Wie du die richtige Futtermenge beim Hund berechnest

Fütterungsempfehlungen sehen für gewöhnlich so aus: Ein ausgewachsener, normalaktiver Hund sollte 2 bis 3 % seines Körpergewichts pro Tag aufnehmen.  Zusätzlich geben Futtermittelhersteller den Rat, die Menge an die individuellen Bedürfnisse des eigenen Vierbeiners anzupassen. Was du aber genau dabei berücksichtigen solltest, erfährst du jetzt.

Markus Mühle Hundefutter Test
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Die optimale Futtermenge sieht für jeden Hund anders aus. Bei der Einschätzung der Futtermenge kommt es darauf an, was du fütterst: Feuchtfutter? Barf? Trockenfutter? Vielleicht teilbarfst du deinen Hund auch.

Achte auf diese Faktoren bei der Futtermenge

Egal, was du fütterst, die Menge der Nahrung sollte immer an deinen Hund angepasst werden. 

Wichtig sind folgende Punkte:

  • Alter
  • Größe und Gewicht
  • Hunderasse
  • Aktivität
  • Gesundheit

Das Alter deines Hundes

Ein Welpe befindet sich im Wachstum. Dementsprechend hat er einen höheren – und anderen – Nährstoffbedarf als ein ausgewachsener Hund. Er braucht mehr Energie und sollte etwa 6 % seines Körpergewichts an Nahrung aufnehmen. Bei einer Unterversorgung kann er sich nicht altersentsprechend entwickeln.

Du brauchst nicht unbedingt Welpen-Futter zu kaufen, um deinen kleinen Vierbeiner hochwertig zu ernähren. Darin ist nichts anderes enthalten als im Futter für erwachsene Hunde. 

Wähle am besten Feuchtfutter ohne künstliche Zusätze. 

Achtung: Wenn in deinem Futter „ernährungsphysiologische Zusatzstoffe“ erwähnt werden, sind diese chemisch hergestellt. Es ist nicht möglich, bei natürlichen Zutaten genaue Angaben zu Vitaminen, Mineralstoffe und Spurenelementen zu machen. Ein Zuviel an künstlichen Nährstoffen kann bei deinem Welpen zu Verwachsungen am Skelett führen.

Ist dein Vierbeiner bereits ausgewachsen? Dann gilt es, ein gesundes Körpergewicht zu halten. Dein Hund sollte genug Nahrung bekommen, um weder zuzunehmen noch abzunehmen. Die Menge kann variieren. 

Wenn du zum Beispiel mit deinem Hund eine Wanderung vorhast oder wenn er dich beim Sport begleitet, braucht er mehr Energie als an relaxten Tagen mit wenig Bewegung. 

Bei älteren Hunden verlangsamt sich der Stoffwechsel. Die Verdauung wird träger. Damit dein Hund im Seniorenalter nicht zunimmt, solltest du die Futtermenge reduzieren und die Mahlzeiten auf 3 mal pro Tag erhöhen.

Die Größe und das Gewicht deines Vierbeiners

Große Hunde brauchen mehr Futter als kleine. Dein Hund sollte sein Idealgewicht möglichst halten. Ist seine Taille deutlich erkennbar? 

Tipp: Schau dir deinen Vierbeiner am besten von oben an! 

Kannst du seine Rippen und Rückenwirbel unter einer dünnen Fettschicht fühlen? Sie sollten zwar nicht sichtbar, aber tastbar sein.

  • Falls Rippen und Rückenwirbel zu sehen sind, bringt dein Hund etwas zu wenig auf die Waage. Erhöhe die tägliche Futtermenge.
  • Solltest du weder die Taille sehen noch Rippen und Rückenwirbel fühlen können, ist dein Vierbeiner wahrscheinlich zu dick und die Futtermenge sollte reduziert werden.

Die Hunderasse

Manche Hunderassen haben einen niedrigeren Energiebedarf als andere. Dazu zählen Retriever wie der Labrador Retriever und der Golden Retriever. Hunde dieser Rassen essen zwar gern. Ihr Nährstoffbedarf ist aber geringer als der anderer Hunderassen. Auch Beagles, Neufundländer und Berner Sennenhunde brauchen weniger Energie. 

Andere Hunderassen zeichnen sich durch einen erhöhten Energiebedarf aus. Terrier, Wind- und Jagdhunde und Deutsche Doggen brauchen ein energiereiches Futter, um ihren Körper mit genug Energie zu versorgen.

Die körperliche Aktivität deines Hundes

Wenn dein Hund viel spielt, springt, tobt und bellt, verbraucht er mehr Energie als ein ruhiger Artgenosse. Nehmen wir an, du hast einen sportlichen Schnauzer. Er rennt beim Spazierengehen vielleicht immer vor und zurück und bekommt gar nicht genug vom Rennen und Toben. Möglicherweise begleitet er dich sogar beim Joggen, wo er sich richtig auspowert. 

Je mehr dein erwachsener Hund körperlich leistet, desto höher sollte die Energiedichte seines Futters sein. 

Der Gesundheitszustand deines Vierbeiners

Falls dein Hund krank ist, kann es sein, dass du die Art der Fütterung und die Futtermenge an seinen Gesundheitszustand anpassen musst. In diesem Fall hilft dir dein Tierarzt weiter bzw. ein Ernährungsberater.

Sonstige Faktoren

Weitere Faktoren, die bei der Futtermenge eine Rolle spielen:

  • Kastration: Ist dein Hund kastriert? Dann neigt er vermutlich schneller zu Übergewicht als ein unkastrierter Vierbeiner. Rüden bewegen sich in der Regel nach der Kastration weniger. Hündinnen zeigen verstärkte Fressfreude. Vermutlich muss die Futtermenge reduziert werden.

  • Fellwechsel: Hunde mit dickem Pelz verbrauchen beim Fellwechsel 10 bis 20 Prozent mehr Energie als sonst. In dieser Zeit kannst du die Futtermenge leicht erhöhen. Oder du nutzt diese Phasen, damit dein leicht übergewichtiger Hund zu seinem Idealgewicht zurückfindet.
    Er benötigt während des Fellwechsels mehr essenzielle Fettsäuren als sonst. Füttere am besten Hundefutter mit Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren oder gebe etwas Lachsöl zusätzlich in den Napf. Damit unterstützt du die gesunde Fellbildung.

  • Läufigkeit: Läufige Hündinnen bewegen sich weniger. Das liegt daran, dass sie bei Spaziergängen angeleint bleiben. Hier gilt wieder: Vorsichtshalber die Futtermenge reduzieren.

  • Trächtigkeit: Deine Hündin erwartet Nachwuchs? Dann braucht sie viel Energie und die Zusatzstoffe, die Welpen benötigen. Sprich am besten mit deinem Tierarzt. Er hilft dir dabei, die Nahrung optimal auf diese Zeit abzustimmen.
    Mit der Erhöhung der Futtermenge solltest du erst ab der vierten Schwangerschaftswoche beginnen. Vorher wachsen die Welpen kaum. Vor allem Fett und Eiweiß sind jetzt wichtig.
    Wie viel du die Futtermenge steigern kannst, hängt von der Anzahl der Jungen ab. Bis zu 30 Prozent mehr kannst du während der Trächtigkeit geben.

Wieso ein Idealgewicht beim Hund so wichtig ist

Ein zu hohes Gewicht führt bei Hunden früher oder später zu gesundheitlichen Problemen. Dazu gehören Diabetes und Stoffwechselprobleme. Mit fortschreitendem Alter kommen Gelenk- und Hüftprobleme dazu. Außerdem leiden viele Hunde unter Arthrose

Um deinem Vierbeiner unnötiges Leid und Schmerzen zu ersparen, solltest du von Anfang an auf eine gesunde Ernährung achten.

Auch Leckerlies wie Schweineohren, Kaustangen & Co. beinhalten Kalorien. Gedörrte Produkte sind besonders energiereich. Wenn du sicher sein möchtest, dass du deinem Hund nicht zu viel zusteckst, rechne vorab aus, wie viel er maximal bekommen darf – und halte dich daran. Das ist nicht einfach, wenn liebe Augen dich flehend anschauen. Aber du tust deinem Hund keinen Gefallen, wenn du einknickst. 

5 Schritte Plan zur Fütterung

1. Lege Futterzeiten fest

Hunde mögen feste Strukturen. Dein Vierbeiner freut sich, wenn sein Napf zu regelmäßigen Zeiten gefüllt wird. Auf diese Weise werden die Mahlzeiten zu einem Highlight im Alltag.

2. Warte nach dem Essen mit dem Spaziergang

Nach dem Essen sollte sich dein Hund etwa eine Stunde lang ausruhen. Wenn er mit vollen Magen herumtollt, rennt, spielt und springt, könnte es zu einer Magendrehung kommen. Das kann lebensgefährlich sein.

3. Füttere mehrmals täglich

Bei einem erwachsenen Hund sind zwei bis drei Mahlzeiten pro Tag ideal. Der Körper deines Hundes muss dann nicht zu viel Nahrung auf einmal verarbeiten und verdauen. Dazu kommt, dass das Sättigungsgefühl größer ist. Dein Hund hat den Eindruck „mehr“ zu bekommen. 

Ein Welpe, der jünger als zwei Monate ist, braucht sechsmal täglich etwas zu futtern. Später kannst du die Häufigkeit der Futtergabe auf viermal reduzieren. Auf diese Weise ist der Magen deines kleinen Vierbeiners immer gefüllt. Gleichzeitig überfordert die Futtermenge den Körper nicht. 

4. Richte dich nach deinem Hund

Es kann sein, dass dein Hund mehr oder weniger Futter als andere Vertreter seiner Rasse braucht. Jeder Organismus funktioniert anders. Vielleicht „braucht“ er dreimal Futter täglich, um sich satt zu fühlen. Vielleicht kommt er mit einer einzigen Mahlzeit am besten zurecht. Beobachte sein Gewicht und wie er sich insgesamt fühlt.

5. Wähle hochwertiges, getreidefreies Futter

Dein Hund ist nur so gesund und fit wie das, was er isst. Wähle getreidefreien Feuchtfutter mit einem Fleischanteil von wenigstens 70 Prozent. Je weniger künstliche Zusätze im Futter sind, desto besser. Als Alternative kommt die Rohfütterung (Barfen) oder Teilbarfen in Frage.

Fazit

Die richtige Futtermenge für deinen Hund zu ermitteln, ist kein Hexenwerk. Passe die Menge individuell an deinen Vierbeiner an. 

Dabei entscheiden das Alter, die Größe und das Gewicht, die Rasse deines Hundes, die körperliche Aktivität und sein Gesundheitszustand über die Menge. Ein Welpe hat einen höheren Nährstoffbedarf als ein erwachsenes Tier. Ein Senior kommt mit weniger Nahrung aus. 

Beobachte deinen Hund und sein Gewicht. Das gibt dir die Möglichkeit, zeitnah zu reagieren, wenn er zu- oder abnimmt. Passe die Futtermenge gegebenenfalls an.

Generell gilt bei der Ernährung: Füttere deinen Liebling so hochwertig wie möglich. Du bist dir unsicher, was du deinem Hund geben solltest? Schau dir unsere Hundefutter-Tests an!

Verfasst von Enrico Bachmann
Verfasst von Enrico Bachmann

Ich bin zertifizierter Ernährungsberater für Hunde und Gründer von Hundeo. Meine Mission ist es, mit einfachen und klaren Empfehlungen dich im Dschungel der Informationen zu führen.

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