Magenschleimhautentzündung beim Hund

Tobte dein Hund letzte Woche noch ganz vergnügt durch den Park? Doch frisst er seit einigen Tagen nicht mehr so viel wie sonst? Will er dagegen ständig Wasser trinken und frisst Gras? Hat er sogar schon Schleim ausgebrochen?

Ursache dieser auffälligen Symptome kann eine Gastritis sein.

Entgegen der landläufigen Meinung beschränken sich Magenschleimhautentzündung, Magengeschwür und Gastroenteritis nicht nur auf uns Menschen. Auch unser bester Freund leidet häufiger darunter, als wir denken. 

Tiermediziner gehen sogar davon aus, dass bis zu 40% aller Hunde in Deutschland von einer akuten oder chronischen Gastritis betroffen sind. Die häufig zu spät diagnostiziert wird.

Was eine Gastritis ist, Ursachen und Symptome, wie sie behandelt werden kann und was du alles machen kannst, um eine Gastritis vorzubeugen. Das alles und ein paar wertvolle Tipps habe ich dir in diesem umfangreichen Ratgeber geschrieben.

Was genau ist eine Gastritis?

Mit Gastritis meint der Mediziner eine Entzündung der Magenschleimhaut. 

Wie beim Menschen ist auch der Hundemagen aus mehreren Schichten aufgebaut. Die innerste Schicht bildet die sogenannte Magenschleimhaut, die das Mageninnere wie das Innenfutter einer Tasche auskleidet. 

Sie verhindert, dass die aggressive Magensäure die anderen Magenschichten (Muskelschicht und Verschiebeschicht oder Adventitia) angreift und zersetzt. Ohne Magenschleimhaut würde sich der Magen wortwörtlich selbst verdauen.

Ganz wie sein wilder Urahn, der Wolf, hat jeder Hund einen sackähnlichen, äußerst dehnbaren Magen, in dem er große Mengen kaum zerkauter Nahrung innerhalb kürzester Zeit aufnehmen kann. 

Für Wölfe ist die Fähigkeit, innerhalb weniger Minuten mehrere Kilo Futter verschlingen zu können sogar lebenswichtig. 

Beim Hund führt heftiges Schlingen meist zu Problemen. Je mehr Inhalt der Magen fassen muss, desto mehr Magensäure produziert er auch.

Als Fleischfresser ist die Magensäure von Wölfen und Hunden besonders aggressiv und sauer. Der Grund: Fleisch enthält häufig gefährliche Bakterien, die im Magen schnell und zuverlässig abgetötet werden müssen. Außerdem muss die Magensäure auch Knochen, Sehnen und große Fleischstücke zerkleinern und zersetzen, damit der Hund die Nährstoffe verwerten kann.

Zu viel Magensäure im Magen deines Hundes greift aber nicht nur das Futter an, sondern auch seine Magenschleimhaut. Wurde die Magenschleimhaut durch Knochenstücke, Fremdkörper im Futter, verschlucktes Spielzeug, Chemikalien, Bakterien oder Medikamente beschädigt, gelangt Magensäure an die darunter liegenden Magenschichten und reizt diese. 

Die Folge sind Schmerzen, Übelkeit, lokale Entzündungsherde und Blutungen – eine akute Gastritis liegt vor.

Wie wirkt sich eine Magenschleimhautentzündung aus?

Kann sich die Magenschleimhaut nicht schnell regenerieren und bleibt die Reizung bestehen, breitet sie sich aus, zerstört noch mehr Magenschleimhaut und es kommt zu großflächigen Erosionen. Jetzt liegt eine chronische Magenschleimhautentzündung vor.

Häufig breitet sich die Entzündung auf den Dünndarm aus und wird zur Gastroenteritis.

Hat die Entzündung auch tiefere Gewebeschichten angegriffen, entsteht ein Magengeschwür. Dieses kann sich so tief in den Magen fressen, dass die Magenwand durchbricht und Mageninhalt in die Bauchhöhle gelangt. 

Dann befindet sich dein Hund in Lebensgefahr und nur eine Notoperation in der Tierklinik kann ihn retten!

Was sind die Ursachen?

Häufig „liegt der Hund im Futter begraben“. Dein Hund verträgt einzelne Bestandteile oder bestimmte Fleischsorten nicht oder ist sogar allergisch gegen bestimmte Zutaten. Fühlt sich der Hund nach dem Fressen sichtbar unwohl, erbricht oder verweigert das Futter, solltest du zunächst einmal die Futtermarke oder die Zusammensetzung ändern. 

Ein Fütterungstagebuch hilft dir, einen Überblick zu bekommen, wann und bei welchem Futter die Symptome auftreten, wegbleiben oder sich verschlimmern. Frisst dein Hund rohes Fleisch und Knochen, könnte auch ein Knochenstück die Magenschleimhaut verletzt und eine akute Gastritis verursacht haben.

Auch nicht artgerechtes oder qualitativ minderwertiges Futter schaden deinem Vierbeiner langfristig.

Das Schnitzel oder Kuchenstückchen von Herrchens Esstisch, das Wienerle zur Belohnung oder die Salamipizza, die dein Liebling so gerne mag, sind zwar gut gemeinte Liebesbeweise. Allerdings sind Salz, Zucker, Gewürze und künstliche Aromen aber Gift für ihn, denn sie reizen die Magenschleimhaut.

1. Pünktlich füttern und feste Fütterungsgewohnheiten

hunde training icon

Was viele Hundebesitzer nicht bedenken: Auch allzu regelmäßige Fütterungszeiten oder -gewohnheiten können eine Gastritis verursachen.

Hunde sind Gewohnheitstiere. Gibt es täglich zur gleichen Zeit sein Abendessen, passt sich seine innere Uhr diesem Rhythmus an. Sein Magen produziert um diese Zeit schon vorsorglich mehr Magensäure, schließlich soll ja gleich Futter zum Verdauen kommen. 

Kommt das Futter dann später oder gar nicht, kann die überschüssige Magensäure den Magen reizen. 

Das gleiche gilt, wenn Bello weiß, dass er immer Futter bekommt, sobald du zur Haustür hereinkommst. 

Ein größeres Zeitfenster bei der Fütterung oder feste Fütterungsroutinen wegzulassen helfen dem Vierbeiner, die Magensäureproduktion zu reduzieren.

2. Junge Hunde sind besonders anfällig

Junge Hunde haben einen ausgeprägten Spieltrieb und nehmen alles auf, was ihnen vor die Nase kommt. 

So können auch Fremdkörper wie Zweige, Steine, Glassplitter oder verdorbenes Fleisch in den Hundemagen gelangen und die Magenschleimhaut verletzen oder reizen. Auch so manches Hundespielzeug landet versehentlich zerkaut oder im Ganzen im Hundemagen, sei also achtsam, womit dein treuer Freund spielt!

3. Wintergastritis

Schnee Hund

War dein Liebling den ganzen Sommer und Herbst über fit und lebenslustig, aber im Winter ändert sich sein Verhalten und er ist apathisch, frisst wenig oder gar nicht, kann auch eine sogenannte Winter- oder Schneegastritis der Grund sein. 

Hunde fressen gerne Schnee. Leider verstecken sich im Schnee auch Rollsplit, Streusalz, Frostschutzmittel oder Fremdkörper, die die Magenschleimhaut schädigen.

Hat dein Hund viel Schnee gefressen, wird der Magen durch den Kälteschock schlecht durchblutet, auch das kann die Schleimhaut schädigen!

Am besten lässt du deinen Hund also gar keinen Schnee fressen, zumindest keinen Schnee vom Fahrbahn- oder Wegrand!

4. Medikamente als Ursache

Dein Hund hat vom Veterinär Medikamente wegen rheumatischer Beschwerden oder cortisolhaltige Präparate verschrieben bekommen? Vorsicht, diese können als Nebenwirkung eine Gastritis verursachen! Genauso schlecht für den Hundemagen sind Schmerzmittel!

Alle diesen Medikamenten gemeinsam ist, dass sie die Magenschleimhaut angreifen. 

Bei einem kurzfristigen Einsatz und zusätzlichen Gaben von Magenschutz-Präparaten passiert nicht viel und der Nutzen überwiegt eindeutig. Bei langfristiger Einnahme musst du aber genau auf das Fressverhalten und etwaige Symptome wie Unwohlsein, Reizbarkeit oder Erbrechen achten!

5. Bakterien als Ursache

Der Hundemagen ist kein Mülleimer, auch wenn dein treuer Freund bei großem Durst auch aus Pfützen oder abgestandenes Wasser trinkt und beim Futter vielleicht nicht wählerisch ist. 

Gelangen Bakterien in seinen Magen, produziert dieser mehr Magensäure, um die gefährlichen Keime abzutöten und verschleißt damit auch seine Magenschleimhaut. Besonders im Verdacht steht der kleine spiralförmige Keim Helicobacter pylori. 

Er ist sehr beweglich, heftet sich an die Epithelzellen der Magenschleimhaut und breitet sich so unbemerkt auf den kompletten Magen aus. 

Genau wie beim Menschen verursacht der Eindringling auch beim Hund Beschwerden wie Erbrechen, Schmerzen und erhöhte Magensäureproduktion und bleibt wegen der unspezifischen Symptome oft lange unentdeckt. So kann Helicobacter pylori auf Dauer eine Gastritis oder Gastroenteritis auslösen.

6. Magengeschwür - typische Folge von Stress?

Dogscooter Schlittenhund

„Hunde sind auch nur Menschen!“, sagt ein Sprichwort und trifft es damit auf den Punkt. 

Genau wie du durch zu viel Arbeit, familiäre Probleme oder außergewöhnliche Belastungen unter Stress stehst, kann auch dein Hund unter Stress leiden, der ihm auf den Magen schlägt.

Bei Arbeitshunden, Diensthunden der Polizei oder Feuerwehr oder Sporthunden wie Schlittenhunden oder Agility-Sportlern können häufiger Stresssymptome beobachtet werden. So hatten zum Beispiel rund 60% der Schlittenhunde, die 2003 am berühmten Hunderennen Iditarod teilnahmen, am Ende des Rennens durch den Wettkampfstress eine akute Gastritis entwickelt. Bei Rennbeginn waren alle Hunde noch gesund gewesen!

Die wilden Vorfahren unserer Haushunde hatten täglich um ihr Überleben zu kämpfen und mussten in Gefahrensituationen schnell flüchten oder kämpfen können. Dafür wurde der Muskeltonus auf Dauer erhöht, das Herz schlug schneller und pumpte das meiste Blut in die Extremitäten, um dort die Muskeln zu versorgen. 

Die Nahrungsverdauung war für diesen Vorgang hinderlich und bei Gefahr wurde unverdaute Nahrung aus dem Magen wieder erbrochen, die Muskulatur rund um den Magen verhärtete sich und die Durchblutung des Verdauungstraktes wurde auf das Notwendigste reduziert. 

Diese physiologischen Überlebensstrategien wurden vom Wolf genetisch an die Hunde vererbt und bei jeder Stresssituation spult der Körper dieses Programm ab. Dauert der Stress über Tage, Wochen oder Monate an, wird dieses Überlebensprogramm für Notfälle zum Dauerzustand und kann sich auf den Magen auswirken.

Ein neuer Hund in der Familie, ein verstorbenes Herrchen, ein „Lieblingsmensch“ in der Familie, der plötzlich nicht mehr da ist oder ein Umzug stressen Fiffi, Bello & Co.

Vielleicht bist du auch besonders sportlich und meinst, deinem vierbeinigen Freund etwas Gutes zu tun, wenn du mit ihm zum Joggen, Radfahren und Schwimmen gehst und ihn am Wochenende noch über den Agility-Parcours jagst. Manche Hunde brauchen ja auch viel Bewegung und Beschäftigung, dann ist das schon okay.

Reagiert dein Hund gereizt und mit geändertem Fressverhalten auf viel Bewegung und „Unterhaltung“, dann gönne ihm lieber öfters eine Pause in seinem Körbchen und geh ohne ihn zum Sport. Vielen Hunden reicht auch ein entspannter Spaziergang, es muss also nicht immer Agility sein.

Die Ursachen im Überblick

  • Hundefutter: Verdorbenes oder nicht artgerechtes Futter, Allergien gegen einzelne Zutaten/Bestandteile, zu viel oder zu kaltes Futter. (Vorsicht bei Hunde-Eis)
  • Fütterungsgewohnheiten: zu große Portionen, der Hund schlingt ohne zu kauen alles herunter, zu häufiges Füttern oder zu viele Leckerlies zwischendurch, nur eine Hauptfütterung statt mehrere Fütterungen
  • Verschmutztes Wasser
  • Keime im Futter oder Wasser (Helicobacter pyloris)
  • Medikamente: cortisolhaltige Präparate oder Schmerzmittel schädigen den Magen, Antirheumatika greifen die Magenschleimhaut an
  • Fremdkörper: der Hund hat etwas Unverdauliches aufgenommen, Spielzeug verschluckt oder sich an einem Knochen verletzt
  • Schnee fressen: Im Schnee kann Streusalz, Frostschutzmittel oder Rollsplitt enthalten sein. Zu viel Schnee vermindert die Durchblutung
  • Stress

Symptome einer Gastritis

Häufig zeigen Hunde recht unspezifische Symptome, weshalb eine Magenschleimhautentzündung oft unentdeckt bleibt und so chronisch wird.

Vielleicht hast du beobachtet, dass dein Hund weniger frisst oder beim Fressen plötzlich wählerisch ist. An einem Tag frisst er alles und viel und am nächsten Tag gar nichts oder nur ein paar Bissen eines bestimmten Futters. 

Nach dem Fressen sind viele Hunde dann unruhig oder gereizt und zeigen Anzeichen von Schmerzen oder Unwohlsein. Manche Hunde wollen ständig trinken, bevorzugt kaltes Wasser. Überschüssige Magensäure kann nämlich über einen geschädigten Magenschließmuskel in die Speiseröhre vordringen und diese schmerzhaft verätzen.

Sicher hattest du schon einmal Sodbrennen und weißt, wie schmerzhaft das ist. Dein Hund versucht nur, durch Trinken von kaltem Wasser das Brennen im Hals und im Bauch zu lindern.

Einige Hunde liegen plötzlich nur noch auf kühlen Flächen oder lecken sich ständig. Die meisten Hunde versuchen durch ständiges Gras fressen ihr Problem los zu werden.

Sichere Anzeichen einer Gastritis sind dagegen ein übler, säuerlicher Geruch aus dem Maul, Blut im Kot und das Erbrechen von Blut oder weißem bis gelblichem Schaum. Weil der Hund weniger frisst, verliert er oft an Gewicht, das Fell wirkt struppig und glanzlos.

Erbricht dein Hund morgens auf nüchternen Magen weißen Schaum oder gelbliche Flüssigkeit, ist auch das ein Zeichen für eine Übersäuerung des Magens.

Hat sich die Gastritis zum Magengeschwür entwickelt, blutet dieses oft. Dann ist der Hund apathisch und lustlos. Der Tierarzt stellt oft eine leichte bis mittelschwere Anämie fest. 

Weil der Magen nicht mehr richtig arbeitet, wird die Nahrung nicht mehr richtig zerkleinert und aufgespalten. Dem Hund fehlen wichtige Nährstoffe und er verliert Gewicht.

Mein Hund mäkelt am Futter!

hund hat hunger

Gerade unspezifische Symptome wie ein geändertes Fressverhalten werden vom Hundehalter oft fehlinterpretiert. Der Hund „mäkelt“ dann eben oder das Herrchen meint, er habe sich bei der letzten Mahlzeit überfressen. 

Auch häufiges Trinken wird gerade in den Sommermonaten nicht als Anzeichen einer Magenschleimhautentzündung interpretiert, sondern der Hund hat eben mehr Durst wegen der Hitze.

Erbrechen kurz nach dem Fressen oder morgens KANN ein Gastritis-Symptom sein. 

Andererseits kommt es bei roh gefütterten Hunden recht häufig zu Erbrechen, vor allem morgens, wenn der Hund unverdaute Knochenreste vom Vorabend auf diesem Wege wieder ausscheidet. 

Erbricht dein Hund dagegen Blut oder bricht er über einen längeren Zeitraum (fast) jeden Morgen weißen Schaum oder gelblich-weißliche Flüssigkeit ohne Futterbeimengung, ist ein Besuch beim Tierarzt angezeigt!

Licky Fits

Dalmatiner Lecken

Manche Hunde reagieren auf einen übersäuerten Magen mit plötzlichen Leckanfällen, sogenannten Licky Fits!

Der Hund 

  • leckt wie ferngesteuert alles in seiner Umgebung ab,
  • schmatzt und speichelt stark,
  • überstreckt den Hals, also wolle er einen Fremdkörper los werden und
  • schluckt leer.

Dabei wirkt er unruhig und getrieben, reagiert kaum noch auf dich und lässt sich kaum von seinem Tun abbringen. 

Nicht nur für dich ist ein solcher Anfall beunruhigend, auch dein Hund leidet darunter. Viele Hunde geraten selbst regelrecht in Panik. Außerdem kann der Hund beim unkontrollierten Lecken versehentlich Fremdkörper oder Giftstoffe aufnehmen.

Symptome einer chronischen Gastritis

Zeigt dein Hund eines oder mehrere dieser Symptome, leidet er womöglich an einer akuten oder chronischen Gastritis:

  • Futterverweigerung
  • Unruhe, Unwohlsein nach dem Fressen
  • Licky Fits – unkontrollierte Leckanfälle
  • der Hund will ständig (kaltes) Wasser trinken
  • häufiges Liegen auf kalten Flächen
  • ständiges Lecken am Körper
  • Erbrechen von weißlichem Schaum, gelblich-weißlicher Flüssigkeit oder Blut
  • blutiger Kot (Teerstuhl)
  • ständiges Fressen von Gras, Pflanzen oder Erde
  • verhärtete Muskulatur am Bauch, vor allem in der Magengegend
  • druckempfindlicher Bauch
  • Hund signalisiert Schmerzen
  • Apathie oder Gereiztheit, Gewichtsverlust, struppiges Fell

Diagnose und Behandlung

Hund beim Arzt

Eine akute oder chronische Gastritis sicher diagnostizieren kann nur der Tierarzt. 

Wichtig ist, dass du deinen Hund zuvor genau beobachtet hast und dem Veterinär auch alle deine Beobachtungen mitteilst. Der Tierarzt wird deinem Hund wahrscheinlich Blut abnehmen und ihn abtasten. Oft bringt aber auch erst eine endoskopische Untersuchung des Magen-Darm-Traktes Klarheit.

Im Akutfall verschreibt der Tierarzt meist einen Protonenpumpenhemmer wie Omeprazol oder Gastroguard ®. Das Medikament bremst die Magensäureproduktion, indem es die dafür benötigten Moleküle zerstört. Es muss nur einmal täglich gegeben werden. 

Eine Dauerlösung ist dies aber nicht, denn mit der Zeit erhöht der Körper einfach die Menge an Protonenpumpen und der Kreislauf beginnt von vorne. 

Bei bakterieller Gastritis verschreibt der Tierarzt Antibiotika.

Magenschleimhautentzündung homöopathisch behandeln

Homöopathie Globuli

Natürlich kannst du deinen Hund bei einer akuten oder chronischen Gastritis zumindest unterstützend homöopathisch behandeln.

Erbricht dein Hund und will nicht fressen, kann zum Beispiel Nux vomica helfen. Ist der Hund zudem apathisch und sehr anhänglich gegenüber seiner Bezugsperson und will nur auf kühlen Plätzen liegen, hilft mitunter Pulsatilla.

Letzteres Mittel hilft auch, wenn deinem Hund gerade der Verlust einer Bezugsperson oder anderer „seelischer“ Kummer auf den Magen schlägt.

Bei verdorbenem Futter oder Futterunverträglichkeit lindert Graphite schnell und wirksam die Beschwerden. Resultieren die Magenprobleme aus Stress, gibst du am besten Chamomilla.

Für eine genaue Diagnose und die Wahl der richtigen Globuli stellst du deinen Hund am besten einem erfahrenen Tierhomöopathen vor. Globuli werden dem Hund gewöhnlich in der Potenz C30 in Wasser aufgelöst verabreicht.

Diese Hausmittel helfen bei akuter Gastritis

Hausmittel Hund

Die Gastritis ist akut, aber der Tierarzt ist nicht da oder es ist Wochenende, dann ist guter Rat teuer. Kurzfristig kannst du deinem Hund auch mit Hausmitteln helfen.

Eine kreisende Massage am Bauch beruhigt deinen Hund und wirkt entspannend auf die angespannte Muskulatur. Angewärmte Handtücher oder ein Wärmekissen auf dem Bauch haben den gleichen Effekt.

Frisst dein Hund noch, sollte er ab jetzt nur noch Schonkost bekommen. Gekochtes Hühnchen und gekochter Reis oder gekochte Kartoffeln sind leicht verdaulich, liefern alle nötigen Vitamine und schonen den Magen. 

Achte darauf, den Reis ganz weich zu kochen, bis er eine fast breiige Konsistenz hat. Nur so bildet er Schleimstoffe aus, die sich wie ein Schutzfilm auf die Magenschleimhaut legen. Du kannst das Futter zusätzlich mit einem Löffel kaltem Naturjoghurt aufwerten, es liefert dem Vierbeiner zusätzliche Proteine und Mineralstoffe.

Will dein Hund gar nichts fressen, versuche es mit Hüttenkäse mit Honig. Hüttenkäse ist nährstoffreich und trotzdem magenschonend, Honig wirkt antibakteriell.

Roh gefütterte Hunde fressen jetzt lieber Dosenfutter. Achte auf die Inhaltsstoffe und greif auf Futter in Lebensmittelqualität zurück. 

Auch nach Abklingen der akuten Symptome kann eine Futterumstellung sinnvoll sein und bei chronischer Gastritis ist eine artgerechte aber magenschonende Ernährung Pflicht!

Heilerde oder Aktivkohle bindet schnell überschüssige Magensäure und hilft so schnell und kurzfristig gegen die Beschwerden. Die Heilerde wirkt im Hundemagen wie ein Schwamm, der die Magensäure aufsaugt.

Lauwarmer Kamillentee wirkt beruhigend und kühlend auf die gereizten Schleimhäute.

Vorbeugende Maßnahmen

Frisst dein Hund gewöhnlich schnell und große Portionen, hilft ein Anti-Schling-Napf. Unten findest du einen absoluten Bestseller mit sehr guter Formung für langsameres Fressen.

Statt ein oder zwei großen Portionen teilst du das Futter dann besser in mehrere kleinere Portionen über den Tag verteilt ein. Kleinere und zerkaute Futtermengen sind für den Magen weniger anstrengend und er muss weniger Magensäure produzieren.

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Frisst dein Hund Rohfutter mit vielen Knochen, gibst du ihm die weicheren, fleischigen Knochen lieber morgens. 

Das Protein im Fleisch regt nämlich die Magensäureproduktion an. Bei einer chronischen Gastritis können harte, fleischlose und stärker mineralisierte Knochen helfen, die Magensäureproduktion zu regulieren.

Sowohl Rohfutter als auch Dosenfutter verfütterst du am besten immer zimmerwarm. Zu kaltes Futter direkt aus dem Kühlschrank belastet den Magen. Aus dem gleichen Grund wird auch Hunde-Eis im Sommer oft schlecht vertragen. 

Gefrorene Knochen im Sommer oder Schnee fressen im Winter sind jetzt tabu!

Ruhe, kein Stress und absolute Schonung auch beim Hund!

Da Stress auch beim Hund Gastritis auslösen oder verschlimmern kann, ist eine beruhigende Umgebung, die Nähe zur Bezugsperson und viel Zuwendung jetzt wichtig. 

Aufregende Spaziergänge, Ortswechsel, lange Autofahrten und alles, was deinem Vierbeiner nicht so gut gefällt oder ihm Angst macht, vermeidest du jetzt lieber.

Ist dein Hund dein Sparringspartner im Sport, muss Bello jetzt Pause machen. Kleine Spaziergänge und ein paar Stöckchen zum Werfen sind in Ordnung, wenn Bello Lust dazu hat. 

Den Agility-Parcours meidet ihr jetzt aber lieber. Ansonsten braucht dein vierbeiniger Freund jetzt viel Schlaf, viele Streicheleinheiten und keinesfalls Aufregung oder Stress!

Mein Fazit

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Eine Gastritis muss auf jeden Fall diagnostiziert und behandelt werden, da dein Hund sehr darunter leidet. 

Selbst wenn manche Hunde nur geringe oder auch gar keine spezifischen Symptome zeigen und anscheinend gesund sind, können sie trotzdem Schmerzen haben, sich unwohl fühlen und langfristig an Nährstoffmangel, Blutarmut und anderen Folgeerscheinungen leiden.

Oft fällt den Besitzern erst nach einer erfolgreichen Behandlung auf, wie fit und aktiv ihr Familienbegleiter wirklich ist und wie sehr er gelitten haben muss.

Weiterführende Quellen:

rp-online.de
tier-natur-praxis.de

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