giftige Pflanze für Hund

70 Giftige Pflanzen für Hunde und was du im Notfall tun kannst

Pflanzen: Sie verschönern unsere Wohnung oder unseren Garten mit wunderschönen Blüten und stattlichen Blättern und sorgen gleichzeitig für ein beruhigendes Raumklima.

Doch leider muss man vorsichtig sein, wenn sie in Reichweite unserer Hunde sind. Denn viele unserer Zimmerpflanzen können für sie giftig sein. Besonders Welpen und Junghunde sind davon betroffen.

Sie erkunden ihre neue Welt mit Nase und Maul und finden Pflanzen natürlich super interessant. So wird herumgeschnuppert, geleckt und auch geknabbert.

In diesem Ratgeber findest du eine Übersicht über Pflanzen, die für Hunde giftig sind. Entweder solltest du sie erst gar nicht in deiner Wohnung oder im Garten haben oder sie außerhalb der Reichweite deines Lieblings halten.

Liste der giftigen Garten- und Wildpflanzen

Diese Pflanzen findest du in Gärten oder in der Wildnis. Selbst wenn du sie nicht in deinem eigenen Garten hast, solltest du beim Spaziergang auf sie achten. Sie wachsen nämlich vor allem am Wegrand oder auf Wiesen.

  • Blauer Eisenhut
  • Brunfelsie
  • Buchsbaum
  • Buschwindröschen
  • Datura
  • Efeu
  • Eibe
  • Eisenhut
  • Engelstrompete
  • Fingerhut
  • Geißblatt
  • Goldregen
  • Herbstzeitlose
  • Hortensie
  • Hyazinthen
  • Kirschlorbeer
  • Maiglöckchen
  • Misteln
  • Oleander
  • Passionsblume
  • Rhododendron
  • Rittersporn
  • Schierling
  • Tannennadeln
  • Thuja
  • Tollkirsche
  • Tulpen
  • Wacholder
  • Zeder
  • und andere
Du wirst natürlich nicht alle dieser Pflanzen erkennen können. Deswegen sollte dein Hund beim Spazierengehen gar nicht erst die Möglichkeit haben, irgendwelche Pflanzen anzuknabbern. Lasse deswegen deinen Hund beim Gassi gehen nicht aus den Augen.

 

Liste von giftigen Zimmerpflanzen

Diese Pflanzen sollten möglichst nicht im selben Raum wie dein Hund sein. Falls du dich von einigen doch nicht trennen kannst, sollten sie immerhin außer Reichweite deines Lieblings stehen.

  • Agave
  • Alpenveilchen
  • Amaryllis (Ritterstern)
  • Aralie
  • Azalee
  • Bogenhanf (Bajonettpflanze)
  • Buntblatt
  • Christusdorn, Christusstern
  • Chrysantheme
  • Clivie
  • Dieffenbachie
  • Drachenbaum, Drachenlilie
  • Einblatt
  • Elefantenbaum
  • Fensterblatt
  • Ficus (Gummibaum) und andere Ficusarten
  • Flamingoblume
  • Geranie
  • Herzblatt
  • Kolbenfaden
  • Lilien, alle Arten
  • Orchideen, alle Arten
  • Philodendron
  • Weihnachtsstern
  • und andere

Die Liste beinhaltet nur die bekanntesten giftigen Zimmer- und Gartenpflanzen und ist auf keinen Fall vollständig. Bei der enormen Vielfalt an Blumen, Sträuchern und anderen Pflanzen ist es unmöglich, alle aufzuzählen. 

Deswegen gilt: Wenn du dir nicht zu 100% sicher bist, dass die Pflanze ungefährlich für deinen Hund ist, muss sie weg oder außer seiner Reichweite sein.

 

Merke dir zumindest diese 7 giftigen Pflanzen

Giftige Pflanzen

Kirschlorbeer, Buchsbaum, Bärenklau, …

Die Anzahl an giftigen Pflanzen ist extrem hoch. Es ist also unmöglich, jede einzelne detailliert zu beschreiben. Ich möchte dir hier trotzdem einige vorstellen, auf die du besonders achten solltest.

Der Kirschlorbeer wurde 2013 zur Giftpflanze des Jahres ernannt. Und das nicht ohne Grund: Diese Pflanze ist sehr giftig und (leider) auch sehr weit verbreitet. Sie wird nämlich gerne als immergrüne Hecke verwendet. Auch wenn sie schön aussieht, ihr Gift hat es in sich. Gehe beim Spaziergang also lieber einen großen Bogen um sie.

Der Buchsbaum enthält sehr viele verschiedene Gifte. Diese Mischung macht ihn zu einer der giftigsten Pflanzen in unseren Regionen. Im Grunde ist alles am Baum giftig: Blätter, Rinde, Blüten, Früchte, … Verbanne ihn also am besten aus deinem Garten und achte beim Gassi gehen besonders auf ihn.

Beim Bärenklau sind sich viele uneinig darüber, ob er giftig für Hunde ist oder nicht. Das liegt daran, dass nur bestimmte Sorten gefährlich sein können. 

Der kleine Wiesen-Bärenklau ist für unsere Vierbeiner harmlos. Im Gegensatz dazu ist der Riesen-Bärenklau aber sehr giftig. 

Eine Berührung reicht schon aus. Du erkennst ihn daran, dass er mindestens 1,50m hoch ist. Trotzdem solltest du auch bei kleineren Pflanzen aufpassen, denn auch der Riesen-Bärenklau muss erst einmal wachsen. Ein „jüngeres“ Exemplar kann also auch ein heranwachsender Riesen-Bärenklau sein. 

Wenn der Instinkt nicht reicht

Einige sind der Meinung, Hunde wissen instinktiv, welche Pflanzen sie fressen dürfen und welche giftig sind. Sie machen sich daher keine Gedanken über mögliche Giftpflanzen in ihrem Haus oder im Garten.

Bei den Vorfahren unserer Haustiere war das auch so. Jedoch sind durch das Zähmen und die jahrhundertelange Zucht viele dieser ursprünglichen Instinkte nicht mehr so stark ausgeprägt wie früher. 

Hinzu kommt, dass unsere heutigen Haus- und Gartenpflanzen oft aus anderen Ländern importiert wurden und daher den früheren „wilden“ Pflanzen nicht mehr besonders ähnlich sind.

Es kann also schnell passieren, dass unsere Hunde Pflanzen anknabbern, die für sie giftig sind. Beruh dich also nicht zu sehr auf die Instinkte deines Lieblings, sondern entferne alle giftigen Pflanzen, bevor sie sein Interesse wecken.

So kann es zu einer Vergiftung kommen

Hunde können auf verschiedene Weisen das Gift einer Pflanze aufnehmen. Dabei kommt es darauf an, um was für eine Giftpflanze es sich handelt.

Die häufigste Aufnahmeart ist über das Maul. Das passiert zum Beispiel, wenn dein Hund an den Blättern, Blüten oder der Wurzel der Pflanze knabbert

Viele Hunde machen das aus Langeweile, aus Neugier oder einfach, weil die Blume so interessant riecht. Manchmal werden Pflanzenteile auch vollständig verschluckt

Leider ist es besonders gefährlich, wenn das Gift in den Magen gelangt. Von dort aus kann es sich dann sehr schnell im ganzen Körper verbreiten.

Bei einigen Pflanzen reicht schon der Hautkontakt, um das Gift zu übertragen. Das ist zum Beispiel beim Bärenklau so. 

In ganz seltenen Fällen kann auch das Einatmen des Gifts zu Symptomen führen. Die Vergiftung ist bei diesen Aufnahmearten aber nicht so stark und gefährlich wie bei der Aufnahme über das Maul.

Symptome einer Vergiftung

Bei einer Vergiftung durch eine Pflanze kann es zu vielseitigen Symptomen kommen, da jedes Gift anders wirkt. Es gibt aber einige Symptome, die bei den meisten Vergiftungen auftreten.

Die erste Reaktion des Körpers nach einer Vergiftung ist meist Erbrechen oder Durchfall. Dadurch soll das Gift schnell wieder aus dem Körper gebracht werden. Doch leider ist es in diesem Fall schon zu spät und es wurde schon ins Blut aufgenommen. 

Dein Hund merkt wahrscheinlich selbst, dass mit ihm etwas nicht stimmt. Er wirkt dann sehr unruhig und läuft hin und her. Einige Giftstoffe verursachen aber auch Lähmungserscheinungen und Apathie.

Eine Vergiftung geht oft mit einer vermehrten Speichelproduktion einher. In extremen Fällen ist das am Schaum vor dem Maul erkennbar. Weitere Symptome sind Bauchschmerzen und Appetitlosigkeit.

Blut im Erbrochenen, Kot oder Urin ist ebenfalls ein Anzeichen einer Vergiftung. Außerdem verursachen die meisten Gifte nach einer Weile Kreislaufbeschwerden, Zittern, Krämpfe und Atembeschwerden.

Ist die Vergiftung schon sehr fortgeschritten und wurde nicht behandelt, kann es sogar zu Organausfällen oder zum Atemstillstand kommen.

Hier findest du die wichtigsten Symptome noch einmal zusammengefasst:

  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Bauchschmerzen
  • Appetitlosigkeit
  • Unruhe
  • Apathie
  • Lähmungserscheinungen
  • vermehrte Speichelproduktion
  • Blut im Erbrochenen, Kot oder Urin
  • Kreislaufbeschwerden
  • Zittern
  • Krämpfe
  • Atembeschwerden
  • Atemstillstand
  • Organversagen

Merke dir also diese Infografik:

Grafik Symptome Vergiftung

Bei Verdacht: Schnell handeln!

Treten einige der oben genannten Symptome bei deinem Hund auf, darfst du keine Zeit verlieren. Solange das Gift noch nicht ins Blut übergegangen ist, muss deinem Hund ein Gegenmittel gegeben werden. 

Deswegen solltest du auch schon zum Tierarzt gehen, wenn du nur den Verdacht hast, dass dein Tier eine giftige Pflanze gefressen hat. Warte auf keinen Fall bis die ersten Symptome auftreten. Dann könnte es nämlich schon zu spät sein.

1. Ruhe bewahren

Eine Vergiftung kann schwerwiegende Folgen haben, das ist keine Frage. Es bringt aber niemandem etwas, wenn du in Hektik verfällst. Bleibe also ruhig und überlege, was du nun als Nächstes tust. 

So kommt es zu keinen unüberlegten Handlungen und du beruhigst deinen Hund gleichzeitig. Denn das letzte, was er nun braucht, ist Aufregung.

2. Erste Hilfe

Wenn die Vergiftung schon fortgeschritten ist und dein Hund bewusstlos ist, solltest du Erste Hilfe leisten. Bringe ihn in die stabile Seitenlage und überprüfe immer wieder seinen Puls und seine Atmung. 

Stell dich darauf ein, im Notfall Wiederbelebungsmaßnahmen durchzuführen.

3. Kohletabletten geben

Kohletabletten(auch Aktivkohle genannt) binden das Gift im Magen und machen es somit unschädlich. Sie wirken aber nur, wenn seit der Aufnahme des Gifts noch nicht viel Zeit vergangen ist und noch keine Symptome aufgetreten sind.

Sobald das Gift ins Blut gelangt ist, können Kohletabletten die Vergiftung nicht mehr verhindern.

Jeder Hundehalter sollte für den Notfall Aktivkohle im Haus haben. Sprich vorher am besten mit einem Tierarzt ab, wie viele Tabletten bei einer Vergiftung gegeben werden sollten.

4 . Sofort zum Tierarzt

Sobald du den Verdacht hast, dass dein Hund eine giftige Pflanze gefressen hat, solltest du umgehend mit ihm zu einem Tierarzt fahren. Informiere dich vorher, ob er geöffnet hat. Zur Not musst du deinen Liebling in eine Tierklinik bringen.

Der Tierarzt sollte vorher am besten telefonisch über den Notfall informiert werden. Dann kann er sich darauf einstellen und eventuell schon ein Gegenmittel bereithalten.

Falls die Vergiftung schon fortgeschritten ist, kann dein Hund vielleicht nicht mehr laufen. Dann solltest du schnell Hilfe für den Transport zum Tierarzt oder zur Tierklinik organisieren.

Das Problem bei einer Vergiftung durch Pflanzen ist, dass jedes Gift anders wirkt und somit auch ein anderes Gegenmittel bedarf.

Deswegen solltest du dem Arzt deine Vermutung über die Art der Vergiftung sowie über die aufgenommene Menge mitteilen.

Erzähle ihm außerdem detailliert von allen Symptomen. Wenn es möglich ist, solltest du die giftige Pflanze sogar mitbringen. 

Wenn das Gegenmittel schnell gegeben wird, erhöht das die Überlebenschancen deines Hundes enorm. Deswegen gilt: Bei dem Verdacht einer Vergiftung so schnell wie möglich handeln.

Pilze sind für Hunde tabu

Auch wenn Pilze keine Pflanzen sind, sollen sie hier trotzdem erwähnt werden. 

Viele Hundehalter machen nämlich einen schwerwiegenden Fehler: Sie denken, dass harmlose Lebensmittel für Menschen auch für ihre Vierbeiner unbedenklich sind. 

Doch schon alleine am Beispiel von Schokolade wird deutlich, dass für Hunde viel mehr Lebensmittel giftig sind als für uns.

Das gilt auch für Pilze. Es wurde noch nicht genug erforscht, welche Pilze wirklich giftig für Hunde sind und welche nicht. Aus diesem Grund sollten Hunde sicherheitshalber keine Pilze fressen. Das bedeutet auch, dass sie in der Küche oder im Garten nicht in die Reichweite von ihnen kommen sollten.

4 Tipps zur richtigen Vorbeugung

1. Alle giftigen Pflanzen entfernen

Überprüfe alle deiner Zimmer- und Gartenpflanzen darauf, ob sie giftig für Hunde sind. Wenn ja, solltest du sie umgehend entfernen, verschenken oder zumindest außerhalb der Reichweite deines Vierbeiner stellen. 

Die Liste der giftigen Pflanzen ist natürlich nicht vollständig. Auch in einem Buch über Pflanzen können nicht alle Giftpflanzen der Welt aufgelistet sein. Deswegen gilt im Zweifelsfall: Was nicht hundertprozentig unschädlich ist, muss weg.

2. Expertenmeinung vor dem Kauf einer Pflanze

Wenn du beim Floristen oder im Gartencenter eine neue Pflanze kaufen willst, solltest du dich vorher über sie informieren. Dafür kannst du zum Beispiel den Berater im Laden fragen, ob diese Zimmer- oder Gartenpflanze für Hunde ungefährlich ist.

3. Vorsicht beim Spaziergang

Giftige Pflanzen lauern nicht nur im Zimmer oder im Garten. Die gefährlichsten sind vermutlich auf Wegrändern oder Wiesen zu finden. Deswegen solltest du die Blumen, Sträucher und Bäume auf dem Weg im Blick haben und an „verdächtige“ nicht allzu nah herangehen. So hat dein Hund nicht die Möglichkeit, sich beim Spazierengehen zu vergiften.

4. Anti-Knabber-Training

So ganz vermeiden lässt sich der Kontakt zu Pflanzen natürlich nicht. Deswegen ist es sinnvoll, deinem Hund von Anfang an beizubringen, dass er nichts Unbekanntes und vor allem keine Pflanzen anknabbern darf. Hat er das erst einmal gelernt, musst du auch beim Spaziergang keine Angst mehr vor einer Vergiftung durch Pflanzen haben.

Mein Fazit

Eine Vergiftung kann schwerwiegende Folgen für deinen Hund haben und im schlimmsten Fall zum Tod führen. Deswegen ist es besonders wichtig für Hundehalter, diesen Fall vorzubeugen und im Notfall richtig zu reagieren.

Sehr viele Pflanzen sind giftig für unsere Hunde. Sie haben daher auch nichts im Haus oder im Garten von Hundehaltern zu suchen. Überprüfe am besten alle deine Pflanzen und entsorge konsequent aus. Beim Spazierengehen solltest du auf mögliche Giftpflanzen achten und deinen Hund von ihnen fernhalten.

Auch trotz aller Vorsicht kann es zu einer Vergiftung kommen. In diesem Fall ist es wichtig, Ruhe zu bewahren und schnell zu handeln. Sind noch keine Symptome eingetreten, können Kohletabletten Schlimmeres verhindern. 

In jedem Fall muss dein Hund so schnell wie möglich zum Tierarzt gebracht werden. Wenn du schnell handelst, kannst du deinem Liebling so das Leben retten.

 Hier sind übrigens Kohletabletten, die ich immer zuhause habe:

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Medizinische Kohle anwendbar bei Durchfall und akuten oralen Vergiftungen.
Eine Packung enthält 60 Tabletten
Verfasst von Sandra Maier
Verfasst von Sandra Maier

Sandra Maier ist Medizin Journalistin und spezialisiert auf das Thema Hunde Gesundheit.

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