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Verdauung beim Hund erklärt (Das solltest du wissen)

Warum ist die Verdauung eines Hundes so wichtig? Ein gesundes Verdauungssystem ist wichtig für die gesamte Gesundheit deines Hundes. Im Verdauungstrakt wird das aufgenommene Futter aufgelöst und verdaut, wodurch die Nährstoffe, die dein Hund benötigt, aufgenommen werden. 

Mehr dazu und wie du den Verdauungstrakt deines Hundes intakt halten und somit seine Gesundheit fördern kannst, findest du in diesem Artikel.

Französische Bulldogge mit Stock
Artikel Übersicht

Zum Verdauungstrakt zählen zunächst das Maul sowie die Speiseröhre, der Magen und der Dünndarm, die Gallenblase, die Bauchspeicheldrüse, die Leber sowie der Dickdarm und schließlich der After.

Alles beginnt in seinem Maul

Das erste Organ, das bei der Verdauung eine wichtige Rolle spielt, ist das Maul deines Vierbeiners. Hier wird die Nahrung aufgenommen. Um die Nahrung aufzunehmen, kommen bei einem Hund sowohl die 42 Zähne als auch seine Zunge zum Einsatz. 

Der Hund verfügt über große Fangzähne und scharfe Backenzähne Mahlzähne besitzt er hingegen nicht. Aus diesem Grund wird die Nahrung geschlungen und nur wenig zerkaut. Das Gebiss des Vierbeiners ist demnach speziell auf die Aufnahme von Fleisch ausgerichtet. 

Durch diesen Umstand wird im Maul kaum Vorarbeit für die spätere Verdauung geleistet. Sobald sich Nahrung im Maul des Hundes befindet, wird über die Speicheldrüse Speichel angereichert. Anders als beim Menschen enthält dieser keinerlei Verdauungsenzyme.

Die Aufgabe der Speiseröhre

Die Speiseröhre des Tieres ist für den Transport vom Maul zum Eingang des Magens verantwortlich. Durch den von der Speicheldrüse angereicherten Speichel sowie durch Muskelkontraktionen wird das Futter durch die Speiseröhre zum Mageneingang weitergeleitet. 

Was geschieht im Magen des Hundes?

Dein Vierbeiner besitzt einen so genannten Sackmagen, der U-förmig ist. In diesem Bereich des Verdauungstraktes mischt sich das Futter nun mit dem Magensaft. Dieser wird von den Drüsen, welche sich an der Magenwand befinden, produziert. 

Die Produktion des notwendigen Magensafts beginnt, sobald die Nahrung im Magen ankommt. Der Saft besteht aus einem großen Teil Salzsäure sowie Muzin (Schleimstoff), Lipase und Pepsinen. Der Magensaft ist dafür verantwortlich, dass gefährliche Mikroorganismen abgetötet werden und die Zersetzung des Futters beginnt. 

Die Zersetzung der Nahrung beginnt nun, da im Magensaft Verdauungsenzyme und Säure enthalten sind, wodurch die Nahrung zur Aufspaltung der Proteine aufbereitet wird. Die Verdauung der Eiweiße beginnt. 

Nun entsteht ein Brei, der über den Ausgang des Magens in kleinen Mengen an den Dünndarm weitergeleitet wird. Der Magenausgang öffnet sich immer dann, wenn der pH-Wert gesunken und einen bestimmten Wert erreicht hat. Hierdurch steigt der Füllungsdruck. Somit gelangt der Futterbrei schließlich in den Dünndarm. 

Insgesamt bleibt die von deinem Vierbeiner aufgenommene Nahrung rund 2 bis 8 Stunden im Magen. 

Was passiert im Dünndarm?

Weitere 1 bis 2 Stunden bleibt das Futter im Dünndarm des Hundes. Dieser ist im Vergleich zu Pflanzenfressern sehr kurz, wodurch er kaum für pflanzliche Stoffe geeignet ist. 

In diesem Teil des Verdauungstraktes finden nun die meisten Abbauvorgänge statt. Deshalb handelt es sich beim Dünndarm um den wichtigsten Teil des Verdauungssystems. Denn hier werden die wichtigen Nährstoffe aufgenommen. 

Die Gallenblase, Leber und die Bauchspeicheldrüse

Diesen drei Organen kommt bei der Aufspaltung der Nahrung eine entscheidende Aufgabe zu. Sie stellen die wichtigen Verdauungssäfte und Verdauungsenzyme bereit, die für die Zersetzung der einzelnen Nahrungsbestandteile benötigt werden. 

In der Leber entsteht Gallensaft, der schließlich in der Gallenblase gespeichert wird. Zudem dient die Leber der Entgiftung und Reinigung des Körpers

Der Leber kommt noch eine weitere wichtige Aufgabe zu: Sie regelt den Stoffwechsel von Eiweiß, Fett und Zucker. Sie ist sowohl für die Produktion als auch für die Speicherung von Vitaminen verantwortlich. 

Für die Verarbeitung von Fett, Eiweiß und Kohlenhydraten wird Bauchspeichel benötigt. Dieser wird von der Bauchspeicheldrüse erzeugt.

Welche Verdauungsenzyme gibt es?

Der Hund besitzt Peptidasen. Diese Verdauungsenzyme sind für die Spaltung von Eiweiß notwendig. Darüber hinaus besitzt er für die Spaltung von Kohlenhydraten die Verdauungsenzyme Glykosidasen. Für die Spaltung von Fetten besitzt der Hund Lipasen

Durch die verschiedenen Verdauungsenzyme entstehen nun wasserlösliche Bausteine. Dieser Vorgang wird als Resorption bezeichnet – also die Stoffaufnahme aus dem Nahrungsbrei. 

Die wasserlöslichen Bausteine sind für den Organismus des Hundes lebensnotwendig und werden durch seine Körperzellen aufgenommen. Alle anderen Bausteine, die nicht verdaulich sind, werden später vom Körper ausgeschieden.

Welche Aufgaben hat der Dickdarm?

Das, was nach der Resorption von der Nahrung noch übrig ist, gelangt über den Dünndarm schließlich in den Dickdarm. Dort bleiben die Nahrungsreste für rund 18 bis 24 Stunden. 

In diesem Bereich des Verdauungstraktes wird die Nahrung kaum noch verarbeitet. Die noch vorhandenen Elektrolyten (Salze, Mineralstoffe und Vitamine) gelangen in den Blutkreislauf und Abfallprodukte werden an die Leber weitergegeben. Das restliche Wasser des Nahrungsbreis wird entzogen. 

Die entwässerten Nahrungsreste werden nun vom Dickdarm zusammengeschoben. Es wird ein Kotklumpen gebildet, der in Richtung Darmausgang geleitet wird. 

Der After

Im After des Vierbeiners befinden sich Analdrüsen. Diese produzieren ein Sekret, um den Ausgang des Afters zu befeuchten. Hierdurch kann der Kot des Hundes leichter abgehen. 

Der Hund muss Kot absetzen, sobald die maximale Füllmenge des Dickdarms erreicht ist. Die Entleerung des Darms wird durch den Schließmuskel des Vierbeiners reguliert.

Störungen im Verdauungstrakt

Wenn bei einem Hund eine Störung in einem Bereich des Verdauungssystems vorliegt, kann dies weitere Störungen auslösen. Eine nicht intakte Verdauung des Vierbeiners kann Erkrankungen der Augen, Ohren und Zähne verursachen. Aber auch Muskel- oder Gelenkschmerzen können hierdurch ausgelöst werden. 

Bei Störungen im Verdauungssystem wird zudem das Immunsystem des Hundes geschwächt. Daher gilt:

Je stabiler das Verdauungssystem des Vierbeiners ist, desto weniger ist er für Krankheiten anfällig.

Verdauungsprobleme beim Hund erkennen

Wenn dein Vierbeiner Probleme mit seiner Verdauung hat, äußert sich dies insbesondere durch folgende Symptome: 

  • auffällige Bauchgeräusche
  • saures Aufstoßen
  • Erbrechen
  • übermäßiges Fressen von Gras
  • Durchfall oder Verstopfungen
  • Gewichtsabnahme
  • trockenes und stumpfes Fell
  • Müdigkeit, Schlappheit

Wie kann ich das Risiko einer Verdauungsstörung vermindern?

Eine gute Ernährung kommt nicht nur der Verdauung deines Hundes zugute, sondern auch seinem Allgemeinzustand.

Du kannst das Risiko einer Verdauungsstörung vermindern, indem du deinen Hund mit einem hochwertigen Futter ausgewogen und gesund ernährst. 

Es sollte mit Proteinen, natürlichen Fetten, Kohlenhydraten, Vitaminen und Spurenelementen optimal abgestimmt sein. 

Das Futter sollte schonend zubereitet sein. Es sollte einen hohen Fleischanteil haben und natürliche Rohstoffe beinhalten und frei von Konservierungsstoffen, Füll- und Lockstoffen, Geschmacksverstärkern, Farbstoffen etc. sein.

Zudem empfehlen wir dir ca. einmal im Jahr eine aufbauende Darmkur mit Pre- bzw. Probiotika zu machen. Insbesondere nach einer Behandlung, bei der Medikamente wie Antibiotika eingesetzt wurden, nach chemischen Wurmkuren bzw. Impfungen. 

Sollte es dennoch mal zu einer Störung wie Durchfall etc. kommen, klingen diese meistens mit einer Fastenzeit und Schonkost ab. Mehr dazu findest du hier.

Auch sollte dein Hund täglich genügend Bewegung an der frischen Luft haben und du solltest ihm genügend Zeit einräumen, damit er sein Geschäft in Ruhe ausrichten kann.

Insbesondere bei großen Rassen solltest du unbedingt darauf achten, dass dein Hund nach den Mahlzeiten eine Ruhepause einlegt, um das Risiko einer Magendrehung zu vermindern.

Eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung beim Tierarzt, unter anderem auch Stuhlgangroben für das Ausschließen von Wurm- bzw. Parasitenbefall solltest du auf jeden Fall nicht vernachlässigen.

 

Empfehlung vom Tierarzt

Ein gesundes Verdauungssystem ist das A und O  für die gesamte Gesundheit deines Hundes. Einen gesunden Verdauungstrakt kannst du am besten fördern, wenn du deinen Hund mit einem hochwertigen Futter ernährst und täglich genügend Bewegung an der frischen Luft einräumst.

Ab und an kann es zu Störungen im Verdauungstrakt kommen, die in den meisten Fällen harmlos sind und mit einer entsprechenden Fastenzeit und Schonkost sich von selbst auskurieren.

Bei anhaltenden oder öfters auftauchenden Beschwerden solltest du allerdings deinen Tierarzt aufsuchen, damit evtl. schwerwiegende Krankheiten ausgeschlossen bzw. frühzeitig genug behandelt werden können.

Geprüft vom Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic
Geprüft vom Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic

Ich bin Tierarzt und Autor für Tiergesundheitsthemen. Tiere sind meine Leidenschaft und es ist mir ein persönliches Anliegen, medizinisch akkurate Artikel und Videos zu erstellen, um Tierbesitzer so gut es geht zu informieren.

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