Was ist Pansen und wie oft sollte ich es füttern?

Was ist Pansen wie gut ist für meinen Hund? Pansen ist günstig und als Leckerbissen bei Hunden überaus beliebt. Allerdings ist das bindegewebshaltige Fleisch schwer verdaulich. Gehört Pansen ins Barf-Menü oder eher nicht? Wir klären auf.

Pansen
Artikel Übersicht

In der Rohfleischfütterung ist der Pansen zwar kein Muss. Aber er ist überaus nährstoffreich. 

Was ist Pansen genau?

Als „Pansen“ wird der größte der drei Vormägen von Wiederkäuern bezeichnet. Du findest solch einen Vormagen beispielsweise bei Rindern, Schafen, Ziegen und Hirschen. Der Pansen ist in mehrere Kammern aufgeteilt. Darin gärt die von den Wiederkäuern aufgenommene Nahrung. 

Pansen gilt als Schlachtabfall. Darum ist er preiswert zu haben.

Welcher Pansen ist gut für Hunde?

In der Regel gibt es Pansen nicht mit dem gesamten Mageninhalt zu kaufen. Du hast die Wahl zwischen grünem Pansen und weißem Pansen

Der grüne Pansen ist ungewaschen oder zumindest nur vorgewaschen oder ausgeschüttelt. Darum enthält er noch einen Teil wertvolle, pflanzliche Bestandteile. 

Der weiße (gewaschene) Pansen eignet sich zum Barfen nicht. Er enthält keine Pflanzenreste mehr.

Warum ist der Pansen gut für den Hund?

Im Pansen steckt die vorverdaute, pflanzliche Nahrung, die die Wiederkäuer aufgenommen haben. Das macht es deinem Hund möglich, die darin enthaltenen Nährstoffe aufzunehmen

Anders könnte er sie nicht verwerten, weil ihm dafür die nötigen Enzyme fehlen. (Darum ist es beim Barfen sinnvoll, Gemüse und Obst für deinen Vierbeiner zu pürieren.)

Ein Vorteil, wenn du Pansen fütterst: Der Magen deines Hundes ist für längere Zeit gefüllt. Ist dein Vierbeiner ständig hungrig? Dann könnte der schwer verdauliche Pansen helfen.

Das ganze Beutetier verwenden

Beutetiere bestehen nicht nur aus Filet, Muskelfleisch, Herz und Leber. Manche Teile sind schwerer verdaulich als andere. Dazu zählt das Bindegewebe. 

Bestimmte Bestandteile der Nutztiere füttern wir beim Barfen nicht oder wenig. Dazu zählen unter anderem Euter und Schilddrüsengewebe. Die darin enthaltenen Hormone könnten sich negativ auf die Gesundheit unserer Vierbeiner auswirken. 

Dadurch fehlen ohnehin gewisse Bestandteile. Durch die Fütterung von Pansen näherst du dich dem Füttern des kompletten Beutetieres wieder an.

Abwechslung auf dem Speiseplan

Unterschiedliches Fleisch beinhaltet unterschiedliche Nährstoffe, Mineralien und Spurenelemente. Je mehr Abwechslung du deinem Hund bietest, desto ausgewogener ist seine Ernährung. 

Pansen ist besonders reich an Vitaminen und Mineralstoffen

Nährstoffreich

Grüner Pansen weist folgende Nährwerte auf:

  • Vitamin A
  • Vitamin E
  • Vitamine B1 bis B12
  • Vitamin C
  • Vitamin D
  • Vitamin E
  • Eisen
  • Fluor
  • Kupfer
  • Jod
  • Mangan
  • Zink
  • Calcium
  • Magnesium
  • Phosphor
  • Schwefel

100 Gramm grüner Pansen beinhalten rund 12 Gramm Eiweiß

Das Calcium-/Phosphor-Verhältnis liegt bei ungefähr 80:90

Aus diesem Grund ist Pansen eine Bereicherung in der Rohfütterung.

Warum stinkt Pansen?

Viele Hundehalter entscheiden sich wegen des nicht gerade angenehmen Geruchs (Kuhstall und Verwesung) gegen die Verwendung von Pansen. 

Je frischer er ist, desto weniger stinkt er. Darum sollte er möglichst schlachtfrisch verarbeitet werden. 

Der Geruch verrät dir, ob du einen Pansen erwischt hast, der vor seiner Verarbeitung länger gelegen hat oder der sofort eingefroren wurde.

Falls du den Gestank nicht im Haus haben möchtest, füttere deinen Vierbeiner einfach draußen.

Wie finde ich guten Pansen?

Kaufe unbedingt Pansen von Tieren aus Weidehaltung. Die Art der pflanzlichen Anteile im Vormagen hängt davon ab, was die Futtertiere gegessen haben. Dein Hund sollte im Idealfall Gras und Kräuter durch den Verzehr des Pansens aufnehmen. 

Stammen die Futtertiere allerdings aus der Stallhaltung, wo sie überwiegend mit Getreide ernährt wurden, profitiert dein Vierbeiner davon nicht. 

Schlimmstenfalls kann der Pansen sogar allergieauslösend wirken.

5 Gründe, warum du keinen Pansen füttern solltest

Vieles spricht für die Verwendung von Pansen beim Barfen. Es gibt allerdings trotzdem ein paar gute Gründe, ihn nicht zu verfüttern, sondern durch Muskelfleisch, Obst und Gemüse zu ersetzen.

Zu denen kommen wir jetzt:

  1. Dein Hund ist allergisch auf Rindfleisch. Damit scheidet Rind von vornherein als Nahrungsquelle aus. Es gibt zwar auch Lammpansen und Ziegenpansen. Allerdings kosten diese Varianten deutlich mehr und sie sind schwieriger zu beziehen.
  2. Dein Hund leidet unter einer Getreideunverträglichkeit. Aller Wahrscheinlichkeit nach haben die Futtertiere nicht nur Gras und Kräuter, sondern auch Getreide gefressen. Reste davon nimmt dein Vierbeiner beim Verspeisen des Pansens mit auf. 
  3. Dein Hund ist älter oder hat eine sehr sensible Verdauung. Möglicherweise kommt sein Organismus mit bindegewebshaltigem Fleisch nicht mehr zurecht.
  4. Kühe nehmen auf der Wiese mitunter Metall, Plastik oder Steinchen auf. Damit dein Hund diese nicht verzehrt, solltest du beim Zerkleinern des Pansens auf Fremdkörper achten.
  5. Dein Hund verdaut das Bindegewebe im Dickdarm durch bakterielle Verdauung. Dabei entsteht Ammoniak als Stoffwechselnebenprodukt. Es wird über die Leber und die Niere ausgeschieden. Leidet dein Vierbeiner unter Leber- oder Nierenproblemen? Dann besser keinen Pansen füttern.

    Halte unbedingt Rücksprache mit deinem Tierarzt!

Wie oft sollte ich Pansen füttern?

Auch bei gesunden Vierbeinern solltest du es mit der Menge an Pansen nicht übertreiben. 15 bis 20 % der Tagesration kannst du in Form von grünem Pansen zufüttern. Alternativ gibst du deinem Hund ein- bis zweimal pro Woche Pansen als Alleinfutter.

Ab wann kann ich Pansen füttern?

In den ersten Lebenswochen ernährt sich der Welpe von Muttermilch. Ab dem zweiten Lebensmonat beginnt er, feste Nahrung zu sich zu nehmen. Pansen kannst du auch im Welpenalter füttern.

Wo kann ich Pansen kaufen?

Am besten fragst du auf dem Bauernhof oder in der Metzgerei. Falls du diese Möglichkeit nicht hast, kannst du gefrorenen grünen Pansen im Internet bestellen. Wähle Pansen von Weidetieren, möglichst in Bio-Qualität

Fazit

Grüner Pansen ist beim Barfen eine Bereicherung: Dein Hund profitiert vom Verzehr der Pflanzenreste, die sich in diesem Vormagen befinden. Wichtig ist, dass der Pansen von Weidetieren stammt. Die Haltung und Ernährung des Nutztiers hat direkte Auswirkungen auf die Fleischqualität.

Falls du keinen Pansen füttern kannst oder möchtest, ist das kein Problem: Ersetze ihn durch Muskelfleisch, Gemüse und Obst.

Verfasst von Enrico Bachmann
Verfasst von Enrico Bachmann

Ich bin zertifizierter Ernährungsberater für Hunde und Gründer von Hundeo. Meine Mission ist es, mit einfachen und klaren Empfehlungen dich im Dschungel der Informationen zu führen.

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