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3 Fakten zu Grasmilben beim Hund (Mit Notfalltipps)

Was es mit der Grasmilbe auf sich hat und welche Vorkehrungen du treffen kannst, damit deine Fellnase kein erhöhtes Risiko hat, zeige ich dir in diesem Ratgeber. Außerdem habe ich mir für diesen Artikel Beratung vom Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic eingeholt. Also sei gespannt!

Gras
Artikel Übersicht

Grasmilben sind äußerst lästige Störenfriede, die nicht nur uns Menschen eine Plage sein können, sondern auch unseren Vierbeinern.

Dabei handelt es sich nicht um die erwachsene Grasmilbe selbst, die bei manchen unserer Vierbeiner den enormen Juckreiz verursacht.

Es ist die Larve. Der starke Juckreiz kann bis zu einer Woche anhalten. Auch wenn die Larve kein direkter Infektionsüberträger ist, können die Folgen des Juckreizes Infektionen verursachen.

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Die Grasmilbe

Grasmilben gehören zu den Spinnentieren. Davon gibt es etwa 20.000 erforschte Arten. Die Grasmilbe gehört zu den Laufmilben.

Eigentlich handelt es sich bei der Grasmilbe streng genommen um die Erntemilbe (Neotrombicula autumnalis). Sie ist auch unter dem Namen Herbstmilbe oder Herbst-Grasmilbe bekannt.

Die echte Grasmilbe (Bryobia graminum) ist kleiner als die Erntemilbe und ihr Biss löst nicht so einen starken Juckreiz aus.

Grasmilben lieben warme Klimazonen. Sie kommen mittlerweile in ganz Mitteleuropa vor.

Die erwachsene Grasmilbe selbst lebt nicht wie ein Parasit. Die Übeltäter sind ihre Larven. Ihre Hochsaison verläuft von Mai bis Oktober.

Der Biss

Beim Biss sondern die Larven einen Stoff aus, der nach etwa drei bis 24 Stunden zum Juckreiz führt.

Der Biss selbst wird nicht gespürt, denn die Larve dringt mit ihrem Bisswerkzeug nur wenige Millimeter in die Haut ein. Die Larven ernähren sich von Gewebeflüssigkeit und von Lymphflüssigkeit, nicht vom Blut.

Dagegen sind erwachsene Grasmilben sozusagen Vegetarier. Sie ernähren sich von Pflanzensaft.

Die Larven selbst sind keine direkten Infektionsüberträger. Dennoch kann der starke Juckreiz und darauf folgendes Kratzen der Bissstellen zu sekundären Infektionen führen.

Wie erkenne ich eine Grasmilbe?

Milbe

Die Larve ist nur 0,2 bis 0,3 Millimeter groß und mit bloßem Auge schwer erkennbar.

Du kannst folgende Methode anwenden, um festzustellen, ob sie sich in deinem Garten eingenistet haben:

Lege bei einem trockenen sonnigen Tag ein weißes Tuch z.B. Küchenpapier oder ein weißes Blatt Papier auf den Rasen. Die reflektierende Oberfläche wird die Larven anziehen. Solltest du auf der Oberfläche des „Lockvogels“ orange bis rot gefärbte Flecken sehen, dann handelt es sich hier um Grasmilben.

Starker Regen und Frost zwingt die Milben dazu, sich etwa bis zu 50 cm in den Boden zu verkriechen.

Am liebsten mögen sie die Spitzen von Grashalmen, wenn das Wetter schön ist. Sollte der Rasen sehr nah zur Wohnung liegen, können sie sich auch in der Wohnung gemütlich machen.

Du kannst folgende Methoden anwenden, um zu erkennen, ob dein Vierbeiner von Grasmilben befallen ist: 

Sollte dein Liebling ein helles, nicht sehr dichtes Fell haben, wird es dir leichter fallen, die Milben aufzuspüren. Eine orange bis rötliche Kruste auf der Haut deines Schützlings könnte ein Zeichen für Milben sein.

Falls deine Fellnase zu dichtes Fell haben sollte, kannst du einen Kamm (z.B. Flohkamm) zu Hilfe nehmen. Lege ein weißes Tuch beim Kämmen unter. Streiche mit dem Kamm gegen den Haarwuchs. Sollten nach Ausschütteln des Kammes kleine orange bis rot gefärbte Partikel auf dem Tuch gelandet sein, dann sind es wahrscheinlich Grasmilben.

Inspiziere besonders folgende Partien:

  • Pfote, Zehen, auch Zwischenräume
  • Augenlid
  • Ohrbereich
  • Brust- und Bauchbereich
  • Schwanzwurzel
  • Rücken (wenn dein Hund sich gerne wälzt
Das sind die Bereiche, durch die dein Fellträger mit dem Boden oder Gras in Kontakt kommt und die Larven abstreicht.

Was sind die Symptome?

Die Larve sucht bei deinem Liebling eine dünne Hautstelle, in die sie reinbeißen kann. Nachdem die Larve die Hautoberfläche „aufgeritzt“ hat, gibt sie ein Sekret ab. Dadurch löst sich das Gewebe ab.

Das Sekret kann zu starkem Juckreiz führen. Dein Vierbeiner fängt an, sich zu kratzen, lecken und an den Stellen zu knabbern. 

Dabei können Wunden entstehen. Bakterielle Infektionen, Hautpilz, ein geschwächtes Immunsystem können die Folge sein.

Wie kann ich meinem Hund helfen?

Nicht alle Hunde haben nach einem Biss einer Milbenlarve starken Juckreiz. Reagiert dein Vierbeiner empfindlich auf die Milben, musst du ihn genau beobachten.

Er wird seinen Juckreiz mit kratzen, lecken und knabbern an der Bissstelle zu lindern versuchen. Dies führt allerdings zu Wunden.

Sollten die Stellen entzündet oder stark angegriffen sein, musst du sofort deinen Tierarzt einschalten. Dein Tierarzt wird sich die Hautpartien ansehen und eine geeignete Behandlung verordnen. Auch kann er nachschauen, ob es sich dabei wirklich um Grasmilben-Larven handelt oder sogar von einer Allergie die Rede ist.

Damit dein Schützling die lästigen Larven nicht zu lange bewirten muss, kannst du nach einem Spaziergang die Pfoten, Beine, Brust- und Bauchpartie mit lauwarmem Wasser gut abspülen. Vergiss dabei die Zwischenräume an den Zehen nicht. Falls er sich gewälzt haben sollte, am besten gleich komplett abspülen.

Wie bei einem Befall von Zecken oder Flöhen solltest du Decken, Kissen, Spielzeuge (Plüschtiere etc.), Hundebett etc. gut reinigen, um eine Ausweitung zu verhindern.

Vorkehrungen im Garten

Solltest du einen Garten mit Rasen haben, in dem dein Liebling gerne herumtollt, kannst du folgende Maßnahmen treffen:

  • Rasen wöchentlich mähen. Die Larven halten sich gerne an den Spitzen der Grashalme auf. Somit sperrst du ihnen ihren Lieblings-Aufenthaltsort.
  • Bitte beachte, dass Larven im Grasschnitt immer noch lebendig sind. Entsorge den Abfall nicht in deinem eigenen Komposthaufen, sondern bringe es zum nächsten Wertstoffhof oder -container.
  • Weiterer beliebter Aufenthaltsort der Plagegeister sind Moos. Moos kann sich zwischen dem Gras bilden. Deswegen ist es gut, wenn der Garten regelmäßig vertikutiert wird.
  • Den Rasen am besten Anfang Mai mit Kalk-Stickstoff düngen. Lass den rasen zunächst trocknen. Mähe ihn danach und gib die Düngung darauf.
  • Die Milben mögen Nässe nicht. Bewässere den Rasen regelmäßig. Das wird die Milben dazu zwingen, sich im Boden zu verstecken.

Gibt es eine Vorbeugung für meinen Hund?

Manche Fachseiten empfehlen für die Bekämpfung der lästigen Milben Teebaumöl. Dennoch solltest du beachten, dass Teebaumöl bei Hunden schwere Allergien auslösen kann. Es ist besser, wenn dein Tierarzt das entscheidet und wenn nötig, ein Präparat verschreibt, dem Teebaumöl zugesetzt ist. Auch kann er dir ein geeignetes Parasiten-Shampoo empfehlen.

Du kannst vor dem Gassigehen deinen Schützling mit Bio-Kokosöl einreiben. Kokosöl hilft zudem den Juckreiz zu mildern und die betroffenen Stellen schneller zu heilen. Es hat einen sehr hohen Laurinsäure-Gehalt. Das mögen die Parasiten gar nicht.

Wie du das Kokosöl anwenden sollst und weitere Tipps dazu kannst du auf unserer Seite für Kokosöl erfahren.

Dennoch solltest du deinen Hund regelmäßig kontrollieren, da die pflanzlichen Mittel nicht 100%igen Schutz gewähren.

Milben lieben Wiesen und Wälder. Ändere während der Saisonzeit der Larven (Mai – Oktober) die Route Eures Spaziergangs und ziehe Straßen vor.

Gehe am Morgen spazieren, da die Milben um die Zeit nicht so aktiv sind.

Solltest du doch mit deinem Liebsten durch die Wiese gestrichen sein, wasche ihn mit lauwarmem Wasser gründlich ab.

Kontrolliere nach jedem Spaziergang das Fell deines Vierbeiners nach eventuellem Befall.

Häufig gestellte Fragen

Als Grasmilben werden umgangssprachlich die Larven der Erntemilbe bezeichnet. Diese Larven können deinen Hund befallen und starken Juckreiz auslösen. Sie kommen vermehrt im Sommer auf den Spitzen von Grashalmen in Wiesen vor.

Milben sind kleine Spinnentiere, die fast überall vorkommen. Es gibt Arten, die im Fell gesunder Hunde leben und keine Probleme verursachen. Es gibt jedoch auch solche, die starken Juckreiz und Hauterkrankungen auslösen können.

Die meisten Milben sind nicht vom Hund auf den Menschen übertragbar. Manche Arten können aber auch bei Menschen Juckreiz und Rötungen verursachen. 

Das offensichtlichste Symptom eines Milbenbefalls ist starker Juckreiz. Kratzt sich dein Hund öfter als normal, solltest du sein Fell untersuchen. Findest du dunkle Körner, die sich bei Kontakt mit Wasser rot färben, dann spricht das sehr wahrscheinlich für einen Milbenbefall.

Die Behandlung richtet sich je nach Milbenart, von der dein Schützling befallen ist. Deswegen solltest du ihn zum Tierarzt bringen. Achte während der Zeit des Milbenbefalls übermäßig auf eine ausreichende Hygiene und behandle unbedingt alle deine Hunde.

Erwärmtes Kokosöl kann den Juckreiz stillen und die Milben auf der Haut ersticken. Achte unbedingt darauf, dass es nicht zu heiß ist, sondern gerade so warm, dass es flüssig wird. Außerdem können Teebaumöl und Neemöl, sowie Lachsölpräparate helfen.

Empfehlung vom Tierarzt

Einen 100% wirkenden Schutz gegen Grasmilben-Larven gibt es nicht.

Die gute Nachricht bei Grasmilben ist, dass sie keine direkten Krankheitsüberträger sind.

Dennoch sind sie lästig, weil sie bei manchen Hunden zu starkem Juckreiz führen können, was sekundäre Infektionsrisiken mit sich bringt.

Ich empfehle dir, dass du bei einem starken Juckreiz erst gar nicht lange wartest und deinen Tierarzt konsultierst. Er kann nach einer intensiven Untersuchung entscheiden, ob wirklich Grasmilben am Werk sind oder ein anderer Parasit

Auch kann er feststellen, ob es sich dabei um einen „normalen“ Juckreiz handelt oder gar um eine Allergie. Demnach werden sich die Behandlungsmethoden ändern.

Wichtig ist, dass dein liebster Freund so schnell und behutsam wie möglich, von diesen Parasiten erlöst wird.

Geprüft vom Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic
Geprüft vom Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic

Ich bin Tierarzt und Autor für Tiergesundheitsthemen. Tiere sind meine Leidenschaft und es ist mir ein persönliches Anliegen, medizinisch akkurate Artikel und Videos zu erstellen, um Tierbesitzer so gut es geht zu informieren.

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