Impulskontrolle

Impulskontrolle beim Hund (4 wichtige Regeln)

Aktualisiert: 2. Februar 2019
Enrico
Enrico

Deine Fellnase und du seid ein Herz und eine Seele 

Doch manchmal liegen bei den besten Hundebesitzer die Nerven blank. Das beste Beispiel: Dein Hund gehorcht dir nicht. Insbesondere in riskanten Situationen.

Fehlende Gehorsamkeit kann böse Folgen haben. Beispielsweise rennt dein Hund über die Straße oder springt fremde Menschen an. 

Impulskontrolle ist ein Synonym für die Kontrollierbarkeit und Steuerung deines Hundes. Dadurch lernt er, seine Beherrschung unter Kontrolle zu halten. Es benötigt etwas Arbeit, Geduld und auch Mühe. Das wird sich aber auszahlen. 

Du möchtest wissen, was genau eine Impulskontrolle ist und was die Vorteile sind? Du brauchst wertvolle Tipps und Tricks um es schnell zu erlernen? Dann bist du bei uns genau richtig!

Viel Spaß beim lesen! 😃

Die Vorteile

hundetreppe

Die Vorteile bei der Impulskontrolle liegen eigentlich klar auf der Hand. Du lehrst deinen Hund, seine Beherrschung unter Kontrolle zu halten. Das alleine ist ein Vorteil. Es gibt noch weitere Vorteile, die dir sehr zum Nutzen sein werden. 

Dein Hund ist in schwierigen oder gar gefährlichen Situationen unkontrollierbar. Dank der Impulskontrolle kannst du dafür sorgen, dass dein Hund keine unerwünschten Charakterzüge mehr an den Tag legt. 

Ein weiterer Vorteil: Du kannst sein Verhalten an der Leine positiv beeinflussen. Somit ermöglichst du dir, deinen Hund an der Leine unter Kontrolle zu bekommen. 

Durch das Erlernen der Impulskontrolle kannst du das Verhalten deines Hundes abstimmen. Er reagiert in Zukunft nicht mehr aggressiv auf andere Hunde. Das bedeutet, dass Hundebegegnungen in der Zukunft entspannter ausfallen.

Das Antrainieren

Die Impulskontrolle setzt bei deinem Hund an Regeln an, die er bereits kennt. 

Als Beispiel nehmen wir uns den Befehl „Sitz!. Das ist das beste Einstiegstraining für dich und deinen Liebling. Kennt dein Hund diesen Befehl noch nicht? Dann ist es empfehlenswert, ihm diesen Befehl so schnell wie möglich beizubringen. Danach könnt ihr mit der Impulskontrolle fortfahren. 

Hier haben wird eine kurze und vielversprechende Anleitung für dich. So trainierst du du diesen Befehl bei deinem Hund am besten:

„Sitz!“ erlernen:

Step # 1: Hund in einer stehenden Position

Als erstes soll dein Hund bei diesem Befehl eine stehende Position einnehmen. Das ist wichtig, um dem Hund aufzuzeigen, welche Veränderung es mithilfe dieser Übung gibt.

Step # 2: Belohnung in der Hand bereithalten

Nachdem dein Hund die stehende Position einnimmt, nimmst du ein Leckerli in die Hand. Das sollte möglichst unbemerkt passieren. Dann kannst du die Aufmerksamkeit deines Hundes auf deine Hand und auf das Leckerli lenken. 

Hat dein Liebling das Leckerli entdeckt? Halte es weiterhin in der geschlossenen Hand. Dann bewege es langsam über den Kopf deines Hundes. Du wirst merken, dass er daraufhin die sitzende Position einnimmt. 

Step # 3: Das Leckerli wird gegeben

Nimmt dein Hund die sitzende Position ein, kannst du ihm das Leckerli geben. Zeige ihm auch andere Belohnungen auf. Streichel ihn und belohne ihn mit den Worten, wie „Gut gemacht“ oder „Brav(er) (Name des Hundes)“

Step # 4: Der Befehl „Sitz“ wird eingebaut

Nachdem du Step # 3 ein paar Mal angewendet hast, kannst du mit dem vierten Schritt fortfahren. 

Beim vierten Schritt beobachtest du genau deinen Hund. Bevor du die Hand mit dem Leckerli über den Kopf deines Hundes bewegst, greifst du ein und sagst das Wort „Sitz“. Dein Hund fängt an, diesen Befehl mit deinem Verhalten in Verbindung zu bringen.

Step # 5: Wiederholungen bringen die Routine

Wiederhole diesen Schritt ein paar Tage lang und das auch mehrmals am Tag. So festigt sich der Befehl bei deinem Hund.

… und weiter geht’s!

Super! Du hast es geschafft, deiner Fellnase den Befehl „Sitz“ beizubringen. Jetzt kannst du dich weiter mit dem Thema „Impulskontrolle“ widmen. Denn auf den Befehl „Sitz“ kannst du die Impulskontrolle am besten aufbauen. 

Bisher kann sich dein Hund womöglich nicht so lange kontrollieren, um in der sitzenden Position zu bleiben. Bestimmt hält er es vielleicht ein paar Sekunden aus, ehe er unruhig wird. Genau da setzt nun die Impulskontrolle ein. 

Dank der Impulskontrolle gelingt es dir, den Hund beispielsweise länger in der sitzenden Position zu halten. Nun hat er es hinsichtlich des Sitzens verinnerlicht und kann diese Kontrolle auch bei anderen Verhaltensweisen anzuwenden. 

Hierbei geht es darum, dass du Schritt für Schritt die Geduld deines Hundes verbesserst. Am Anfang reicht es schon, dich etwas hin und herzubewegen. Dann gebe ihm das Leckerli. Danach fängst du an, mehr und mehr Reize in das Training mit deinem Hund einzubauen. 

Das Ziel ist, dass du letztendlich dazukommst, den Raum für ein paar Sekunden zu verlassen. Wenn du wieder reinkommst, kannst du deinem Hund das Leckerli geben und ihm ein paar Streicheleinheiten gönnen. 

Natürlich verlässt du erst nach intensiver Übung den Raum. Setzt du diesen Reiz zu früh ein, ist dein Hund wahrscheinlich überfordert. Das Training wirkt sich kontraproduktiv auf sein Verhalten aus. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass du genug Zwischenschritte einbaust. 

Diese Zwischenschritte können sein: 

  • Du setzt dich kurz hin und stehst unmittelbar wieder auf
  • Du läufst zum Schrank oder zu der Kommode und suchst „etwas“
  • Du nimmst das Leckerli von der einen zur anderen Hand
  • Du ignorierst deinen Hund für ein paar Sekunden lang und schaust dich im Raum um

Es gibt noch weitere Zwischenschritte, um deinen Hund die Impulskontrolle zu verbessern. Deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Achte jedoch idealerweise darauf, dass die Zwischenschritte nicht zu weit voneinander entfernt sind.

Die wichtigsten Regeln

Kluger Hund

Hast du die Impulskontrolle bei deinem Hund verinnerlicht und konntest sie immer mehr verbessern? Dann bist du fast am Ende des Themas angelangt. 

Hier haben wir dir ein paar relevante Tipps und Tricks zusammengefasst. Diese unterstützen dich beim aktiven Training. 

1. Belohne bereits die Kleinigkeiten am Anfang

Mit den Belohnungen solltest du im besten Fall nicht zu lange warten. Belohnungen sollten bereits bei kleinen Erfolgserlebnissen eingesetzt werden.

Folgendes Beispiel soll dir den Tipp veranschaulichen: 

Vor dem eigentlichen Training der Impulskontrolle und den ersten Versuchen des Trainings, belohnst du jedes kleine Erfolgserlebnis. Die Belohnungen können zum Beispiel in Form von Leckerlis oder Streicheleinheiten stattfinden. 

2. Binde die Impulskontrolle in das tägliche Leben mit ein

Das Training der Impulskontrolle sollte bei täglichen Gewohnheiten Anwendung finden. Das ist wichtig, dass die Umstellung deinem Hund sonst etwas schwerer fallen könnte. 

Ideale „Alltagsgewohnheiten“ können sein: 

  • Fütterung 
  • Umgang mit der Leine (von der Leine lassen, an die Leine nehmen)
  • Öffnen der Haustür
  • Antreffen von anderen Hunden oder Freunden von dir
  • vor einer Belohnung
  • beim Öffnen der Balkon-, Auto- oder Terrassentür

3. Kein Stress!

Es ist unbedingt zu empfehlen, dass das Training und die Übungen komplett ohne Stress stattfinden. 

Halte dir aus diesem Grund vorab vor Augen, dass das Training einiges an Geduld und Zeit erfordert. Stress oder Ungeduld können sich kontraproduktiv auf euren Erfolg auswirken.

4. Keine Bestrafungen und aggressives Verhalten deinerseits

Auch Bestrafungen und aggressives Verhalten sind kontraproduktiv für den Erfolg des Trainings. Bitte verzichte unbedingt auf solche Maßnahmen. 

Aggressives Verhalten oder Bestrafungen in Form von verbaler, emotionaler und körperlicher Gewalt sollten niemals Anwendung in der Hundeerziehung finden.

Mein Fazit

hunde gesicht icon

Die Impulskontrolle kann das Zusammenleben zwischen deiner Fellnase und dir um vielfaches vereinfachen. Viele Hundebesitzer wenden die Impulskontrolle an. Sie haben bereits große Erfolge erzielt. 

Durch die Impulskontrolle kannst du deinen Hund besser steuern. Davon profitiert er und auch eure Umgebung.

Beherzige unsere Anleitungen, unsere Tipps und Tricks. So erzielt ihr schnellstmöglich Erfolge. 

Weiterführende Quellen:

agila.de
akc.org
pethelpful.com

Gefällt dir dieser Inhalt?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.