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Bindehautentzündung beim Hund: (5 Arten im Fokus)

Augenausfluss ist ein häufiges Problem bei Hunden. Bei einige Arten ist das völlig normal, während es bei anderen mit Erkrankungen verbunden sein kann. 

Um zu bestimmen, wann professionelle Hilfe notwendig ist, musst du die verschiedenen Arten von Augenausfluss und die Bedeutung jeder einzelnen davon verstehen.

Es ist normal am Anfang Krankheitssymptome beim eigenen Hund zu übersehen. Ich stand als neuer Hundebesitzer auch vor diesem Problem. Mit der Zeit lernt man die Verhaltensweisen des neuen Familienmitglieds richtig zu deuten. 

Eines Morgens wachte ich auf und war sehr überrascht, dass mein Vierbeiner noch viel Wasser im Napf hatte. 

Nach dem ersten Blick wurde mir klar, da stimmte etwas nicht mit ihren Augen. Sie tränten und waren rot angelaufen. Den Verdacht hatte ich schon, aber ließ es nochmal vom Tierarzt bestätigen: “Bindehautentzündung” 🙁 

So schlimm es sich auch anhört, der Heilprozess verläuft schnell 🙂

Lass uns einen Blick darauf werfen, wie du damit umgehen und zur Genesung mitwirken kannst.

Außerdem haben wir uns für diesen Artikel Beratung vom Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic eingeholt. Also sei gespannt!

Artikel Übersicht

5 Arten von Augenausfluss

1. Krustenbildung

Tränen spielen eine wesentliche Rolle bei der Aufrechterhaltung der Augengesundheit. Sie versorgen die Hornhaut (die klare Gewebeschicht an der Vorderseite des Auges) mit Sauerstoff und Nährstoffen. Dabei werden Ablagerungen, die sich dort verfangen könnten entfernt. 

Tränen entweichen normalerweise durch Kanäle, die sich an den inneren Seiten der Augen befinden. Manchmal sammelt sich dort ein wenig Kruste an. Dieses Material besteht aus getrockneten Tränen, Öl, Schleim, abgestorbenen Zellen und Staub. Am Morgen hat sich über die Nacht für gewöhnlich die meiste Kruste gebildet. 

Sie sollte leicht mit einem warmen, feuchten Tuch entfernt werden können. Die Augen sollten nicht rot sein und deine Fellnase sollte keine Anzeichen von Augenbeschwerden zeigen (Reiben, Schielen, Blinzeln und Lichtempfindlichkeit). Die Menge der Kruste, die dein Liebling jede Nacht (oder nach langen Nickerchen) produziert, sollte relativ konstant bleiben. 

Wenn du eine Verschlechterung des Zustands bemerkst, vereinbare einen Termin beim Tierarzt.

2. Übermäßige Augentrübung

Epiphora - Klar und wässrig

Allergien, Reizstoffe, Fremdkörper im Auge, anatomische Anomalien, blockierte Tränendrüsen, Hornhautwunden und Glaukom sind häufige Ursachen für Epiphora bei Hunden.

Sie Symptome sind hervorstehende Augen, gerollte Augenlider oder erhöhter Augeninnendruck.

Hat dein Schützling eine relativ leichte Zunahme des Tränenflusses? Aber seine Augen sehen in jeder Hinsicht normal aus und er hat keine Beschwerden? Dann überwache erstmal die Situation. 

Dein treuer Begleiter hat vielleicht nur Pollen oder Staub ins Gesicht bekommen.

Wenn die Epiphora anhält oder dein Liebster rote, schmerzhafte Augen oder andere Arten von Augenausfluss entwickelt, vereinbare einen Termin mit dem Tierarzt.

3. Rotbraune Tränenflecken

Hell gefärbte Hunde entwickeln oft eine rotbraune Verfärbung des Fells unterhalb des inneren Augenwinkels. Dies geschieht, weil Tränen ein Pigment namens Porphyrin enthalten. Bei längerer Lufteinwirkung nimmt diese rötlich-braune Farbe an. 

In Ermangelung anderer Probleme ist eine Tränenfärbung in diesem Bereich normal und nur ein kosmetisches Problem. 

Wenn du die Tränenflecken minimieren möchtest, versuche eine oder mehrere dieser Lösungen: 

  • Wische den Bereich mehrmals täglich mit einem in warmem Wasser oder einer Augenreinigungslösung angefeuchteten Tuch ab
  • Halte das Fell um die Augen des Hundes kurz geschnitten
  • Füge ein antibiotikafreies Nahrungsergänzungsmittel hinzu, dass die Tränenfärbung reduziert. 
  • Denke daran, dass Porphyrin-gefärbte Felle mehrere Monate brauchen können, um zu wachsen und dass die Wirkung eines dieser Mittel erst dann offensichtlich wird. 

Falls du eine Zunahme der Menge, eine Veränderung in der Qualität der Tränenfärbung oder die Augen rot und schmerzhaft bemerkst: Vereinbare einen Termin mit dem Tierarzt für eine Augenuntersuchung.

4. Weiß-grauer Schleim

Ein trockenes Auge (Keratoconjunctivitis sicca oder KCS) entsteht, wenn das Hundeimmunsystem die eigenen Tränendrüsen angreift.

Da die Tränenproduktion weniger als normal ist, versucht der Körper dies zu kompensieren, indem er mehr Schleim produziert, um die Augen zu schmieren. Aber Schleim kann nicht alle Funktionen von Tränen ersetzen, so dass die Augen rot und gereizt werden. 

Unbehandelt kann KCS zu schweren Beschwerden und Erblindung führen.

Falls du feststellst, dass sich weißgrauer Schleim um die Augen sammelt, vereinbare einen Termin mit dem Tierarzt. 

Er kann ein einfaches Verfahren durchführen, das als “Schirmer Tear Test” bezeichnet wird, um KCS von anderen Krankheiten zu unterscheiden.

Die meisten Hunde reagieren gut auf die Behandlung von KCS, die “Cyclosporin”, “Tacrolimus”, künstliche Tränen und / oder andere Medikamente beinhalten kann. 

Es kann auch eine Operation in Betracht gezogen werden, um einen Speichel führenden Kanal vom Mund zur Augenoberfläche umzuleiten. Es sollte jedoch für Fälle reserviert werden, in denen eine medizinische Behandlung nicht erfolgreich ist.

5. Gelber oder grüner Augenausfluss

Ein Hund, dessen Augen einen gelben oder grünen Ausfluss haben, hat oft eine Augenentzündung. Besonders, wenn Augenrötung und Unwohlsein ebenfalls sichtbar sind. 

Augeninfektionen können sich als Hauptproblem oder als Folge einer anderen Erkrankung (Hornhautwunden, trockenes Auge) entwickeln. Da die natürlichen Abwehrkräfte des Auges gegen Infektionen geschwächt sind.

Manchmal ist eine Augenentzündung ein Indiz dafür, dass eine Systemische- oder Atemwegserkrankung, das Nervensystem oder andere Körperteile angegriffen hat.

Sobald du den Verdacht einer Augeninfektion hast, sollte es so schnell wie möglich von einem Tierarzt gesehen werden.

Die Ursachen

  • Haare im Auge von langhaar Rassen
  • Wimpern im anormalen Wuchswinkel
  • Pollenallergie
  • Staub, Rauch
  • Trauma, Kratzer
  • Tumor
  • Sprays oder Parfums
  • Bakterien
  • Virus, chronische Infektion 
  • Unzureichende Tränenableitung durch Fehlfunktion der Anatomie
  • Blockierter Tränenkanal
  • Erbkrankheiten

Vorsorge

  • An erster Stelle für eine gesunde Ernährung sorgen
  • Zu einer passenden Futterergänzung bei Anfälligkeit greifen 
  • Periodische Arztbesuche nicht verpassen
  • Regelmäßige Reinigung der Augenumrandung 
  • Auslöser wie Pollen vermeiden

Diese Hausmittel tragen zur Heilung bei

Naturmedizin
  • Salzbad: Sobald du eine Infektion bemerkst, ist das erste, was du tun musst, die Augenumgebung des infizierten Auges mit Salzwasser zu waschen. Mische einen halben Teelöffel Salz in ein Glas lauwarmes Mineralwasser, rühre es gut. Nun nimmst du dieses Wasser auf ein Tupfer oder Taschentuch und reinigst die Augenumgebung.  Damit entfernst du den Ausfluss, Verklebungen und Krusten um das Auge.
  • Käsepappeltee: Bereite einen Käsepappeltee zu und lasse ihn gut abkühlen. Weiche einen Wattebausch in den Tee ein und reinige damit die Augenumgebung deines Schützlings.

Die oben genannten Maßnahmen sollten nicht länger als drei Tage fortgesetzt werden.

Wenn keine Verbesserung des Zustandes zu sehen ist, wende dich unverzüglich an einen Tierarzt. 

Stelle außerdem sicher, dass dein treuer Freund das infizierte Auge nicht reibt und kratzt, sonst verschlechter sich die Infektion und der Heilprozess dauert länger.

In der Regel dauert es bis zu vierzehn Tagen, bis eine Heilung komplett abgeschlossen ist.

Häufig gestellte Fragen

Die Kruste bildet sich durch die getrockneten Ablagerungen von Tränen und den Fremdkörpern, die sie aus den Augen gespült haben. Nach dem Schlafen tritt eine vermehrte Kruste auf.

Diese rötliche Verfärbung entsteht durch ein Pigment, dass in der Tränenflüssigkeit enthalten ist. Die Verfärbung ist normal und tritt verstärkt bei Hunden mit hellem Fell auf.

Wenn dein Hund vermehrt Sekrete und Schleim aus den Augen sondert oder die Augen gerötet und gereizt sind, solltest du ihn unbedingt zum Tierarzt bringen, da hier eine Infektion sehr wahrscheinlich ist.

Achte auf eine ausgewogene Ernährung und Auslauf für deinen Hund. Reinige seine Augen regelmäßig und versuche deinen Hund von Staub und Pollen fernzuhalten, da diese die Augen reizen können. Besuche regelmäßig den Tierarzt zu Kontrolluntersuchungen.

Du kannst die Augenränder mit Salzwasser oder einem Aufguss aus Kamillentee oder Käsepappeltee reinigen. Falls nach drei Tagen die Symptome nicht besser werden, solltest du einen Tierarzt aufsuchen.

Empfehlung vom Tierarzt

Eine Bindehautentzündung ist nichts, was du auf die leichte Schulter nehmen solltest. Eine unbehandelte Entzündung kann sich nämlich zu einer chronischen Krankheit entwickeln. Zeigt dein Hund Anzeichen, solltest du den Tierarzt aufsuchen!

Sorge vor und halte deinen Liebling gesund! 

Geprüft vom Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic
Geprüft vom Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic

Ich bin Tierarzt und Autor für Tiergesundheitsthemen. Tiere sind meine Leidenschaft und es ist mir ein persönliches Anliegen, medizinisch akkurate Artikel und Videos zu erstellen, um Tierbesitzer so gut es geht zu informieren.

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