Hund trinkt viel
[Wie du am besten vorgehen solltest]

Es war Sommer. Die Hitze entzog nicht nur uns sondern unserer Hündin regelrecht das Wasser vom Leibe.

Vermehrter Durst waren die Nachfolgen. So fand ich es normal, dass unsere Daisy zu Anfang vermehrt Wasser trank.

1-2 Tage später bemerkte ich, dass sie beim Urinieren Schmerzen hatte. Sie urinierte nur ein paar Tropfen oder weniger als gewohnt.

Da wurde mir klar, dass ihr erhöhter Durst nicht nur abhängig von der Hitzewelle war.

Sofort habe ich meinen Tierarzt darüber informiert. Als ich seine Frage bestätigte, ob sie Schmerzen beim Urinieren hat, sagte er mir, dass es sich wohlmöglich um eine Blasenentzündung handelt.

Nach ein paar Tests beim Tierarzt, bestätigte sich sein Verdacht. Er verschrieb ihr Antibiotika und ein schmerzstillendes Medikament. 

Nach ein paar Tagen ging es ihr besser. Eine Woche später gab uns unser Tierarzt die erfreuliche Nachricht, dass sie auf die Behandlung gut angesprochen hat. Da war ich sehr erleichtert. 

Bei meiner Daisy war es die Blasenentzündung. 

Es gibt weitere Ursachen, die unsere Lieben dazu bringen, viel mehr zu trinken und teilweise mehr zu urinieren als üblich. Welche das sind und wie Du vorgehen solltest, habe ich Dir unten zusammengestellt.

Zusätzliche habe ich Dir ein Formular bereit gestellt, das Du für die Ermittlung des tatsächlichen Trinkbedarfs Deines treuen Freundes verwenden kannst.

Viel Spaß beim Lesen und bei der Ermittlung!

Warum pinkelt mein Hund viel?

Das pinkeln ist von Hund zu Hund unterschiedlich. Machst du dir Sorgen, dass er vielleicht Krank ist? Dann findest du unten in letzten Abschnitt eine Checkliste, mit dem du die optimale Trinkmenge deines Hundes herausfinden kannst.

Viel Wasser trinken muss nicht schlecht sein. Unsere lieben Vierbeiner benötigen wie alle anderen Lebewesen ausreichend Trinkwasser, um zu leben. Wasser ist für alle Körperfunktionen notwendig.

Es löst die wichtigen Bestandteile aus dem Futter und transportiert die Nährstoffe aus dem Darm in die Blutbahn. Die Blutbahn überliefert diese Nährstoffe zu den Organen und Geweben zur weiteren Verarbeitung.

Während diesem Vorgang werden einige giftige oder unnötige Stoffe abgespalten, an die Niere weitergeleitet und über den Urin ausgeschieden.

Deshalb ist es in erster Linie nicht schlimm, wenn dein Hund viel pinkelt. Gerade im Alter kann es bei einen Hund mehr werden. Das ist individuell. 

Auch beim Zellstoffwechsel und der Regulation der Körpertemperatur spielt Wasser eine wichtige Rolle.

In der Regel wird das Wasser über die Nahrung aufgenommen. Für die restliche Menge, die der Körper braucht, ist das Trinkwasser zuständig.

 

Wie viel Wasser braucht mein Hund?

Damit die Funktion des Körpers aufrecht bleiben kann, muss die Wasserzufuhr regelmäßig und konstant sein. Die über Kot, Harn oder Atemwege ausgeschiedene Flüssigkeit muss frisch „nachgefüllt“ werden.

Wie viel Wasser Dein Hund ungefähr braucht hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Körpergewicht
  • Art des Futters
  • Aktivität
  • Klima
Der Wasserbedarf Deines Hundes bei einer Umgebungstemperatur von 20 – 24 °C und einer normalen Aktivität ist bei
 
  • Fütterung mit Trockenfutter:
    50 – 100 ml / kg Körpergewicht
  • Fütterung mit Nassfutter:
    20 – 50 ml / kg Körpergewicht
Beispiel:
 
Gewicht Deines Hundes: 32 kg
Fütterung mit Trockenfutter: 
32 x 50 = 1.600 ml
32 x 100 = 3.200 m
Dein Hund braucht täglich 1.600 ml bis 3.200 ml Wasser
 
Fütterung mit Nassfutter: 
32 x 20 = 640 ml
32 x 50 = 1.600 ml
Dein Hund braucht täglich 640 ml bis 1.600 ml Wasser
 
Bitte beachte, dass diese Werte nur durchschnittliche Empfehlungswerte sind. 
 
Jeder Hund hat seinen individuellen Wasserbedarf. So kann es vorkommen, dass der gewöhnliche Durst Deines Hundes unter oder über dem Durchschnitt liegen kann. 
 
Du solltest keinesfalls Deinem Hund weniger Wasser geben, als er nötig hat. Er muss zu jeder Zeit ausreichend frisches Wasser zur Verfügung haben.

Warum trinkt mein Hund mehr Wasser als sonst?

Fragezeichen

Wenn Dein Hund mehr trinkt bzw. mehr uriniert, ist die Rede von einer Polydipsie oder Polyurie.

Polydipsie:

Der gesteigerte Durst ist die Ursache des gesteigerten Harndrangs.

Polyurie:

Der gesteigerte Harndrang ist die Ursache des gesteigerten Dursts.

In den meisten Fällen ist die Ursache eine Polyurie.

Es kann Zeiten geben, an denen Dein Hund mehr Wasser trinkt. Das muss nicht unbedingt eine Ursache für eine Krankheit sein. An Tagen, an denen er aktiver ist als sonst, bei Klima bedingten Hitzewellen. In solchen Umständen reagieren sie genauso wie wir.

Auch stressbedingte oder auch psychologische Faktoren können Deinen Hund dazu führen, dass er mehr Wasser trinkt.

Bei Fieber, Erbrechen und Durchfall wird sich der Wasserbedarf Deines Hundes ebenfalls erhöhen. Sein Körper wird den Flüssigkeitsverlust regulieren, indem Dein Hund mehr Wasser trinkt.

In diesen Fällen wird Dein Hund zwar viel Wasser zu sich nehmen, aber er wird nicht mehr urinieren als gewöhnlich.

Solange die vermehrte Trinklust Deines Hundes sich nicht über mehrere Tage hinzieht und die Ursache äußerliche Umstände wie Hitze, mehr Aktivität oder ein Umzug sind, brauchst Du Dir keine Sorgen zu machen.

Sollte sich sein Trinkverhalten in ein paar Tagen nicht reguliert haben und weitere ungewöhnliche Zeichen auftauchen, ist es gut, wenn Du seinen Trinkbedarf ermittelst. Weitere Begleitzeichen wären:

  • vermehrtes und langes Urinieren
  • Schmerzen beim Urinieren
  • nicht mehr stubenrein sein
Die Ermittlung kannst Du machen, wenn sein allgemeiner Gesundheitszustand sich nicht akut verschlechtert. Sollten noch andere Zeichen auftreten wie Erbrechen, Schwäche, Teilnahmslosigkeit oder ähnliches, dann solltest Du sofort Kontakt mit Deinem Tierarzt aufnehmen.
 
Die häufigsten Ursachen sind:

1. Diabetes

Diabetes ist eine Stoffwechselkrankheit. Sie tritt meistens in der zweiten Lebenshälfte auf. Der Körper hat nicht mehr genügend Insulin, das für die Senkung des Blutzuckerspiegels sorgt. Oder er ist resistent gegen Insulin, sodass die Körperzellen nicht auf Insulin reagieren.

Wenn in der Bauchspeicheldrüse nicht mehr genügend Insulin produziert wird, kann die Glukose nicht mehr in die Zellen gelangen, um dort weiter verarbeitet zu werden. Somit steigt der Blutzuckerspiegel.

Durch den hohen Blutzuckerspiegel gehen die Zuckermoleküle in das Urin und entziehen dem Körper das notwendige Wasser. Dadurch erhöht sich der Harndrang des Hundes und er muss öfters pinkeln. Das führt wiederum zu erhöhtem Wasserbedarf.

2. Blasenentzündung

Grund für eine Blasenentzündung sind meistens Bakterien. Sie gelangen über die Genitalien in die Harnwege. 

Eine weitere Ursache der Blasenentzündung können Harnsteine sein.

Sollte eine Blasenentzündung nicht rechtzeitig behandelt werden, kann sie sich bis zu den Nieren ausweiten.

Weitere Begleiterscheinungen sind außer dem erhöhten Trinkbedarf verstärkter Harndrang. Allerdings handelt es sich um ein paar Tropfen und der Hund hat dabei Schmerzen.

Die Farbe und Geruch des Urins sind anders als gewohnt. Der Urin kann teilweise blutig sein. Da bei einer Blasenentzündung Dein Hund seinen Harndrang nicht bewusst kontrollieren kann, kann es vorkommen, dass er in dieser Phase nicht stubenrein ist.

Willst du mehr dazu erfahren? Dann lese unseren großen Artikel zum Thema Blasentzündung beim Hund.

3. Nierenerkrankung

Nierenerkrankungen führen zu gesteigertem Urinieren und erhöhtem Durst. Der Urin ist hell und klar. Hier kann es vorkommen, dass Dein Hund nicht mehr stubenrein ist, weil er seinen Harndrang nicht kontrollieren kann.

Meistens handelt es sich bei Nierenerkrankungen um Entzündungen, die beispielsweise Leptospiren verursachen. In akuten Fällen wird die Krankheit mit Antibiotika behandelt.

Bei einer akuten oder chronischen Nierenerkrankung sind die Nieren nicht mehr in der Lage, den Urin zu konzentrieren. Der Hund scheidet mehr Urin aus. Als Folge erhöht sich sein Wasserbedarf.

4. Gebärmutterentzündung

Eine Gebärmutterentzündung tritt meistens eine Woche nach der Läufigkeit einer Hündin ein. Ältere Hündinnen sind eher betroffen.

Die Ursache für eine Gebärmutterentzündung sind meistens Bakterien. Gegen Ende der Läufigkeit ist der Muttermund der Hündin noch offen. Dieser Zustand begünstigt das Eindringen von Bakterien in die Gebärmutter.

Die Hündin hat einen starken Durst und vermehrten Harndrang.

Wenn eine Gebärmutterentzündung nicht rechtzeitig behandelt wird, kann dies zu einer Blutvergiftung, Fieber, Harnvergiftung oder Schock führen.

Wie kann ich den tatsächlichen Trinkbedarf meines Hundes messen?

Wie viel Dein Hund tatsächlich im Durchschnitt trinkt, kannst Du bemessen.

Dafür reicht ein Messbecher aus. Zum Erfassen der Daten habe ich Dir ein Formular bereit gestellt, das Du als pdf herunterladen kannst. Das findest du im nächsten Kapital 🙂 

Wie Du das Formular auszufüllen hast, habe ich Dir im nächsten Abschnitt erklärt.

Du kannst diese Messung zu Hause machen und das Formular bei Deinem nächsten Tierarztbesuch Deinem Tierarzt zeigen. Somit kann er besser feststellen, ob der tatsächliche Trinkbedarf Deines Hundes im „normalen“ Bereich ist.

Die Messung wird über drei Tage hinweg vorgenommen. Gemessen wird der Tagesbedarf innerhalb von 24 Stunden. 

Es müssen nicht drei hintereinander folgende Tage sein. Nehmen wir an, es ist an einem Tag zu heiß oder zu kalt. Überspringe diese Tage und mache die Messung an einem Tag, an dem das Wetter „normal“ ist. 

Hierzu gehören auch Tage, an denen Dein Hund an einer außergewöhnlichen Aktivität teilgenommen hat, die er gewöhnlich nicht macht. Das können sein: Ein Jogging-Tag, an dem Du Deinen Hund mitgenommen hast oder ein Tag an dem Dein Hund an einem Hunde-Training teilgenommen hat.

Die Bemessungs-Tage müssen auf jeden Fall Routine-Tage Deines Hundes sein.

Bitte beachte, dass Dein Hund an diesen Tagen die gleiche Sorte Futter bekommt (Trocken-, Nassfutter, Barf, Gemischt). Abhängig von der Fütterungssorte ändert sich der Trinkbedarf Deines Hundes.

Es wäre gut, wenn Du an den Tagen Deinen Hund wiegst. Die Gewichtswerte brauchst Du, um am Ende den durchschnittlichen Trinkbedarf / kg Körpergewicht zu berechnen.

Wichtig ist, dass Du für Deinen Hund zu jeder Zeit ausreichend Wasser zu Verfügung stellst.

Formular zur Ermittlung des Trinkbedarfs herunterladen

Zuerst trägst Du die Startzeit und das Datum ein, wonach Du die restlichen Ausgangsdaten wie Gewicht, Art der Fütterung und Temperatur ausfüllst. 

Jedes Mal, wenn Du den Napf mit frischem Wasser nachfüllst, trägst Du die nachgefüllte Menge in ml ein. Dafür benutzt Du auf Seite 2 des Formulars die entsprechende Zeile der Spalte „Gegebene Wassermenge“.

Solltest du während der 24 Stunden den Napf leeren müssen, notierst Du die entleerte Menge auch auf derselben Seite in die entsprechende Zeile der Spalte „Weggenommene bzw. restliche Wassermenge“.

Nach 24 Stunden (Endzeit) notierst Du Dir die Menge, die im Napf übrig geblieben ist.

Addiere danach die Mengen, die Du in den 24 Stunden in den Napf gefüllt hast. Das ergibt die Summe der „gegebenen Wassermenge“.

Addiere die Menge, die Du in den 24 Stunden aus dem Napf entleert hast und die Menge, die am Ende übrig geblieben ist. Das ergibt die „weggenommene bzw. restliche Menge“.

Um die tatsächlich getrunkene Menge zu berechnen, nimmst Du die Differenz zwischen der „Summe der gegebenen Menge“ und der „Summe der weggenommenen bzw. restlichen Menge“.

Um den Wasserbedarf je Kilogramm Körpergewicht zu berechnen, gehst Du folgendermaßen vor:

Getrunkene Wassermenge / Körpergewicht in kg

Das Ergebnis trägst Du auf der ersten Seite ganz unten in „Wasserbedarf / kg Körpergewicht“ ein.

Mein Fazit

Wasser ist lebensnotwendig, kein Zweifel! 

Bei Überbedarf kann es allerdings ein Alarmsignal sein, das Du nicht auf die leichte Schulter nehmen solltest. Insbesondere, wenn sich dieser Bedarf bei unseren Liebsten über mehrere Tage hinzieht.

Sollte das bei Deinem Hund der Fall sein, empfehle ich Dir seinen durchschnittlichen Bedarf zu ermitteln, solange keine auffallenden Begleiterscheinungen vorhanden sind, die das allgemeine Wohl Deines Hundes beeinträchtigen.

Hierfür brauchst Du ein fürsorgliches Auge für Deinen Vierbeiner. Beobachte ihn sehr gut. Solltest Du bemerken, dass er außer dem erhöhten Wasserbedarf, auch vermehrt und länger uriniert oder öfters als sonst Gassi möchte:

Nehme sofort Kontakt mit Deinem Tierarzt auf. Er wird entsprechend Deiner Angaben, Dir das Beste empfehlen und die entsprechenden Untersuchungen einleiten, um die Ursache zu finden und sie sofort zu behandeln.

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