Mein Hund hat Schokolade gefressen (was tun?)

Ist Schokolade giftig für Hunde? Ja, Schokolade ist giftig für Hunde wegen Theobromin. Dem Hund fehlt das Enzym in der Leber um es zu spalten und abzubauen. Am schlimmsten sind die Sorten Bitter-Schokolade, Zartbitterschokolade und Kochschokolade. Erste Symptome tauchen etwa 2 bis 4 Stunden nach dem Verzehr auf.

 

Egal, ob Du jetzt Schokolade isst, einen köstlichen Muffin oder eine Bratwurst…

Unsere lieben Vierbeiner werden uns immer so anschauen, als ob sie gerade erst aus tiefster Hungersnot kommen. Daran wird sich niemals etwas ändern.

Wer kann diesen Blicken widerstehen? Da fällt mal ein oder zwei Stückchen von der Bratwurst zufällig auf den Boden.

Der Vorsatz „nicht vom Tisch füttern“ wurde schon sehr oft in Grund und Boden geschlagen. Die regelrecht hypnotisierenden Blicke treffen einen direkt ins Gewissen und Herz. Da wird jeder Hundehalter schwach 🙂

Solange es Lebensmittel sind, die die Gesundheit unserer Lieben nicht auf dem Gewissen haben, können wir uns den einen oder anderen Ausrutscher verzeihen.

Aber bei Schokolade und kakaohaltigen Produkten ist die Sache nicht so harmlos und auch keine verzeihbare Versuchung, die doch nur gut gemeint war.

Warum?

Schokolade und kakaohaltige Produkte sind für Hunde Gift mit tödlichem Ausgang.

Fragen zu: Was hat es denn an sich mit Schokolade? Wie soll ich vorgehen, wenn er Schokolade gefressen hat? Was sind die Symptome? Wie kann ich es vermeiden?

Die Antworten und Tipps dazu habe ich Dir unten zusammengestellt.

Der Wirkstoff Theobromin

Theobromin ist strukturverwandt mit Coffein und hat eine anregende Wirkung auf das Nervensystem. Es kommt unter anderem im Kakaobaum, Kolabäumen und Teepflanzen vor.

Der Theobromin-Gehalt in Schokolade hängt davon ab, wie viel Kakao darin enthalten ist. Es wirkt auf unseren Körper mild, anregend und zum Teil steigert er unsere Stimmung. Der Theobromin Gehalt in der Schokolade ist im Gegensatz zu uns für Hunde, Katzen und Pferde gefährlich.

Das, was uns gut tut ist für unsere Liebsten tödlich!

Warum?

Theobromin wird im Körper eines Hundes wesentlich langsamer abgebaut. Ein Hund, der regelmäßig mit Schokolade gefüttert wird, kann diesen Stoff nicht abbauen und reichert ihn schneller an.

Denn Hunden fehlt der Enzym in der Leber, der dafür zuständig ist, diesen Stoff zu spalten und abzubauen.

Die Halbwertszeit von Theobromin liegt beim Hund etwa bei 17,5 Stunden. Das heißt: Die Hälfte dieses giftigen Stoffes ist nach 17,5 Stunden noch im Körper des Hundes. Nach weiteren 17,5 Stunden, also 35 Stunden sinkt der Anteil auf nur 25%.

Für kleine Hunde wie ein Yorkshire-Terrier kann schon eine halbe Tafel Zartbitterschokolade tödlich sein.

Beim Hund wurde die tödliche Dosis bei etwa 300 mg/kg Körpergewicht ermittelt. Das kann jedoch je nach Empfindlichkeit, Rasse, allgemeinem Gesundheitszustand des Hundes unterschiedlich sein.

Wie viel Theobromin steckt in der Schokolade drin?

Wie viel Theobromin in Schokolade oder kakaohaltigen Produkten enthalten ist, hängt von der Menge des Kakaos ab. Die Werte in der unten aufgeführten Tabelle dienen nur als Ansatz und können je nach Produkt und Hersteller unterschiedlich sein:

Produkt

Theobromin-Gehalt

Getrocknetes Kakaopulver

28,5 mg/g

Bitterschokolade

16 mg/g

Hülle der Kakaobohne

9,1 mg/g

Zartbitterschokolade

5,7 mg/g

Milchschokolade

2,3 mg/g

Trinkschokolade (flüssig)

0,4 mg/g

Weiße Schokolade

0,009 mg/g

Wie sieht es mit Hundeschokolade aus?

Die Hundeschokolade ähnelt der Schokolade, die wir verzehren. Es unterscheidet sich lediglich in der Zusammensetzung.

Sie hat einen sehr geringen Kakao- und Zuckeranteil, so dass sie keine toxische Wirkung auf Hunde hat. Meistens werden noch Vitamine hinzugefügt. 

Der wesentliche Bestandteil von Hundeschokolade sind Milch, Molkerei-Erzeugnisse, Fette bzw. Öle, Zucker, Kakao und pflanzliche Nebenerzeugnisse.

Auch wenn Hundeschokolade auf die Bedürfnisse eines Hundes abgestimmt ist und als Leckerlie dient, solltest Du sehr vorsichtig damit umgehen. Bitte beachte, dass viele Fachleute eher davon abraten. Denn abgesehen von Kakao ist auch Zucker schädlich für Deinen Hund.

Wenn überhaupt, solltest Du Deinen Hund wirklich nur in äußerst seltenen Fällen damit beglücken oder belohnen.

Denn sollte Dein Hund sich daran gewöhnen, kann es sehr schnell vorkommen, dass er eine Tafel Schokolade verschlingt, die Du zum Beispiel auf dem Tisch vergessen hast. Dein Hund kann beide Arten nicht voneinander unterscheiden.

Symptome einer Vergiftung

unverträglichkeit beim hund

1. Die ersten Symptome

Die ersten Symptome einer Schokoladenvergiftung tauchen etwa 2 bis 4 Stunden nach dem Verzehr der Schokolade auf. Nach etwa 12 bis 36 Stunden sind die Symptome voll da. Das kann sich bis zu 72 Stunden hinziehen. Der Verlauf der Erscheinungen ist:

  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Unruhe, Stress
  • Erhöhtes Urinieren
  • Zittern
  • Erhöhte, unregelmäßige oder anormale Herzfrequenz
  • Zusammenbruch des Nervensystems, Anfälle
  • Tod
ACHTUNG: Ältere Hunde und Hunde mit einem Problem im Herz- / Kreislaufsystem haben ein größeres Risiko, an einer Schokoladenvergiftung zu sterben!

Falls Du festgestellt haben solltest, dass Dein Hund Schokolade verzehrt hat, warte nicht auf die ersten Begleiterscheinungen. Stelle fest, wie viel Schokolade und welche Art er gefressen hat. Danach rufe sofort Deinen Tierarzt an!

 

2. Symptome bei einer geringen Vergiftung

Die anfänglichen, leichteren Symptome bei einer geringen Dosis sind:

  • Unruhe
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Aufgeblähter Bauch
  • Verstärkter Durst

3. Symptome bei einer starken Vergiftung

Die Symptome einer starken Vergiftung sind:

  • Unruhe
  • Erbrechen
  • Erhöhtes Urinieren
  • Krämpfe
  • Anormale Atmung, Atembeschwerden
  • Zittern bis Anfälle
  • Bewusstseinsstörung
  • Anormaler Herzrhythmus, Herzversagen, Tod

Was tun bei Schokoladen Vergiftung?

IBD Hund

Halte zu Hause immer Kohletabletten bereit – auch Tierkohle, Aktivkohle, Medizinische Kohle genannt. Du kannst Kohletabletten bei Deinem Tierarzt oder aus der Apotheke beschaffen.

Bereite für alle Fälle immer eine Notfall-Ration vor. Wie viel Du dosieren solltest, hängt individuell von Deinem Hund ab. Hier kann Dich Dein Tierarzt beraten oder Du liest Dir die Herstellerangaben durch.

Kohletabletten sind DIE erste Hilfe für zu Hause bei Vergiftungen!

Grundsätzlich solltest Du kein Erbrechen auslösen. Die Gefahr, dass Dein Hund schon stark geschwächt ist, könnte hoch sein. Dadurch könnte das Erbrochene in seine Lunge geraten.

Nach Absprache mit Deinem Tierarzt solltest Du Deinen Hund sofort in die Klinik bringen.

Nimm die Schokoladenpackung mit, die Dein Hund gefressen hat. Somit kann Dein Tierarzt schneller feststellen wie viel Theobromin in seinem Körper steckt. 

Falls Dein Hund die Packung mit gegessen hat oder etwa mit der Schokolade irgendwelche Dekos zu festlichen Feiern (Ostern, Weihnachten, Hochzeit etc.) auch verschlungen hat, solltest Du Deinen Tierarzt darüber informieren.

Solltest Du keine Möglichkeit haben, Deinen Hund auf eigene Faust zu Deinem Tierarzt zu bringen, wäre ein Notruf bei der Feuerwehr eine Lösung.

Sobald Ihr bei Deinem Tierarzt eingetroffen seid, wird Dein Arzt mit pharmazeutischen Mitteln dafür sorgen, dass Dein Hund erbricht. Auch wird er weitere Maßnahmen gegen die bereits eingesetzten Begleiterscheinungen treffen.

Hier sind übrigens Kohletabletten, die ich immer zuhause habe:

Kohle-Compretten, 60 St....
Für Notfälle sehr empfehlenswert. Die Kohle wirkt nicht wie bei chemischen Mitteln als ein Gegengift. Sie saugt eher wie ein Schwamm die Gifte im Magen- Darmbereich auf. Danach schleusen die Kohlepartikel die „aufgesammelten“ Giftstoffe in gebundener Form über den Kot heraus.

Wie kann ich eine sowas vermeiden?

achtung

1. Schokolade und kakaohaltige Produkte außer Reichweite halten

Lagere alle Produkte, die Kakao enthalten an einem Platz, den Dein Hund nicht erreichen kann. Das kann eine verschlossene Speisekammer sein, ein hoher Regal, ein Küchenschrank oder eine große Plastik-Box sein, die Du verschließen kannst.

Bei Festtagen ist es besser, wenn Du Deko-Schokolade und ähnliches dementsprechend hoch stellst, sodass Dein Hund sie nicht erreichen kann.

2. Kläre Kinder und Erwachsene darüber auf

Insbesondere Kleinkinder sind dazu geneigt, zu teilen. Das ist für sie ein Spiel. Kläre Kinder darüber auf, was für schädliche Folgen eine Fütterung mit sich bringen könnte. Hierzu gehören auch erwachsene Personen, die keine Erfahrung mit Hunden oder Hundehaltung haben.

Auch solltest Du darauf achten, Kindern in Gegenwart von einem Hund keine Schokolade und kakaohaltige Produkte zum Naschen zu geben. Dein Hund könnte die mit Schokolade oder Nutella verschmierte Mundpartie des Kindes oder die Finger ablecken.

Manche Erwachsene, können sehr empfindlich sogar schroff reagieren, wenn Du ihnen etwas empfiehlst oder von ihnen wünschst. Da spielt es keine Rolle, ob Du es gut gemeint hast oder nicht. 

Hier kannst Du Deine Bitte diplomatisch angehen, indem Du es einfach auf jemanden anders reflektierst oder sogar auf Dich selbst. Hauptsache, es funktioniert. 

Hier ein Beispiel:

„Letztens hatte ich eine Packung Schoko-Kekse auf dem Tisch vergessen. Zum Glück hat Daisy es nicht bemerkt. Es war unüberlegt von mir, die Kekse einfach so da zu lassen. Ich hätte es mir niemals verzeihen können, wenn sie sich wegen dem Kakao da drin tödlich vergiftet hätte. Da reichen schon ein paar Milligramm aus. Da hatte ich wirklich noch Glück!“

3. Hund Trainieren

Es werden sehr gute Bücher und Workshops angeboten, in denen Du Deinem Hund beibringen kannst, dass er nicht vom Boden oder vom Tisch etwas zum Essen schnappen darf. Oder auch von fremden Personen gefüttert werden darf, bevor Du es nicht erlaubst. 

Dieses Training kann Dich auch sehr dabei unterstützen, wenn ihr Gassi geht. So ist das Risiko sehr gering, dass Dein Hund vom Boden etwas schnappt – sei es Schokolade oder etwas anderes.

Mein Fazit

Schokolade ist für Deinen Liebling nicht nur eine Versuchung wie bei uns, sondern ein Todesurteil!

Das solltest du dir unbedingt merken:

Schokolade – also Theobromin – ist für Hunde das, was für uns Rauschgift bedeutet. Wo, wann und wie der goldene Schuss kommen wird, hängt ganz von der Dosis ab und wie viel Theobromin sich bereits im Organismus Deines Hundes befindet und nicht abgebaut werden konnte. Die Regel „Von einmal passiert nichts!“ oder „Ist doch nur ein klitzekleines Stück!“ kann in vielen Fällen totsicher zum goldenen Schuss führen.

Deswegen lieber die Finger davon lassen. Denn der „süße“ Spaß von Theobromin hat „bittere“ Nachfolgen, die meistens zum Grab führen.

Ich persönlich vermeide es, meinen Hund mit Hundeschokolade und ähnlichem zu beglücken. Meiner ist auch mit Anderem zufrieden, Hauptsache es ist ein Leckerlie 😉

Und wenn ich Zeit habe, backe ich ihm etwas.

Für gute Rezepte kannst Du gerne auf meiner Seite
„15 Rezepte für Leckerlies & Co.“ herumstöbern. Du wirst dort bestimmt fündig.

Und bitte nicht vergessen: 

Zu Hause, beim Picknick, auf Reisen immer Kohletabletten bereit halten!

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