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Morbus Addison beim Hund (Ursache, Diagnose, Behandlung)

Bei Morbus Addison handelt es sich um eine seltene aber schwere Krankheit, die sogenannte Nebenniereninsuffizienz oder Hypoadrenokortizismus, wie sie in der Fachsprache genannt wird.  Wir haben uns für diesen Artikel Beratung vom Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic eingeholt um den bestmöglichen Inhalt für dich als Leser zu bieten. 

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Artikel Übersicht

Was ist Morbus Addison?

Der Name Morbus Addison bezieht sich auf den Entdecker Thomas Addison. Der englische Chefarzt beschrieb bereits im Jahre 1855 die Unterfunktion der Nebennieren und die daraus resultierenden Folgen für den menschlichen Körper.

Stellt der Tierarzt beim Hund die Addison-Krankheit fest, leidet dieser unter einer krankhaften Schädigung oder einem Funktionsausfall der Nebennieren beziehungsweise der Nebennierenrinde. Das Nebennierengewebe ist dauerhaft zerstört. 

Die Nebennieren befinden sich beim Vierbeiner vor den vorderen Nierenpolen. Ihre Aufgabe besteht in der Herstellung von Gluko-Kortikoiden und Mineral-Kortikoiden. 

Es handelt sich um Hormone, die für lebenswichtigste Funktionen im Körper verantwortlich sind. Sie beeinflussen unter anderem den Energiehaushalt, den Stressausgleich, den Bestand von Natrium und Kalium, den Wasserhaushalt sowie die Herzfunktion.

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Verschiedenen Formen der Erkrankung

Die medizinische Wissenschaft unterscheidet drei Formen von Morbus Addison:

Die primäre Form: Zeigt vor allem einen niedrigen Wert der Hormone Glukokortikoide und Mineral-Kortikoide an. Der Mangel von Glukokortikoide vermindert die Bewältigung von Stress.

Der Verlust von Mineral-Kortikoiden verändert den Natrium-Kalium-Haushalt. Das hat einen schlechten Einfluss auf den Salz- und Wasserhaushalt im Körper und kann für deinen Schützling lebensgefährlich werden.

Die sekundäre Form: Bei dieser Form wird durch eine Unterfunktion der Hirnanhangsdrüse (Hypophyseninsuffizienz) die Nebennieren nicht ausreichend stimuliert, sodass die Nebennieren zu wenig Gluko- und Mineralokortikoide bilden. Somit liegt das Problem bei der sekundären Form im Gehirn, um genau zu sein im Bereich der Hirnanhangsdrüse.  

Die iatrogene Form: Erfolgt durch das abrupte Absetzen einer lang andauernden Behandlung mit Kortison. 

Wie entsteht Morbus-Addison?

Morbus Addison kann jede Fellnase treffen, doch besonders anfällig sind große Rassen von jungen bis mittleren Alter. Das sind beispielsweise Border Collies, Doggen, West Highland und White Terrier. 

Das Gewebe der Nebennieren kann aus verschiedenen Gründen angegriffen und vernichtet werden. Zu den häufigsten zählen eine Fehlfunktion des Immunsystems. Hierbei sprechen die Mediziner von einer Autoimmunkrankheit

Dabei handelt es sich um eine Krankheit, bei der sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper richtet. In der Regel zählen zu den Ursachen eine genetische Veranlagung, schwere Krankheiten wie Geschwüre, Diabetes und Infektionen. Ebenso können hochdosierte Kortison-Medikamente bei langer Gabe eine Morbus Addison auslösen.

Wie macht sich die Krankheit bemerkbar?

Morbus Addison beim Hund (Ursache, Diagnose, Behandlung) 1

Morbus Addison entwickelt sich schleichend, und es kann mehrere Wochen bis Monate dauern, bis sich das Leiden richtig zeigt. Die Symptome treten wiederholt auf und können sich in der Auswirkung auf den Körper steigern.

Frühe Anzeichen sind:

  • Müdigkeit und Antriebslosigkeit
  • Muskelzittern und Unsicherheit
  • Bauchschmerzen, Durchfall und Erbrechen
  • Appetitlosigkeit
  • Gesteigerter Wasserbedarf
  • Blut in den Ausscheidungen
 Die Steigerung der Symptome sind: 
  • Schwacher Blutdruck
  • Unterzuckerung
  • Schwächeanfall
  • Schock
  • Kolik
  • Schwacher Puls und Herzprobleme

Treten ein oder mehrere dieser Symptome auf, solltest du wachsam sein und deinen Schützling beobachten. Spätestens dann, wenn die Symptome zunehmen und sich womöglich verstärken, ist ein Besuch beim Arzt angezeigt.

Leidet dein Liebling unter Addison, ist eine umfassende medizinische Betreuung zwingend notwendig. Bleibt eine Behandlung aus oder kommt sie zu spät, können sich verschiedene körperliche sowie seelische Schäden im Organismus ereignen.

Das Leiden wird zunehmend schwerer zu behandeln, im schlimmsten Fall führt es zu einem lebensbedrohlichen Stadium und letztendlich zum Tod des Hundes.

Die Diagnose

Morbus Addison anhand von Symptomen hundertprozentig festzustellen ist nicht einfach.

Deswegen wendet ein erfahrener Tierarzt den sogenannten Adrenokortikotropes Hormon-Stimulationstest an und stellt dadurch den Wert vom Kortisol fest. Bei Kortisol handelt es sich um ein Stresshormon, welches für bestimmte Stoffwechselvorgänge im Körper bedeutend ist.

Für den Test nimmt der Arzt dem Hund etwas Blut ab. Anschließend verabreicht er ihm ein synthetisch hergestelltes Adrenokortikotropes Hormon. Dieses Mittel lässt bei gesunden Nebennieren den Kortisol-Wert ansteigen. Nach einer Pause nimmt der Arzt erneut Blut ab und vergleicht die beiden Abnahmen miteinander. 

Ist der Wert vom Kortisol niedrig geblieben und stellt die erkrankte Nebenniere kein neues mehr her, beweist dies, dass der Vierbeiner unter einer primären Form des Morbus Addison leidet.

Die Behandlung von Morbus Addison

Ein guter Tierarzt richtet die Dosierung der Medikamente an dem Stadium der Krankheit sowie dem Zustand deines Schützlings. Er wird ihn auf das Genauste untersuchen und dich auch über deine Beobachtungen befragen.

Morbus Addison ist nicht vollkommen heilbar, aber ein kompetenter Arzt wird alles tun, um ein Fortschreiten des Leidens zu verhindern. 

Die erste Handlung nach dem medizinischen Lehrbuch ist es, den Natrium- Kaliumhaushalt beziehungsweise die Verschiebung des Natrium-Kaliumhaushaltes wieder ins Gleichgewicht zu bringen. 

Dazu erhält der Hund ein Medikament mit Wirkstoffen, welche danach ausgerichtet sind, den Kaliumwert günstig zu beeinflussen. Der normale Wert misst einen Anteil zwischen 28 und 40. Liegen die Werte unter 27, ist eine Addison-Erkrankung wahrscheinlich. Sinkt der Wert unter 25, besteht eine Krise. 

Das Medikament zur Behandlung heißt AstoninH und enthält den Wirkstoff Fludrokortison. Der Arzt passt die Dosis am Wert vom Kalium an. Er verabreicht dem Hund je Kilogramm Körpergewicht eine Tagesgabe von 0,01-0,02 mg. 

Dabei beeinflusst das Fludrokortison als Mineral-Kortikoid den Wert des Kaliums. Nebenbei verändert der Wirkstoff den Wert der Gluko-Kortokoide, weshalb ein weiteres Medikament dafür nicht notwendig ist. 

Ist der Kaliumwert in Ordnung und nur der Natriumwert zu gering, kann dies für deinen Schützling schädlich sein. Deshalb rät der Tierarzt dazu, Kochsalz zu verabreichen. Je nach Angabe gibst du mindestens 0,1g pro Kilogramm ins tägliche Futter. Wichtig dabei ist, dass die Menge an Kochsalz immer die gleiche ist.

Einer Morbus-Addison vorbeugen

Die beste Medizin bleibt die Vorbeugung einer Krankheit. Es ist ratsam, deinen Liebling stets aufmerksam zu beobachten, um Veränderungen in seinem Verhalten rechtzeitig festzustellen. Auf diese Weise kannst du rasch reagieren und eine echte Krise vermeiden.

Benötigt dein Schützling aufgrund eines gesundheitlichen Problems Kortison, zieht ein kompetenter Tierarzt immer die Gefahr einer nachfolgenden Entstehung von Morbus Addison in Betracht. Es ist stets abzuwägen, ob die Gabe des Medikamentes notwendig ist oder ob es Alternativen gibt.

Vor allem darf die Behandlung mit Kortison nach Möglichkeit nicht abrupt beendet werden, sondern muss langsam ausklingen. Achte darauf, dass der Arzt regelmäßig die Blutwerte überprüft und dadurch die beste Vorsorge für seinen Patienten gewährleistet. 

Ist deine Fellnase hinsichtlich Addison genetisch vorbelastet, solltest du besonders auf Veränderungen in seinem Verhalten achten. Außerdem kann durch eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung der Ausbruch der Erkrankung rechtzeitig erkannt und behandelt werden.

Häufig gestellte Fragen

Stellt der Tierarzt beim Hund die Addison-Krankheit fest, leidet dieser unter einer krankhaften Schädigung oder einem Funktionsausfall der Nebennieren beziehungsweise der Nebennierenrinde. Das Nebennierengewebe ist dauerhaft zerstört. 

Das Gewebe der Nebennieren kann aus verschiedenen Gründen angegriffen und vernichtet werden. Zu den häufigsten zählen eine Fehlfunktion des Immunsystems. Hierbei sprechen die Mediziner von einer Autoimmunkrankheit. 

Morbus Addison entwickelt sich schleichend, und es kann mehrere Wochen bis Monate dauern, bis sich das Leiden richtig zeigt. Die Symptome treten wiederholt auf und können sich in der Auswirkung auf den Körper steigern.

Frühe Anzeichen sind:

  • Müdigkeit und Antriebslosigkeit
  • Muskelzittern und Unsicherheit
  • Bauchschmerzen, Durchfall und Erbrechen
  • Appetitlosigkeit
  • Gesteigerter Wasserbedarf
  • Blut in den Ausscheidungen

Morbus Addison kann beim Hund nicht geheilt werden. Bei einer frühzeitigen Diagnose und der richtigen Behandlung mit Medikamenten wird der Hund jedoch nicht durch die Krankheit beeinträchtigt und kann ein erfülltes Leben führen.

Du solltest immer auf Verhaltensänderungen bei deinem Hund achten und bei Symptomen, die für Morbus Addison sprechen, sofort einen Tierarzt aufsuchen. Außerdem sollte eine Behandlung mit Kortisol niemals abrupt abgebrochen werden.

Empfehlung vom Tierarzt

Auch wenn die Addison-Krankheit relativ selten vorkommt, können Stress und Infekte zu einer führen. Eine totale Heilung ist leider nicht möglich. Dennoch kann sie mit Medikamenten relativ gut reguliert werden, sodass deine Fellnase ein gutes und langes Leben führen kann.

Das bedeutet, dass es für dich und deinen treuen Freund immer das Beste ist, sofort deinen Tierarzt mit einzuschalten, wenn du Anzeichen einer Verhaltensstörung beobachten solltest.

Geprüft vom Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic
Geprüft vom Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic

Ich bin Tierarzt und Autor für Tiergesundheitsthemen. Tiere sind meine Leidenschaft und es ist mir ein persönliches Anliegen, medizinisch akkurate Artikel und Videos zu erstellen, um Tierbesitzer so gut es geht zu informieren.

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