegegnungen

Die Gründe, warum viele Begegnungen stressig verlaufen, sind vielfältig. Aggressionen sind nicht immer der Grund für das laute Bellen. Die Ursache für das Bellen kann auch Aufregung sein.

Manchmal haben Hunde auch schlechte Erfahrungen gemacht und reagieren deshalb abwehrend. Es ist also wichtig, den Grund für das Bellen korrekt zu erkennen. Aufgeregte Hunde bellen beim Spaziergang mehr als Hunde, die entspannt das Haus verlassen.

Aus diesem Grund solltest du auf wilde Spiele im Haus verzichten, die den Hund in Aufregung versetzen. Der Hund wird diese Aufregung sonst beim Spaziergang abbauen müssen. Beim Spaziergang solltest du darauf achten, deinen Hund nur zu anderen Hunden zu lassen, wenn er wirklich entspannt ist.

Ansonsten kann die Begegnung schnell in einen Streit umschlagen. Wenn du merkst, dass dein Hund angespannt ist, ist es gut, erst einmal einen großen Bogen um andere Hunde zu machen.

Viele Hundebesitzer glauben, dass es wichtig ist, den Hund mit anderen Hunden spielen zu lassen. Das ist nur bedingt wahr, denn Hunde brauchen nicht viele Artgenossen, um ein gutes Sozialverhalten zu entwickeln.

In der freien Natur wechseln Hunde auch nicht ständig ihre Artgenossen, sondern bleiben bei den Tieren, die sich kennen. Aus diesem Grund ist es auch gar nicht nötig, dass du deinen Hund zu jedem Hund lässt, den ihr zufällig trefft.

Wenn beide Hunde deutlich Interesse aneinander zeigen, kann man sie schnüffeln lassen. Meistens legt sich das Interesse dann aber recht schnell und die Hunde gehen wieder ihre Wege. Die Hunde fühlen sich in ihrem Rudel am wohlsten.

Hunde, die mit Menschen leben, sehen diese als ihr Rudel an. Solange in der Familie Frieden herrscht, ist der Hund zufrieden und fühlt sich sicher. Ein Hund, der sich sicher fühlt, reagiert viel ruhiger als ein ängstliches Tier.

In einem festen Umfeld fühlt sich der Hund am wohlsten. Aus diesem Grund kannst du es ganz locker sehen, wenn dein Hund nicht viel Kontakt mit anderen Hunden sucht. Dies ist völlig in Ordnung.

Auf keinen Fall solltest du deinen Hund also zu engen Begegnungen zwingen und stets den Charakter deines Hundes berücksichtigen.

Es gibt sehr kontaktfreudige und eher schüchterne Tiere. Mit der Zeit wirst du auch sehen, dass du meistens den gleichen Hunden begegnest.

Wenn du genau weißt, dass die Treffen mit einem bestimmten Hund stressig verlaufen, ist es besser, schnell weiter zu gehen. Es ist eher selten, dass sich das Verhalten der Hunde ändert. Achte daher auf die Körpersprache deines Hundes. Wenn er den Kopf hebt, sich das Fell sträubt oder mit dem Schwanz wedelt, sind dies deutliche Warnzeichen.

Der Hund zeigt eine unsichere Reaktion. Dann solltest du lieber von dem anderen Hund fernbleiben. Zudem solltest du nicht nur deinen Hund, sondern auch den Besitzer beobachten. Erscheint der Besitzer nervös oder laut, ist es besser, vorsichtig zu sein. Ein solches Verhalten überträgt sich auf den Hund.

Hundebegegnungen

Wie du Hundebegegnungen wirksam entspannen kannst

Um Hundebegegnungen zu entspannen, ist es gut, wenn du deinen Hund gezielt von dem Artgenossen ablenkst.

Dies kannst du machen, in dem du ihm ein Spielzeug gibst, ein Leckerchen in die Hand holst oder mit ihm spielst.

Lenke also einfach die Aufmerksamkeit deines Hundes auf dich. Dazu kannst du auch einfach losrennen oder die Richtung wechseln. Es ist auch in Ordnung, einfach umzudrehen, falls du dem anderen Hund aus Platzgründen nicht ausweichen kannst, der Hund sollte weder angreifen noch flüchten müssen, um der Situation zu entkommen.

Du kannst dich auch selbst etwas ablenken, indem du positiv denkst und fühlst. Deine Gedanken und Emotionen übertragen sich auch auf den Hund. Falls dein Hund bellt, ist es wichtig, dass du selbst ruhig und locker bleibst. Bellen ist zwar nervig, aber kein wirkliches Problem.

Schimpfen und schreien bewirkt nichts. Behalte lieber einen kühlen Kopf. Strenge Kommandos wie Sitz sind auch sinnlos, wenn der Hund erregt ist, wird er sich nicht hinsetzen. Die Hunde beruhigen sich schnell wieder.

Du solltest deinen Hund allerdings nicht in der Situation allein lassen, sondern das Kommando behalten. Ansonsten entwickelt dein Hund die gegenüber ein gewisses Dominanzverhalten. Daher ist es auch wichtig, den Hund nicht abzuleinen, wenn er einen anderen Hund sieht.

Zwangsmittel wie ein Elektroschockhalsband ist Tierquälerei und somit absolut zu verurteilen. Solche Misshandlungen führen zu einem Vertrauensbruch und machen deinen Hund unglücklich. Liebe ist der Grundstock in jeder Beziehung.

Häufig gestellte Fragen

Am besten trainiert man Hundebegegnungen durch Ablenkung. Lenke die Aufmerksamkeit deines Hundes ganz einfach auf dich. Dabei helfen die Lieblingsleckerlis und das Lieblingsspielzeug am besten. Blickkontakt mit deinem Hund sind ebenfalls sehr wichtig. Wenn dein Hund auf dich fokussiert ist, wird er nicht Versuchung kommen, den anderen Hund anzubellen.

Sobald du bemerkst, dass dein Hund einen Artgenossen fixiert, solltest du ihm eine Alternative anbieten. Spreche den Hund mit erhobener Stimme an oder ändere die Richtung. Auf diese Weise entschärfst du augenblicklich die Situation.

Hunde brauchen nicht unzählige Artgenossen, um glücklich zu sein. Sie schließen gern Freundschaften mit zwei oder drei Hunden, die sie regelmäßig treffen. Regelmäßige Kontakte sind wichtiger als viele flüchtige Bekanntschaften. Zudem ist das Rudel, also die menschliche Familie für Hunde wichtiger als Artgenossen. Du musst also kein schlechtes Gewissen haben, wenn dein Hund nicht bei jedem Spaziergang mit anderen Hunden spielt.

Beobachte das Verhalten deines Hundes. Wenn er Zeichen von Anspannung zeigt, halte genügend Abstand. Hunde fühlen sich schnell bedrängt und reagieren dann mit Aggressionen. Ein Abstand von 5 bis 10 Metern ist gut. Zudem solltest du mit einem zügigen Schritt an dem Hund vorbeigehen und dabei versuchen, Blickkontakt mit deinem Hund zu halten. Dein Hund sollte dir vertrauensvoll folgen.

Leinenaggression ist ein Problem, dem du möglichst gelassen gegenüber reagieren solltest, selbst wenn es schwerfällt. Natürlich ist es peinlich, wenn der Hund ausrastet und andere Menschen und Hunde ankläfft, aber da solltest du drüber stehen und das Drama nicht noch vergrößern, indem du reagierst. Am besten hältst du einfach einen großen Anstand zu fremden Hunden, wenn dein Hund an der Leine ist. Schreien und bestrafen ändert nichts.

Der Fokus des Hundes darf nicht auf den Artgenossen gerichtet sein, sondern auf dich. Auch wenn es albern ist, hüpfen und lachen hilft. Sobald dich dein Hund ansieht, kann er den Artgenossen nicht mehr fixieren. Je spielerischer du deinen Hund ablenkst, desto besser.

Fazit

Du trainierst Hundebegegnungen am besten, indem du deinen Hund ablenkst. Dazu kannst du Spielzeuge und Leckerchen verwenden. Blickkontakt ist ein weiteres wichtiges Hilfsmittel.

Der Fokus deines Hundes sollte auf dich gerichtet sein. Falls sich dein Hund an der Leine generell aggressiv verhält, ist es wichtig, ruhig zu reagieren und viel Abstand zu dem fremden Hund zu halten.

Übe diese Dinge konsequent und mit der Zeit werden die Hundebegegnungen viel entspannter.

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Verfasst von Anja Boecker
Verfasst von Anja Boecker

Servus, Hallo, Moin! Meine Name ist Anja Boecker und ich bin Hundetrainerin und Verhaltensberaterin ( Zertifikat IHK) Mit diesen Artikeln möchte ich dir helfen, deinen Hund besser zu verstehen und eine unzertrennliche Bindung aufzubauen.

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