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Kreuzbandriss beim Hund (Symptome, Ursachen, Tipps​)

Ein Kreuzbandriss ist eine der häufigsten orthopädischen Verletzungen beim Hund. Es handelt sich um einen anteiligen oder vollständigen Riss in einem oder in beiden Bändern. 

Dafür verantwortlich kann ein Unfall oder eine Überanstrengung des Kniegelenkes sein. Eine erfolgreiche Behandlung ist notwendig, damit der Bewegungsapparat deines Vierbeiners nicht dauerhaft eingeschränkt wird. So werden auch quälende Schmerzen ausbleiben und die Lebensfreude deines Lieblings bleibt erhalten.

Sicherlich ist die Behandlungsphase nicht gerade spaßig – weder für dich noch für deinen treusten Freund. Dennoch ist hier insbesondere deine Ruhe, Gelassenheit und Fürsorge angesagt.

Dein Fellträger muss spüren, dass er gut aufgehoben ist und du ihn bei der Heilungsphase unterstützt.

Was die Symptome eines Kreuzbandrisses sind, welche Arten es gibt, wie sie behandelt werden und weitere Tipps habe ich dir unten zusammengestellt.

Was ist ein Kreuzbandriss beim Hund?

Das Kreuzband ist eine wichtige dehnbare Sehne im Kniegelenk. Beide Bänder kreuzen sich im Zentrum des Kniegelenks, woher sie ihren Namen haben. Sie bestehen aus einer Konzentration elastischer Fasern, die gerade und parallel zueinander verlaufen. Zusätzlich werden sie durch stabilisierendes Bindegewebe miteinander verbunden.

Anatomisch betrachtet gibt es ein vorderes und hinteres Kreuzband. Beide Sehnen verbinden den Unterschenkel mit dem Oberschenkel. Sie sorgen mithilfe von Muskeln und Bindegewebe für die Beweglichkeit und Stabilität des Knies. 

Durch das Begrenzen der Streckbewegung des Schienbeins führen und stabilisieren die Sehnen das Gelenk während der Bewegung.

Die Symptome rechtzeitig erkennen

Bei ungünstigen Bedingungen für das Kreuzband, kann es zu einer Verletzung in Form von einem Riss kommen. Die Mediziner sprechen bei dem Phänomen auch von  einer Kreuzbandruptur

Dabei sind die Fasern des Bandes entweder teilweise beschädigt oder vollständig durchtrennt. Handelt es sich um eine teilweise Beschädigung, sind nur einzelne Fasern betroffen und eine frühzeitige Behandlung ist meistens erfolgreich. Allerdings muss mit einer Einschränkung von Beweglichkeit und Stabilität gerechnet werden. 

Die häufigste Beschädigung tritt beim vorderen Kreuzband auf. Ursache dafür sind starke Beanspruchung im Vergleich zum hinteren Band. Auch eine übermäßige Abnutzung aufgrund des Alters, übertriebene oder falsche Bewegungen sind Gründe. 

Man nimmt an, dass fehlerhafte Veränderungen im Skelett, hier vor allem in den Gliedmaßen und in den Gelenken sowie Störungen in der Durchblutung die Auslöser sind. Zum anderen kann auch eine genetische Veranlagung für einen Kreuzbandriss der Grund sein. 

Das erste erkennbare Symptom bei einem Kreuzbandriss ist die plötzlich einsetzende Einschränkung der Beinbewegung bis zur Lahmheit. Du erkennst die Verletzung, wenn dein Schützling ein Bein hinterher zieht, hinkt oder nur einen der beiden Hinterläufe richtig belastet. 

Oftmals kommt es vor, dass dein Liebling zu Beginn der Verletzung die Bewegung am betroffenen Bein nicht kontinuierlich einschränkt und immer wieder normal bewegt. Manchmal treten erst bei fortschreitenden Leiden verstärkt Schmerzen auf und dein Vierbeiner reagiert mit Fehlverhalten. 

Deswegen ist es wichtig auf Veränderungen im Bewegungsverhalten zu achten, bei Bedarf das Kniegelenk nach Schwellungen zu untersuchen und den Arzt aufzusuchen. 

Frühzeitig Behandeln

Die frühzeitige Behandlung eines Kreuzbandrisses ist für eine gute Heilung entscheidend. Erfolgt die Behandlung zu spät oder gar nicht, kommt es zum Ungleichgewicht bei der Verwendung Beines.  Dadurch folgt eine übermäßige Belastung anderer Gelenke. 

Begleitende Schäden einer vernachlässigten Ruptur entstehen häufig am Meniskus, also dem Knorpel im Knie. In diesem Fall wurde der organische Stoßdämpfer durch die anhaltende Instabilität des Knies zu stark beansprucht und ebenfalls beschädigt. 

Manchmal kannst du den Schaden sogar hören und bemerkst beim Gehen deines Vierbeiners ein ungewöhnlich knackendes Geräusch aus seinem Kniegelenk. 

Die Folgen sind starke Schmerzen und eine zunehmende Einschränkung der Bewegungen. Mit der Zeit kommen Arthrose an den Knochen, sowie Entzündungen und ein Abbau der Muskeln dazu. 

Spätestens jetzt hat dein Schützling starke Schmerzen und Einschränkungen der Bewegungen. Bald kann er gar nicht mehr gehen und seine Lebensfreude schwindet.

Die zwei Formen des Kreuzbandrisses

Die Medizin unterscheidet zwischen einer degenerativen oder traumatischen Ruptur. 

Die degenerative Form kann entstehen, wenn ständig zu hohe Anforderungen auf dem vorderen Kreuzband lasten. Dadurch werden die Fasern so weit beansprucht, dass sie schließlich reißen. Besonders davon betroffen sind Fellnasen mit einem schweren und sehr großen Körperbau. Denn bei ihnen sind die Gelenke dauerhaft stark belastet. 

Handelt es sich um einen traumatischen Kreuzbandriss, entstand die Beschädigung aufgrund eines Unfalls oder einer sehr starken Beanspruchung der Sehnen. Dazu zählen beispielsweise zu hohe und weite Sprünge sowie harte Landungen. 

Solche Aktionen ziehen oftmals ein unsicheres Auftreten der Pfoten oder falsche Bewegungen des Beines nach sich und belasten die Kniegelenke enorm. 

In den meisten Fällen reißen zu Beginn einer Verletzung erst einmal nur wenig Fasern des Kreuzbandes. Erst wenn keine Behandlung erfolgt, lösen sich immer mehr Fasern und das Band reißt ganz. 

Eine direkte komplette Ruptur kommt aber sehr selten vor und lässt auf eine schon vorhandene Schädigung rückschließen. Folgt keine schnelle Behandlung der Verletzung, wird die einseitige Belastung das zweite Kreuzband beeinträchtigen. 

Außerdem können Infektionen und Entzündungen entstehen und das Immunsystem deines zusätzlich belasten.

Wann muss dein Hund zum Arzt?

Sobald du Einschränkungen in den Beinbewegungen deines Schützlings bemerkst und diese nach drei Tagen immer noch bestehen, solltet ihr einen Tierarzt aufsuchen.

Verspürt dein Vierbeiner Schmerzen, zeigt er sie meistens durch Fiepen und Humpeln an. Falls er das betroffene Bein kaum mehr benutzen kann oder das Gehen ganz verweigert, solltest du mit ihm umgehend den Arzt aufsuchen. 

Von dem Leiden des Kreuzbandrisses am meisten betroffen sind übergewichtige und große Hunderassen. Zu nennen sind da beispielsweise Rottweiler, Neufundländer, Staffordshire Terrier, Boxer und Golden Retriever. 

In beiden Fällen sind übermäßige Bewegungen und lange Spaziergänge bis zur Klärung des auffallenden Verhaltens zu vermeiden.

Die Diagnose beim Kreuzbandriss

Um eine genaue Diagnose einer Ruptur beim Hund stellen zu können, muss der Tierarzt ihn orthopädisch untersuchen. Dazu führt er verschiedene Testverfahren durch. 

Handelt es sich bei dem Leiden um einen Riss am vorderen Kreuzbein, zeigt der Vierbeiner das sogenannte Schubladen-Phänomen und das Gelenk schwillt deutlich an. 

Der Arzt stellt mithilfe des sogenannten „Schubladen Tests“ die veränderte Beweglichkeit des Kniegelenkes und somit den Bandriss fest. Dazu hält er den Oberschenkel fest und versucht den Unterschenkel nach vorne zu schieben. 

Kann er die Bewegung stark nach hinten ausführen, weist dies auf einen Riss im hinteren Kreuzband hin. Hat sich im Kniegelenk bereits eine Arthrose manifestiert, erschwert dies die eindeutige Diagnose. 

Ebenfalls kann eine Verdickung des Knies eine vermeintliche Stabilisierung vortäuschen und das Untersuchungsverfahren wird unbrauchbar. 

In diesem Fall wendet der Arzt den sogenannten „Tibia Kompressionstest“ an. Dabei hält er das Kniegelenk in Strecklage sowie den Oberschenkel fest und beugt das Sprunggelenk. Ist im vorderen Kreuzband ein Riss vorhanden, weicht der Schienbeinkopf nach vorn aus und es kommt zu einer Translationsbewegung. Der Test lässt sich auf der Seite liegend sowie im Stehen durchführen. 

Wendet der Arzt stattdessen den Lachman-Test an, beugt er das Knie in 20-30 Grad. Anschließend umfasst er den Unterschenkel mit beiden Händen, drückt die Zeigefinger in die Kniekehle und zieht den Unterschenkel in Richtung Bauch. Ein vorhandener Kreuzbandriss lässt sich an der Verschiebbarkeit des Unterschenkels feststellen. 

Je nach Grad der Erkrankung oder Einschränkung und nach den zu erwartenden Schmerzen erhält der Liebling eine Narkose. Eine schmerzfreie Untersuchung nimmt deiner Fellnase die Angst und schützt ihn vor weiteren Problemen.

Die richtige Operation anwenden

Ist die Diagnose eines Kreuzbandrisses nicht sicher oder dein Hund hat nur eine verhältnismäßig geringe Bewegungseinschränkung? Dann beginnen einige Tierärzte die Behandlung mit Schmerzmitteln und entzündungshemmenden Spritzen.

Handelt es sich aber um eine Ruptur, bringt die Behandlungsweise auf Dauer kaum Erfolg und eine Operation wird notwendig. 

Vorher macht der Arzt ein Röntgenbild und informiert sich über den genauen Zustand des Kniegelenkes und die Art der Sehnenschädigung. Außerdem benötigt er das Bild für die richtige Durchführung der Operation. 

Welche der Methoden die beste für deinen Liebling ist, hängt von seiner Konstitution und der Verletzung ab. Zu den bewährten Methoden gehören: 

Der Bandersatz: Dabei handelt es sich um eine gängige Stütze für kleine Hunderassen außerhalb des Kniegelenkes. Im Vordergrund der Behandlung steht die Selbstheilung des Kreuzbandes. 

Die Risiken der Methode sind gering. Allerdings kann das Band erneut reißen und eine Folgebehandlung notwendig werden. 

Die TTA (Tibia Tuberosity Advancement): Dieser Eingriff ist für große und schwere Hunderassen gedacht. Dabei setzt der Arzt ein Produkt aus der Biomechanik ein und sorgt dadurch für die Stabilität des Gelenkes. Die Regeneration dauert längere Zeit, doch die Heilungschancen sind sehr gut und anhaltend. 

TPLO (Tibial Plateau Leveling Osteotomie): Diesen medizinischen Eingriff wendet man hauptsächlich bei sehr großen und schweren Hunderassen an. Der Arzt setzt dem Patienten Implantat-Platten ins Gelenk. Die Platten sorgen für eine geregelte Beweglichkeit und Stabilität beim Oberschenkel und beim Unterschenkel. 

Die Regeneration dauert längere Zeit, aber auch hierbei ist die Stabilität des Knies ziemlich sicher, und dein Pelzträger kann sein Bein später wieder gut belasten. 

Vor der Operation wird dein Vierbeiner in Vollnarkose versetzt, weshalb er in der Regel keinerlei Schmerzen verspürt und vom Geschehen nichts mitbekommt. 

Der Preis für die Operation hängt von verschiedenen Faktoren ab. Sie sind die Methode, die Konstitution des Patienten, die verwendeten Materialien und der Operateur selbst. 

Als Orientierungshilfe dienen die durchschnittlichen Preise für die üblichen drei Methoden: 

  • Ein Bandersatz kostet ab 700,- €.
  • Die TTA-Methode kostet ab 1.900,- €
  • Die TPLO-Methode kostet ab 2.100,- € 

Nach dem Eingriff und einer Ruhepause darf dein Liebling das Kniegelenk kaum belasten und muss es für einige Wochen schonen. Angelegte Bandagen stützen das Gelenk bei den Bewegungen. 

Eine Physiotherapie hilft dabei, die Muskeln zu stärken und das Gelenk zu stabilisieren. 

In der Regel ist die Heilung nach vier bis sechs Monaten abgeschlossen. 

Das Kreuzband ist komplett zusammengewachsen und richtig belastbar und dein Hund fast wieder der alte. In Zukunft solltest du für ein ideales Körpergewicht deines Vierbeiners sorgen und auf falsche Bewegungen achten.

Alternative Heilmethode anwenden?

Für manche Fellnasen ist das Risiko einer derartigen Operation einfach unglaublich groß. Vor allem bei chronisch kranken, stressempfindlichen, noch jungen oder schon älteren Tieren können Probleme auftreten. Häufige Gründe für eine alternative Heilmethode sind Herzkrankheiten und Unverträglichkeiten.

Die Methoden setzen auf die Selbstheilungskräfte des Hundes. Das geschädigte Kreuzband soll von selbst wieder zusammenwachen. Der Tierarzt hilft, indem er dem Patienten ein Schmerzmittel spritzt und zusätzliche Arzneimittel verschreibt. 

Die Bewegungen des Vierbeiners werden stark eingeschränkt und nur auf das wirklich Notwendige beschränkt. 

Er darf lediglich kurze Spaziergänge unternehmen und auch nur solange gehen bis er zu Humpeln beginnt. Bis zur gelungenen Selbstheilung kann es mindestens sechs Wochen dauern. 

Weigert sich dein Liebling überhaupt zu laufen und es quälen ihn starke Schmerzen, benötigt er wahrscheinlich andere Medikamente und mehr Ruhezeiten. Wichtig sind regelmäßige Untersuchungen zur Kontrolle vom Tierarzt. 

Du musst dafür sorgen, dass das Kreuzband nicht schief zusammenwächst, und auch der Meniskus keinen Schaden nimmt. Dazu solltest du auf untypische Bewegungen und Schwellungen Acht geben. 

Bei Bedarf legt der Arzt einen speziellen Verband an. Im schlimmsten Fall kann das gesunde Kreuzband noch mehr reißen. Möchtest du für eine Heilung ganz sicher gehen, solltest du mit dem Arzt über eine andere Therapie oder eine Operation sprechen.

Häufig gestellte Fragen

Das Kreuzband besteht aus zwei Sehnen die über das Knie verlaufen. Durch sie wird das Kniegelenk geführt und stabilisiert. Die Bänder ermöglichen überhaupt die Bewegung durch die Muskel.

Du kannst einen Kreuzbandriss daran erkennen, dass dein Hund schmerzen beim Laufen hat. Er wird fiepen und winseln. Außerdem ist die Bewegung seines Beines eingeschränkt, das erkennst du am Hinken oder Hinterherziehen der Pfote.

Wenn du den Verdacht auf einen Kreuzbandriss bei deinem Hund hast, kannst du für ihn nichts tun, außer ihn so schnell wie möglich zum Tierarzt zu bringen. Je schneller die Behandlung erfolgt, desto höher sind die Heilungschancen.

Mein Fazit

Vorbeugen ist die beste Medizin!

Ein Kreuzbandriss lässt sich in vielen Fällen vermeiden. Gut ist es, wenn dein Schützling sich vor dem Spielen warmläuft und die Muskeln dabei elastisch werden. Er sollte ausschließlich auf rutschfesten Böden laufen und nicht auf harten Grund aufspringen.

Außerdem sind übermäßig hohe und weite Sprünge sowie zu lange oder schnelle Laufaktionen zu vermeiden. Ausgiebige Pausen zwischen den Bewegungen entspannen die Muskeln und Sehnen.

Erste Anzeichen einer Veränderung im Bewegungsapparat solltest du ernst nehmen und beobachten. Kommt dein Vierbeiner frühzeitig in Behandlung, leidet er körperlich und seelisch deutlich weniger. Außerdem kannst du spätere Tierarztkosten einsparen. 

Mit der richtigen Haltung bleibt der Schützling gesund und hat Freude am Leben.

Verfasst von Sandra Maier
Verfasst von Sandra Maier

Ich bin Medizin Journalistin und spezialisiert auf das Thema Hunde Gesundheit. Ich bilde mich in diesem Themen laufend fort und aktualisiere regelmäßig die Artikel mit neuen Erkenntnissen und Tipps.

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