Juckreiz

Grasmilben beim Hund (Erkennen, Behandeln, Vorbeugen​)

Geschrieben von:

Enrico
Enrico

Einer der größten Störenfriede, die nicht nur uns Menschen eine Plage sein können, sondern auch unseren Vierbeinern.

Dabei handelt es sich nicht um die erwachsene Grasmilbe selbst, die bei manchen unserer Vierbeiner den enormen Juckreiz verursacht.

Es ist die Larve. Der starke Juckreiz kann bis zu einer Woche anhalten. Auch wenn die Larve kein direkter Infektionsüberträger ist, können die Folgen des Juckreizes Infektionen verursachen.

Was es mit der Grasmilbe auf sich hat, welche Vorkehrungen Du treffen kannst, damit Dein treuster Freund kein erhöhtes Risiko hat, habe ich Dir alles unten zusammengefasst.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen und viel Erfolg bei deinen Maßnahmen 😊

Die Grasmilbe

Grasmilben gehören zu den Spinnentieren. Davon gibt es etwa 20.000 erforschte Arten. Die Grasmilbe gehört zu den Laufmilben. 

Eigentlich handelt es sich streng genommen bei der Grasmilbe um die Erntemilbe (Neotrombicula autumnalis). Sie ist auch unter dem Namen Herbstmilbe oder Herbst-Grasmilbe bekannt.

Die echte Grasmilbe (Bryobia graminum) ist kleiner als die Erntemilbe und ihr Biss löst nicht so einen starken Juckreiz aus.

Grasmilben lieben warme Klimazonen. Sie kommen mittlerweile in ganz Mitteleuropa vor.

Die erwachsene Grasmilbe selbst lebt nicht wie ein Parasit. Es sind die Larven. Ihre Hochsaison ist Mai bis Oktober.

Der Biss

Beim Biss sondern die Larven einen Stoff aus, der nach etwa 3 bis 24 Stunden zum Juckreiz führt. Der Biss selbst wird nicht gespürt.

Denn die Larve dringt mit seinem Bisswerkzeug nur sehr wenige Millimeter in die Haut ein. Die Larven ernähren sich vom Zellsaft und von der Lymphflüssigkeit, nicht von Blut.

Dagegen sind erwachsene Grasmilben sozusagen Vegetarier. Sie ernähren sich von Pflanzensaft.

Die Larven selbst sind keine direkten Infektionsüberträger. Dennoch kann der starke Juckreiz und das Wund kratzen der Bissstellen zu sekundären Infektionen führen.

Wie kann ich eine Grasmilbe erkennen und wo halten sie sich auf?

Interessant: Die Larve ist nur 0,2 bis 0,3 Millimeter groß und mit bloßem Auge schwer erkennbar.

Du kannst folgende Methode anwenden, um festzustellen, ob sie sich in deinem Garten eingenistet haben:

Lege bei einem trockenen sonnigen Tag ein weißes Tuch (z.B. Küchenpapier) oder ein weißes Blatt Papier auf den Rasen. Die reflektierende Oberfläche wird die Larven anziehen. Solltest du auf der Oberfläche des „Lockvogels“ orange bis rot gefärbte Flecken sehen, dann handelt es sich hier um Grasmilben.

Starker Regen, Frost zwingt die Milben dazu, sich etwa bis zu 50 cm in den Boden zu verziehen.

Am liebsten mögen sie die Spitzen von Grashalmen, wenn das Wetter schön ist. Sollte der Rasen sehr nah zur Wohnung liegen, können sie sich auch in der Wohnung gemütlich machen.

Du kannst folgende Methoden anwenden, um zu erkennen, ob dein Hund von Grasmilben befallen ist: 

Sollte dein Hund ein helles Fell haben und es nicht sehr dicht sein, wird es für dich leichter sein. Eine orangene bis rötliche Kruste auf der Haut deines Hundes könnte ein Zeichen für Milben sein.

Falls dein Hund zu dichtes Fell haben sollte, kannst du einen Kamm (z.B. Flohkamm) zu Hilfe nehmen. Lege unter deinen Hund ein weißes Tuch. Streiche mit dem Kamm gegen den Haarwuchs. Sollten nach ausschütteln des Kammes kleine orange bis rot gefärbte Partikel auf dem Tuch gelandet sein, dann sind es Grasmilben.

Inspiziere besonders folgende Partien:

  • Pfote, Zehen, auch Zwischenräume
  • Augenlid
  • Ohrbereich
  • Brust- und Bauchbereich
  • Schwanzwurzel
  • Rücken (wenn dein Hund sich gerne wälzt
Das sind die Bereiche, durch die dein Hund mit dem Boden oder Gras in Kontakt kommt und die Larven abstreicht.

Was sind die Symptome?

Die Larve sucht bei deinem Hund eine dünne Hautstelle, wo sie reinbeißen kann. Nachdem die Larve die Hautoberfläche „aufgeritzt“ hat, gibt sie ein Sekret ab. Somit löst sich das Gewebe ab.

Der Sekret kann zu starkem Juckreiz führen. Der Hund fängt an, sich zu kratzen, lecken und an den Stellen zu knabbern. 

Dabei besteht das Risiko, dass an den Stellen Wunden entstehen. Bakterielle Infektionen, Hautpilz, ein geschwächtes Immunsystem können die Folge sein.

Wie kann ich meinen Hund helfen?

Nicht alle Hunde haben nach einem Biss einer Milbenlarve starken Juckreiz. Sollte es dennoch passieren, musst du deinen Hund gut beobachten.

Dein Hund wird seinen Juckreiz mit kratzen, lecken und knabbern an der Bissstelle zu lindern versuchen. Dies führt allerdings zu Wunden.

Sollten die Stellen entzündet oder stark angegriffen sein, sofort deinen Tierarzt einschalten. Dein Tierarzt wird sich die Hautpartien ansehen und eine geeignete Behandlung verordnen. Auch kann er nachschauen, ob es sich dabei wirklich um Grasmilben-Larven handelt oder sogar von einer Allergie die Rede ist.

Damit dein Hund die lästigen Larven nicht zu lange bewirten muss, kannst du nach einem Spaziergang die Pfoten, Beine, Brust- und Bauchpartie deines Hundes mit lauwarmem Wasser gut abspülen. Vergiss dabei die Zwischenräume an den Zehen nicht. Falls er sich gewälzt haben sollte, am besten gleich komplett abspülen.

Wie bei einem Befall von Zecken oder Flöhen solltest du Decken, Kissen, Spielzeuge (Plüschtiere etc.), Hundebett etc. gut reinigen, um eine Ausweitung zu verhindern.

Vorkehrungen im Garten

Solltest du einen Garten mit Rasen haben, in dem dein Liebling gerne herumtollt, kannst du folgende Maßnahmen treffen:

  • Rasen wöchentlich mähen. Die Larven halten sich gerne an den Spitzen der Grashalme auf. Somit sperrst du ihnen ihren Lieblings-Aufenthaltsort.
  • Bitte beachte, dass Larven im Grasschnitt immer noch lebendig sind. Entsorge den Abfall nicht in deinem eigenen Komposthaufen, sondern bringe es zum nächsten Wertstoffhof oder -container.
  • Weiterer beliebter Aufenthaltsort der Plagegeister sind Moos. Moos kann sich zischen dem Gras bilden. Deswegen ist es gut, wenn der Garten regelmäßig vertikutiert wird.
  • Den Rasen am besten Anfang Mai mit Kalk-Stickstoff düngen. Lass den rasen zunächst trocknen. Mähe es danach und gebe die Düngung auf.
  • Die Milben mögen Nässe nicht. Bewässere den Rasen regelmäßig. Das wird die Milben dazu zwingen, sich im Boden zu verstecken.

Gibt es eine Vorbeugung für meinen Hund?

Vorbeugen

Einen 100% wirkenden Schutz gegen Grasmilben-Larven gibt es nicht.

Manche Fachseiten empfehlen für die Bekämpfung der lästigen Milben Teebaumöl. Dennoch solltest du beachten, dass Teebaumöl bei Hunden schwere Allergien auslösen kann. Es ist besser, wenn dein Tierarzt das entscheidet und wenn nötig, ein Präparat verschreibt, dem Teebaumöl zugesetzt ist. Auch kann er dir ein geeignetes Parasiten-Shampoo empfehlen.

Du kannst vor dem Gassigehen deinen Hund mit Bio-Kokosöl einreiben. Kokosöl hilft zudem den Juckreiz zu mildern und die betroffenen Stellen schneller zu heilen. Es hat einen sehr hohen Laurinsäure-Gehalt, was die Viecher gar nicht mögen.

Wie du das Kokosöl anwenden sollst und weitere Tipps dazu kannst du auf unserer Seite für Kokosöl erfahren.

Dennoch solltest du deinen Hund regelmäßig kontrollieren, da die pflanzlichen Mittel nicht 100%igen Schutz gewähren.

Milben lieben Wiesen und Wälder. Ändere während der Saisonzeit der Larven (Mai – Oktober) die Route Eures Spaziergangs und ziehe Straßen vor.

Gehe am Morgen spazieren, da die Milben um die Zeit nicht so aktiv sind.

Solltest du doch mit deinem Liebsten durch die Wiese gestrichen sein, wasche ihn mit lauwarmem Wasser gründlich ab.

Kontrolliere nach jedem Spaziergang das Fell Deines Hundes nach eventuellem Befall.

Mein Fazit

Die gute Nachricht bei Grasmilben ist, sie sind keine direkten Krankheitsüberträger.

Dennoch lästig, weil sie bei manchen Hunden zu starkem Juckreiz führen können, was sekundäre Infektionsrisiken mit sich bringt.

Ich empfehle dir, dass du bei einem starken Juckreiz erst gar nicht lange wartest und deinen Tierarzt konsultierst. Er kann nach einer intensiven Untersuchung entscheiden, ob wirklich Grasmilben am Werk sind oder ein anderer Parasit. 

Auch kann er feststellen, ob es sich dabei um einen „normalen“ Juckreiz handelt oder gar um eine Allergie. Demnach werden sich die Behandlungsmethoden ändern.

Wichtig ist, dass dein liebster Freund so schnell und behutsam wie möglich, von seinem Leid erlöst wird.

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