Blähungen und Analdrüse

Analdrüse beim Hund – So löst du alle Probleme

Dein Hund rutscht mit dem Hintern über den Teppich und du fragst dich, warum er das macht? Außerdem leckt dein Hund ständig an seinem After oder versucht es zumindest? 

All das können Anzeichen dafür sein, dass mit dem sogenannten Analbeutel deines Hundes etwas nicht in Ordnung ist. Die Analdrüsen können verstopfen. 

Wer seinem Hund beim Entleeren nicht hilft, riskiert womöglich Analdrüsenentzündungen bis hin zu schmerzhaften Abszessen. 

Wie kannst du deinem Tier also helfen? 

Damit dein Hund nicht gequält auf seinem Hinterteil herumrutscht, als würde er Schlitten fahren, kannst du einiges tun. 

Dieser Artikel erklärt dir, was die Analdrüsen sind. Du erfährst, welche Aufgaben die Analbeutel beim Hund erfüllen. Zuletzt verrate ich dir wie du deinem geliebten Vierbeiner bei Problemen helfen kannst. Außerdem informiert dich der Artikel über Symptome und darüber, wie du Analdrüsen-Probleme vorbeugen kannst.

Analdrüsenentzündung -
Was ist das?

Beim Hund unterscheidest du normalerweise zwischen den Analdrüsen und dem Analbeutel. Beides bezeichnet bestimmte Drüsen in der Afterregion. 

Die Analbeutel stellen eine Sonderform der Drüse dar. Insbesondere die Analbeutel sind als Sonderform der Drüsen ausschließlich bei Raubkatzen zu finden. Die einzige tierische Ausnahme von dieser Regel ist der Braunbär, der keinen Analbeutel aufweist. 

Die Analbeutel bezeichnen einen Sammelort für ein spezielles Drüsensekret am Ende des Dickdarms. 

Das Sekret der Analdrüsen des Hundes ist für gewöhnlich eher schleimig, weißlich gefärbt. Manchmal ist es auch bräunlich. Gänzlich untypisch sind Blutbeimengungen oder grünes Eitersekret. 

Sowohl Blut als auch Eiter sind ernste Anzeichen einer Erkrankung. Bemerkst du eines von beiden oder sogar beides am After deines Hundes, solltest du in jedem Fall einen Tierarzt aufsuchen. Das erspart deinem Hund im Endeffekt Schmerzen und eine unnötig lange Heilungsdauer oder Komplikationen mit ernsten Folgen!

Funktion der Analdrüse (Warum braucht dein Hund Analbeutel?)

Die Analdrüse des Hundes befindet sich nahe dem Anus und neben dem Mastdarm. 

Im Fall der Analbeutel findest du diesen Drüsensammelraum unterhalb und seitlich des Afters. Es hilft dir, die Beutel zu finden, wenn du an die Uhrzeiten 8 und 16 Uhr denkst: Diese Positionen sind ideal, um die Analbeutel zu ertasten. 

Das Sekret in dem Beutel ist aufgrund der Zusammensetzung stark riechend. Dadurch erklärt sich auch gleich die Funktion der Analdrüse beim Hund. 

Du hast bestimmt schon gesehen, wie sich aufeinander treffende Hunde zuerst am Hintern beschnuppern. Ein Grund dafür sind die Analbeutel. Das Sekret sorgt dafür, dass jeder Hund einen charakteristischen Geruch aufweist. Dadurch erkennen die Tiere einander. 

Zusätzlich sondern sie das Sekret beim Koten ab. Dadurch markieren Hunde ihr Revier mithilfe ihres individuellen Geruchs. Damit nicht genug: 

Das Sekret aus den Analbeuteln hilft den Tieren, festen Kot leichter abzusetzen und Feinde abzuwehren. Aber auch für die Fortpflanzung ist das Sekret wichtig. Es ist ein Zeichen für die Artgenossen, ob die Bereitschaft zur Paarung vorliegt. 

Zwischen den Geschlechtern und Hunderassen bestehen nur wenige Unterschiede, was den Analbeutel angeht. Grundsätzlich besitzen sowohl männliche Hunde (Rüden) als auch weibliche Hunde (Hündinnen) solche Analbeutel. 

Die Analdrüsen unterscheiden sich bei den einzelnen Hunderassen vor allem hinsichtlich ihrer Größe. Besonders kleine Rassen, wie z. B. Chihuahuas und Spaniels, haben eher Probleme mit entzündeten und verstopften Analbeuteln als große Hunderassen.

Symptome und Ursachen

Normalerweise bereiten die Analdrüsen deines Hundes keine Probleme. Allerdings kann es passieren, dass sich zu viel Sekret ansammelt und die Analdrüse verstopft. 

Wie geht das? 

Dein Hund streift das Sekret entweder an Gegenständen ab oder scheidet es mit dem Kot zusammen aus. In jedem Fall ist es ein natürlicher Vorgang beim Hund. Erst wenn die Drüsen verstopfen, beginnt der Hund erste Anzeichen für Probleme zu zeigen. 

Welche Symptome zeigen sich bei einer verstopften oder sogar entzündeten Analdrüse? Welche Ursachen haben Analbeutel-Probleme beim Hund? Ich zeige es dir.

erste Anzeichen bei verstopften Analdrüsen

Deinem Hund kann es passieren, dass die Analdrüsen verstopfen. Im idealen Fall funktioniert das Absondern des Sekrets viele Jahre oder sogar lebenslang einwandfrei. 

Manchmal verstopfen die Ausgangskanäle der Analdrüsen. Dadurch verbleibt das Sekret in den Analbeuteln und es sammelt sich immer mehr Sekret an. Die gefüllten Analbeutel sind zunehmend unangenehm für deinen Hund. Gleichzeitig ist es möglich, dass Bakterien Entzündungen verursachen. 

Damit du solche Verstopfungen und Entzündungen bemerkst, findest du hier eine Erklärung der üblichen Symptome: 

Verstopfte Analdrüsen beim Hund verursachen zunächst nur kleine Beschwerden. Als besonders auffällig gilt das sogenannte Schlittenfahren. Hierbei rutscht der Hund mit seinem Hintern über den Boden, um die Analbeutel trotz der verstopften Drüsen zu entleeren. 

Denn die verstopften Drüsen verursachen immer stärker werdenden Juckreiz. Dein Hund versucht somit, sich von diesem Juckreiz zu befreien, indem er über den Boden rutscht. Was zunächst lustig wirkt, kann schnell Schaden anrichten – vor allem das Tier leidet, wenn das Entleeren der Beutel nicht klappt. 

Du merkst es, wenn dein Hund die Verstopfung selbst löst. Dann hängt ein andauernder, intensiver (und unangenehmer) Geruch in der Luft. 

Aufgrund des Juckreizes kommt es ebenfalls zu Symptomen, die deutlich machen, dass dein Hund das Jucken abstellen will. 

Beispielsweise versucht er, sich selbst am After zu lecken oder zu beißen. In manchen Fällen jagt er zusätzlich seine eigene Rute, um sich von dem Druck und Juckreiz zu befreien.

Weitere Symptome entzündeter Analdrüsen

Neben dem Schlittenfahren deuten Rötungen und Schwellungen ebenfalls auf tiefergehende Entzündungsprozesse hin. Ist die Analdrüse entzündet, führt dies unweigerlich zum Anschwellen der Region bei gleichzeitiger Rötung der Haut. 

Solch eine Entzündung der Analdrüse verschärft die Symptome mit der Zeit. Sobald die Lage schlimmer wird, steigt auch das Leiden des Hundes: 

Die Analdrüse schmerzt, juckt und übt Druck auf die Afterregion aus. Der Hund mag dann überhaupt nicht mehr laufen oder vermeidet es, sich auf den Hintern zu setzen. 

Spätestens bei einer solchen Symptomatik sollte dem Tier geholfen werden. Solch eine Hilfe erfolgt im Idealfall durch einen Tierarzt – vor allem wenn eine Entzündung der Analdrüsen vorherrscht.

Eine falsche und unzureichende Behandlung entzündeter Analdrüsen zieht automatisch Komplikationen nach sich. Insbesondere Abszesse und Vereiterungen gehören zu solchen Folgen. 

Die verschärften Entzündungsprozesse der Analdrüse verstärken das Leiden des Hundes. Das Tier leidet dann an der erhöhten Körpertemperatur und dem einsetzenden Fieber. An diesem Punkt kann es ebenfalls passieren, dass der Hund schwächer wird, da ihn die Schmerzen und das Fieber zusetzen. 

Appetitlosigkeit und Apathie sind immer ernste Anzeichen für einen Notfall!

Gründe für Analbeutel Probleme

Verstopfte Analbeutel sind in erster Linie keine schöne Angelegenheit. Viele Hunde sind ihr Leben lang davon befreit. Doch es gibt Hunde, die immer wieder Probleme mit ihren Analdrüsen bekommen. 

Woran liegt das? 

Zum Teil spielt eine gewisse Veranlagung in die Geschehnisse hinein. Einige Hunde leiden aufgrund der Beschaffenheit des Kots an verstopften Analdrüsen. 

Weicher Stuhl kann einen mangelnden Druck bewirken. Dadurch verdickt das Sekret aus den Analdrüsen, sodass die Ausgangskanäle mit der Zeit verstopfen. Ebenso kann harter Kot problematisch sein: Dieser reizt die Afterregion und verursacht mitunter Schwellungen, was sich ebenfalls auf die Analdrüsen auswirken kann. 

Harter Kot beim Hund entsteht oftmals durch eine chronische Verstopfung. Gleichzeitig reizt chronischer Durchfall den After. Beides verursacht verstopfte Analdrüsen und eine vermehrte Ansammlung des übelriechenden Analdrüsensekrets. 

Diese verstopften Analdrüsen sind häufig der Grund für entzündete Analbeutel. Ebenso sind Tumore, Fisteln und Abszesse an den Analdrüsen denkbar. 

Es kommt auch eine vergleichsweise harmlose Ursache für Probleme infrage. Leidet dein Hund unter einem schwachen Bindegewebe, verspürt er einen gewissen Druck, obwohl die Analbeutel kaum gefüllt sind. 

All diese Ursachen lassen sich durch eine passende Ernährung und einer angemessenen medizinischen Behandlung wirksam beseitigen.

Behandlung

Die richtige Behandlung entzündeter Analdrüsen und verstopfter Analbeutel ist essenziell. Dann kann der Hund ohne Probleme Kot absetzen und die Heilung schreitet schnell und unkompliziert voran. 

Du bemerkst erste Anzeichen (Schlittenfahren, Belecken …) an deinem Hund? 

Dann ist es empfehlenswert, zuerst einen Tierarzt zu besuchen. Dieser kann dir zeigen, wie sich verstopfte Analbeutel entleeren lassen, ohne dass sich die Analdrüsen entzünden. 

Liegt eine Entzündung vor – womöglich vereitert –, hilft ebenfalls der Tierarzt. Er verschreibt nach dem Entleeren der Drüse entsprechende Medikamente und Salben. Sie helfen deinem Hund wirksam bei der Genesung. Nur wenn nichts hilft, solltet ihr eine Operation und das Entfernen der Analdrüsen erwägen. 

Der folgende Abschnitt erklärt dir, worauf du beim Ausdrücken der Analbeutel achten solltest.

Analbeutel ausdrücken

Bei verstopften Analdrüsen gibt es zwei Optionen, um sie zu entleeren: 

Du kannst es selbst machen oder du bringst den Hund zu einem Tierarzt, Heilpraktiker für Tiere oder zu einem Hundesalon. 

Du weißt nicht, wie der Analbeutel zu leeren ist? 

Wer keinerlei Erfahrung mit dem manuellen Ausdrücken von Analbeuteln hat, sollte auf jeden Fall zuerst den Profi um Hilfe bitten. Insbesondere der Tierarzt sieht verstopfte Analbeutel regelmäßig und weiß, wann eine ernste Erkrankung dahintersteckt. 

Die manuelle Behandlung einer einfachen Verstopfung kann dir der jeweilige Experte auf dem Gebiet zeigen. Vor allem, wenn dein Hund häufiger unter verstopften Analdrüsen leidet, lohnt sich das Selbermachen. Der Tierarzt kann dir die Prozedur zum Ausdrücken von Analbeuteln zeigen. 

Grundsätzlich ist es wichtig, hygienische Bedingungen zu schaffen, damit keine Bakterien für Infektionen bei deinem Hund sorgen. Am besten eignen sich Latexhandschuhe für das Ausdrücken und Entleeren der Analdrüsen. Zusätzliche Papiertücher helfen dabei, das austretende Sekret aufzufangen. 

Um die Analbeutel auszudrücken und dafür den After freizulegen, hebst du den Schwanz des Hundes an. Manchmal reicht das Heben der Rute schon, um die Beutel auszuleeren. Das Ausdrücken erinnert immer ein bisschen an das Ausdrücken von Pickeln. Allerdings nutzt du hierbei weniger den kraftvollen Druck. Vielmehr ist das Entleeren der Analbeutel eine sanfte Massage. 

Wichtig ist, dass du die richtige Position einnimmst, um die Beutel auszuleeren: Deine Finger befinden sich seitlich und unterhalb des Anus, auf den Positionen „8 und 16 Uhr“. Nutze die Papiertücher, um vorsichtig zum Anus hin zu drücken. 

Eventuell ist es nötig, einen Finger in den Anus zu führen, um verhärtetes Sekret entfernen zu können. Achte dabei darauf, vorsichtig vorzugehen – schließlich willst du deinen Hund nicht verletzen. 

Oft hilft es, wenn eine zweite Person dabei ist, um deinen Hund z. B. mit Leckerlies abzulenken. 

Zusätzliche Tipps, um die verstopften Analbeutel deines Hundes zu leeren:

  • Sei auf den heftigen Gestank vorbereitet!
  • Wenn du Blut oder Eiter feststellst, breche die Behandlung unbedingt ab!
  • Wenn du unsicher bist oder Blut/Eiter siehst, gehe immer zu deinem Tierarzt!
  • Führe die Behandlung am besten auf einem abwaschbaren Boden durch (z. B. Fliesen oder Badewanne) oder draußen!

Prognose und Prophylaxe

Vorbeugen

Entzündete Analdrüsen beim Hund haben im Regelfall gute Heilungschancen. Du kannst bereits viel erreichen, indem du (oder dein Tierarzt) die Analbeutel regelmäßig leerst und reinigst. 

Auch medikamentöse Maßnahmen können unter Umständen hilfreich sein. Die Prognose ist für deinen Hund umso besser, desto früher das Problem erkannt wird. Zudem sind die Heilungschancen schlechter, wenn dein Hund an Tumoren oder Fisteln leidet. 

Die Vorbeugung durch das regelmäßige Massieren der Analdrüse ist normalerweise unkompliziert. Jedoch ist die richtige Hygiene wichtig. Dadurch vermeidest du Infektionen infolge der Behandlung. 

Nicht zuletzt kann der Tierarzt dir sagen, ob es überhaupt sinnvoll ist, die Analdrüsen regelmäßig zu leeren.

Mein Fazit

Falls du bis jetzt noch nie die Analdrüsen eines Hundes entleert hast, rate ich dir, es dir von einer fachkundigen Person vorzeigen zu lassen.

Sollte es einmal der Fall sein und du entdeckst während der Entleerung Eiter und/oder Blut, nehme sofort mit deinem Tierarzt Kontakt auf. Oder solltest du andere ungewöhnliche Anzeichen bemerken, trotz regelmäßiger Entleerung, dann zögere auch nicht und nehme einen Termin.

Dein Tierarzt wird deinen Liebling auf jeden Fall wieder fit machen und dir weitere Ratschläge geben, die du mit auf euren Weg nehmen kannst 😊

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