Bandscheibenvorfall beim Hund (Ursache & Tipps)

Nicht nur Menschen erkranken an einem Bandscheibenvorfall, auch dein geliebter Hund kann diese schmerzhafte Erkrankung bekommen. Während beim Menschen Rückenbeschwerden der häufigste Grund für Krankschreibungen sind, kommt es beim Hund deutlich seltener vor. 

Du fragst dich warum? 

Grund dafür ist der Vierfüßler-Gang, der für die Wirbelsäule sehr viel entlastender ist als der aufrechte Gang des Menschen. Dennoch sind Hunde vor einem Bandscheibenvorfall nicht sicher. 

In meinen Artikel erfährst Du, wie es zu einem Bandscheibenvorfall beim Hund kommt, welche Rassen besonders gefährdet sind und wie man die Symptome am besten lindern kann.

Was ist ein Bandscheibenvorfall?

Husky

Zunächst solltest Du wissen, dass die Wirbelsäule beim Hund aus sieben Hals-, 13 Brust-, sieben Lenden- und drei Kreuzbeinwirbeln besteht. Hinzu kommen je nach Rasse zwischen zehn und 23 Schwanzwirbel. 

Zwischen jedem dieser Wirbelkörper befinden sich die Bandscheiben, die einen Abrieb der einzelnen Wirbel verhindern sollen. Wenn Du selbst schon einmal einen Bandscheibenvorfall hattest, wirst Du wissen, wie schmerzhaft dieser sein kann. 

Auch für Dein Tier bedeutet die Erkrankung eine immense Qual. Warte daher nicht zu lange und suche möglichst schnell einen Tierarzt auf, wenn Du einen Bandscheibenvorfall beim Hund befürchtest. 

Wirbelsäule von Mensch und Hund identisch

Der Aufbau der Wirbelsäule ist bei Hund und Mensch identisch. Die Bandscheiben befinden sich zwischen den einzelnen Wirbelkörpern der Wirbelsäule und dienen als eine Art Stoßdämpfer. Jede einzelne Bandscheibe besteht im Inneren aus einer Gel-artigen Masse. 

Wenn diese austritt und auf das Rückenmark drückt, verursacht es höllische Schmerzen. Nicht verwechseln solltest Du den Bandscheibenvorfall mit der Bandscheibenvorwölbung. Diese kann auch starke Schmerzen verursachen. 

Grundsätzlich trifft ein Bandscheibenvorfall Hunde in jedem Alter. Expertenschätzungen zufolge haben immerhin 50% aller Hunde einen Bandscheibenvorfall, der oft jedoch subklinisch, also ohne Symptome zu verursachen, abläuft.

Die Ursachen für einen Bandscheibenvorfall

Grundsätzlich solltest Du wissen, dass einige Hunderassen häufiger am Bandscheibenvorfall erkranken. 

Rassen mit einem langen Rücken und dazu vergleichsweise kurzen Beinen wie der Dackel sind besonders gefährdet. Zu den kurzbeinigen Hunderassen, die verhältnismäßig häufig an einem Bandscheibenvorfall erkranken, zählen auch die Pekinesen und die Bassets. 

Doch nicht nur kurzbeinige sind anfällig für einen Bandscheibenvorfall. Hunde, deren Lendenwirbelbereich leicht abfallend ist, sind ebenfalls gefährdet. 

Gleiches gilt für alle Rassen mit einer langen Halswirbelsäule wie Boxer und Rottweiler. Bei diesen Rassen tritt der Bandscheibenvorfall dann häufig nicht im Lendenwirbel-, sondern vielmehr im Halswirbelbereich auf. 

Ähnlich wie beim Menschen gilt jedoch auch beim Hund: Etwa drei Viertel aller Bandscheibenvorfälle betreffen die Lendenwirbelregion. Nur etwa ein Viertel hingegen machen Bandscheibenvorfälle der Brust- und Halswirbelregion aus.

Die Symptome

Ähnlich wie beim Menschen entsteht auch beim Hund ein Bandscheibenvorfall meist in Folge einer plötzlichen Bewegung. Für Dich als Hundehalter ist dies natürlich nur schwer zu erkennen. 

Mögliche Symptome bei einem Bandscheibenvorfall sind dann eine plötzlich auftretende Bewegungsunlust sowie ein gekrümmter Rücken. 

Der Hund geht in eine Art Schonhaltung, wodurch sich die Muskeln meist aber noch mehr verspannen. Legst Du die Hand auf seinen Rücken, wirst Du diese Verspannungen vielleicht sogar spüren können. Häufig fühlen sich die betroffenen Stellen auch etwas wärmer an.

Es kann sein, dass er an diesen Stellen dann sehr empfindlich reagiert und am liebsten gar nicht berührt werden möchte. Je nach ausgeprägtem Schmerzempfingen kann der Hund bei bestimmten Bewegungen sogar kurz aufheulen.

Pfotenschleifen

Ganz typisch ist auch das Pfotenschleifen. Bei vielen sind die Krallen komplett abgewetzt. Je besser Du deinen Liebling kennst, desto eher wirst Du die Symptome eines Bandscheibenvorfalls erkennen. Diese sind immer ganz davon abhängig, welche Wirbel betroffen sind.

Sind Nerven befallen, die für den Schließmuskel verantwortlich sind, kann auch eine Inkontinenz die Folge des Bandscheibenvorfalls sein. Besonders schwerwiegende Erkrankungen können sogar mit einer vollständigen Bewegungsunfähigkeit oder Lähmungserscheinungen einhergehen. 

Solltest Du Veränderungen im Verhalten Deines Tieres feststellen, suche so schnell es geht einen Tierarzt auf. 

Handelt es sich tatsächlich um einen Diskusprolaps, wie der Bandscheibenvorfall in der medizinischen Fachsprache bezeichnet wird, ist der Hund sofort ruhig zu stellen. 

Ein schwerer Bandscheibenvorfall, der bereits Lähmungen verursacht, kann unbehandelt dauerhafte und irreparable Schädigungen verursachen. 

Sollte das Schmerzempfinden deines Hundes bereits ausgeschaltet sein, besteht meist keine große Hoffnung mehr. So traurig es klingen mag: In diesem Stadium ist das Einschläfern für Hund und Mensch die beste Lösung. 

Bei genetisch vorbelasteten Hunden tritt ein Bandscheibenvorfall am häufigsten zwischen dem vierten und sechsten Lebensjahr auf. 

Zu diesen Hunderassen zählen unter anderem: 

  • Dackel
  • Beagle
  • Pekinese
  • Pudel
  • Basset
  • Schäferhund
  • Cocker Spaniel

Natürlich können auch alle anderen Rassen an einem Bandscheibenvorfall erkranken.

Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter. 

Was macht der Tierarzt?

Vermutest Du einen Bandscheibenvorfall bei Deinem Hund, warte nicht zu lange und suche möglichst schnell einen Tierarzt auf. Bei einem akuten Bandscheibenvorfall sollte die Behandlung spätestens 24 Stunden nach Auftreten erfolgen, damit Folgeschäden ausgeschlossen werden können.

Der Tierarzt wird zunächst herausfinden, welche Wirbel genau betroffen sind. Dabei kommen sowohl neurologische Untersuchungen als auch bildgebende Verfahren wie MRT oder Röntgen zum Einsatz. 

Diese Untersuchungen sind beim Hund etwas komplizierter als beim Menschen. Da die Tiere während der Untersuchung nicht stillhalten, erhalten sie in der Regel eine Vollnarkose. 

Als Ergebnis vorgenannter Untersuchungen wird der Tierarzt Dir den Grad des Bandscheibenvorfalls beschreiben. Man unterscheidet Grad Eins und Grad Zwei, wobei bei Grad Eins der Bandscheibenring noch weitestgehend erhalten ist. Bei Grad Zwei hingegen ist dieser zerstört und die Bandscheibenmasse weit herausgedrungen. 

Je nach Schwere des Bandscheibenvorfalls wird der Tierarzt Dir dann eine Behandlung vorschlagen. 

Banscheibenvorfall Grad Eins und Zwei

Bei einem Bandscheibenvorfall vom Grad Eins sind dauerhafte Schäden kaum zu erwarten und Dein Hund wird sicher wieder ganz gesund. In diesem Fall genügt es, ihn möglichst ruhig zu stellen. Ausgedehnte Spaziergänge oder gar wildes Herumtollen sind vorerst tabu! In Ergänzung dazu werden muskelentspannende Mittel gespritzt, die auch gleichzeitig die Schmerzen lindern sollen. 

Liegt bereits ein Bandscheibenvorfall Grad Zwei vor, sind die Aussichten leider nicht so rosig. In den meisten Fällen kommt das Tier dann um eine Operation nicht herum. Während dieser wird der Chirurg versuchen, das ausgetretene Bandscheibengewebe vollständig zu entfernen. 

Welche Behandlungsmöglichkeit der Tierarzt auswählt, wird meist von Fall zu Fall entschieden. 

Nicht nur der Grad der Erkrankung spielt dabei eine Rolle, sondern auch das Alter des Hundes. Immerhin birgt eine Vollnarkose immer auch ein nicht zu unterschätzendes Risiko.

Sowohl beim Bandscheibenvorfall vom Grad Eins als auch beim Grad Zwei sind physiotherapeutische Maßnahmen als Ergänzung recht sinnvoll. Diese sollten allerdings erst dann begonnen werden, wenn die akute Phase vorüber ist. 

In der Praxis haben sich leichte Massagen durch ausgebildete Hundephysiotherapeuten ebenso bewährt wie therapeutische Übungen im Wasser. Ein Unterwasserlaufband ist eine hervorragende Möglichkeit für alle Hunderassen, die Muskeln zu trainieren. 

Der Vorteil des Unterwassertrainings: Die Wirbelsäule wird nicht unnötig belastet.

Vielleicht sprichst Du aber auch mit Deinem Tierarzt über homöopathische Mittel, denn diese versprechen ebenso Erfolg bei der Behandlung. Ein Tierheilpraktiker kann Dir aber noch zahlreiche weitere pflanzliche Wirkstoffe empfehlen. 

Als schmerz- und entzündungshemmend gelten beispielsweise Weihrauch und die Extrakte der Teufelskralle. 

Nach einem Bandscheibenvorfall sollte für mindestens sechs Wochen absoluter Leinenzwang bestehen. Alle ruckartigen Bewegungen und Sprünge sind absolut tabu. Besser als ein langer Spaziergang am Tag sind mehrere kurze Bewegungseinheiten.

Wie beuge ich vor?

Vorbeugen

Du kannst einiges tun, um einem Bandscheibenvorfall bei Deinem vierbeinigen Begleiter vorzubeugen. 

Achte im Alltag darauf, dass der Hund keine großen Sprünge macht. Alle Bewegungen, welche der Wirbelsäule schaden könnten, sollten vermieden werden. Das gilt besonders für gefährdete Hunde wie Dackel. 

Ähnlich wie beim Menschen gilt: Je stärker die Rückenmuskulatur ausgebildet ist, desto geringer ist die Gefahr eines Bandscheibenvorfalls. Geh also möglichst häufig mit ihm spazieren. Abhängig ist die Dauer der Spaziergänge natürlich von der Rasse: Selbstverständlich benötigen Hunderassen wie Dackel oder Pekinesen sehr viel weniger Auslauf als ein Labrador oder Schäferhund. 

Beim Spazierengehen an der Leine solltest Du auf ein Brustgeschirr setzen, denn dieses belastet die empfindliche Halswirbelsäule weitaus weniger als ein normales Halsband. 

Ein weiterer immens wichtiger Faktor: Vermeide unbedingt Übergewicht. Jedes Kilogramm zu viel belastet die Wirbelsäule nur unnötig. 

Hier noch einmal die wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen in der Übersicht:

  • Übergewicht vermeiden
  • auf ausreichend Bewegung achten
  • wenn möglich Treppenstufen und hohe Sprünge vermeiden
  • Physiotherapie zur Vorbeugung
  • eine rückengerechte Unterlage

Eine sinnvolle Anschaffung kann beispielsweise ein orthopädisches Hundebett sein. Solch ein Bett ist nicht nur in zahlreichen ansprechenden Farben erhältlich, sondern auch aus diversen Materialien. 

Orthopädische Hundebetten sind meist mit einer Schlafrolle ausgestattet, auf welcher er bequem seinen Kopf ablegen kann.

Ein ganz entscheidender Faktor für eine möglichst lange Gesundheit spielt ebenso die artgerechte Fütterung. Auch mit einer möglichst abwechslungs- und vitaminreichen Kost kann man Abnutzungserscheinungen an der Wirbelsäule vorbeugen. 

Achte deshalb unbedingt auf hochwertiges Futter. Sehr zu empfehlen sind Hundefutter mit den Inhaltsstoffen Chondroitin, Glucosamin und Hyaluronsäure. Spurenelemente wie Zink, Selen und Mangan hingegen unterstützen den Aufbau der Knorpel und sind somit wichtig für seine Rückengesundheit. 

Ob Du Feucht- oder Trockenfutter gibst, ist eigentlich egal. Achte beim Kauf des Hundefutters nur auf einen möglichst hohen Fleischanteil und wertvolle Inhaltsstoffe wie Vitamine und Antioxidantien. Der Anteil an Getreide hingegen sollte möglichst gering ausfallen. 

Natürlich kann es trotz aller vorbeugender Maßnahmen passieren, dass er an einem Bandscheibenvorfall erkrankt. Häufig reicht schon eine falsche Bewegung aus. 

Mein Fazit

Einem Bandscheibenvorfall beim Hund vorzubeugen ist für Dich als Besitzer gar nicht so einfach. Natürlich sollte er regelmäßig bewegt werden, denn zu wenig Bewegung ist einer der Hauptauslöser für einen Bandscheibenvorfall. 

Auf der anderen Seite kann aber auch zu viel sportliche Aktivität der Bandscheibe schaden. 

Deswegen ist hier auch Dein Einfühlungsvermögen angesagt, um ein gesundes Mittelmaß zu finden. 

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