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Darmverschluss beim Hund (Erkennen und behandeln)

Leidet Dein Hund unter Darmverschluss? Dann handelt es sich um eine schwerwiegende Organstörung. 

Die verdauende Nahrung gelangt nicht wie gewohnt über den Darmweg zum Darmausgang, sondern bleibt unterwegs stecken. 

Erfolgt keine Hilfe, kann das Verdauungssystem einen gefährlichen Schaden nehmen und im schlimmsten Fall stirbt sogar dein Hund. 

Um welche Erkrankung es sich bei einem Darmverschluss genau handelt? Wie Du diesen rechtzeitig erkennst und was Du dagegen tun kannst erfährst Du hier.

Aufbau und Funktion des Verdauungssystems

Hunde gehören zu den karnivoren Lebewesen. Das bedeutet, dass sie Fleischfresser sind. Es fehlt ihnen das Enzym, welches für die Verarbeitung von pflanzlicher Nahrung notwendig ist.

Zu den wichtigen Nährstoffen für seinen gesunden Organismus und für die Vitalität sind Eiweiße, Kohlenhydrate, Fette, Vitamine und Mineralstoffe unverzichtbar.

Eine gute Verdauung und ein gesundes Verdauungssystem sind das A+O für eine angemessene Versorgung Deines Vierbeiners und ein funktionierendes Immunsystem. 

Dabei hat der Darm eine zentrale Aufgabe. Zum besseren Verständnis eines Darmverschlusses beim Hund ist die Kenntnis über die Funktion des Verdauungstraktes bedeutend. 

Die Verdauung beginnt mit der Aufnahme der Nahrung in das Maul und endet mit der Ausscheidung der unbrauchbaren Reste aus dem Dickdarm. 

Dein Hund zerkleinert das Fressen mit den Zähnen in der Mundhöhle und vermischt es gleichzeitig mit Speichel. Anschließend gelangt der Nahrungsbrei über den Schlund und über die Speiseröhre in den Magen.

Im Magen werden dem Brei Enzyme für die Verdauung beigemischt. Gleichzeitig vernichtet die Salzsäure im Magensaft eingeschleuste und krankmachende Bakterien und Keime. 

Der verdaute Brei gelangt weiter in den Dünndarm, wo er von der Bauchspeicheldrüse und der Galle zusätzliche Verdauungs-Enzymen erhält. Die Enzyme bewirken, dass aus dem Nahrungsbrei verschiedene Nährstoffe abgespalten werden, die für die Funktion des Organismus wichtig sind.

Diese gelangen über die Darmwand in den Blutkreislauf. Den Rest der Nahrung transportieren die Darmzotten in den Dickdarm, wo übrig gebliebene Nährstoffe und Wasser entnommen werden. 

Alle die Bestandteile, die der Darm nicht verdauen konnte, landen als Abfallprodukte im Dickdarm. Dort schieben sie sich zusammen und verdichten sich zu einer homogenen Form. Dein Hund scheidet sie als Kot unter leichtem Druck aus.

Was ist ein Darmverschluss und was sind die Ursachen?

Ein Darmverschluss wird in der medizinischen Sprache „Ileus“ genannt. Dabei handelt es sich um eine schwerwiegende Störung der durchlässigen Passage des Darms. Die ankommende Nahrung bleibt an einer blockierten Stelle im System hängen und kann nicht weiterverarbeitet werden.

Die Nahrung sitzt fest, staut sich auf und der Organismus reagiert auf die Fehlfunktion mit unterschiedlichen Beschwerden. Eine solche Störung kann in jedem Teil des Dünndarms, Zwölffingerdarms und Dickdarms passieren. 

Die Medizin unterscheidet zwei Formen von Darmverschlüssen:

1. Der obstruktive Ileus

Dabei handelt es sich bestenfalls um eine mechanische Störung. Dein Hund hat einen unverdaulichen Fremdkörper verschluckt, der im Darm stecken bleibt und die Passage schließt. Dabei kann es sich um eine teilweise oder komplette Schließung handeln. 

Mögliche Fremdkörper sind beispielsweise: Holz, Knochen, Stein, Muschel oder Spielzeug. Eigentlich kommt alles in Frage was unverdaulich ist. 

Zwar kann das verschluckte Teil noch in den Magen gelangen, aber spätestens bei einer engen Stelle des Darms, bleibt es hängen. Die Blockade ist sozusagen gelungen. 

Von einem mechanischen Darmverschluss sind vor allem junge Hunde betroffen. Grund dafür ist, dass sie bei der Entdeckung der Welt und beim Spielen gerne Gegenstände ins Maul nehmen und diese erkunden und dabei verschlucken. 

Gelangt ein Fremdkörper in das Verdauungssystem, verstopfen die Darmschlingen leicht. Erfolgt keine Behandlung, kann die Erkrankung zum Tode führen.

  • Ebenso können Darmteile oder Parasiten das Organ blockieren. 
  • Manchmal verengen oder schließen auch eine Einstülpung, Drehung, Verschlingung oder ein Tumor den Darm.

 2. Der paralytische Ileus

Für diese Form des Darmverschlusses ist eine organische Erkrankung des Darms verantwortlich. Zu nennen sind eine Nervenstörung, Durchblutungsstörungen und Vergiftungen
 
Die Folge ist eine teilweise oder gänzliche Lähmung des Organs. Ein paralytischer Ileus kann jeden Hund betreffen und es gibt auch genetische Veranlagungen dafür.
 

Welche Symptome gibt es?

Leidet Dein Hund unter einem Darmverschluss, erkennst Du die Krankheit an seinen eindeutigen Symptomen:

  • Appetitlosigkeit 
  • Gewichtsverlust 
  • Antriebslosigkeit und Desinteresse 
  • Würgen, Erbrechen und Durchfall 
  • Verstopfung 
  • Harte und schmerzempfindliche Bauchdecke 
  • Stark gerötete Mundschleimhäute und Mundgeruch 
  • Erhöhte Temperatur oder Fieber 
  • Flache Atmung
  • Stumpfes Fell
Alle diese Symptome sind wichtige Alarmzeichen. Sie sagen Dir, dass bei Deinem Freund ein gesundheitliches Problem vorliegt. Selbst wenn die Zeichen zuerst gering erscheinen, solltest Du sie ernst nehmen. Handelt es sich um einen Darmverschluss, wird der kaum von selbst wieder verschwinden. 
 
Stattdessen verschlechtert sich der Gesundheitszustand Deines Vierbeiners zunehmend und nimmt eine dramatische Form an. Der Darm kann schwerwiegende Schäden erleiden, und es besteht die Gefahr, dass die Darmwand schwer verletzt wird. Dazu erleidet das Tier große Schmerzen und wird zu einem echten Notfall.
 

Der Besuch beim Tierarzt

Zeigt Dein Hund eindeutige Anzeichen für eine Erkrankung des Verdauungssystems und Du gehst mit ihm umgehend zum Tierarzt, hast Du alles richtig gemacht! 

Ein kompetenter Arzt fragt Dich nach dem Verhalten Deines Hundes, nach seinen Beschwerden und Deinem Verdacht. Dabei untersucht er den Patienten gründlich, tastet den Bauch nach Verhärtungen ab, betrachtet den Innenraum des Maules und misst Fieber.

Um weitere Aufschlüsse über die Erkrankung zu erhalten, führt er eine Ultraschalluntersuchung am Bauch durch. Mit dieser Methode lassen sich schon geringe Veränderungen im Darm meistens gut erkennen. 

Reicht diese Untersuchung nicht für eine eindeutige Diagnose aus oder eine Operation ist unumgänglich, macht er zur Sicherheit eine Röntgenaufnahme vom Darm. Dabei kann es sein, dass er zur Sichtbarmachung von Details dem Tier ein Kontrastmittel verabreichen muss. 

Möchte Dein Tierarzt Gewissheit über den Allgemeinzustand des Organismus haben, nimmt er Blut ab und ordnet eine Untersuchung der Werte an. 

Bei manchen mechanischen Darmverschlüssen ist der Verursacher ein kleiner Fremdkörper. 

Nach Möglichkeit versucht der Arzt diesen mit Hilfe von Öl oder einem anderen Gleitmittel auf normalem Wege aus dem Verdauungstrakt zu befördern. Allerdings muss auch hierbei Dein Hund unter strenger Beobachtung bleiben.

Die medizinische Behandlung

In den meisten Fällen ist bei einem Darmverschluss eine sofortige Operation notwendig. Vor allem bei einem totalen Verschluss der Passage ist der Notfall eingetroffen, und das Leben des Hundes ist in Gefahr. 

Bei dem Eingriff öffnet Dein Tierarzt an der betroffenen Stelle den Bauchraum, wo der Fremdkörper sitzt und entfernt diesen vorsichtig. Handelt es sich um eine andere Blockade, beseitigt er diese nach Möglichkeit. 

Nach einer gelungenen Operation muss der Patient noch für einige Tage zur Beobachtung in der Tierarztpraxis oder in der Tierklinik verbleiben. Die Gabe von Schmerzmitteln, Infusionen und Antibiotika begleitet den Heilungsprozess. 

Ist er soweit wiederhergestellt und stabil, darf er nach Hause. Für seine vollkommene Regeneration sind die Schonung und die liebevolle Betreuung die beste Medizin.

Vor allem am Anfang solltest Du den Hund die ganze Zeit beaufsichtigen. Auf diese Weise erkennst Du etwaige Komplikationen rechtzeitig und kannst sofort handeln. 

Es sind noch einige Besuche beim Arzt notwendig, bis alles wieder gut und Dein Hund der Alte ist.

Eine Halskrause tragen

Ist die Wunde noch frisch, darf sie nicht berührt werden. Es ist sehr wichtig, dass sie bis zum Ziehen der Fäden und bis zu einer stabilen Narbenbildung unberührt bleibt. 

Die meisten Hunde versuchen normale Reaktionen der Wunde wie jucken, ziehen und leichte Schmerzen durch ablecken, knabbern oder kratzen zu besänftigen.

Dadurch verhindern sie jedoch das Zusammenwachsen des Gewebes und das endgültige Schließen der Wunde. Außerdem gelangen krankmachende Bakterien aus dem Maul oder von den Pfoten leichter in den Organismus. 

Im schlimmsten Fall führt eine übermäßige Beeinträchtigung des Heilprozesses zu einer Nachoperation. 

Um dies alles zu verhindern, sollte Dein Liebling bis zur Heilung der Wunde einen Halskragen tragen. Vor allem in der Nacht, wenn er sich unbeobachtet fühlt und er sich gerne an die Wunde heranmacht. Wenn Du ihn gut im Blick behältst und er auf Deine Kommandos hört, kannst du den Kragen zeitweise entfernen. 

Die Alternative zum Halskragen ist ein Bauchanzug, der die Wunde verdeckt und schützt.

Wenn der Darm verstopft ist

Eine Verstopfung des Darms kann ein Vorzeichen für einen auftretenden Ileus sein und ist ernst zu nehmen. 

Leidet dein Hund darunter, gelingt es ihm nicht trotz Drang den Kot abzusetzen. Im Dickdarm staut sich das bereits verdaute Futter und sorgt für ein Völlegefühl und starke Bauchschmerzen. 

Es kann auch sein, dass der Darm schlaff ist, der Kot nicht richtig entleert wird und Teile im Darm verbleiben. Dadurch verdickt sich die vorhandene Kotmenge und es bilden sich sogenannte Kotballen oder Kotstein. Diese sind möglicherweise als harter Anteil im Darm zu ertasten. 

Wird die Stauung nicht gelöst, nimmt die Verstopfung zu, die Darmwand wird gereizt, die Schmerzen verstärken sich. Die Folge ist ein Darmverschluss.

Bei einer leichten Verstopfung können einfache Mittel beim Abführen des Kots helfen:

  • Ballaststoffe und pflanzliche Faserergänzungen, ohne Zucker bringen den Darm in Bewegung. Für einen mittelgroßen Hund genügen ½ Teelöffel zweimal täglich zu den Mahlzeiten. 
  • Mische 1-2 Löffel Kürbis aus der Dose unter die Mahlzeit. Möglich sind auch weiches Obst, gekochtes Gemüse, Haferflocken sowie Weizenkleie
  • Aloe Vera ins Fressen oder im Trinkwasser soll auch nutzen. Es genügt höchstens ein ½ Teelöffel täglich.
  • Mischst Du Olivenöl ins Hundefutter, erleichtert es ebenfalls den Verdauungsprozess. 
  • Wichtig ist, dass er immer viel Wasser trinkt und sich die Verstopfung nicht verfestigt. 
  • Manchmal hilft eine Diät aus gekochtem Reis, 1-2 Löffel Milch und Fleischbrühe. 
  • Körperliche Aktivitäten bringen den Darm in Schwung. 

 

Die vorbeugenden Maßnahmen

Vorbeugen

Durch eine aufmerksame Haltung Deines Hundes beugst Du einem gefährlichen Darmverschluss vor. Du ersparst Deinem Freund und Dir viel Leid und Stress. Nicht zuletzt sparst Du eine Menge Kosten für die Behandlung. 

Hier die Tipps:

  •  Eine ausgewogene Ernährung mit hochwertigem Futter und ohne künstliche Zusatzstoffe wirkt vor allem einem paralytischen Darmverschluss entgegen. 
  • Wertvolle Nährstoffe und Ballaststoffe halten den Darm am Laufen. 
  • Achte darauf, dass Dein Vierbeiner genug trinkt. Die Flüssigkeit zerlegt die Nahrung und unterstützt die Gleitfähigkeit im Darm. 
  • Das Füttern von Knochen ist mit Vorsicht zu genießen. Sie können nicht verdaut werden und den Nahrungstransport im Darm erheblich blockieren. Möchtest Du Deinem Hund dennoch ab und zu einen Knochen gönnen, solltest Du ihm keine Splitterknochen wie vom Huhn geben und beim Verzehr in der Nähe bleiben. Die Knochen dürfen nicht gekocht sein.
  • Spielsachen, die sich mit dem Maul zerlegen lassen, sind tabu. Dazu gehören auch die beliebten Tennisbälle, deren Fasern für das Verdauungssystem eine große Gefahr sind. Du solltest ausschließlich spezielles Spielzeug für Hunde verwenden, das eine gute Größe hat, stabil ist und keine chemischen Stoffe enthält. 
  • Vor allem, wenn dein Liebling mal alleine zuhause bleibt, sind zerkaubare Sachen wegzuräumen oder zu schützen. 
  • Dein Hund darf keine Naturmaterialien wie beispielsweise Holz, Steine und Muscheln verschlucken. Nagt oder leckt er auffallend häufig an Ästen, könnte dies ein Hinweis auf einen Nahrungsmangel sein. 
  • Frisst dein Hund sehr viel Gras, kann das ebenfalls ein Indiz für Verstopfung sein. 
  • Möchtest Du deinem Hund etwas für seinen Beiß- und Kaudrang geben, eignet sich ein Kauknochen aus dem Tierhandel. Außerdem dient dieser gleichzeitig der Zahnreinigung. 
  • Eine ausgewogene Bewegung sorgt für eine gute Darmtätigkeit und seelischen Ausgleich. 
  • Kratzt sich dein Hund viel, reibt seinen Hintern auf dem Boden, ist ein Befall mit Würmern auszuschließen. Indem Du eine regelmäßige Wurmkur durchführst, verhinderst Du den Besuch der Parasiten und mögliche Verstopfungen. 
  • Regelmäßiges Bürsten des Fells und das Ausschließen von Verfilzungen verhindern, dass dein Hund zu viele Haare beim Lecken aufnimmt. 

Leidet Dein Hund trotz guter Haltung häufig unter Verstopfung, sollte Euer Tierarzt abklären, ob die Durchlässigkeit überall im Darm in Ordnung ist.

Eine große Hilfe für eine artgerechte Haltung Deines Hundes und für ein zufriedenes Zusammenleben sowie Schutz vor Gefahren, ist eine gelungene Erziehung. Beherrscht Dein Hund Deine Kommandos wie „Halt“ oder „Aus“ kannst Du bei Bedarf rechtzeitig und eindeutig reagieren. 

Dein Hund lässt die falsche Beute liegen oder fallen und schluckt sie nicht hinunter. Außerdem verhinderst Du die Aufnahme von unverträglichem oder gar vergiftetem Fressen.

Meine Empfehlung

Egal ob es sich um einen Darmverschluss handelt oder nicht. Sollten die bereits erwähnten Symptome bei Deinem Hund aufgetaucht sein, dann ist es Zeit, Deinen Tierarzt einzuschalten.

Je schneller Dein Tierarzt eine Diagnose stellen kann, desto größer sind die Heilungschancen.

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