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Blasenentzündung beim Hund [Symptome & Behandlung]

Was ist eine Blasenentzündung?

Bei der Blasenentzündung handelt es sich um die Infektion der Harnblase. Im Allgemeinen sind Bakterien, seltener Viren, Pilze und Parasiten dafür verantwortlich. Die Keime gelangen meistens aus dem Genitalbereich über die Harnröhre in die Blase. Dort führen sie zu einer Entzündung und Reizung der Blasenwand.

Kurz zu meiner Erfahrung: Es war Frühsommer und wir waren mit Daisy am Mittelmeer im Ferienhaus. Zeiten, die Daisy am liebsten hat.

Sie tobt am Strand, geht schwimmen: Etwas, was sich ein jeder Hund wünscht und nicht entgehen lässt, wenn die Umstände da sind.

An solchen Tagen ist sie natürlich überaktiv. Sie hat einen gesteigerten Durst und trinkt ihren Wassernapf mehrmals am Tag leer. Auch am Strand hat sie reichlich Wasser zum Trinken. Da sind wir gut ausgerüstet.

Auf eines waren wir letzten Frühsommer nicht vorbereitet:

Etwa eine Woche nach unserer Ankunft im Ferienhaus, war sie gar nicht mehr fröhlich und aktiv wie sonst. Sie sprang nicht mehr umher und verzog ihr Gesicht beim Pinkeln.

Da wusste ich, dass mit ihr etwas nicht stimmt.

Ich zögerte nicht lange und rief unseren Tierarzt vor Ort an.

Er teilte mir mit, dass es sich wohlmöglich um eine Blasenentzündung handelt. Das bestätigte sich nach unserem Besuch bei ihm.

Zum Glück war sie noch nicht fortgeschritten und wir bekamen es mit Antibiotika und einem Schmerzmittel in ein paar Tagen in Griff.

Unser Tierarzt riet uns, die nächste Woche Daisy nicht schwimmen zu lassen, da das Meerwasser noch zu kühl sei für sie. Zudem sollten wir nach der „verordneten“ Schwimm-Pause darauf aufpassen, dass sie nicht zu lange im Meer bleibt. Wir sollten ihr Fell gründlich nach jedem Schwimmen mit einem Handtuch abtrocknen.

Natürlich befolgten wir seinen Rat. Und das lächelnde Gesicht der Behaglichkeit war in ein paar Tagen wieder auf Daisys Seite 🙂

Mir fiel auf, dass wir Daisy die schmerzvollen Momente hätten ersparen können, wenn wir ihren Urlaub bewusster angegangen wären. Es war mir fremd, dass ein Hund im Sommer aufgrund des kühlen Meerwassers Blasenentzündung bekommen kann.

Was es mit einer Blasenentzündung auf sich hat, was die Ursachen sein können, welche Vorkehrungen Du treffen kannst, damit Dein treuster Freund kein erhöhtes Risiko hat, habe ich Dir alles unten zusammengefasst.

Somit kannst Du Deinem lieben Wegbegleiter einiges an Leid ersparen. Ich wünsche Dir viel Spaß beim Lesen 🙂

Blasenentzündung genau erklärt (Zystitis)

Wie oben kurz erwähnt, handelt es sich bei Zystitis um die Infektion der Harnblase. Es sind meistens Bakterien, Viren, Pilze & Parasiten verantwortlich.

Blasenentzündungen treten vorwiegend in der nasskalten Winterzeit auf. Ein zu langer Spaziergang, bei dem das Fell feucht wird und nicht in einer angemessenen Zeit wieder trocknet, haben die Bakterien größere Chancen in die Blase einzudringen.

In der Sommerzeit kann zu langes Schwimmen in kühlen Seen oder im Meer dazu führen.

Der häufigste Auslöser sind Escherichia coli-Bakterien und gehören zur Darmflora. Weitere Erreger sind Proteus mirabilis, Staphylokokken, Streptokokken, Klebsiellen oder Pilze wie die Hefe Candida albicans. 

In seltenen Fällen können Viren oder Parasiten für die Reizung der Blase verantwortlich sein.

Sollte eine Blasenentzündung mehr als zweimal in sechs Monaten auftreten oder mehr als dreimal in einem Jahr, ist sie chronisch. Bei einer chronischen Entzündung werden außer mikroskopischen und laborchemischen Untersuchungen meistens eine Urinkultur angelegt, um den Erreger genauer bestimmen zu können.

Weitere Ursachen, die zu einer Blasenentzündung führen können sind:

  • Harnsteine
  • Fehlstellung der Harnleitung
  • Verengung der Harnröhre
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Tumoren, Polypen
 

Die Symptome?

Wer eine Blasenentzündung hatte, weiß, von was die Rede ist. Die Symptome beim Hund sind ungefähr dieselben. Bis die Behandlung einschlägt, kann es sehr schmerzhaft werden.

Sollte Dein Hund folgende Symptome haben, ist es Zeit für einen Termin beim Tierarzt:

Die ersten Anzeichen sind ein verstärkter Harndrang. Obwohl das Urinieren lange dauert, kommen dabei einige Tropfen heraus. Manche Hunde machen dabei einen leichten Buckel und geben Schmerzlaute von sich.

Geruch, Farbe und Konsistenz des Urins verändern sich. Der Urin enthält teilweise Blut, ist getrübt und/oder schaumig. Er riecht strenger als gewohnt.

Es kann vorkommen, dass Dein Hund in dieser Phase nicht mehr stubenrein ist, weil er keine Kontrolle mehr über seinen Harndrang hat.

Wenn Du mit Deiner Hand über seinen Bauch gehen solltest, kann dies bei ihm Schmerzen erzeugen oder die Muskeln könnten angespannt sein.

Bei einer stärkeren Blasenentzündung können die Nieren oder der Nierenbecken mit in Leidenschaft gezogen werden. In dem Fall erweitern sich die Symptome auf Fieber, Müdigkeit und Leistungsschwäche.

Welche Hunde sind am meisten betroffen?

Sowohl Hündinnen als auch Rüden können in jedem Alter eine Blasenentzündung bekommen.

Hündinnen sind eher geneigt. Denn sie haben eine kürzere und breitere Harnröhre als Rüden. Somit gelangen die Erreger schneller in die Blase.

Das Risiko ist bei älteren Hunden oder bei kastrierten Hündinnen höher.

Kastrierte Hündinnen haben einen niedrigeren Östrogenspiegel. Zusätzlich erschlafft bei ihnen das Bindegewebe schneller, womit der Schließmuskel der Harnblase sich nicht mehr fest schließen kann. Somit können die Erreger leichter in die Blase dringen.

Hunde, die an Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) leiden, neigen eher zu einer Blasenentzündung. Durch zu hohe Blutzuckerwerte geht der Zucker über die Niere in den lauwarmen Urin über. Das ist ein guter Nährboden für Bakterien, die die Entzündung erzeugen. Häufiges Urinieren, viel Wasser trinken und eine angemessene Ernährung kann ein Entzündungsrisiko vermindern.

Bei Rüden tritt eine Blasenentzündung häufig mit einer Entzündung der Prostata auf.

Wie kann ich vorbeugen?

Vorbeugen

Du kannst eine Blasenentzündung nicht ganz vermeiden. Allerdings kannst Du Maßnahmen treffen, die das Risiko vermindern.

Insbesondere bei nasskaltem Wetter solltest Du die Dauer der Spaziergänge kürzer halten und dafür öfters mit Deinem Hund Gassi gehen. Dein Hund sollte nicht zu lange auf kaltem oder feuchtem Boden sitzen oder liegen.

Bei kaltem Wetter sind die Abwehrkräfte Deines Hundes geschwächter. Somit können Bakterien & Co. sich schneller vermehren.

Dein Hund sollte bei nasskaltem Wetter nicht durchnässt sein, da die Gefahr einer Unterkühlung besteht.

Deswegen ist es gut, wenn Du nach einem „nassen“ Spaziergang Deinen Hund zu Hause mit einem Handtuch gründlich abtrocknest oder einen Fön auf niedriger Hitzestufe zu Hilfe nimmst.

Sollte Dein Hund generell eine Neigung zu Infektionen haben, kannst Du ihm bei Euren „nasskalten“ Spaziergängen einen Wintermantel überziehen. Dies gilt am meisten für kleinrassige Hunde mit wenig Unterwolle.

Dennoch solltest Du den Wärmeschutz nicht übertreiben. Denn Spaziergänge in frischer Luft stärken auch sein Immunsystem.

Sorge dafür, dass Dein Hund zu Hause nicht auf kalten Böden wie Fliesen sitzt oder liegt. Dafür reicht eine isolierende Matte oder ein Körbchen mit einer Decke drin aus. Beachte, dass der Platz Deines Hundes warm, trocken und zugfrei ist.

Grundsätzlich muss die Blase immer gründlich durchgespült werden. Deswegen ist es wichtig, dass Dein Hund zu jeder Zeit ausreichend Wasser zur Verfügung hat und es trinkt. 

Dein Hund sollte mehrmals täglich die Möglichkeit dazu haben, „Pipi“ zu machen. Somit finden die Bakterien nicht die Zeit dazu, sich in der Blase zu vermehren und können schneller ausgespült werden.

Ein gesundes Immunsystem sorgt dafür, Krankheiten so gut wie möglich zu verhindern. Deswegen solltest Du darauf achten, dass Dein Hund eine ausgewogene Nahrung bekommt.

Wie wird eine Blasenentzündung behandelt?

Die Behandlung einer Blasenentzündung verläuft generell ohne Komplikationen. Das sollte kein Grund sein, nach einem Verdacht den Tierarztbesuch zu verzögern.

Es wäre gut, wenn Du zum Termin beim Tierarzt eine Urinprobe von Deinem Hund mit nimmst.

Dein Tierarzt wird zuerst den Urin auf Erreger untersuchen. Bei Bedarf setzt Dein Tierarzt weitere Diagnosemethoden ein wie Blut-, Röntgen- oder Ultraschalluntersuchungen. Somit kann er weitere Ursachen entweder ausschließen oder schneller erkennen und behandeln.

In der Regel heilt eine Blasenentzündung schnell und gut ab.

Wichtig ist, dass Du die Frist der Medikamenten-Behandlung strikt einhältst. Auch wenn die Symptome nicht mehr zu beobachten sind und Dein Hund sich wieder gut fühlt.

Damit während der Behandlung die Harnwege gut ausgespült werden können, sollte Dein Hund regelmäßig viel Wasser trinken. Sollte es hier Schwierigkeiten geben, kannst Du seinem Futter Wasser beimengen.

Du kannst Deinem Hund zusätzlich lauwarmen Kamillen- oder Fencheltee geben. Die Kräuter haben eine beruhigende Wirkung auf die Blase und Harnwege. Dein Tierarzt wird Dir gerne Auskunft darüber geben, wie Du zu dosieren hast.

Mein Fazit

Auch wenn eine Blasenentzündung im Allgemeinen relativ schnell und gut zu behandeln ist, solltest Du bei einem Verdacht sofort Kontakt mit Deinem Tierarzt aufnehmen.

Je schneller Dein Tierarzt eingreifen kann, desto weniger wird Dein treuster Freund daran leiden müssen.

Bitte beachte, dass hinter einer Blasenentzündung Krankheiten stecken können, die ernsthaft sind.

Kann sein, dass Dein Hund nicht gerade sehr gut auf einen Besuch beim Tierarzt eingestellt ist. Das kann ich gut nachvollziehen und einiges an Geschichten erzählen, was Daisy alles unternahm, wenn sie bemerkte, dass es dahin geht.

Eines garantiere ich Dir. Dein Hund wird Dich bei seinem ersten schmerzlosen „Pipi“ machen, erleichtert anschauen.

Das heißt so gut wie:

„Zu Anfang hat’s mir nicht gerade gepasst, dass wir zum Tierarzt mussten! Danke, dass Du mich dennoch dahin gebracht hast. Es schmerzt und brennt nicht mehr. Was für eine Erleichterung!“

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