Wichtige Impfungen für deinen Hund inkl. Tabelle

Du möchtest dich mit dem Thema Impfungen für Hunde auseinandersetzen? Dann bist du hier richtig. Wir zeigen dir die 3 Arten der Impfstoffe und welche 7 wirklich wichtig sind. Außerdem haben wir uns für diesen Artikel Beratung vom Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic eingeholt. 

Illustration eines weißen Hundes mit spitzen Ohren und einem türkisfarbenen Bandana.
Inhaltsübersicht

Welche Impfungen sind wirklich notwendig?

Abbildung eines Hundes, der eine Impfung erhält. Eine Spritze zeigt auf den Rücken des Hundes. Ein Text erklärt, dass Impfungen dabei helfen, Antikörper gegen schädliche Viren und Bakterien zu bilden. Die wichtigsten aufgeführten Impfstoffe umfassen Staupe, Hepatitis und Parvovirus.

Zu viele Impfungen nutzen dem Hund nicht, im Gegenteil, es kann den Körper unnötig belasten.

Deswegen sollten nur die wirklich wichtigen Impfungen durchgeführt werden. Bei allen anderen muss abgewogen werden, ob sie beim jeweiligen Fellträger mit den entsprechenden Bedingungen sinnvoll sind.

Zusätzlich dazu gibt es noch ein großes Angebot an Wahlimpfungen. Sie schützen gegen Krankheiten, die selten auftreten oder nicht ganz so schwerwiegende Folgen für das Tier haben. Sie sind dann zu empfehlen, wenn dein Liebling aus bestimmten Gründen besonders gefährdet für eine Krankheit ist.

Lebst du zum Beispiel in einem Gebiet, in dem sich viele Zecken aufhalten? Läuft dein Hund oft durch Wiesen und Wälder? Dann sind Impfungen gegen Erkrankungen, die durch Zecken übertragen werden, sinnvoll. Das sind Babesiose oder Borreliose.

Ob du bestimmte Impfungen durchführen solltest, kannst du individuell mit deinem Tierarzt absprechen.

3 Arten von Impfstoffen

Je nachdem, vor welcher Krankheit sie schützen, gibt es auch verschiedene Arten von Impfstoffen. Hier findest du eine Zusammenfassung der drei Wichtigsten sowie ihrer Vor- und Nachteilen.

1. Lebendimpfstoffe

Die Erreger, die in den Körper gebracht werden, sind noch nicht abgetötet.

Das bedeutet, dass sie sich theoretisch vermehren und eine Infektion auslösen können. Sie sind jedoch abgeschwächt und werden in einer so geringen Dosis gespritzt, dass das Immunsystem deines Schützlings sie ohne Probleme bekämpfen kann. Die Krankheit bricht also im Normalfall nicht aus.

So wird sozusagen der Ernstfall geprobt und die Abwehrkräfte können sich schon auf die Bekämpfung einer drohenden Infektion einstellen.

Bei geschwächten oder kranken Hunden ist das Immunsystem nicht mehr so stark. Es könnte sein, dass das Immunsystem die Erreger nach einer Schutzimpfung mit Lebendimpfstoffen nicht vollständig bekämpfen kann.

2. Totimpfstoffe

Die Bakterien und Viren, die sich in der Spritze befinden, wurden vorher schon abgetötet. Sie können sich nicht mehr vermehren und auch keine Infektion auslösen. Manchmal werden auch nur Teile der Erreger, die Antigene, gespritzt.

Für die abgetöteten Erreger werden aber nicht so viele Antikörper gebildet wie gegen lebende. Die Immunisierung ist also nicht ganz so stark wie bei dem Impfen von Lebendimpfstoffen.

3. Kombinationsimpfstoffe

Oftmals werden vom Tierarzt Impfungen angeboten, die gegen mehrere Krankheiten gleichzeitig schützen. Dabei enthalten die Spritzen Antigene mehrerer verschiedener Erreger.

Der Körper muss dadurch jedoch mehrere Erreger gleichzeitig bekämpfen und konzentriert sich nicht auf einen. Deswegen ist der Schutz meist nicht ganz so stark wie bei einzelnen Impfungen. 

Hinzu kommt, dass sich die Auffrischungsimpfungen schwieriger gestalten. Einige Impfstoffe halten länger an als andere und die Impfungen müssen eventuell zu verschiedenen Zeiten wieder aufgefrischt werden. 

Informiere dich also vorher bei deinem Tierarzt, ob es dadurch zu Problemen kommen kann.

Grundimmunisierung bei Hunden

Die meisten Impfungen müssen im Abstand von ungefähr vier Wochen mehrmals durchgeführt werden. Somit entsteht der höchstmögliche Schutz. Das wird auch Grundimmunisierung genannt.

Diese Prozedur beginnt bei Welpen größtenteils schon nach der 8. Lebenswoche. Dadurch sind sie von Anfang an gut geschützt.

Auffrischungsimpfungen verlängern den Schutz dann weiterhin. Je nach Krankheit muss die Impfung entweder nach einem oder nach drei Jahren erneut gegeben werden.

Die Kosten für die Grundimmunisierung sind aufgrund der mehrfach durchgeführten Impfungen erst einmal hoch. Wenn dein Liebling aber dadurch vor den wichtigsten Krankheiten geschützt ist, ist es das allemal wert.

Impfungen bei Welpen

In den ersten Lebenswochen sind unsere Vierbeiner noch ohne Schutzimpfungen immun gegen viele Krankheiten. Die Mutter gibt ihren Welpen durch die Muttermilch einige wichtige Antikörper mit, die sie vor Erkrankungen schützen.

Es ist ratsam, die Hündin noch einmal impfen zu lassen, bevor sie trächtig wird. Je mehr Antikörper sie vorher bildet, desto mehr kann sie an ihren Nachwuchs weitergeben.

Manchmal bekommt ein Welpe weniger Muttermilch ab als seine Geschwister. Weil er schwächer ist, wird er dann vielleicht von den anderen jungen Hunden verdrängt. Dementsprechend ist auch der Schutz vor Krankheiten geringer und hält nicht ganz so lange an.

Mit der Zeit werden die mütterlichen Antikörper wieder abgebaut. Wenn die Immunität dann nachlässt, aber immer noch so viele Abwehrkräfte vorhanden sind, dass eine Schutzimpfung blockiert wird, spricht man von der immunologischen Lücke.

Nur wenige Impfstoffe wurden so entwickelt, dass sie schon in der 4. Lebenswoche verabreicht werden können. Also genau in dieser Lücke. Die meisten Impfungen werden ab der 8. Lebenswoche gegeben.

Impfschema

In der linken Spalte findest du die wichtigsten Impfungen für deine Fellnase. Im Normalfall wird die erste Spritze für die Grundimmunisierung in der 8. Lebenswoche des Welpen gegeben. Die Impfungen für Staupe, Parvovirose und Zwingerhusten können auch schon früher verabreicht werden. Das nennt man dann auch Frühimmunisierung.

Die Punkte zeigen dir, wann die Impfungen durchzuführen sind. Zum Beispiel erfolgt die Grundimmunisierung für Tollwut in der 12. Woche und wird wiederholt, wenn dein Hund 15 Monate alt ist. Alle 3 Jahre muss der Schutz aufgefrischt werden.

Wenn du noch weitere Fragen zum Impfschema hast, kannst du deinen Tierarzt um Rat fragen. 

Tabelle - Wann wird was geimpft?

Eine Impfplantabelle beschreibt wichtige Impfungen für Hunde und beschreibt Krankheiten wie Staupe, Hepatitis, Parvovirose, Tollwut, Leptospirose und Zwingerhusten. Es umfasst die Stadien Frühimmunisierung, Grundimmunisierung und Wiederholungsimpfungen mit entsprechenden Punkten.

Welche Impfungen sind wichtig?

Von den vielen Impfungen, die angeboten werden, sind nicht alle für deinen Schützling wichtig. Welche du aber dringend durchführen musst und welche du in Erwägung ziehen solltest, findest du hier.

Tollwut

Diese Virusinfektion wird über den Speichel übertragen, also zum Beispiel durch einen Biss von einem infizierten Tier. Als Erstes zeigen sich Verhaltensänderungen und viele neurologische Symptome.

Diese Impfung ist ein wichtiger Schutz für deinen Hund und den Hundehalter, denn Tollwut ist eine Zoonose, d.h. ist von Tier auf Mensch und umgekehrt übertragbar. Diese Erkrankung ist tödlich für Mensch und Tier.

Die Impfung wird frühestens in der 12. Lebenswoche gegeben. Alle 3 Jahre sollte der Schutz aufgefrischt werden.

Staupe

Sie ist hoch ansteckend. Die Krankheit wird über Tröpfcheninfektion, also durch direkten Kontakt, übertragen. Staupe verursacht Entzündungen in der Lunge, im Darm und im Gehirn. In vielen Fällen ist sie tödlich.

Die Grundimmunisierung kann schon in der 4. Woche, sollte aber spätestens in der 8. Woche durchgeführt werden.  In der 12., 16. Lebenswoche und 15. Lebensmonaten sollte die Impfung wiederholt werden. Damit wäre die Grundimmunisierung abgeschlossen. Bei bestimmten Impfstoffen reicht es, wenn die Auffrischung alle 3 Jahre erfolgt.

Die Impfung gegen Staupe ist oft kombiniert als 6-fach-Impfung gegen Staupe, Parvovirose, HCC, Tollwut, Leptospirose und Zwingerhusten. 

Parvovirose

Bei dieser Virusinfektion gibt es eine hohe Ansteckungsgefahr. Sie wird über Exkremente übertragen. Dein Liebling könnte sich schon anstecken, wenn er Wasser aus einem See trinkt. 

Die Symptome sind starkes Erbrechen, wässriger und blutiger Durchfall und Fieber. Kommt es zu einer Blutvergiftung, kann die Krankheit tödlich enden.

Der Impfstoff kann schon ab der 4. Lebenswoche, sollte aber spätestens in der 8. Woche durchgeführt werden.  In der 12., 16. Lebenswoche und im 15. Lebensmonaten sollte die Impfung wiederholt werden. Damit wäre die Grundimmunisierung abgeschlossen. Die Auffrischungsimpfung erfolgt dann alle 3 Jahre.

Leptospirose

Diese Krankheit wird durch Bakterien verursacht. Sie kann durch den Urin übertragen werden. Sie verursacht viele Organschäden wie Nierenschäden, Gelbsucht und Blutungen in der Lunge. Sind lebenswichtige Organe betroffen, kann die Erkrankung tödlich sein.

Sie wird ab der 8. Lebenswoche durchgeführt, wird nach 4 Wochen wiederholt und muss dann jährlich aufgefrischt werden.

Hepatitis

Durch diese Virusinfektion werden Erbrechen, Übelkeit und Gelbsucht verursacht. Oftmals ist sie tödlich.

Die Impfung wird ab der 8. Woche gegeben. In der 12., 16. Lebenswoche und im 15. Lebensmonaten sollte die Impfung wiederholt werden. Damit wäre die Grundimmunisierung abgeschlossen. Im Anschluss wird alle 3 Jahre aufgefrischt.

Zwingerhusten

Der sogenannte Zwingerhusten zählt zu den Mischinfektionen, da mehrere Erreger an der Erkrankung beteiligt sind. Typisch für diese Krankheit ist ein starker, bellender Husten. Sie ist hoch ansteckend.

Borreliose

Diese bakterielle Erkrankung wird ebenfalls durch Zecken übertragen. Die Symptome sind vielfältig. Es können etwa Gelenkentzündungen und Organschäden entstehen.

Der Impfstoff wirkt leider nicht gegen alle Borrelien Arten, weswegen der Schutz vor Zecken meist effektiver ist. Deswegen gehört die Impfung gegen Borreliose zu den Wahlimpfungen.

Die Erstimpfung ist ab einem Alter von 12 Wochen möglich. Eine Nachimpfung erfolgt nach drei bis fünf Wochen. Die Wiederholungsimpfungen sind im jährlichen Abstand durchzuführen.

Empfehlung vom Tierarzt

Impfungen sind ein wichtiger Schutz für unsere Hunde. Sie ersparen ihnen viele schwere Krankheiten und daher viel Leid. Deswegen sollte sich jeder Hundehalter über die wichtigsten Impfungen informieren und sie regelmäßig vom Tierarzt durchführen lassen. 

Auch wenn es deinem Schützling nicht gefällt, eine Spritze zu bekommen: Danach kannst du mit gutem Gewissen mit ihm spazieren und herumtoben. Du musst nun keine Angst mehr haben, dass überall Gefahren in Form von Bakterien oder Viren auf ihn lauern können.

Eine Impfung bezeichnet den Vorgang, bei dem einem Lebewesen ein Impfstoff verabreicht wird. Das Ziel ist es, den Patienten immun gegen einen Erreger zu machen. Die Impfung beim Menschen unterscheidet sich kaum von der eines Hundes.

Bei der Impfung werden dem Patienten sehr geringe Mengen eine abgeschwächten oder toten Erregers verabreicht. Dadurch bildet das Immunsystem Antikörper gegen diesen Erreger, ohne das es  zum Ausbruch einer Krankheit kommt. Durch diese Antikörper ist der Patient immun gegen den Erreger.

In seltenen Fällen kann es zu allergischen Reaktionen oder dem Ausbruch einer Krankheit kommen. Jedoch ist die Gefahr, ohne Impfung an einer Krankheit zu verenden, viel größer. Deswegen wiegen die Nutzen einer Impfung die Risiken mit Leichtigkeit auf.

Keine Impfung ist verpflichtend, aber einige Impfungen sind sehr zu empfehlen. Ohne sie ist dein Hund nicht ausreichend geschützt und kann leicht tödlichen Krankheiten wie der Tollwut erliegen. In unserem Artikel findest du die wichtigsten Impfungen.

Die Wirkungsdauer von Impfungen ist abhängig von dem jeweiligen Wirkstoff. Wann du die Impfungen auffrischen musst, kann dir dein Tierarzt mithilfe des Impfpasses deines Hundes sagen.

Bild von Geprüft vom Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic
Geprüft vom Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic

Ich bin Tierarzt und Autor für Tiergesundheitsthemen. Tiere sind meine Leidenschaft und es ist mir ein persönliches Anliegen, medizinisch akkurate Artikel und Videos zu erstellen, um Tierbesitzer so gut es geht zu informieren.

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