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Blasenentzündung beim Hund [Symptome & Behandlung]

Dein Hund hat eine Blasenentzündung oder du zumindest den Verdacht? Dann solltest du dir diesen Ratgeber ganz genau durchlesen. Ich erkläre dir alles im Detail, von Symptomen bis zu möglichen Behandlungsmöglichkeiten. 

Außerdem haben wir uns für diesen Artikel Beratung vom Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic eingeholt. 

Was ist eine Blasenentzündung?

Bei der Blasenentzündung handelt es sich um eine Infektion der Harnblase. Im Allgemeinen sind Bakterien, seltener Viren oder Pilze dafür verantwortlich. Die Keime gelangen meistens aus dem Genitalbereich über die Harnröhre in die Blase. Dort führen sie zu einer Entzündung und Reizung der Blasenwand.

Blasenentzündung genau erklärt (Zystitis)

Kurz zu meiner Erfahrung: Es war Frühsommer und wir waren mit Daisy am Mittelmeer im Ferienhaus. Zeiten, die Daisy am liebsten hat.

Sie tobt am Strand, geht schwimmen: Etwas, was sich ein jeder Vierbeiner wünscht und nicht entgehen lässt, wenn sich die Gelegenheit bietet.

An solchen Tagen ist sie natürlich sehr aktiv. Sie hat einen gesteigerten Durst und trinkt ihren Wassernapf mehrmals am Tag leer. Auch am Strand hat sie reichlich Wasser zum Trinken. Da sind wir gut ausgerüstet.

Auf eines waren wir im letzten Frühsommer jedoch nicht vorbereitet:

Etwa eine Woche nach unserer Ankunft im Ferienhaus war sie gar nicht mehr fröhlich und aktiv wie sonst. Sie sprang nicht mehr umher und verzog ihr Gesicht beim Pinkeln.

Da wusste ich, dass mit ihr etwas nicht stimmt.

Wie oben kurz erwähnt, handelt es sich bei einer Zystitis um die Infektion der Harnblase. Es sind meistens Bakterien und in seltenen Fällen Viren, Pilze und/oder Parasiten verantwortlich.

Blasenentzündungen treten vorwiegend in der nasskalten Winterzeit auf. Bei langen Spaziergängen und feuchtem Fell haben die Bakterien gute Chancen eine Blaseninfektion zu verursachen.

In der Sommerzeit kann zu langes Schwimmen in kühlen Seen oder im Meer zu einer Blasenentzündung führen.

Der häufigste Auslöser sind Escherichia Coli-Bakterien. Sie kommen natürlicherweise im Darm vor und sind dort ungefährlich. Weitere Erreger sind Proteus mirabilis, Staphylokokken, Streptokokken, Klebsiellen oder Pilze wie die Hefe Candida albicans. 

In seltenen Fällen können Viren oder Parasiten für die Reizung der Blase verantwortlich sein.

Sollte eine Blasenentzündung mehr als zweimal in sechs Monaten auftreten oder mehr als dreimal in einem Jahr, ist sie chronisch. Bei einer chronischen Entzündung werden Urinproben mikroskopisch und chemisch im Labor untersucht. Abgesehen davon wird eine Urinkultur angelegt, um den Erreger genauer bestimmen zu können.

Weitere Ursachen, die zu einer Blasenentzündung führen können sind:

  • Harnsteine
  • Fehlstellung der Harnleitung
  • Verengung der Harnröhre
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Tumoren, Polypen

Die Symptome

Wer schon einmal eine Blasenentzündung hatte, kennt den brennenden Schmerz beim Wasserlassen. Die Symptome beim Vierbeiner sind ungefähr dieselben. Bis die Behandlung einschlägt, kann es sehr schmerzhaft werden.

Sollte deine Fellnase folgende Symptome haben, ist es Zeit für einen Termin beim Tierarzt:

Die ersten Anzeichen sind ein verstärkter Harndrang. Obwohl das Urinieren lange dauert, kommen dabei nur einige Tropfen heraus. Manche Hunde machen dabei einen leichten Buckel und geben Schmerzlaute von sich.

Geruch, Farbe und Konsistenz des Urins verändern sich. Der Urin enthält teilweise Blut, ist getrübt und/oder schaumig. Er riecht strenger als gewohnt.

Es kann vorkommen, dass dein Schützling in dieser Phase nicht mehr stubenrein ist, weil er keine Kontrolle mehr über seinen Harndrang hat.

Wenn du mit deiner Hand über seinen Bauch tastest, kann dies bei ihm Schmerzen erzeugen. Auch können die Muskeln angespannt sein.

Bei einer stärkeren Blasenentzündung können die Nieren oder der Nierenbecken in Mitleidenschaft gezogen werden. In dem Fall erweitern sich die Symptome auf Fieber, Müdigkeit und Leistungsschwäche.

Welche Hunde sind am meisten betroffen?

Sowohl Hündinnen als auch Rüden können in jedem Alter eine Blasenentzündung bekommen.

Hündinnen sind eher anfällig. Denn sie haben eine kürzere und breitere Harnröhre als Rüden. Somit gelangen die Erreger schneller in die Blase.

Das Risiko ist bei älteren Vierbeinern oder kastrierten Hündinnen höher.

Kastrierte Hündinnen haben einen niedrigeren Östrogenspiegel. Zusätzlich erschlafft bei ihnen das Bindegewebe schneller. Deswegen schließt sich der Schließmuskel der Harnblase nicht mehr fest genug. Somit können die Erreger leichter in die Blase dringen.

Fellnasen, die an Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) leiden, neigen eher zu einer Blasenentzündung. Durch zu hohe Blutzuckerwerte geht der Zucker über die Niere in den lauwarmen Urin über. Das ist ein guter Nährboden für Bakterien, die die Entzündung erzeugen. Häufiges Urinieren, viel Wasser trinken und eine angemessene Ernährung kann ein Entzündungsrisiko vermindern.

Bei Rüden tritt eine Blasenentzündung häufig mit einer Entzündung der Prostata auf.

Wie kann ich vorbeugen?

Du kannst eine Blasenentzündung nicht ganz vermeiden. Allerdings kannst du das Risiko senken.

Insbesondere bei nasskaltem Wetter solltest du die Dauer der Spaziergänge kürzer halten und dafür häufiger Gassi gehen. Außerdem sollte dein Schützling nicht zu lange auf kaltfeuchtem Boden rasten.

Bei kaltem Wetter sind die Abwehrkräfte deines treuen Begleiters geschwächt. Dadurch können Bakterien & Co. sich schneller vermehren.

Dein haariger Freund sollte bei kaltem Wetter nicht zu durchnässt sein, weil so die Gefahr einer Unterkühlung besteht.

Deswegen ist es empfehlenswert, wenn du nach einem „nassen“ Spaziergang deinen Liebling zu Hause mit einem Handtuch gründlich abtrocknest. Du kannst auch einen Föhn auf niedriger Hitzestufe zu Hilfe nehmen.

Sollte dein Schützling generell eine Neigung zu Infektionen haben, kannst du ihm bei euren „nasskalten“ Spaziergängen einen Regen- oder Wintermantel überziehen. Dies gilt vor allem für kleinrassige Hunde mit wenig Unterwolle.

Dennoch solltest du den Kälteschutz nicht übertreiben. Denn Spaziergänge in frischer Luft stärken auch sein Immunsystem.

Sorge dafür, dass deine Fellnase zu Hause nicht auf kalten Böden wie Fliesen liegt. Dafür reicht eine isolierende Matte oder ein Körbchen mit einer Decke drin aus. Beachte, dass der Platz deines Lieblings warm, trocken und frei von Zugluft ist.

Grundsätzlich muss die Blase immer gründlich durchgespült werden. Deswegen ist es wichtig, dass zu jeder Zeit ausreichend Wasser zur Verfügung steht und auch getrunken wird. 

Dein Vierbeiner sollte mehrmals täglich die Möglichkeit dazu haben, „Pipi“ zu machen. Somit finden die Bakterien nicht die Zeit dazu, sich in der Blase zu vermehren und werden schneller ausgespült.

Ein gesundes Immunsystem sorgt dafür, Krankheiten so gut wie möglich zu verhindern. Deswegen solltest du darauf achten, dass dein Hund eine ausgewogene oder bestenfalls Bio Nahrung bekommt.

Wie wird eine Blasenentzündung behandelt?

Die Behandlung einer Blasenentzündung verläuft generell ohne Komplikationen. Das sollte kein Grund sein, nach einem Verdacht den Tierarztbesuch zu verzögern. Denn sonst kann sich die Entzündung auf die Nieren ausbreiten.

Es wäre gut, wenn du zum Termin beim Tierarzt eine Urinprobe von deinem Schützling mitnimmst.

Dein Tierarzt wird zuerst den Urin auf Erreger untersuchen. Bei Bedarf setzt er weitere Diagnosemethoden ein wie Blut-, Röntgen- oder Ultraschalluntersuchungen. Somit kann er weitere Ursachen entweder ausschließen oder schneller erkennen und behandeln.

In der Regel heilt eine Blasenentzündung schnell und gut ab.

Wichtig ist, dass du die Frist der Medikamenten-Behandlung strikt einhältst. Auch, wenn die Symptome nicht mehr zu beobachten sind und dein Schützling sich wieder gut fühlt.

Damit während der Behandlung die Harnwege gut ausgespült werden können, sollte dein Kleiner regelmäßig viel Wasser trinken. Sollte es hier Schwierigkeiten geben, kannst du seinem Futter Wasser beimengen.

Du kannst deiner Fellnase zusätzlich lauwarmen Kamillen- oder Fencheltee geben. Die Kräuter haben eine beruhigende Wirkung auf die Blase und Harnwege. Dein Tierarzt wird dir gerne Auskunft über die Dosierung geben.

Häufig gestellte Fragen

Die typischen Symptome sind häufiger Harndrang. Dabei wird nur wenig Harn ausgeschieden und der Hund zeigt Anzeichen von Schmerzen. Außerdem ist der Urin sehr trüb oder schaumig, kann Blut enthalten und riecht strenger als sonst.

Eine Blasenentzündung beim Hund ist glücklicherweise leicht und schnell zu behandeln und heilt in Regel gut ab. Unbehandelt kann es jedoch zu Komplikationen kommen, die lebensbedrohlich enden könnten.

Wenn du die Symptome einer Blasenentzündung bei deinem Hund erkennst, musst du ihn sofort zum Tierarzt bringen. Ohne ärztlichen Hilfe kannst du diese Krankheit nicht behandeln. Du kannst unterstützend nach Absprache mit dem Tierarzt Kamillen- oder Fenchel Tee verabreichen.

Man kann das Risiko einer Blasenentzündung beim Hund nicht verhindern, aber verringern. Achte darauf, dass dein Hund bei nasskaltem Wetter nicht zu lange spazieren geht oder nass bleibt. Auch sollte dein Hund nicht zu lange auf kalten Oberflächen sitzen oder liegen.

Da eine Blasenentzündung beim Hund fast immer durch Bakterien verursacht wird, ist sie für andere Hunde ansteckend. Die Übertragung geschieht dann, wenn Hunde an dem Urin von Infizierten Hunden schnüffeln.

Empfehlung vom Tierarzt

Auch wenn eine Blasenentzündung im Allgemeinen relativ schnell und gut zu behandeln ist, solltest du bei einem Verdacht sofort Kontakt mit deinem Tierarzt aufnehmen.

Bitte beachte: Dass hinter einer Blasenentzündung Krankheiten stecken können, die ernsthaft sind.

Eines garantiere ich dir: Dein Hund wird dich bei seinem ersten schmerzlosen „Pipi machen“ erleichtert anschauen.

Geprüft vom Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic
Geprüft vom Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic

Ich bin Tierarzt und Autor für Tiergesundheitsthemen. Tiere sind meine Leidenschaft und es ist mir ein persönliches Anliegen, medizinisch akkurate Artikel und Videos zu erstellen, um Tierbesitzer so gut es geht zu informieren.

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