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Spondylose bei Hunden (Was du dagegen tun kannst)

Bei der Spondylose beim Hund handelt es sich um eine Erkrankung der Wirbelsäule. 

Diese bringt erhebliche Einschränkungen in der Bewegung und starke Schmerzen mit sich. Damit Dein Tierarzt eine genaue Diagnose stellen und die Folgen des Leidens eindämmen kann, ist eine frühzeitige Behandlung entscheidend.

Was für eine Krankheit die Spondylose ist, welches die Anzeichen sind und was man dagegen tun kann, erfährst Du hier. 

Was ist eine Spondylose?

Boxer Spondylose

Die Medizin beschreibt die Spondylose als eine krankhafte Veränderung der Wirbelsäule, die aufgrund von starkem Verschleiß entsteht.  Die Folgen sind Einschränkungen in der Bewegung, Reizung der Nerven, starke Schmerzen und Versteifungen. 

Die auftretenden Abnutzungserscheinungen sind an der ganzen Wirbelsäule möglich. Dennoch treten sie bevorzugt im unteren Bereich der Halswirbelsäule und der Lendenwirbel auf. 

Die Erkrankung verläuft in der Regel in Schüben und wird oftmals erst richtig deutlich, wenn sich der Hund ungewöhnlich bewegt und bestimmte Aktivitäten nur schwer oder gar nicht mehr ausüben kann.

Aufbau der Wirbelsäule

Um den Ablauf eines krankhaften Prozesses im Skelett zu verstehen, möchte ich Dir kurz den Aufbau der Wirbelsäule beschreiben.

Die Wirbelsäule ist dafür da, um für eine gute Beweglichkeit zu sorgen und die Stabilität des Körpers zu sichern. Sie besteht aus mehreren einzelnen Wirbeln. Der Abschnitt zwischen Hals- und Lendenwirbel setzt sich aus 24 unabhängige Wirbelteilen zusammen. 

Dazu kommen fünf zusammenhängende Teile im Kreuzbein und vier bis fünf verwachsene Teile am Steißbein. Jeder einzelne Wirbel besteht aus einem Wirbelkörper, einem Wirbelbogen, einem Dornfortsatz, zwei Querfortsätze und vier Gelenkfortsätze. 

Die Zusammensetzung der unterschiedlichen Abschnitte der Wirbelsäule ist ihrer Funktion angepasst. Damit sie stabil bleibt, befinden sich an den Dorn- und Querfortsätzen Bänder und Muskeln. Die Wirbel vom Hals abwärts müssen weniger beweglich sein, aber mehr Belastung aushalten können und sind deshalb deutlich größer als die anderen.

Bandscheiben & Wirbelkörper

Zwischen den einzelnen Wirbeln sitzen die Bandscheiben. Diese verbinden sie miteinander, dienen als Stoßdämpfer und sorgen für eine geschmeidige und schmerzlose Beweglichkeit. Die obersten zwei Halswirbel und der zusammengewachsene Wirbel von Kreuz- und Steißbein besitzen keine Bandscheibe. 

Ein wichtiger Teil eines Wirbels sind die zylinderförmigen Wirbelkörper. Sie haben die Aufgabe, die Wirbelsäule zu stabilisieren. Sie bestehen aus einer äußeren harten Knochenschicht und einem weichen inneren Kern. An den Wirbelkörpern befinden sich die Wirbelbögen, die durch Scheiben miteinander verbunden sind. Innerhalb eines Bogens und der Hinterseite des Körpers liegt das Wirbelloch. 

Ist die Wirbelsäule ungewöhnlichen Belastungen ausgesetzt, verschleißen ihre Teile. Dabei verändert sie ihre Form und schränkt ihre Funktion ein. Der Körper versucht dem Mangel entgegenzuwirken, indem er an den Wirbelkörpern knöcherne Gebilde zur Unterstützung entwickelt.

Dadurch vergrößert sich die eigentliche Knochenstruktur, und es entstehen verschieden starke und spitze Knochengebilde am Rand der Wirbelkörper. Diese Zacken tragen die Bezeichnung Spondylophyten und beeinflussen den Wirbel in der Funktion. Damit beeinträchtigen sie die normale Funktion der Muskeln. 

Ursachen

Darmverschluss Hund

Die Ursachen für die Entstehung einer Spondylose sind vielfältiger Natur. Möglich ist eine angeborene Schwäche des Stützgewebes, wodurch die Belastungen auf das Skelett schlecht abgefedert werden und die Knochen mit der Zeit Schaden nehmen. 

Neben der genetischen Ursache gibt es aber auch vermeidbare Fehler bei der Haltung eines Hundes. 

Zu nennen sind: Übergewicht, Fehlhaltungen und Abnutzung des Bewegungsapparates, insbesondere von Bandscheiben und Wirbelkörpern.

Eine Überbelastung des Skelettes erfolgt schon durch übermäßiges Spiel und zu hohen sportlichen Ansprüchen an den Hund. Starke schwingende Bewegungen wie beispielsweise bei Agility oder hohes Ball werfen und auffangen schaden auf Dauer der Wirbelsäule. 

Von einer Entstehung der Spondylose sind überwiegend große und schwere Hunde betroffen. Grund dafür ist die körperliche Belastung auf die Knochen. Zu ihnen gehören beispielsweise Boxer, Labrador und Bernhardiner. 

Auch bei Hunden mit langem Rücken wie Dackel kommen Schäden an der Wirbelsäule vor. Der Rücken ist proportional zum Skelett zu lang und belastet es einseitig.

Symptome

Zu Beginn des Leidens sind es oft die kleinen Anzeichen, die darauf hinweisen:

  • Schweres Aufstehen nach dem Liegen 
  • Längeres sitzen fällt schwer 
  • Schmerzen an unterschiedlichen Bereichen 
  • Ungleichmäßige Gehbewegungen 
  • Einschränkung bei Sprüngen und anderen schnellen Bewegungen 
 Verschlimmert sich die Krankheit, verschlimmern sich auch die Schmerzen, und die Bewegungsfreiheit wird zunehmend eingeschränkt. In der Folge können schwerwiegende Folgeerscheinungen entstehen:
  • Lähmungen an Kopf und Gliedmaßen
  • Rüden haben Probleme, das Bein zu heben 
  • Der Schwanz hängt 
  • Versteifungen im Bewegungsapparat 
  • Schleifender Gang 
  • Problem beim Bewegen des Kopfes oder Nackens 
  • Aufstehen aus der Liegeposition nur mit Hilfe
  • Erschwertes Treppen steigen oder nur mit Hilfe
  • Verschleiß von Bändern und Bandscheiben 
  • Bandscheibenvorfall 
  • Zunehmende stechende Schmerzen 
  • Zucken und Fiepen beim Berühren am Rücken 
  • Krümmen des Rückens bei einer Berührung 
  • Schonhaltung 
  • Häufiges stehen oder sich hinlegen bei langen Bewegungsabläufen oder Spaziergängen
In der Regel tritt die Spondylose in Schüben auf. In den Ruhephasen wirkt unser lieber Vierbeiner gesund und die Schmerzen halten sich im Rahmen. Dieses Verhalten macht es vor allem zu Beginn des Leidens schwer, die Krankheit rechtzeitig zu erkennen.

Bei Fortschreiten verstärken sich nicht nur die Symptome, sondern es kommt oftmals eine Arthrose der Knochen dazu, sodass die Schmerzen sich verschärfen.

Der Hund verspürt überwiegend stechende und ziehende Schmerzen im Bewegungsapparat, vor allem im Bereich der Hals- oder Lendenwirbelsäule und im Nacken. Die Schmerzen strahlen oftmals in den Rücken und Gliedmaßen aus und nehmen bei körperlicher Bewegung und Belastung des Skelettes immer mehr zu. 

Die kranken Bereiche verursachen ein kribbelndes und taubes Gefühl. 

Die Symptome verändern sich je nach Wetterlage. Während sie bei trockener Wärme schwächer werden, verstärken sie sich bei nass-kaltem Wetter deutlich.

 

Der Besuch beim Tierarzt bringt Aufschluss

Tierarzt

Bei der Untersuchung des Hundes durch einen guten Tierarzt stehen der Allgemeinzustand und die Symptome der Erkrankung im Vordergrund. Der Arzt erkundigt sich bei Dir über die Haltung des Vierbeiners, über seine Bewegungsabläufe, sein Bewegungsverhalten und den erkennbaren Einschränkungen. 

Eine gründliche Tastuntersuchung des Körpers, des Skelettes und der Gliedmaßen geben erste Aufschlüsse über die Veränderungen der Knochen, der Gelenke und der Muskeln. Um eine tatsächliche Sicherheit über das Krankheitsbild zu erhalten, wird Dein Tierarzt Röntgenaufnahmen machen.

Verschiedene Behandlungen möglich

Gesundheit

Nach medizinischer Sicht ist eine Spondylose nicht heilbar. 

Der Vierbeiner behält die Verknöcherungen an den Wirbeln sein Leben lang und muss damit klarkommen. Die richtige Behandlung hilft ihm dabei. Zweck ist es, die Symptome und das Fortschreiten der Spondylose einzudämmen, sowie auftretende Entzündungen und einen Bandscheibenvorfall zu vermeiden. 

Das Wichtigste ist der Erhalt der Lebensqualität des Hundes:

  • Gegen auftretende starke Schmerzen verordnet der Tierarzt Medikamente 
  • Regelmäßige Schmerz- und Physiotherapien sowie Magnetfeldtherapien können die Beschwerden spürbar vermindern 
  • Durch spezielle Bewegungsübungen kann die Becken- und Oberschenkelmuskulatur des Hundes trainiert und Verkümmerung vorgebeugt werden 
  • Massagen lockern die angespannten Muskeln 
  • Eine Akupunktur kann die Schmerzen lindern 

 

Was sagt die Naturheilkunde?

Hund Diagnose und Vorbeugung

Die Naturheilkunde rät bei Spondylose und Arthrose ebenfalls zur Physiotherapien und Massagen zur Erleichterung des Skeletts und der Muskeln. Vor allem Unterwassermassagen sind für den Körper entlastend. Die Akupunktur aus der traditionellen chinesischen Medizin soll die Schmerzen lindern, die Reizung der Nerven verringern und für eine verbesserte Beweglichkeit sorgen. 

Des Weiteren helfen natürliche Mittel gegen Schmerzen und Entzündungen. Anwendung finden beispielsweise Teufelskralle, Fisch- oder Pflanzenöle, Gelatine, Grünlippmuschel-Extrakt und Weihrauchextrakt. 

Dabei ist zu bedenken, dass auch Heilmittel aus der Homöopathie nicht zu verharmlosen sind und vom Arzt oder einem professionellen Heilpraktiker kontrolliert zu verabreichen sind. Wichtig ist, dass die Behandlung von einem Fachmann durchgeführt wird und genau auf das Leiden des Hundes abgestimmt wird.

Wie Du Deinem Hund helfen kannst

Durch die angemessene Haltung Deines Hundes, kannst Du ihm dabei helfen, dass er sich trotz Spondylose wohl fühlt:

  • Wichtig sind gleichmäßige und kontrollierte Bewegungen 
  • Täglichen Aktivitäten sind der Krankheit anzupassen 
  • Abruptes Bremsen, ruckartiges bewegen, schweres Aufkommen auf harten Böden, hohe Sprünge und Treppensteigen sind zu vermeiden 
  • Körpergewicht sollte ein ideales Maß haben. Jedes Gramm, das zu viel ist, belastet die geschädigten Knochen und die Muskulatur deines Hundes
  • Eine vernünftige Ernährung beeinträchtigt den negativen Verlauf der Erkrankung und den Verschleiß der Knochen positiv 
  • Schwimmen, gleichmäßiges Laufen und Spaziergänge auf Naturböden sorgen für eine geschmeidige und starke Muskulatur 
  • Täglich kleine Gymnastikübungen helfen beim Aufbau der Muskulatur, lindern Schmerzen und Einschränkungen bei der Bewegung 
  • Um die Halswirbelsäule zu schonen, kannst Du Deinem Hund das Bücken erleichtern, indem Du die Wasser- und Fressnäpfe höherstellst 
  • In leichten Fällen kann eine Bestrahlung mit Rotlicht helfen
  • Verwende ein Brustgeschirr als Leine. Somit vermeidest Du extra Druck an der Hals- und Nackengegend.

Mein Fazit

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Indem Du Deinen Hund körperlich nicht überforderst, ungewöhnliche Bewegungen oder Schmerzverhalten rechtzeitig erkennst, verhinderst Du das Entstehen oder das Fortschreiten der Spondylose. Somit behält Dein treuer Freund seine Lebensqualität. 

Ein Besuch beim Arzt ist unabdingbar, um das Stadium der Krankheit zu erkennen und die richtigen Maßnahmen einzuleiten.

Auch wenn Spondylose nicht ganz heilbar ist: Dein Tierarzt wird mit einer richtigen Diagnose und eine speziell auf Deinen Hund abgestimmte Behandlung für ein erfülltes und langes Leben sorgen, an dem Du und Dein treuster Freund noch sehr viel Spaß haben werdet.

Zu Anfang könnte die Umstellung eventuell Deinen Freund ein bisschen irritieren, aber er wird sich daran gewöhnen und auch sehr schnell bemerken, dass es für sein Wohl so sein muss. Hier ist am meisten Deine Geduld und Ruhe angesagt, die sich auch in kurzer Zeit bewähren wird.

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