Zecke Borreliose

10 Tipps gegen Borreliose beim Hund

Bei der Borreliose handelt es sich um die häufigste durch Zecken übertragene Krankheit bei Hunden. 

Die Symptome treten oft erst Monate nach der Infektion auf und sind nicht immer eindeutig. Deswegen ist es für den Halter besonders wichtig, bei Verdacht sofort den Tierarzt aufzusuchen.

Was du über Borreliose wissen solltest und ein paar richtig gute Tipps findest du im Artikel.

 

Was ist Borreliose?

Achtung Zecke für Hund

Borreliose, auch Lyme-Borreliose oder Lyme-Krankheit genannt, ist eine bakterielle Infektionskrankheit. Sie kann sowohl bei Menschen als auch bei Tieren auftreten. 

Eine infizierte Zecke kann die Krankheit durch einen Stich innerhalb von 16 bis 24 Stunden übertragen. Dabei gelangen die Krankheitserreger Borrelien in das Blut des Hundes und breiten sich aus. 

Je nachdem in welche Organe sie gelangen, können unterschiedliche Symptome auftreten. Da diese Beschwerden jedoch auch durch andere Krankheiten ausgelöst werden können, ist es schwer, die Borreliose eindeutig zu erkennen.

Die Krankheit ist nicht ansteckend. Sie kann also nicht von einem Hund zu einem anderen Hund oder auf einen Menschen übertragen werden. Die Zecke, die die Borreliose verursacht hat, kann aber auf andere Lebewesen wechseln und sie ebenfalls infizieren.

Durchschnittlich tragen ca. 30% der Zecken in Deutschland die Borrelien-Bakterien. Regional kann das jedoch unterschiedlich sein. Das klingt im ersten Moment erschreckend. Der Erreger wird aber nicht bei jedem Zeckenstich übertragen. 

Und selbst wenn ein Hund infiziert wurde, bricht die Krankheit oftmals nicht aus. Da sein Immunsystem die Bakterien selbst bekämpfen kann. 

Trotzdem ist es sehr wichtig, dass du deinen Hund nach jedem Spaziergang auf Zecken kontrollierst und sie sofort entfernst.

So erkennst du die Anzeichen

Die erste Zeit nachdem der Hund infiziert wurde, verläuft die Krankheit symptomfrei. Das ist besonders gefährlich, da sie deswegen oft nicht früh genug erkannt wird. 

Deswegen solltest du das Verhalten deines Hundes nach einem Zeckenstich noch genauer beobachten, um ihm rechtzeitig zu helfen.

Nur selten tritt bei Hunden die sogenannte Wanderröte auf. Das ist eine runde Hautrötung um den Zeckenstich herum, die sich mit der Zeit ausbreitet. Leider passiert das nicht bei jeder Infektion. Hinzu kommt, dass du sie schwer unter dem Fell deines Hundes erkennen kannst.

Erst nach mehreren Monaten zeigen sich die ersten Entzündungssymptome 

Dabei kommt es vor allem zu Muskel- und Gelenkschmerzen. Du erkennst es daran, dass sich dein Hund weniger bewegt und eventuell nach längerem Liegen humpelt. Die großen Gelenke wie Ellenbogen und Knie sind dann angeschwollen und sehr schmerzempfindlich.

Um geschwollene Lymphknoten zu erkennen, solltest du sie regelmäßig bei deinem Hund abtasten. Wenn die Lymphknoten unterhalb des Ohres, am Hals zwischen dem Schultergelenk und Brustbein oder am Unterkiefer spürbar sind und dein Hund schmerzempfindlich reagiert, könnte dies ein Anzeichen auf Borreliose sein.

Ein weiteres Entzündungssymptom könnte Fieber sein. Eine Körpertemperatur von über 39 Grad Celsius ist hierbei bedenklich.

Bei einer Infektion ändert sich das Wesen deines Hundes spürbar 

Er wirkt plötzlich antriebs- und lustlos. Wegen Schlappheit und Müdigkeit bewegt er sich kaum noch. Oft fressen infizierte Hunde weniger oder verweigern die Nahrungsaufnahme.

Das Leitsymptom der Krankheit sind Lähmungserscheinungen in verschiedenen Körperteilen. Dies kann auch wechselnd sein. Zum Beispiel kann dein Hund an einem Tag sein linkes Vorderbein nicht richtig bewegen, am nächsten Tag hat er dieselben Beschwerden in einem anderen Bein. 

Seltener treten Herzprobleme oder Erkrankungen der Niere auf. Das passiert nur, wenn die Bakterien auch diese Organe angreifen. 

Auch Beschwerden an der Wirbelsäule können auftreten. Das erkennst du daran, dass dein Hund häufiger einen „Katzenbuckel“ macht.

Insgesamt verursacht die Borreliose eine Schwächung des Immunsystems, weswegen zusätzlich auch andere Krankheiten auftreten können.

Die wichtigsten Symptome zusammengefasst:

  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Lähmungserscheinungen
  • Fieber
  • geschwollene Lymphknoten
  • entzündete und schmerzempfindliche Gelenke
  • Schlappheit, Müdigkeit
  • Antriebs- und Lustlosigkeit
  • Appetitlosigkeit bis Futterverweigerung
  • Veränderung im Wesen des Hundes
  • Beschwerden an der Wirbelsäule („Katzenbuckel“)
  • Schwächung des Immunsystems
  • Herzprobleme (selten)
  • Nierenerkrankungen (selten)
Falls einige dieser Symptome bei deinem Hund nach einem Zeckenstich auftreten, solltest du deinen Hund sofort bei einem Tierarzt vorstellen!
 
Die Beschwerden treten in Schüben auf. Das bedeutet, dass es Phasen gibt, in denen der Hund keine Beschwerden hat.
 
Leider sind die Symptome der Krankheit unspezifisch. Das bedeutet, dass es kein Anzeichen gibt, das nur bei einer Borreliose auftritt. Daher können andere Ursachen meist nicht ausgeschlossen werden.
 

Keine eindeutige Diagnose

Hunde Gesundheit

Der Tierarzt kann eine Borreliose nicht zu 100% bestätigen. Schließlich gibt es noch viele andere mögliche Ursachen, die diese Symptome hervorrufen könnten. Deswegen müssen erst andere Krankheiten ausgeschlossen werden, bevor die Behandlung gegen Borreliose beginnen kann. Diese Art der Diagnose wird auch Differenzialdiagnose genannt.

Andere Ursachen für die Lähmungserscheinungen könnten zum Beispiel Arthrose oder Hüftdysplasie (Hüftfehlbildung) sein. Für die neurologischen Symptome könnte auch eine Hirnhautentzündung verantwortlich sein. Eine Herzmuskelentzündung und Nierenerkrankungen müssen ebenfalls ausgeschlossen werden.

Ein Bluttest ist ratsam

Dabei wird getestet, ob sich im Blut deines Hundes Borrelien-Antikörper befinden. Jedoch kann dadurch nicht eindeutig gesagt werden, dass die Symptome auch darauf zurückzuführen sind. 

Schließlich kann die Infektion auch schon viel früher aufgetreten sein und das Immunsystem hat die Krankheit erfolgreich bekämpft. In diesem Fall wären keine Symptome aufgetreten, aber die Antikörper sind auch noch Jahre später im Blut vorhanden.

Die Diagnose wird zusätzlich durch mögliche Ko-Infektionen erschwert. Das sind Krankheiten, die durch dieselbe Zecke übertragen werden, die auch die Borreliose verursacht hat.

Die Symptome der Begleiterkrankung und der Borreliose können sich überlagern. Das führt meist zu einem schwereren Verlauf der Krankheit. Beispiele für Ko-Infektionen sind Babesiose, Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Anaplasmose.

Die Behandlung von Borreliose

Tierarzt

Eine Therapie gegen Borreliose kann nur begonnen werden, wenn alle anderen Krankheiten ausgeschlossen werden konnten. 

Da sich der Tierarzt immer noch nicht sicher ist, ob dein Hund tatsächlich an dieser Krankheit leidet, wird er ihm auf Verdacht Antibiotika gegen die Borrelien-Bakterien geben.

Wenn sich die Beschwerden nach einigen Tagen bessern, kann man mit Sicherheit davon ausgehen, dass die Diagnose richtig ist und dein Hund nun behandelt werden kann.

Die Behandlung der Krankheit ist langwierig und kann sich über mehrere Monate hinziehen. In der Regel werden die Antibiotika einen Monat lang verabreicht. Mit einem Abstand von ca. 3 Monaten wird diese Prozedur je nach Besserung der Symptome 4- bis 5-mal wiederholt.

Gegen die Beschwerden empfiehlt der Tierarzt deinem Hund eventuell homöopathische, schmerzstillende oder entzündungshemmende Medikamente. Auch wenn diese die Krankheit nicht heilen können, reduzieren sie die Schmerzen deines Hundes.

Während der Therapie solltest du keinen Sport mit deinem Hund machen. Schließlich müssen seine Gelenke geschont werden. Es ist wichtig, dass er viel Ruhe hat!

Wahrscheinlich leidet dein Hund nach der Einnahme der Antibiotika an Magenbeschwerden. Du kannst ihm helfen, indem du ihm zusätzlich zum normalen Futter Probiotika wie Joghurt, Antioxidantien und Omega-3-Fettsäuren gibst.

Vollständige Genesung ist möglich

Jedoch können nicht immer alle Bakterien bekämpft werden. Besonders die Borrelien, die sich in den Gelenken festgesetzt haben, sind hartnäckig. Daher kann es zu einem Rückfall kommen. Dein Hund muss dann wieder neu mit Antibiotika behandelt werden.

Selbst wenn die Borreliose nicht vollständig geheilt ist, hat dein Hund mehrere Jahre lang keine Beschwerden und fühlt sich kerngesund. Und das ist schließlich die Hauptsache, oder?

Die Lebenserwartung deines Hundes wird durch die Therapie nicht eingeschränkt.

Trotzdem ist es auch nach der Genesung wichtig, Borreliose vorzubeugen. Denn auch nach einer erfolgreichen Therapie ist dein Hund nicht immun gegen diese Krankheit.

6 Tipps zur Vorbeugung

Kluger Hund

1. Zeckenschutzmittel

In den warmen Jahreszeiten ist es ratsam, deinen Hund äußerlich gegen Zecken zu schützen. Dafür gibt es verschiedene Mittel. Zeckenschutzmittel, die im Handel angeboten werden, sind nicht so effektiv wie die vom Tierarzt. Lass dich am besten von deinem Tierarzt beraten!

Falls du deinen Hund mit Hausmitteln behandeln möchtest, kann ich dir Kokosöl empfehlen. Die enthaltenen Laurinsäuren schrecken Zecken ab und werden auch in anderen Zeckenschutzmitteln verwendet. Reibe das Fell deines Hundes einfach mit dem Öl ein. Und keine Angst, falls dein Hund es ableckt. Es ist unschädlich und enthält sogar einige Nährstoffe.

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2. Impfung

Eine Impfung gegen Borreliose ist möglich, jedoch sehr umstritten. Sie wirkt nur gegen bestimmte Borrelien-Stämme und nicht gegen alle in unserer Region vorkommenden. Außerdem kann die Impfung zu starken Nebenwirkungen führen.

Lass dich auch zu diesem Thema am besten von deinem Tierarzt beraten, um die Vor- und Nachteile abzuwägen.

3. Täglich nach Zecken absuchen

Weil sich Zecken im Fell deines Hundes gut verstecken können, solltest du deinen Hund sehr gründlich auf Zecken kontrollieren. In den warmen Jahreszeiten ist das besonders wichtig. Untersuche das Fell dann am besten nach jedem Spaziergang. Beachte auch, dass Zecken nach einem milden Winter auch früher aktiv sein können.

4. Zecke sofort entfernen

Falls du eine Zecke bei deinem Liebling entdeckst, solltest du nicht lange warten. Erst nach 16 bis 24 Stunden können die Erreger übertragen werden. Das Risiko einer Übertragung ist also gering, wenn du sie sofort und sehr sorgfältig entfernst.

5. Borrelien-Tests

Im Handel werden Borrelien-Tests für Zecken angeboten. Damit kannst du überprüfen, ob die Zecke, die deinen Hund gestochen hat, mit den Erregern infiziert ist. Jedoch haben diese Tests keine große Aussagekraft, da die Zecke die Krankheit nicht bei jedem Stich überträgt. Diese Maßnahme liefert lediglich Hinweise, sodass du deinen Hund noch aufmerksamer beobachtest.

6. Auf Symptome achten

Beobachte unbedingt das Verhalten deines Hundes nach einem Zeckenstich! So kannst du sofort einen Tierarzt aufsuchen, sobald die ersten Symptome auftreten. Umso früher die Krankheit erkannt wird, desto besser kann sie behandelt werden.

Auch wenn du keinen Zeckenstich entdeckt hast und dir nicht sicher bist, ob die Symptome zutreffen, solltest du deinen Tierarzt um Rat bitten. Schließlich könntest du so deinem Hund einiges Leid ersparen und er ist bald wieder kerngesund und voller Lebensfreude.

Mein Fazit

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Borreliose ist eine Krankheit, die auf keinen Fall unterschätzt werden sollte. 

Wenn du deinen Hund aber sorgfältig nach Zecken absuchst und nach einem Zeckenbiss besonders aufmerksam auf mögliche Symptome achtest, wird Borreliose keine Gefahr für ihn sein. 

Bei Anzeichen solltest du mit deinem Liebling sofort zum Tierarzt gehen. Wenn die Krankheit früh erkannt wird, kann er schnell dagegen behandelt werden und gewinnt seine Lebensfreude bald wieder zurück.

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