5 Tipps, wie du Darmverschluss beim Hund erkennst und richtig behandelst

Leidet dein Hund unter Darmverschluss? Dann handelt es sich um eine schwerwiegende Organstörung.

Die verdauende Nahrung gelangt nicht wie gewohnt über den Darmweg zum Darmausgang, sondern bleibt unterwegs stecken. 

Erfolgt keine Hilfe, kann das Verdauungssystem einen gefährlichen Schaden nehmen und im schlimmsten Fall kann dein Liebling sterben. 

Um was für eine Erkrankung es sich bei einem Darmverschluss genau handelt, wie du diesen rechtzeitig erkennst und was du dagegen tun kannst, erfährst du hier.

Aufbau und Funktion des Verdauungssystems

Darmverschluss Hund

Hunde gehören zu den karnivoren Lebewesen. Sie sind also reine Fleischfresser. Ihnen fehlt das für die Verdauung von Pflanzen notwendige Enzym.

Als die wichtigsten Nährstoffe für einen gesunden Organismus und Vitalität sind Eiweiße, Kohlenhydrate, Fette, Vitamine und Mineralstoffe unverzichtbar.

Eine gute Verdauung und ein gesundes Verdauungssystem sind der Grundstein für eine angemessene Versorgung deines Schützlings und für ein funktionierendes Immunsystem. 

Dabei hat der Darm eine zentrale Aufgabe. Zum besseren Verständnis eines Darmverschlusses ist die Kenntnis über die Funktion des Verdauungstraktes bedeutend. 

Die Verdauung beginnt mit der Aufnahme der Nahrung in das Maul und endet mit der Ausscheidung der unbrauchbaren Reste aus dem Dickdarm. 

Deine Fellnase zerkleinert das Fressen mit den Zähnen in der Mundhöhle und vermischt es gleichzeitig mit Speichel. Anschließend gelangt der Nahrungsbrei über den Schlund und über die Speiseröhre in den Magen.

Im Magen werden dem Brei Enzyme für die Verdauung beigemischt. Gleichzeitig vernichtet die Salzsäure im Magensaft eingeschleuste und krankmachende Bakterien und Keime. 

Der verdaute Brei gelangt weiter in den Dünndarm, wo er von der Bauchspeicheldrüse und der Galle zusätzliche Verdauungs-Enzymen erhält. Die Enzyme bewirken, dass aus dem Nahrungsbrei verschiedene Nährstoffe abgespalten werden. Diese sind für die Funktionen des Organismus wichtig.

Sie gelangen über die Darmwand in den Blutkreislauf. Den Rest der Nahrung transportieren die Darmzotten in den Dickdarm. Hier werden übrig gebliebene Nährstoffe und Wasser entzogen. 

Alle die Bestandteile, die der Darm nicht verdauen konnte, landen als Abfallprodukte im Dickdarm. Dort schieben sie sich zusammen und verdichten sich zu einer homogenen Form. Dein Vierbeiner scheidet sie als Kot unter leichtem Druck aus.

Was ist ein Darmverschluss und was sind die Ursachen?

Ein Darmverschluss wird in der medizinischen Sprache „Ileus“ genannt. Dabei handelt es sich um eine schwerwiegende Störung der durchlässigen Passage des Darms.

Die ankommende Nahrung bleibt an einer blockierten Stelle im System hängen und kann nicht weiterverarbeitet werden.

Die halbverdaute Masse sitzt fest, staut sich auf und der Organismus reagiert auf die Fehlfunktion mit unterschiedlichen Beschwerden.

Eine solche Störung kann in jedem Teil des Dünndarms, Zwölffingerdarms und Dickdarms passieren. 

Die Medizin unterscheidet zwei Formen von Darmverschlüssen:

1. Der obstruktive Ileus

Dabei handelt es sich bestenfalls um eine mechanische Störung. Dein Schützling hat einen unverdaulichen Fremdkörper verschluckt, der die Passage im Dickdarm schließt. Dabei kann es sich um eine teilweise oder komplette Schließung handeln.

Mögliche Fremdkörper sind beispielsweise: Holz, Knochen, Stein, Muscheln oder Spielzeug. Eigentlich kommt alles in Frage, was unverdaulich ist. 

Zwar kann das verschluckte Teil noch in den Magen gelangen, aber spätestens bei einer engen Stelle des Darms, bleibt es hängen. Hier entsteht dann der Verschluss.

Von einem mechanischen Darmverschluss sind vor allem junge Vierbeiner betroffen. Grund dafür ist, dass sie bei der Entdeckung der Welt und beim Spielen gerne Gegenstände ins Maul nehmen und diese erkunden und dabei verschlucken. 

Gelangt ein Fremdkörper in das Verdauungssystem, verstopfen die Darmschlingen leicht. Erfolgt keine Behandlung, kann die Erkrankung zum Tode führen.

  • Ebenso können Darmteile oder Parasiten das Organ blockieren. 
  • Manchmal verengen oder schließen auch eine Einstülpung, Drehung, Verschlingung oder ein Tumor den Darm.

 2. Der paralytische Ileus

Für diese Form des Darmverschlusses ist eine organische Erkrankung des Darms verantwortlich. Zu nennen sind eine Nervenstörung, Durchblutungsstörungen und Vergiftungen.
Die Folge ist eine teilweise oder gänzliche Lähmung des Organs. Ein paralytischer Ileus kann jeden Hund treffen, es gibt aber auch genetische Veranlagungen dafür.

Welche Symptome gibt es?

Leidet dein treuer Begleiter unter einem Darmverschluss, erkennst du die Krankheit an eindeutigen Symptomen:

  • Appetitlosigkeit 
  • Gewichtsverlust 
  • Antriebslosigkeit und Desinteresse 
  • Würgen, Erbrechen und Durchfall 
  • Verstopfung 
  • Harte und schmerzempfindliche Bauchdecke 
  • Stark gerötete Mundschleimhäute und Mundgeruch 
  • Erhöhte Temperatur oder Fieber 
  • Flache Atmung
  • Stumpfes Fell
Alle diese Symptome sind wichtige Alarmzeichen. Sie sagen dir, dass bei deinem pelzigen Freund ein gesundheitliches Problem vorliegt. Selbst wenn die Zeichen zuerst harmlos erscheinen, solltest du sie ernst nehmen. 
 
Handelt es sich um einen Darmverschluss, wird er nicht von selbst wieder verschwinden. 
 
Stattdessen verschlechtert sich der Gesundheitszustand deines Lieblings zunehmend und nimmt eine dramatische Form an.
 
Der Darm kann schwerwiegende Schäden erleiden, und es besteht die Gefahr, dass die Darmwand schwer verletzt wird. Dazu erleidet dein Schützling große Schmerzen und wird zu einem echten Notfall.

Der Besuch beim Tierarzt

Zeigt deine Fellnase eindeutige Anzeichen für eine Erkrankung des Verdauungssystems? Dann gehe mit ihm umgehend zum Tierarzt. 

Ein kompetenter Arzt wird dich wegen deines Verdachts nach dem Verhalten deines Vierbeiners fragen. Dabei untersucht er den Patienten gründlich, tastet den Bauch nach Verhärtungen ab, betrachtet den Innenraum des Maules und misst Fieber.

Um weitere Aufschlüsse über die Erkrankung zu erhalten, führt er eine Ultraschalluntersuchung am Bauch durch. Mit dieser Methode lassen sich schon geringe Veränderungen im Darm meistens gut erkennen.

Reicht diese Untersuchung nicht für eine eindeutige Diagnose aus oder eine Operation ist unumgänglich, macht er zur Sicherheit eine Röntgenaufnahme vom Darm. Dabei kann es sein, dass er zur Sichtbarmachung von Details dem Tier ein Kontrastmittel verabreichen muss. 

Möchte dein Tierarzt Gewissheit über den Allgemeinzustand des Organismus haben, nimmt er Blut ab und ordnet eine Untersuchung der Werte an. 

Bei manchen mechanischen Darmverschlüssen ist der Verursacher ein kleiner Fremdkörper. 

Nach Möglichkeit versucht der Arzt diesen mithilfe von Öl oder einem anderen Gleitmittel auf normalem Wege aus dem Verdauungstrakt zu befördern. Allerdings muss hierbei dein Schützling unter strenger Beobachtung bleiben.

Die medizinische Behandlung

In den meisten Fällen ist bei einem Darmverschluss eine sofortige Operation notwendig. Vor allem bei einem totalen Verschluss der Passage ist das ein ernster Notfall und es droht Lebensgefahr.

Bei dem Eingriff öffnet dein Tierarzt an der betroffenen Stelle den Bauchraum, wo der Fremdkörper sitzt und entfernt diesen vorsichtig. Handelt es sich um eine andere Blockade, beseitigt er diese nach Möglichkeit.

Nach einer gelungenen Operation muss der Patient noch für einige Tage zur Beobachtung in der Tierarztpraxis oder in der Tierklinik verbleiben. Die Gabe von Schmerzmitteln, Infusionen und Antibiotika begleitet den Heilungsprozess. 

Ist der Vierbeiner so weit wiederhergestellt und stabil, darf er nach Hause. Für seine vollständige Genesung sind Schonung und die liebevolle Betreuung die beste Medizin.

Vor allem am Anfang solltest du deinen Liebling die ganze Zeit beaufsichtigen. Auf diese Weise erkennst du etwaige Komplikationen rechtzeitig und kannst sofort handeln. 

Es sind noch einige Besuche beim Arzt notwendig, bis alles wieder gut und dein Schützling wieder bei voller Gesundheit ist.

Eine Halskrause tragen

Hunde Halskrause

Ist die Wunde noch frisch, darf sie nicht berührt werden. Es ist sehr wichtig, dass sie bis zum Ziehen der Fäden und bis zu einer stabilen Narbenbildung unberührt bleibt.

Die meisten Vierbeiner versuchen normale Reaktionen der Wunde wie jucken, ziehen und leichte Schmerzen durch ablecken, knabbern oder kratzen zu besänftigen.

Dadurch verhindern sie jedoch das Zusammenwachsen des Gewebes und das endgültige Schließen der Wunde. Außerdem gelangen krankmachende Bakterien aus dem Maul oder von den Pfoten leichter in den Organismus. 

Im schlimmsten Fall führt eine übermäßige Beeinträchtigung des Heilprozesses zu einer Nachoperation. 

Um dies alles zu verhindern, sollte dein Liebling bis zur Heilung der Wunde einen Halskragen tragen. Vor allem in der Nacht, wenn er sich unbeobachtet fühlt und er sich gerne an die Wunde heranmacht. Wenn du ihn gut im Blick behältst und er auf deine Kommandos hört, kannst du den Kragen zeitweise entfernen. 

Die Alternative zum Halskragen ist ein Bauchanzug, der die Wunde verdeckt und schützt.

Wenn der Darm verstopft ist

Eine Verstopfung des Darms kann ein Vorzeichen für einen auftretenden Ileus sein und ist ernst zu nehmen. 

Leidet dein Schützling unter Verstopfung, gelingt es ihm trotz Druck nicht den Kot abzusetzen. Im Dickdarm staut sich das bereits verdaute Futter und sorgt für ein Völlegefühl und starke Bauchschmerzen.

Es kann auch sein, dass der Darm schlaff ist, der Kot nicht richtig entleert wird und Teile im Darm verbleiben. Dadurch verdickt sich die vorhandene Kotmenge und es bilden sich sogenannte Kotballen oder Kotsteine. Diese sind möglicherweise als harter Anteil im Darm zu ertasten. 

Wird die Stauung nicht gelöst, nimmt die Verstopfung zu, die Darmwand wird gereizt, die Schmerzen verstärken sich. Die Folge ist ein Darmverschluss.

Bei einer leichten Verstopfung können einfache Mittel beim Abführen des Kots helfen:

  • Ballaststoffe und pflanzliche Faserergänzungen, ohne Zucker bringen den Darm in Bewegung. Für einen mittelgroßen Hund genügen ½ Teelöffel zweimal täglich zu den Mahlzeiten. 
  • Mische 1-2 Löffel Kürbis aus der Dose unter die Mahlzeit. Möglich sind auch weiches Obst, gekochtes Gemüse, Haferflocken sowie Weizenkleie
  • Aloe Vera ins Fressen oder im Trinkwasser wirkt auch Verdauungsfördernd. Es genügt höchstens ein ½ Teelöffel täglich.
  • Mischst du Olivenöl ins Hundefutter, erleichtert es ebenfalls den Verdauungsprozess.
  • Wichtig ist, dass dein Vierbeiner immer viel Wasser trinkt, wodurch sich die Verstopfung nicht verfestigen kann.
  • Manchmal hilft eine Diät aus gekochtem Reis, 1-2 Löffel Milch und Fleischbrühe.
  • Körperliche Aktivitäten bringen den Darm in Schwung.

Vorbeugenden Maßnahmen

Hund Diagnose und Vorbeugung

Durch eine aufmerksame Pflege deines pelzigen Begleiters beugst du einem gefährlichen Darmverschluss vor. Du ersparst deinem haarigen Freund und dir viel Leid und Stress. Nicht zuletzt sparst du eine Menge Kosten für die Behandlung.

Hier die Tipps:

  •  Eine ausgewogene Ernährung mit hochwertigem Futter und ohne künstliche Zusatzstoffe wirkt vor allem einem paralytischen Darmverschluss entgegen. 
  • Wertvolle Nährstoffe und Ballaststoffe halten den Darm am Laufen. 
  • Achte darauf, dass dein Vierbeiner genug trinkt. Die Flüssigkeit zerlegt die Nahrung und unterstützt die Gleitfähigkeit im Darm. 
  • Das Füttern von Knochen ist mit Vorsicht zu genießen. Sie können nicht verdaut werden und den Nahrungstransport im Darm erheblich blockieren. Möchtest du deinem Liebling dennoch ab und zu einen Knochen gönnen? Dann solltest du ihm keine Hühnerknochen geben. Denn diese können zersplittern. Bleib beim Verzehr immer in der Nähe. Außerdem dürfen die Knochen nicht gekocht sein.
  • Spielsachen, die sich mit dem Maul zerlegen lassen, sind tabu. Dazu gehören auch Tennisbälle, deren Fasern eine große Gefahr für den Darm darstellen. Du solltest ausschließlich spezielles Spielzeug für Hunde verwenden. Auch sollte es eine passende Größe haben, stabil sein und keine chemischen Stoffe enthalten. 
  • Vor allem, wenn dein Liebling mal alleine zu Hause bleibt, musst du zerkaubare Sachen wegräumen oder schützen. 
  • Dein Vierbeiner darf keine Naturmaterialien wie beispielsweise Holz, Steine und Muscheln verschlucken. Nagt oder leckt er auffallend häufig an Ästen, könnte dies ein Hinweis auf einen Nahrungsmangel sein. 
  • Frisst dein Liebling sehr viel Gras, kann das ebenfalls ein Indiz für Verstopfung sein. 
  • Möchtest du deinem Hund etwas für seinen Beiß- und Kaudrang geben, eignet sich ein Kauknochen aus dem Tierhandel. Außerdem dient dieser gleichzeitig der Zahnreinigung. 
  • Eine ausgewogene Bewegung sorgt für eine gute Darmtätigkeit und seelischen Ausgleich. 
  • Kratzt sich dein Schützling viel, reibt seinen Hintern auf dem Boden, ist von einem Befall mit Würmern auszugehen. Indem du eine regelmäßige Wurmkur durchführst, verhinderst du den Besuch der Parasiten und mögliche Verstopfungen. 
  • Regelmäßiges Bürsten des Fells und das Ausschließen von Verfilzungen verhindern, dass dein treuer Begleiter zu viele Haare beim Lecken aufnimmt.

Leidet deine Fellnase trotz guter Haltung häufig unter Verstopfung, sollte euer Tierarzt abklären, ob die Durchlässigkeit überall im Darm in Ordnung ist.

Eine große Hilfe für eine artgerechte Haltung deines Vierbeiner und für ein zufriedenes Zusammenleben sowie Schutz vor Gefahren, ist eine gelungene Erziehung. Beherrscht dein Liebling Kommandos wie „Halt“ oder „Aus“ kannst du bei Bedarf rechtzeitig reagieren.

So kannst du deinem Schützling verbieten falsche und gefährliche Beute zu schlucken, er wird sie einfach liegen lassen. Außerdem verhinderst du die Aufnahme von unverträglichem oder gar vergiftetem Fressen.

Häufig gestellte Fragen

Der Darmverschluss beim Hund ist ein teilweiser oder kompletter Verschluss des Darms. Er kann durch unverdauliche, steckengebliebene Fremdkörper oder durch Erkrankungen und Fehlstellungen des Darms erfolgen.

Der Darmverschluss beim Hund muss unbedingt behandelt werden. Er kann nicht von alleine abheilen und führt unbehandelt zum Tod deines Hundes. Bei einer Behandlung sind die Heilungschancen glücklicherweise sehr hoch.

Die häufigsten Symptome sind Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Erbrechen, Verstopfung, harte, Schmerzempfindliche Bauchdecke und flache Atmung. Bringe deinen Hund bei diesen Symptomen sofort zum Tierarzt.

Wenn du den Verdacht auf einen Darmverschluss wegen typischer Symptome deines Hundes hast, musst du ihn sofort zum Tierarzt bringen. Abgesehen davon kannst du deinem Hund nicht helfen.

Je nach Ursache kann der Tierarzt versuchen durch bestimmte Mittel den, für den Verschluss verantwortlichen, Fremdkörper herauszuspülen. In den meisten Fällen ist jedoch eine operativer Eingriff nötig, bei dem der Verschluss entfernt wird.

Meine Empfehlung

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Egal ob es sich um einen Darmverschluss handelt oder nicht. Sollten die bereits erwähnten Symptome bei deinem Vierbeiner aufgetaucht sein, ist es Zeit, den Tierarzt einzuschalten.

Je schneller dein Tierarzt eine Diagnose stellen kann, desto größer sind die Heilungschancen.

Verfasst von Sandra Maier
Verfasst von Sandra Maier

Ich bin Medizin Journalistin und spezialisiert auf das Thema Hunde Gesundheit. Ich bilde mich in diesem Themen laufend fort und aktualisiere regelmäßig die Artikel mit neuen Erkenntnissen und Tipps.

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