Impfung Hund

Die 10 wichtigsten Impfungen für deinen Hund

Aktualisiert:29. Oktober 2018

Geschrieben von:

Enrico
Enrico

Ob beim Spazierengehen, beim Spielen mit anderen Hunden oder im eigenen Garten: Überall können Gefahren auf deinen Hund lauern. Das Gefährliche daran ist, dass wir die meisten davon nicht einmal sehen können. Bakterien, Viren und andere Keime sind zwar winzig klein, können aber umso mehr Schaden anrichten.

Doch zum Glück hast du die Möglichkeit, deinen Hund vor vielen dieser Erreger zu schützen. Und zwar mit Impfungen. 

Wie Impfungen wirken und welche wichtig für deinen Liebling sind, erfährst du in diesem Artikel.

So funktionieren Impfungen

Hund Diagnose und Vorbeugung

Impfungen dienen zum Schutz vor Bakterien und anderen Erregern, die gefährliche Krankheiten auslösen können. Das Prinzip der Immunisierung bei Hunden ist dasselbe wie bei uns Menschen. 

Mit Spritzen werden dabei kleine Mengen an Erregern in die Muskulatur, auf die Schleimhäute oder unter die Haut gegeben, sodass der Körper Abwehrkräfte bildet.

Noch wenige Wochen nach der Geburt sind Welpen passiv immun durch die Muttermilch. Das bedeutet, dass sie bestimmte Krankheiten nicht bekommen können, da sie die Antikörper der Mutter über die Milch aufgenommen haben. Nach einigen Wochen lässt dieser Schutz aber nach. 

Aktive Immunität durch Schutzimpfungen 

Normalerweise kommt es zu einer natürlichen Immunisierung, indem Erreger vom Körper bekämpft werden. Wenn Antigene, also Bakterien, Viren oder andere Fremdkörper, in den Körper gelangen, werden sie vom Immunsystem als schädlich erkannt. Es werden dann spezielle Antikörper gebildet, die diese Antigene angreifen und unschädlich machen.

Gelangen später wieder dieselben Erreger in den Organismus, kann es zu keiner erneuten Infektion kommen. Die Antikörper bleiben nämlich im Blut und können die Antigene sofort bekämpfen.

Impfungen wirken nach demselben Prinzip. Deswegen werden sie auch künstliche Immunisierungen genannt.

Durch Spritzen werden abgeschwächte lebende oder schon abgestorbene Bakterien oder Viren in den Körper gebracht. Das Immunsystem bildet daraufhin Antikörper zu Bekämpfung der Schädlinge. 

Die geringe Menge an Erregern wird von den Abwehrkräften meist schon unschädlich gemacht, bevor eine Infektion ausbrechen kann. Die Antikörper aber bleiben erhalten und verhindern eine spätere Erkrankung.

Die meisten Impfungen müssen mehrmals im Abstand einiger Wochen wiederholt werden. Dadurch kann die größtmögliche Anzahl an Abwehrkräften vom Körper gebildet werden und dein Hund ist dann vollständig immun. 

Nach einigen Jahren müssen die Impfungen aufgefrischt werden. Die Antikörper werden nämlich mit der Zeit wieder vom Körper abgebaut. Wird aber nach einem oder mehreren Jahren wieder eine geringe Menge der Erreger in den Körper gebracht, kann die Immunität wieder auf ein hohes Niveau gebracht werden.

Die Risiken

Natürlich tragen Impfungen auch immer ein kleines Risiko. Schließlich werden Bakterien oder Viren in den Körper gespritzt. In seltenen Fällen kann es dann zu Entzündungen oder Allergien kommen. 

Ist der Hund bereits vor der Impfung schon krank oder geschwächt, reicht die kleine Dosis Erreger vielleicht schon aus, um eine richtige Infektion auszulösen. 

Diese Nachteile sind jedoch eher Ausnahmen.

Behalte im Auge, dass Schutzimpfungen einen viel größeren Nutzen haben, als sie schaden können. 

Durch sie schützt du nicht nur deinen Hund vor Krankheiten, sondern auch seine gesamte Umgebung. Nun kann er nämlich keine gefährlichen Erkrankungen auf andere Hunde übertragen.

Wieso wird zwischen Pflicht- und Wahlimpfungen unterschieden?

So viel Nutzen Impfungen auch bringen: Werden zu viele Schutzimpfungen gegeben, kann das zu resistenten Erregern führen. Das stellt ein großes Risiko für deinen Hund und seine Umgebung dar. 

Deswegen sollten nur die wirklich wichtigen Impfungen durchgeführt werden. Bei allen anderen muss abgewogen werden, ob sie beim jeweiligen Hund mit den entsprechenden Bedingungen sinnvoll sind.

Einige Impfungen sind vorgeschrieben. Sie müssen bei jedem Hund regelmäßig durchgeführt werden, weil die Krankheiten zum Beispiel stark ansteckend sind und eine ganze Epidemie auslösen könnten. Zu den Pflichtimpfungen gehören unter anderem die gegen Staupe, Parvovirose und Tollwut.

Zusätzlich dazu gibt es noch ein großes Angebot an Wahlimpfungen. Sie schützen gegen Krankheiten, die sehr selten sind oder nicht ganz so schwerwiegende Folgen für das Tier haben. Sie sind dann zu empfehlen, wenn dein Hund aus bestimmten Gründen besonders gefährdet für eine Krankheit ist. 

Lebst du zum Beispiel in einem Gebiet, in dem sich viele Zecken aufhalten und läuft dein Hund oft durch Wiesen und Wälder, sind Impfungen gegen Zeckenerkrankungen wie Babesiose oder Borreliose sinnvoll. 

Ob du bestimmte Impfungen durchführen solltest, kannst du individuell mit deinem Tierarzt absprechen.

3 Arten von Impfstoffen

Je nachdem, vor welcher Krankheit sie schützen, gibt es auch verschiedene Arten von Impfstoffen. Hier findest du eine Zusammenfassung der drei wichtigsten sowie ihren Vor- und Nachteilen.

1. Lebendimpfstoffe

Die Erreger, die in den Körper gebracht werden, sind noch nicht abgetötet. 

Das bedeutet, dass sie sich theoretisch vermehren und eine Infektion auslösen können. Sie sind jedoch so abgeschwächt und sie werden in einer so geringen Dosis gespritzt, dass das Immunsystem deines Hundes sie ohne Probleme bekämpfen kann. Die Krankheit bricht also im Normalfall nicht aus. 

So wird sozusagen der Ernstfall geprobt, und die Abwehrkräfte können sich schon auf die Bekämpfung einer drohenden Infektion einstellen.

Bei geschwächten oder kranken Hunden ist das Immunsystem nicht mehr so stark. Es könnte sein, dass die Antikörper die Erreger nach einer Schutzimpfung mit Lebendimpfstoffen nicht vollständig bekämpfen können.

VorteileNachteile
  • sehr gute Immunität
  • in seltenen Fällen Nebenwirkungen oder Ausbruch einer Infektion
  • 2. Totimpfstoffe

    Die Bakterien und Viren, die sich in der Spritze befinden, wurden vorher schon abgetötet. Sie können sich nicht mehr vermehren und auch keine Infektion auslösen. Manchmal werden auch nur Teile der Erreger, die Antigene, gespritzt.

    Für die abgetöteten Erreger werden aber nicht so viele Antikörper gebildet wie gegen lebende. Die Immunisierung ist also nicht ganz so stark wie bei dem Impfen von Lebendimpfstoffen.

    VorteileNachteile
  • geringeres Risiko
  • nicht ganz so effektiv
  • 3. Kombinationsimpfstoffe

    Oftmals werden vom Tierarzt Impfungen angeboten, die gegen mehrere Krankheiten gleichzeitig schützen. 

    Dabei enthalten die Spritzen Antigene mehrerer verschiedener Erreger.

    Der Körper muss dadurch jedoch mehrere Erreger gleichzeitig bekämpfen und konzentriert sich nicht auf einen. Deswegen ist der Schutz meist nicht ganz so stark wie bei einzelnen Impfungen. 

    Hinzu kommt, dass sich die Auffrischungsimpfungen schwieriger gestalten. Einige Impfstoffe halten länger an als andere und die Impfungen müssen eventuell zu verschiedenen Zeiten wieder aufgefrischt werden. 

    Informiere dich also vorher bei deinem Tierarzt, ob es dadurch zu Problemen kommen kann.

    VorteileNachteile
  • praktisch: alles ist mit einer einzigen Spritze erledigt
  • meist kostengünstiger
  • nicht ganz so effektiv
  • Auffrischung zu unterschiedlichen Zeiten
  • Verstärkter Impfschutz durch Grundimmunisierung

    Die meisten Impfungen müssen im Abstand von ungefähr vier Wochen mehrmals durchgeführt werden. Somit entsteht der höchstmögliche Schutz. Das wird auch Grundimmunisierung genannt.

    Diese Prozedur beginnt bei Welpen meist schon nach der 8. Lebenswoche. Dadurch sind sie von Anfang an gut geschützt.

    Auffrischungsimpfungen verlängern den Schutz dann weiterhin. Je nach Krankheit, muss die Impfung entweder nach einem oder nach drei Jahren erneut gegeben werden.

    Impfungen bei Welpen

    In den ersten Lebenswochen sind unsere Vierbeiner noch ohne Schutzimpfungen immun gegen viele Krankheiten. Die Mutter gibt ihren Welpen durch die Muttermilch einige wichtige Antikörper mit, die sie vor Erkrankungen schützen. 

    Es ist ratsam, die Hündin noch einmal impfen zu lassen, bevor sie trächtig wird. Umso mehr Antikörper sie vorher bildet, desto mehr kann sie an ihren Nachwuchs weitergeben.

    Manchmal bekommt ein Welpe weniger Muttermilch ab als seine Geschwister. Weil er schwächer ist, wird er dann vielleicht von den anderen jungen Hunden verdrängt. Dementsprechend ist auch der Schutz vor Krankheiten geringer und hält nicht ganz so lange an.

    Mit der Zeit werden die mütterlichen Antikörper wieder abgebaut. Wenn die Immunität dann nachlässt, aber immer noch so viele Abwehrkräfte vorhanden sind, dass eine Schutzimpfung blockiert wird, spricht man von der immunologischen Lücke.

    Nur wenige Impfstoffe wurden so entwickelt, dass sie schon in der 4. Lebenswoche verabreicht werden können. Also genau in dieser Lücke. Die meisten Spritzen werden ab der 8. Lebenswoche gegeben. 

    Impfschema

    In der linken Spalte findest du die wichtigsten Impfungen für deinen Hund. Fast alle davon sind auch Pflichtimpfungen. Im Normalfall wird die erste Spritze für die Grundimmunisierung in der 8. Lebenswoche des Welpen gegeben. Die Impfungen für Staupe, Parvovirose und Zwingerhusten können auch schon früher verabreicht werden. Das nennt man dann auch Frühimmunisierung. 

    Die Punkte zeigen dir, wann die Impfungen durchzuführen sind. Zum Beispiel erfolgt die Grundimmunisierung für Tollwut in der 12. Woche und wird wiederholt, wenn dein Hund 15 Monate alt ist. Alle 3 Jahre muss der Schutz aufgefrischt werden.

    Wenn du noch weitere Fragen zum Impfschema hast, kannst du deinen Tierarzt um Rat fragen. 

    Quelle: impfung-hund.de

    Erklärung

    Eine Frühimmunisierung empfiehlt sich in gefährdeten Beständen

    ¹ bei Welpen ohne Frühimmunisierung

    ² Für einige Tollwutimpfstoffe wird in den Gebrauchsinformationen eine zweite Immunisierung mit 15 Lebensmonaten empfohlen, das trifft auf den Tollwutimpfstoff der Firma MSD Tiergesundheit nicht zu. Eine Wiederholungsimpfung ist bei Verwendung des Tollwutimpfstoffs der Firma MSD Tiergesundheit mit 15 Monaten gemäß Zulassung nicht erforderlich.

    Bb =     Bordetella bronchiseptica
    H =       Hepatitis
    L4 =     Leptospirose (4-fach)
    P =       Parvovirose
    Pi =      Parainfluenza 
    S =       Staupe
    T =       Tollwut

    Über die Zulassung hinausgehende Impfempfehlung der StlKo Vet. – Leitlinie zur Impfung von Kleintieren, 12. Dez. 2016, 4. Auflage

    Die 10 wichtigsten Impfungen

    Kluger Hund

    Von den vielen Impfungen, die angeboten werden, sind nicht alle für deinen Hund wichtig. Welche du aber dringend durchführen musst und welche du in Erwägung ziehen solltest, findest du hier.

    1. Tollwut

    Diese Impfung ist sehr wichtig für deinen Hund und ist deswegen auch eine Pflichtimpfung

    Die Virusinfektion wird über den Speichel übertragen, also zum Beispiel durch einen Biss von einem infizierten Tier. Als erstes zeigen sich Verhaltensänderungen und viele neurologische Symptome. Das eindeutigste Zeichen ist Schaum vor dem Maul. In jedem Fall endet die Infektion tödlich. 

    Die Impfung wird in der 8. Lebenswoche gegeben. Alle 3 Jahre muss der Schutz aufgefrischt werden. 

    Die Kosten für eine Impfung mit nur dem Tollwut-Impfstoff liegen in der Regel bei 30€.

    2. Staupe

    Auch die Impfung gegen diese Virusinfektion gehört zu den Pflichtimpfungen. Sie ist nämlich hoch ansteckend. Die Krankheit wird über Tröpfcheninfektion, also durch direkten Kontakt, übertragen.

    Staupe verursacht Entzündungen in der Lunge, im Darm und im Gehirn. In vielen Fällen ist sie tödlich.

    Die Grundimmunisierung kann schon in der 4. Woche, sollte aber spätestens in der 8. Woche durchgeführt werden. Nach 4 Wochen wird die Impfung wiederholt. Bei bestimmten Impfstoffen reicht es, wenn die Auffrischung alle 3 Jahre erfolgt.

    3. Parvovirose

    Bei dieser Virusinfektion gibt es eine hohe Ansteckungsgefahr. Sie wird über Exkremente übertragen. Dein Hund könnte sich schon anstecken, wenn er Wasser aus einem See trinkt. 

    Die Symptome sind starkes Erbrechen, wässriger und blutiger Durchfall und Fieber. Kommt es zu einer Blutvergiftung, kann die Krankheit tödlich enden.

    Der Impfstoff dieser Pflichtimpfung kann schon ab der 4. Lebenswoche gespritzt werden. Die Auffrischungsimpfung erfolgt dann alle 3 Jahre.

    4. Leptospirose

    Diese Krankheit wird durch Bakterien verursacht. Durch Urin kann sie übertragen werden. Sie verursacht viele Organschäden wie Nierenschäden, Gelbsucht und Blutungen in der Lunge. Sind lebenswichtige Organe betroffen, kann die Erkrankung tödlich sein.

    Leptospirose gehört ebenfalls zu den Pflichtimpfungen

    Sie wird ab der 8. Lebenswoche durchgeführt und muss dann jährlich aufgefrischt werden.

    5. Hepatitis

    Durch diese Virusinfektion werden Erbrechen, Übelkeit und Gelbsucht verursacht. Oftmals ist sie tödlich.

    Weil sie hoch ansteckend ist, gehört sie zu den Pflichtimpfungen

    Die Spritze wird ab der 8. Woche gegeben und wird alle 3 Jahre aufgefrischt.

    6. Canine infektiöse Tracheobronchitis

    Der sogenannte Zwingerhusten zählt zu den Mischinfektionen, da mehrere Erreger an der Erkrankung beteiligt sind. Typisch für diese Krankheit ist ein starker bellender Husten. Sie ist hoch ansteckend.

    Du kannst selbst entscheiden, ob dein Hund gegen diese Krankheit geimpft werden soll. 

    Der Wirkstoff wird über die Nase eingeführt und bietet danach für 1 Jahr Schutz.

    7. Tetanus

    Diese Krankheit wird auch Wundstarrkrampf genannt. Sie verursacht Muskelzuckungen und Lähmung und endet meist tödlich.

    Da sie aber nur sehr selten vorkommt, gehört sie zu den Wahlimpfungen.

    8. Babesiose

    Diese Infektion wird durch Zecken übertragen. Durch das sogenannte Hundemalaria werden die roten Blutkörperchen zerstört und es kommt zu einer Blutarmut.

    Ein Zeckenschutz ist oftmals sinnvoller, weswegen die Impfung gegen Babesiose keine Pflicht ist.

    9. Borreliose

    Diese bakterielle Erkrankung wird ebenfalls durch Zecken übertragen. Die Symptome sind vielfältig. Es können zum Beispiel Gelenkentzündungen und Organschäden entstehen.

    Der Impfstoff wirkt leider nicht gegen alle Borrelienarten, weswegen der Schutz vor Zecken meist effektiver ist. Deswegen gehört die Impfung gegen Borreliose zu den Wahlimpfungen.

    10. Canines Herpesvirus

    Die Atemwegserkrankung kann lange unbemerkt bleiben. Sie bricht meist erst in Stresssituationen wie zum Beispiel bei einer Geburt aus. Bei trächtigen Hündinnen kann die Krankheit dann Fehlgeburten auslösen.

    Deswegen sollten Hündinnen vor der Trächtigkeit sicherheitshalber geimpft werden.

    Mein Fazit

    hunde gesundheit

    Impfungen sind ein wichtiger Schutz für unsere Vierbeiner. Sie ersparen ihnen viele schwere Krankheiten und somit auch viel Leid. Deswegen sollte sich jeder Hundehalter über die wichtigsten Impfungen informieren und sie regelmäßig vom Tierarzt durchführen lassen. 

    Auch wenn es deinem Hund nicht gefällt, eine Spritze zu bekommen: Danach kannst du mit gutem Gewissen mit deinem Liebling Spazierengehen und Herumtoben. Du musst nun keine Angst mehr haben, dass überall Gefahren in Form von Bakterien auf ihn lauern können.

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