IBD beim Hund (Tipps und Behandlungsmöglichkeiten)

Was es mit IBD auf sich hat? Welche Ursachen die Krankheit hinter sich verbirgt und weitere wertvolle Tipps zeige ich dir in diesem Beitrag. Außerdem haben wir uns für diesen Artikel Beratung vom Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic eingeholt. Also sei gespannt!

Artikel Übersicht

Was ist IBD?

IBD ist die Abkürzung für „chronic inflammatory bowel disease“, was im Deutschen „chronisches Dünndarmentzündungs-Syndrom“ bedeutet.

IBD beim Hund hat also mit der Entzündung seines Darmes zu tun. Es handelt sich hierbei um eine chronische Krankheit. Das heißt ihre Symptome treten über die Zeit immer wieder auf und sind manchmal schlimmer, manchmal weniger schlimm ausgeprägt.

Wenn dir das auffällt, solltest du handeln.

Es gibt Hunde, die mit der kleinsten Nahrungsumstellung Probleme haben und wieder welche, die scheinbar alles essen können.

Als aufmerksamer und fürsorglicher Hundebesitzer bist du dir über die Eigenheiten deines Vierbeiners bestimmt schon bewusst. Das ist gut so und sehr wichtig.

Manchmal kommt es aber vor, dass du dir unsicher bist, was mit deinem Schützling los sein könnte.

Nichts ist schlimmer, als deinen Liebling leiden zu sehen, aber nicht zu wissen, wie du ihm helfen kannst.

Beobachtest du, dass dein Pelzträger oft Durchfall hat und erbricht, ist auf alle Fälle etwas nicht in Ordnung. Findest du dann sogar Blut im Stuhl oder hast das Gefühl, dass er Schmerzen durch Krämpfe hat, sollten bei dir die Alarmglocken läuten.

Magen-Darm-Erkrankungen und Verdauungsschwierigkeiten können hin und wieder vorkommen. Das ist völlig normal. Leidet dein Hund aber regelmäßig an diesen Symptomen ist es ratsam, dass du deinen Tierarzt auf IBD ansprichst.

Die Diagnose ist ein wenig kompliziert, da es noch keine eindeutigen Tests für IBD gibt. Vielmehr muss der Tierarzt andere Erkrankungen des Magen-Darm-Bereichs ausschließen.

Sind manche Hunderassen besonders anfällig?

IBD ist nicht wählerisch. Nahezu alle Hunderassen und Mischlingshunde können von ihr betroffen sein. Sogar das Alter ist nicht allzu relevant. Oft zeigen Hunde schon als Jungtier entsprechende Symptome.

Es gibt aber auch Fälle, bei denen der Patient über Jahre hinweg gesund und beschwerdefrei gelebt hat und erst in den letzten Jahren seines Lebens eine IBD entwickelt.

Das ist einer der Gründe, warum IBD so schwer zu diagnostizieren ist. Allerdings zeigen Beobachtungen, dass viele der betroffenen Vierbeiner eine helle Fellfarbe haben. 

Wenn deine Fellnase ein Golden Retriever, ein gelber Labrador oder ein temperamentvoller Jack-Russel-Terrier ist, solltest du IBD eher in Betracht ziehen. Aber auch bei einem hellen Mischlingshund könnte IBD die Ursache für die Symptome sein.

Lasse den Tierarzt zusätzlich wissen, von wo du deinen Liebling erworben hast. Hunde aus dem Tierheim oder dem Ausland sind oft anfälliger für Krankheiten. Außerdem bringen sie vielleicht schon Vorerkrankungen mit, die das Immunsystem schwächen können.

Welche Ursachen gibt es?

Es wird angenommen, dass es mehrere Ursachen für eine IBD gibt. Mache dir also ganz genau Gedanken darüber, wie dein Liebling lebt und wie er sich verhält. 

Hat er oft Stress und ist ängstlich? Wie ist das Verhältnis zwischen dir und deinem Hund? Schreist du ihn oft unnötig an oder ignorierst du ihn sogar? 

Manchmal kann dich dein Schützling zur Weißglut bringen. Trotzdem solltest du dich bemühen, ihn nicht zu stressen oder zu verängstigen. 

Es wird angenommen, dass Stress ein psychischer Faktor für die Entstehung einer IBD sein kann. Achte daher auf ein gutes Verhältnis zwischen dir und deinem Hund und versuche, ihn zu einem ausgeglichenen Wesen zu erziehen. Ein gesundes Selbstbewusstsein ist sehr wichtig für die Psyche und Entwicklung. 

Eine weitere Ursache für eine IBD können schädliche Bakterien sein, die sich im Darm deines Hundes angesiedelt haben. Durch die gestörte Darmflora kann die Bildung von Fäulnis- und Gärungsprodukten erhöht werden. 

Außerdem ist es möglich, dass dein Vierbeiner eine Unverträglichkeit gegen bestimmte Futtermittel entwickelt hat. Im fortgeschrittenen Fall kann das sogar zu Allergien gegen bestimmte Stoffe führen. 

Bringe deshalb am besten die Nährstoffangaben des Hundefutters deines Lieblings mit zum Tierarzt. Dieser kann womöglich aus Erfahrung sprechen, auf welche Inhaltsstoffe viele Hunde negativ reagieren. 

Es wird davon ausgegangen, dass IBD vererbbar und in den Genen verankert ist. Bei manchen Hunderassen tritt IBD häufiger auf. Betroffene Hunderassen sind zum Beispiel der Jack Russel Terrier, Australien Shepherds und der Deutsche Schäferhund. Aber wie schon erwähnt kann IBD bei allen Hunderassen, egal ob rein oder Mischling, und in jeder Altersstufe auftreten. 

Zusammenfassend muss aber gesagt werden, dass die möglichen Ursachen einer IBD zum größten Fall spekulativ sind und noch nicht mit Sicherheit belegt werden können.

Die Symptome

Die Symptome für eine IBD können vielfältig sein. 

Die meisten Hunde entwickeln chronischen Durchfall. Dieser kann von unterschiedlicher Beschaffenheit sein und Schleim und Blut enthalten.

Je nach Stärke und Dauer des Durchfalls solltest du zusammen mit deinem Tierarzt sofort Gegenmaßnamen ergreifen. Es muss sichergestellt werden, dass dein Schützling mit allen wichtigen Nährstoffen und Vitaminen versorgt bleibt und genügend Flüssigkeit erhält. 

Außerdem kannst du beobachten, dass dein treuer Begleiter einen sehr wechselnden Appetit hat. Wenn er das gleiche Futter an manchen Tagen genüsslich frisst und an anderen komplett verschmäht, kann eine IBD dahinterstecken. 

Oft sind auch gelegentliches Erbrechen eines der Symptome der IBD. Beobachte deinen Liebling genau und bringe ihn bei ungewöhnlichen Verhaltensweisen zum Tierarzt. 

Bleiben die Symptome unbehandelt, können sie im schlimmsten Fall zu der Abmagerung deines Hundes führen. Außerdem wird durch den gestörten Nährstoffgehalt und durch die Unterversorgung sein Haarkleid struppig und stumpf. 

Dein Schützling kann sogar unter Haarausfall leiden. Auch ein akuter Eisenmangel kann durch die Unterversorgung auftreten und muss sofort behandelt werden. 

Durch all die Schmerzen und Unannehmlichkeiten, die dein Vierbeiner durchmachen muss, kann sich sein Wesen verändern. Viele Hunde mit IBD sind sehr ängstlich und schreckhaft, haben Phobien oder Panikattacken.

Wie wird es diagnostiziert?

Eine Diagnose einer IBD ist schwierig. Nicht jeder Hund der mit Durchfall, Erbrechen und anderen Symptomen zu kämpfen hat, leidet automatisch an einer IBD. Oft bleibt die Krankheit auch unerkannt. 

Schätzungsweise sind etwas mehr als ein Drittel der Hunde mit chronischem Durchfall und Magen-Darm-Problemen von IBD betroffen. Eine Diagnose bleibt jedoch aus und die Krankheit kann nicht zugeordnet werden. 

Im Gegensatz dazu führen aber oft auch voreilige Diagnosen zum Fazit IBD. Dadurch werden viele Hunde, die eigentlich gar nicht an IBD erkrankt sind, mit falschen Mitteln und Medikamenten behandelt. 

Um eine IBD sicher zu diagnostizieren, müssen alle anderen in Frage kommenden Krankheiten ausgeschlossen werden. So sollte die Bauchspeicheldrüse auf Entzündungen untersucht und eine harmlose Futterunverträglichkeit ausgeschlossen werden. 

Der Ausschluss einer Futtermittelallergie ist jedoch sehr schwierig.

Klarheit schaffen kann eine Magenspiegelung oder einer Darmspiegelung. Meist führt der Tierarzt beides zusammen durch. Bei dem Eingriff werden Proben des Gewebes entnommen und anschließend untersucht. Das Ergebnis kann Aufschluss darüber verschaffen, ob eine IBD vorliegt.

Ein großer Nachteil davon ist jedoch, dass der Eingriff nur unter einer Vollnarkose stattfinden kann. Das ist nicht ganz ungefährlich und ist immer eine Belastung für den Vierbeiner. Außerdem sind die Kosten für solch einen Eingriff verhältnismäßig hoch, sodass sie von vielen Tierbesitzern nicht spontan gestemmt werden können.

Wie kann ich vorbeugen?

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Eine Vorbeugung der IBD ist schwer, da sie oft vererbt wird. 

Glückliche Fellnasen werden jedoch weniger krank. Stelle also sicher, dass du deinem Liebling ein gutes Lebensumfeld bietest. 

Er braucht genügend Aufmerksamkeit, Liebe, frische Luft und Bewegung. Gehe außerdem regelmäßig mit ihm zum Tierarzt und beobachte sein Verhalten ganz genau. Regelmäßige Darmsanierungen können einen gesunden Magen-Darm-Trakt begünstigen.

So kannst du schnell merken, ob mit deinem Liebling etwas nicht stimmt oder ihm es nicht gut geht. Besonders wichtig ist auch die ausgewogene Ernährung mit qualitativ hochwertigem Futter.

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Kann IBD behandelt werden?

Da es sich bei der IBD um eine chronische Krankheit handelt, läuft sie in Form von Schüben ab. Deine Fellnase kann lange beschwerdefrei bleiben. 

Sobald er jedoch an Erbrechen und starkem Durchfall leidet, musst du sofort handeln. In besonders schweren Fällen benötigt er sogar Infusionen, sodass der Kreislauf nicht zusammenbricht. 

IBD ist meist nicht heilbar und die Behandlung zieht sich durch das ganze Leben deines Schützlings. Um die akuten Entzündungen zu hemmen, können Antibiotika und andere entzündungshemmende Medikamente eingesetzt werden. Leidet dein Vierbeiner zusätzlich an Fieber, sind ein fiebersenkendes Mittel und eventuell kühle Umschläge anzuraten. 

Außerdem wird bei der Behandlung von IBD oft Cortison eingesetzt. Cortison arbeitet gegen das Immunsystem und schwächt die Entzündungen ab. Ein großer Nachteil ist jedoch, dass dein Liebling dann anfälliger für andere Krankheiten ist. 

Stelle sicher, dass es deinem Vierbeiner gut geht und er sich vor nichts fürchtet. Sein Wohlbefinden ist wirklich wichtig. Die Symptome können dadurch abgeschwächt werden.

Manche Tierärzte schwören auf die Wirksamkeit von Akupunktur und homöopathischen Mitteln. Dadurch sollen auf natürlichen Weg die Schmerzen und Symptome abgemildert werden und der Darm kann sich erholen. 

Ob so eine Behandlung für deinen Hund von Nutzen ist, kannst du nur durch Ausprobieren herausfinden. Wenn es deiner Fellnase hilft, sind diese natürlichen Heilverfahren sehr anzuraten.

Häufig gestellte Fragen

IBD ist die Abkürzung für „chronic inflammatory bowel disease“, was im Deutschen „chronisches Dünndarmentzündungs-Syndrom“ bedeutet. IBD beim Hund ist also eine Entzündung seines Darmes. Es handelt sich hierbei um eine chronische Krankheit.

IBD ist eine Erbkrankheit und kann somit nicht an andere Lebewesen übertragen werden. Nur Bakterielle, Virale oder durch Parasiten oder Pilze ausgelöste Krankheiten können ansteckend sein.

Du kannst IBD leider nur sehr schwer vorbeugen, da es sich um eine Erbkrankheit handelt. Versuche deinem Hund nur hochwertiges Futter zu geben und achte sonst auf sein körperliches und physisches Wohlbefinden. Regelmäßige Darmsanierungen könnten auch dabei helfen IBD vorzubeugen.

Als Darmsanierung versteht man den Prozess, bei dem eine angeschlagene Darmflora wieder hergestellt wird. Schädliche Bakterien werden ausgeschieden und nützliche werden zugeführt.

Nassfutter ist prinzipiell besser als Trockenfutter wegen der zusätzlichen Flüssigkeit und Frische. Außerdem solltest du Futter ohne Gluten und Getreidezugaben auswählen.

Unsere Empfehlung

Leider kann IBD nicht geheilt werden. Du kannst aber trotzdem ein langes und glückliches Leben mit deinem treuen Gefährten verbringen, wenn du ihn bei der Linderung der Symptome unterstützt und ihm viel Aufmerksamkeit gibst.

Bitte achte auch auf die richtige Ernährung bei deinem Hund. Investiere in hochwertiges Futter und beobachte genau, ob er das Futter verträgt. 

Auf jeden Fall solltest du dir ein Hundefutter zulegen, welches für chronische Magen Darm Probleme geeignet ist. Von vielen Tierärzten wird dieses Trockenfutter von Royal Canin empfohlen.

Royal Canin Gastro Intestinal Trockenfutter
Ausgewogenes Alleinfutter, welches von Tierärzten ganz klar empfohlen wird bei chronischen Magen-Darm-Problemen.
Geprüft vom Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic
Geprüft vom Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic

Ich bin Tierarzt und Autor für Tiergesundheitsthemen. Tiere sind meine Leidenschaft und es ist mir ein persönliches Anliegen, medizinisch akkurate Artikel und Videos zu erstellen, um Tierbesitzer so gut es geht zu informieren.

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