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Ohrmilben beim Hund? (Das kannst du dagegen tun)

Kratzt sich dein Hund sehr häufig? Zeigt er ungewöhnliche Verhaltensweisen mit dem Kopf und Ohren? Dann könnte es sich um Ohrmilben handeln. Wie du jetzt am besten reagierst und machen kannst, zeigen wir in diesem Ratgeber.

Außerdem haben wir uns für diesen Artikel Beratung vom Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic eingeholt.

Ohrmilben Hund
Artikel Übersicht

Eine Infektion mit diesem Parasiten wir Ohrräude genannt und ist für deinen Schützling äußerst unangenehm. Sie kann unbehandelt zu schweren gesundheitlichen Schäden führen. 

Was genau eine Ohrräude ist, was die Symptome sind, wie sie behandelt werden kann und wie du der Infektion am besten vorbeugst, erfährst du in diesem Artikel.

Was sind Ohrmilben beim Hund?

In unserem großen Ratgeber zu Milben haben wir dir unter anderem die Ohrmilbe vorgestellt. Bei Ohrmilben handelt es sich um Parasiten, die auch unter den Bezeichnungen „Räudemilben“ oder „Otodectes cynotis“ bekannt sind. Es sind winzig kleine Tierchen, die mit den bloßen Augen kaum zu erkennen sind.

Ein Befall bei Hunden kommt recht selten vor und tritt vor allem bei jungen Tieren auf. Erfahrungsgemäß toleriert der betroffene Wirt die Ohrmilben relativ gut. Deswegen werden sie meist erst erkannt, wenn sich die Infektion schon stark ausgebreitet hat. 

Räudemilben besiedeln bevorzugt die Ohren, die Ohrmuschel und den äußeren Gehörgang von fleischfressenden Tieren. Dort ernähren sie sich von Ohrenschmalz und Hautschuppen. 

Haben sie von einem Hörorgan erst einmal Besitz genommen, vermehren sie sich rasant und breiten sich immer mehr aus. Die Weibchen legen 15 bis 20 Eier, und nach drei Wochen schlüpfen die Nachkommen aus.

Symptome erkennen

Ist dein Hund mit den Parasiten infiziert, erkennst du dies an ungewöhnlichem Verhalten. Wegen des starken Juckreiz, den die Milben verursachen, wird dein Schützling versuchen seine Qualen zu lindern durch:

  • Intensives Kratzen am befallenen Ohr 
  • Reiben des Kopfes an harten Gegenständen und am Boden 
  • Unkoordinierte Kopfbewegungen 
  • Schütteln des Kopfes beziehungsweise der Ohren
Hält der Befall an und die Milben breiten sich immer weiter aus, verstärken sich auch die körperlichen Symptome:
 
  • Die Ohren zeigen eine braun-schwarze Verschmutzung 
  • Die Haut zeigt Abschürfungen, Verkrustungen, verstärkte Schuppenbildung, rote Stellen oder Blutungen 
  • Fellhaare an den Ohren fallen ab und kahle Stellen entstehen 
  • Die Menge an Ohrenschmalz verstärkt sich 
  • Das Tier hält des Öfteren den Kopf schief 
  • Das Ohr ist abgeknickt oder hängt 
  • Der Hund ist unruhig, wirkt krank und fiept 
  • Er zeigt beim Gehen Gleichgewichtsstörungen
Die Zunahme von Ohrenschmalz entsteht durch den Speichel, den die Milben auf der Haut ausbringen. Das Sekret schafft die ideale Voraussetzung für die Ausbreitung von Keimen und Bakterien. Die Folge ist eine bakterielle Infektion.
 
Durch eine späte Behandlung und Verschleppung der Krankheit kann dein Vierbeiner zusätzliche gesundheitliche Schäden erleiden:

  • Eine schwer zu behandelnde Mittelohrentzündung 
  • Eine Beschädigung des Trommelfells 
  • Dauerhafte Taubheit 
  • Ein sogenanntes Blutohr, bei der in der Ohrmuschel ein Bluterguss entsteht. Die Behandlung muss der Tierarzt unter Narkose durchführen.

Die Untersuchung durch den Tierarzt

Eine Ohrräude verschwindet nicht von selbst, und die medizinische Behandlung sollte so früh wie möglich erfolgen. Stellst du einen anhaltenden Juckreiz bei deiner Fellnase fest, müsst ihr sofort zum Tierarzt gehen. 

Die Untersuchung ist nicht einfach, da die kleinen Lebewesen sehr schwer zu entdecken sind. Ein kompetenter Arzt betrachtet deinen Vierbeiner zu aller erst ganzheitlich, macht sich einen Eindruck von seinem Allgemeinzustand und misst Fieber. 

Anschließend untersucht er die Ohren nach Spuren von Parasiten und stellt fest, ob bereits eine bakterielle Entzündung vorliegt. Für diese Untersuchung verwendet er ein Otoskop. 

Das ist ein handliches medizinisches Gerät mit einer beleuchteten Lupe. Mit diesem kann man den Gehörgang und das Trommelfell schonend und sehr genau untersuchen. Die Milben reagieren auf das Licht des Otoskops, werden beweglicher und sind dadurch leichter zu entdecken.

Im Anschluss an die Untersuchung nimmt der Arzt einen Abstrich am Innenbereich des Ohres und untersucht diesen anhand eines Mikroskops nach den Milben und deren Eier.

Die richtige Behandlung

Ohrenentzündung Hund

Stellt dein Arzt die Ohrräude sicher fest, beginnt die Behandlung. Er reinigt die Ohren gründlich, sucht sie nach möglichen Schäden ab und testet die Funktion des Trommelfells. 

Ist das Trommelfell geschädigt, muss er tiefer greifende medizinische Maßnahmen vornehmen. Ist das Trommelfell intakt, verwendet er  spezielle Milben abtötende Ohrentropfen. 

Die Ohrentropfen mildern außerdem den Juckreiz, wodurch die Entstehung weiterer Schäden am Ohr und Infektionen verhindert werden. Die Behandlung findet je nach Ohrentropfen 1-3 mal täglich statt. In der Regel wirken die Tropfen rasch. Die meisten Milben sind nach den ersten Anwendungen vernichtet und es tauchen keine weiteren Parasiten mehr auf.  

Damit aber auch noch mögliche übrig gebliebene Eier und neu ausgeschlüpfte Parasiten verschwinden, erfolgt eine wiederholte Behandlung nach einer Pause von ungefähr einer Woche. Konnte die Infektion sich schon sehr stark ausprägen, kann das tägliche Auftragen der Salbe notwendig werden. 

Nach ungefähr drei Wochen Behandlungsdauer ist ein erneuter Besuch beim Tierarzt ratsam. Dieser stellt anhand einer weiteren Untersuchung fest, ob auch alle Plagegeister beseitigt sind. 

Falls zusätzlich zum Milbenbefall eine Entzündung des Gehörgangs entstanden ist, wird dein Tierarzt eventuell ein Antibiotikum verschreiben. Oftmals empfiehlt er zusätzlich ein sogenanntes Spot-On Präparat zur Behandlung von Ohrmilben. Dieses trägst du auf den Nacken deines Schützlings auf, wo er mit dem Maul nicht hinkommt und es ablecken kann. 

Damit dein Vierbeiner keine dauerhaften Beeinträchtigungen seiner Gesundheit erleiden muss, ist die rechtzeitige und gründliche Behandlung notwendig. Eine Milbe hat einen Überlebenszeitraum von ungefähr 21 Tagen. 

Dabei fühlen sie sich nicht nur im Ohr  wohl, sondern können auch außerhalb einige Wochen überleben. Bei einer Infektion ist es ratsam, das Halsband und dein Schlafplatz deines Lieblings gründlich zu reinigen. 

Leben in deinem Haushalt noch andere Vierbeiner? Dann sollten Sie ebenfalls untersucht werden. Außerdem solltest du den Kontakt deines treuen Begleiters mit anderen Tieren nach Möglichkeit vermeiden. Sie können sich nämlich gegenseitig einstecken.

Wie du einen erneuten Milbenbefall vorbeugst

Bestimmte Vorsichtsmaßnahmen verhindern eine Ohrräude:

Wichtig ist eine regelmäßige und sanfte Reinigung der Ohren. 

Dazu gut geeignet sind Feuchttücher für Babys. Sie sind in Drogeriemärkten und Supermärkten erhältlich. Sie sollten pH-neutral und ohne Duftstoffe sein.

Gegen leichte Reizungen kann Kamillentee helfen. Dazu gibst du einige Tropfen auf einen Wattebausch und reinigst den äußeren Bereich der Ohrmuschel. 

Reinige den inneren Ohrbereich und den Gehörgang nicht mit Wattestäbchen. Auf diese Weise kann das empfindliche Trommelfell leicht Schaden nehmen.

Häufig gestellte Fragen

Milben sind kleine Spinnentiere, die fast überall Vorkommen. Es gibt Arten, die im Fell gesunder Hunde leben und keine Probleme verursachen. Es gibt jedoch auch solche, die starken Juckreiz und Hauterkrankungen auslösen können.

Die meisten Milben sind nicht vom Hund auf den Menschen übertragbar. Manche Arten können aber auch bei Menschen Juckreiz und Rötungen verursachen. 

Das offensichtlichste Symptom eines Milbenbefalls ist starker Juckreiz. Kratzt sich dein Hund öfter als normal, solltest du sein Fell untersuchen. Findest du dunkle Körner, die sich bei Kontakt mit Wasser rot färben, dann spricht das sehr wahrscheinlich für einen Milbenbefall.

Die Behandlung richtet sich je nach Milbenart, von der dein Schützling befallen ist. Deswegen solltest du ihn zum Tierarzt bringen. Achte während der Zeit des Milbenbefalls übermäßig auf eine ausreichende Hygiene und behandle unbedingt alle deine Hunde.

Erwärmtes Kokosöl kann den Juckreiz stillen und die Milben auf der Haut ersticken. Achte unbedingt darauf, dass es nicht heiß ist, sondern gerade so warm, dass es flüssig wird. Außerdem können Teebaumöl und Neemöl, sowie Lachsölpräparate helfen.

Empfehlung vom Tierarzt

Nicht jeder Juckreiz am Ohr muss unbedingt auf Ohrmilben deuten.

Dennoch solltest du deinen Hund bei auffälligen Verhaltensänderungen gut beobachten. Wenn sich die Auffälligkeiten über 2 Tage halten, musst du reagieren.

Nimm Kontakt mit deinem Tierarzt oder einem Tierheilpraktiker auf, damit eine sichere Diagnose gestellt werden kann. Ohne eine genaue Diagnose kann jede Behandlung scheitern – auch wenn sie noch so gut gemeint ist.

Geprüft vom Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic
Geprüft vom Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic

Ich bin Tierarzt und Autor für Tiergesundheitsthemen. Tiere sind meine Leidenschaft und es ist mir ein persönliches Anliegen, medizinisch akkurate Artikel und Videos zu erstellen, um Tierbesitzer so gut es geht zu informieren.

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