Hund hustet und würgt? (7 Fakten, die du wissen solltest)

Fast jeder Hundebesitzer hat seinen Hund schon einmal Husten oder Würgen gehört. Du bestimmt auch! 

Egal ob der Husten nach einem zu hastigen Fressen, zu schnellen Trinken oder nach einer anstrengenden körperlichen Aktivität auftrat. Der Husten ist ein Reflex, mit dem dein Hund geboren wird. 

Dieser Reflex soll helfen, Fremdkörper oder andere diverse Sekrete aus den Atemwegen schnellstmöglich zu entfernen.

Nicht jeder Husten verbirgt hinter sich eine schwerwiegende Krankheit.

Allerdings können hinter regelmäßigen Hustenanfällen eine Menge unangenehme Ursachen stecken.

Wann solltest du mit deinem geliebten Vierbeiner zum Tierarzt? Was steckt hinter einem Hustenanfall und wie kannst du ihn vorbeugen? Ich habe dir die Antworten und weitere wertvolle Tipps unten zusammengefasst und hoffe, dass sie dir weiterhelfen werden.

Warum husten Hunde?

Husten ist nicht zwingend ein Anzeichen dafür, dass dein Hund krank ist. Es ist genauso wie bei dir: Ein Symptom. 

Du kannst zwischen trockenem und feuchtem Husten unterscheiden. 

Trockener Husten hört sich hart und rau an. Zudem ist er sehr mit Schmerzen für deinen Hund verbunden. Bei trockenem Husten können Infektionen oder Entzündungen der Atemwege der Auslöser sein. Wenn du persönlich schon einmal einen rauen Husten hattest, weißt du, wie quälend dieser ist. 

Beim feuchten Husten hustet der Hund meist einen Auswurf aus. Diese Art von Husten erkennst du daran, dass er weicher und zudem rasselnd und/oder gurgelnd klingt. Bei eher feuchten Husten kann zum Beispiel eine Lungenentzündung in Frage kommen.

Bei beiden Formen kann ein Würgen auftreten. Jedoch wird der feuchte Husten oft mit Erbrechen von Flüssigkeit oder Schleim begleitet.

Ursachen & Symptome

Husten beim Hund kann viele verschiedene Ursachen haben. Ein häufiger Grund für Husten ist eine akute oder chronische Erkrankung der Atemwege. Grund dafür sind Bakterien oder Viren.

Auch kann eine Allergie der Auslöser sein. 

Bei nicht abklingendem Husten oder regelmäßig auftauchendem Husten solltest du immer deinen Tierarzt einschalten.

1. Herzhusten

Oft leiden die Tiere am sogenannten Herzhusten. Vor allem, wenn dein Hund schon etwas älter ist, solltest du den Herzhusten als Ursache in Betracht ziehen.  Dieser wird durch eine dilatative Kardiomyopathie oder umgangssprachlich eine Vergrößerung des Herzmuskels verursacht. 

Bei einem normal funktionierenden Herz fließt sauerstoffreiches Blut in die linke Herzkammer und wird dann in die Hauptschlagader (Aorta) gepumpt. Ein Zurückfließen verhindert eine Mitralklappe. Bei erkrankten Hunden kann diese Klappe nicht mehr richtig schließen und das Blut fließt zurück. 

Somit kommt es zu einem Stau und die dort liegenden Hustenrezeptoren werden gereizt.

Hunde, die diesen Husten haben, leiden oft auch an Appetitlosigkeit. Deswegen verlieren sie auch oft an Gewicht. Zusätzlich können noch Symptome wie Kurzatmigkeit oder starkes Hecheln dazukommen. Der Husten hört sich eher gurgelnd an und tritt vermehrt nachts auf. 

Wenn du beobachten solltest, dass dein Hund an solch einem Husten leidet, solltest du schnellstmöglich einen Tierarzt aufsuchen.

Dein Tierarzt kann mit Hilfe einer Herzauskultation, einem EKG oder einem Ultraschall herausfinden, woran dein Hund genau erkrankt ist. Zudem kann er bestimmen, welche Behandlung die bestmögliche ist. 

Die Behandlungen sehen bei Herzerkrankungen oft so aus, dass durch bestimmte Herzmedikamente das Herz entlastet und somit eine bessere Lebensqualität für deinen Hund gewährleistet wird.

2. Schnelles Fressen

Die Ernährung spielt eine große Rolle bei der Gesundheit deines Hundes. Sehr schnelles schlingen kann Husten auslösen. Denn es passiert nicht selten, dass ein Brocken in die Atemwege gelangt. Diese Situation ist lebensbedrohlich für deinen Hund, denn die Erstickungsgefahr ist hier sehr hoch. 

Eine weitere Folge für deinen Hund ist eine gefährliche Magendrehung.

Sollte dein Hund sein Fressen hastig herunterschlingen, ist es empfehlenswert, wenn du ihm ein Anti-Schlingnapf besorgst. 

Falls du Barfen solltest oder seine Nahrung selbst zubereitest, besteht eine weitere Alternative, indem du seine Stücke so groß zuschneidest, dass er gezwungen ist, sie zu kauen.

3. Allergien oder verschmutzte Luft

Eine Allergie oder verschmutzte Luft kann ein Motiv für den Husten sein. 

Wenn du oft und intensiv rauchst und dein Hund an Husten leidet, ist es wahrscheinlich, dass der Rauch der Auslöser ist. Hier empfiehlt es sich, das Rauchen so gut wie es geht einzustellen oder nicht in seiner Gegenwart zu rauchen.

Bei einer Allergie muss der behandelnde Tierarzt entscheiden, wie die weitere Behandlung aussieht. 

Auch andere äußerliche Umstände, wie zum Beispiel trockene Raumluft kann am Husten schuld sein. Bei trockener Raumluft kann ein einfacher Luftbefeuchter Abhilfe schaffen.

4. Lungentumor

Bei Lungentumoren ist Husten eines der ersten Anzeichen. Doch auch dieses Symptom tritt recht spät ein. Meistens, wenn der Krebs schon Metastasen gebildet hat oder stark vergrößert ist. 

Der Husten kann bei Lungentumoren in unregelmäßig großen Abständen oder auch chronisch auftreten. Weitere Symptome sind Gewichtsverlust, Verringerung der Leistungsbereitschaft, Fieber und Flüssigkeit in der Lunge. 

Wenn bei deinem Hund Lungentumor diagnostiziert wird, ist Einschläfern häufig einer der letzten Möglichkeiten. Jedoch können einzelne Tumore, die noch keine Metastasen gebildet haben operativ entfernt werden. 

Auch durch diverse Medikamente kann sein Leben kurzfristig verlängert und/oder verbessert werden. Ein Tumor beim Hund stellt man durch eine Röntgenuntersuchung oder durch Ultraschall fest.

5. Trachealkollaps

Ein Trachealkollaps könnte ein weiterer Grund für den Husten sein. Dieser tritt vor allem bei zwergwüchsigen Hunderassen, wie Yorkshire Terrier oder Malteser auf. 

Bei dieser Erkrankung fällt die Luftröhre deines Hundes in sich zusammen. Einen Trachealkollaps kann man konservativ mit Medikamenten behandeln, jedoch kann man einen erkrankten Hund nicht vollständig davon heilen. 

6. Lungenentzündung

Auch eine Lungenentzündung kann nicht ausgeschlossen werden. Sie ist ein häufiger Auslöser von Husten. Im Anfangsstadium hört sich dieser noch recht trocken, rau und bellend an. 

Wenn die Entzündung nicht behandelt wird, entwickelt sich aus dem anfangs recht trockenen Husten ein feuchter Husten. Dieser wird dann oft von rasselnden Atemgeräuschen und feuchtem Röcheln begleitet. Neben dem Husten können weitere Symptome, wie Fieber, Müdigkeit und Lustlosigkeit auftreten. Zudem sind Atemnot und Sauerstoffmangel bei einer Entzündung der Lunge keine Seltenheit.

Eine Lungenentzündung kann in der Regel gut und effektiv behandelt werden, wenn die Krankheit früh genug erkannt wird. Denn wenn eine Lungenentzündung bei deinem Hund unbehandelt bleibt, kann dies zu schweren Schäden oder sogar bis zum Tod führen.

7. Lungenwürmer

Eine weitere Erkrankung, die in Betracht gezogen werden könnte, sind Lungenwürmer. Diese kommen im mitteleuropäischen Raum eher selten vor. 

Lungenwürmer treten vermehrt bei Junghunden auf, die zwischen ein und zwei Jahre alt sind. Die Infizierung erfolgt dadurch, dass die Hunde entweder aus Neugier eine mit Lungenwürmern infizierte Schnecke essen oder die Schnecke unbewusst aufnehmen. 

Ein Beispiel dafür wäre, wenn sich eine Schnecke im Trinknapf befindet und der Hund durch das Trinken dieses Tier aufnimmt.

In den Lungengefäßen entwickeln sich dann die Würmer. Die Symptome sind hier neben dem Husten auch Atemnot und zudem vermehrtes Räuspern

Die Diagnose folgt durch eine Stuhlprobe oder einer Endoskopie und wird dann mit den richtigen Medikamenten behandelt.

Was, wenn mein Hund Schleim hustet oder bellenden Husten hat?

Ein schleimiger Auswurf ist nicht selten und kann viele Ursachen haben. Oft sind Infektionen der Atemwege oder des Kehlkopfes Verursacher des Schleims. Bei einer Entzündung der Lunge hustet dein Hund auch oft Schleim aus. Du solltest hier unbedingt einen Tierarzt kontaktieren. 

Hörst du bei deinem Vierbeiner einen bellenden Husten, könnte das ein Anzeichen von Zwingerhusten sein. Weitere Informationen darüber, findest du weiter unten.

Behandlung

Je nach Ursache, wird dein Hund entsprechend behandelt. Leichte Infektionen, heilen meist ohne Medikamente ab. Hingegen müssen schwere Entzündungen und Infektionen mit Antibiotika und anderen Medikamenten behandelt werden. 

Bei einer chronischen Bronchitis bekommt dein Vierbeiner eine Inhalationstherapie und Tabletten verordnet. 

Herzerkrankungen sind gut mit Medikamenten einstellbar. 

Bei Lungenproblemen muss manchmal auch die Lunge entwässert werden.

Reizhusten in der Nacht?

Um Linderung zu schaffen, sollte die Luftfeuchtigkeit in der Nacht nicht zu niedrig sein. Denn durch trockene Luft ist der Hustenreiz noch größer. 

Zudem kannst du vor dem Schlafengehen Spitzwegerich über das Futter streuen. Dadurch werden die Atemwege befreit. 

Auch Duftlampen mit Minze können beim Durchatmen in der Nacht helfen.

Bitte beachte, dass ätherische Stoffe bei Deinem Hund unangenehme Nebenwirkungen haben kann. Deswegen ist es ratsam, wenn du vor der Anwendung von pflanzlichen Heilmitteln deinen Tierarzt oder einen Tierheilpraktiker zu Rat ziehst.

Hausmitteln gegen Husten

Neben herkömmlichen Medikamenten, kannst du die Heilung auch mit natürlichen Mitteln unterstützen. 

Eines der ältesten Methoden, um Husten zu heilen, ist die Inhalation von Wasserdampf. Hier kannst du einfach die Dusche heiß aufdrehen bis Dampf kommt, und deinen Hund einatmen lassen. 

Der Dampf beruhigt die Bronchien und hilft beim Abhusten des Schleims. 

Ein weiteres eher unbekanntes Hausmittel ist Kokosöl. Das Kokosöl hilft bei Infektionen und beugt zugleich Husten vor. Einfach mit in das Futter deines Haustiers mischen. 

Antibakteriell und stärkend wirkt Honig. Du gibst einfach alle paar Stunden deinem Hund ein Teelöffel Honig.

Bitte beachte, dass ätherische Stoffe oder andere Inhaltsstoffe in pflanzlichen Heilmitteln bei Deinem Hund unangenehme Nebenwirkungen haben kann. Deswegen ist es ratsam, wenn du vor der Anwendung von pflanzlichen Heilmitteln deinen Tierarzt oder einen Tierheilpraktiker zu Rat ziehst.

Vorbeugung

Vorbeugen

Leidet dein Hund oft an Atemwegsinfektionen? Durch die Stärkung des Immunsystems, kannst du das Risiko vermindern. Hier haben sich vor allem pflanzliche Mittel bewährt, wie zum Beispiel Honig. 

Auch sollte viel Stress für deinen Hund vermieden werden, ein geregelter Tagesablauf und ein warmherziger Umgang mit dem Hund bewirken hier schon große Wunder. Außerdem kann eine mangelnde Hygiene zu Krankheiten führen. 

Wenn du deinen geliebten Vierbeiner in einer Tierpension gibst, weil du vielleicht verreist, solltest du beachten, dass die Pension hygienisch ist und die Tiere dort gesund aussehen. Eventuell solltest du auch mit deinem Tierarzt über mögliche Impfungen sprechen.

Was ist Rückwärtshusten?

Rückwärthusten oder auch „Reverse Sneezing“ genannt tritt meist bei kurzköpfigen Hunderassen auf. Er ist oft anfallartig und verläuft ähnlich wie ein Asthmaanfall. 

Dieser Vorgang dauert in der Regel nur ein paar Sekunden. Wenn dein Hund solche Anfälle hat, mach dir keine Sorgen! Natürlich solltest du das von deinem Tierarzt durchchecken lassen, jedoch ist beim Rückwärtshusten meist keine Behandlung nötig.  

Du kannst bei einem Anfall kurz die Nase zuhalten und deinem Hund somit helfen.

Zwingerhusten - Die Grippe der Hunde

Der Zwingerhusten ist eine sehr gefürchtete Krankheit unter Hundebesitzern. Jedoch verläuft diese Krankheit bei gesunden Tieren meist ohne Probleme und heilt gut. 

Bei Welpen und immungeschwächten Tiere kann der Zwingerhusten jedoch zu großem Leiden führen und über eine längere Zeit anhalten. 

Was ist Zwingerhusten genau?

Fachsprachlich wird der Zwingerhusten infektiöse Tracheobronchitis genannt. Der Zwingerhusten ist auch als Hundegrippe oder Hundehusten bekannt. 

Bei dieser Erkrankung sind die oberen Atemwege durch Bakterien oder Viren infiziert. Der Zwingerhusten wird durch eine Tröpfcheninfektion übertragen und ist hoch ansteckend, jedoch nicht unbedingt lebensbedrohlich. Meistens kommt es zu einer Ansteckung, wenn ein infizierter Hund niest oder hustet. 

Wo kann sich mein Hund anstecken?

Die andere Bezeichnung Hundegrippe trifft hier eher zu als der Begriff Zwingerhusten. Denn nicht nur im Zwinger kann sich dein Hund anstecken, sondern auch an anderen Orten, wie zum Beispiel in Tierpensionen, Tierheimen oder bei Hundeschulen. 

Überall da, wo dein Hund auf einen anderen infizierten Hund trifft, besteht die Gefahr einer Infektion. Nach der Ansteckung vergehen ein paar Tage bis die Krankheit endgültig ausbricht. 

Diagnose des Zwingerhustens

Gesundheit

Der behandelnde Tierarzt erkennt meistens anhand der Symptome und des Krankheitsverlaufs (Kontakt zu vielen anderen Hunden), ob es sich hier um ein Zwingerhusten handelt. 

Zudem könnte der Tierarzt möglicherweise auch einen Erregernachweis aus dem Bronchial- oder Nasensekret deines Hundes einfordern. 

Wie wird der Zwingerhusten behandelt?

Auf jeden Fall solltest du immer, wenn du solche Symptome bei deinem Hund bemerkst, deinen Tierarzt aufsuchen. Dieser kann die richtige Behandlungsmöglichkeit für deinen Hund bestimmen. 

Wenn die Auslöser für die Hundegrippe Bakterien waren, hilft meistens ein Antibiotikum. Wenn nötig wird dein Tierarzt auch ein fiebersenkendes Medikament verschreiben.

Die Heilung muss aber nicht immer medikamentös unterstützt werden. Die Heilungschancen liegen sehr gut und die meisten Hunde haben den Zwingerhusten in eins bis zwei Wochen überstanden. 

Doch auch diese Zeit ist variabel und bei jedem Hund unterschiedlich. 

Ist das Immunsystem deines Hundes jedoch geschwächt, können Krankheiten, wie Lungenentzündungen und Rippenfellentzündungen entstehen oder der Heilungsverlauf kann sich stark verlängern. 

Viel Ruhe und wenig Stress sind gerade jetzt äußerst wichtig für deinen Hund. Außerdem solltest du deinen Hund von anderen Hunden fernhalten, damit die Krankheit sich nicht weiter ausbreitet. Wenn du mehrere Hunde hältst, solltest du die anderen so gut es geht vom kranken Hund trennen.

Vorbeugung des Zwingerhustens

Um den Zwingerhusten vorzubeugen, sollte dein Hund einen gesunden Lebensstandard genießen, das heißt, er sollte sich viel an der freien Luft bewegen dürfen und eine ausgewogene Ernährung bekommen. 

Eine weitere Vorsichtsmaßnahme kann hier eine Impfung bieten. Ob dein Hund eine Impfung braucht, sprichst du am besten persönlich mit dem Tierarzt ab. Denn diese ist individuell. 

Die Impfung beugt eine Infektionsgefahr nicht komplett vor. Doch weisen geimpfte Hunde einen weit aus schwächeren Krankheitsverlauf vor als nicht geimpfte Hunde.

Mein Fazit

Ob rau oder feucht – genauso wie es bei uns Menschen ist, ist der Husten für unsere treuen Vierbeiner sehr unangenehm und kann tiefgründigere Ursachen haben.

Deswegen solltest du nicht lange zögern, mit eurem Tierarzt einen Termin zu vereinbaren, um der Sache nachzugehen.

Je früher eine Diagnose erstellt wird, desto weniger Chancen hat eine schleichende Krankheit, sich einzunisten und auszubreiten!

Weiterführende Quellen:

Pets Webmd.com

Canna-pet.com

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