Hollandse Herdershond

Wesen:

Treu, Zuverlässig, Lebhaft
Größe: Mittel
Höhe: 55-62 cm
Gewicht: 30 kg
Lebenserwartung: 12-15 Jahre
Felltyp: Kurzhaar
Farben: Silber-goldgestromt, Blaugrau, Pfefferfarben, Salzfarben
FCI Gruppe: Hütehunde – Treibhunde
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Der Hollandse Herdershond wird auch als Holländischer Schäferhund bezeichnet. Diese Hunderasse ist in Deutschland kaum bekannt. Die mittelgroße Hunderasse ist eng mit dem Belgischen Schäferhund verwandt. Als Familienhund oder als Begleiter für aktive Menschen (z. B. beim Joggen, Reiten oder Radfahren) ist er gleichermaßen beliebt.

Charakter & Merkmale

Der Hollandse Herdershond wurde von der FCI 1960 als eigenständige Hunderasse anerkannt. Er wird in der Gruppe 1, Sektion 1 in der Standardliste unter der Nummer 223 aufgeführt. 2012 wurde der Hollandse Herdershond vom American Kennel Club (AKC) aufgenommen.

Der mittelgroße, gut bemuskelte Hollandse Herdershond ist mittelschwer. Sein Körperbau ist kräftig und gut proportioniert. Die großen Ohren stehen aufrecht und sind sehr beweglich. Die Kopfform ist eher länglich und die Stirn niedrig. Die mittelgroßen, dunklen und mandelförmigen Augen sitzen leicht schräg.

Es gibt drei Fellvarianten: Langhaar, Kurzhaar oder Rauhaar. Kurz- oder langhaarige Hunde sind silber- oder goldgestromt. Als Farbnuancen können sehr hell bis mittel oder sehr dunkel vorkommen. Rauhaarige Hunde können zusätzlich auch blaugrau, pfefferfarben oder salzfarben sein.

Der Hollandse Herdershond besitzt viel Ausdauer. Er benötigt Beschäftigung und viel Auslauf, aber auch mentale Herausforderungen.

Diese Hunderasse zeigt ein lebhaftes Wesen sowie einen intelligenten Ausdruck. Der Hollandse Herdershond gilt als treu und zuverlässig. Er ist immer aufmerksam und wachsam. Mit seinem Besitzer arbeitet er als Hütehund gerne und großer Ausdauer zusammen. Unabhängig erledigt er alle ihm gestellten Aufgaben.

Der Hollandse Herdershond gilt als Spätzünder. Richtig erwachsen und charakterfest ist er erst mit drei oder vier Jahren. Die temperamentvolle Hunderasse benötigt eine konsequente und feinfühlige Erziehung. Jedoch verträgt der sensible Hollandse Herdershond keine harte Hand oder ungerechte Behandlung. Bei einer vertrauensvollen und emotionalen Bindung ist er folgsam und enorm leistungsfähig. Dieses zeigt er vor allem im Hundesport oder bei gemeinsamen Aktivitäten, wie z. B. Joggen, Radfahren oder spannenden Spielen in der Natur.

Als zuverlässiger und liebenswerter Begleiter ist er für das Familienleben geeignet. Gerne spielt er mit Kindern, wenn diese respektvoll mit ihm umgehen. Sein Beschützerinstinkt schließt die ihn umgebende Familie ein. Freundschaftlich werden Familie oder Bekannte von ihm begrüßt.

Der Hollandse Herdershond fühlt sich in einer kleinen Wohnung nicht wohl. Er benötigt Platz zum Toben und viel Auslaufmöglichkeiten. Ebenso schadet eine isolierte Zwingerhaltung seinem Charakter. Die optimale Haltung bietet eine ländliche Region mit viel Auslauf im Garten oder in der Natur.

Fellpflege:

Wenig
Mittel
Intensiv

Haaren:

Wenig
Mittel
Intensiv

Energielevel:

Wenig
Mittel
Viel

Trainierbarkeit:

Wenig
Mittel
Gut

Kinder geeignet:

Weniger
Mit Aufsicht
Perfekt

Hollandse Herdershond Video

Die richtige Ernährung

Der Hollandse Herdershond hat hinsichtlich seiner Ernährung keine besonderen Ansprüche. Trotzdem ist die richtige Ernährung für die gesunde Entwicklung des Hundes von großer Bedeutung. Sie sollte daher seiner Größe und dem jeweiligen Entwicklungsstand entsprechen.

Fertigprodukte gibt es als hochwertige Nass- oder Trockenfutter für jedes Hundealter. In der Regel benötigt ein erwachsener Hund täglich etwa 500 Gramm Futter. Das Futter wird auf zwei Mahlzeiten (morgens und abends) verteilt.

Generell hängt die Ernährung von verschiedenen Faktoren ab, die zu berücksichtigen sind. Neben der Größe des Hundes spielen auch sein Alter und sein Gewicht eine Rolle bei der Ernährung. Weitere Faktoren sind der Gesundheitszustand und der Grad der Aktivität des Hundes.

Bei der Futterzusammenstellung sollte der Fleischanteil grundsätzlich mindestens 70 Prozent betragen. Der Anteil von Gemüse sollte bei etwa 20 Prozent liegen. Auch Getreide sollte im Futter nicht fehlen. Der Getreideanteil sollte nicht mehr als zehn Prozent betragen. Zucker und künstliche Zusatz- oder Konservierungsstoffe gehören nicht in das Futter. Dem Hollandse Herdershond sollte täglich sauberes, frisches Trinkwasser bereitgestellt werden.

Im Handel werden Nass- und Trockenfutter für Hunde angeboten. Gegenüber Nassfutter hat Trockenfutter den Vorteil, dass es preiswerter ist. Die Anwendung ist sauberer und das Trockenfutter hält sich länger. Allerdings hat Trockenfutter nur einen geringen Eigengeschmack. Häufig ist Trockenfutter mit Geschmacksverstärkern versetzt. Inhaltsstoffe werden bei Trockenfutter nur selten klar deklariert. Zudem können ältere Hunde das harte Trockenfutter oftmals nicht richtig kauen.

Nassfutter versorgt den Hollandse Herdershond mit allen lebenswichtigen Nährstoffen. Hierzu gehören Kohlehydrate, Proteine, Fett, Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente. Häufig bietet der Handel Spezialfutter für Welpen, erwachsene Tiere oder Senioren an. Auch spezielles Futter bei bestehenden Allergien oder Krankheiten ist erhältlich.

Gerade Welpen bietet Nassfutter ein ausgewogenes Verhältnis an Calcium und Phosphor. Beide Elemente bilden die Grundlage für das Knochenwachstum. Das weiche Nassfutter erleichtert zudem die Nahrungsaufnahme der Welpen während des Zahnwechsels.

Hollandse Herdershond Pflege

Der Hollandse Herdershond gilt als ausgesprochen pflegeleicht, was die Fellpflege betrifft. Bei langhaarigen Hunden reicht es vollkommen aus, das Fell ein- bis zweimal pro Woche zu kämmen oder zu bürsten. Bei kurzhaarigen Hunden ist eine Fellpflege alle zwei Wochen ausreichend.

Bei rauhaarigen Hunden wird das Fell zusätzlich zweimal pro Jahr getrimmt werden. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst sollten lose Haare regelmäßig entfernt werden. Unabhängig von der Fellvariante ist dann eine tägliche Fellpflege erforderlich.

Die Krallen an den Pfoten sollten regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf gekürzt werden. Bei einem langen Spaziergang in der Natur können Fremdkörper schnell in Augen und Ohren gelangen. Es empfiehlt sich, Augen und Ohren regelmäßig auf Fremdkörper oder Schmutz hin untersuchen. Fremdkörper sollten behutsam entfernt werden, um Verletzungen oder Entzündungen zu vermeiden. Schmutz lässt sich gut mit einem weichen Tuch beseitigen.

Nach einem Spaziergang in der Natur sollte das Fell auf Zecken abgesucht werden. Es empfiehlt sich, dem Hollandse Herdershond ein Zecken- und Flohhalsband anzulegen. Für die Gesundheit des Hundes sind Tierarztbesuche und Impfungen sinnvoll. Eine Entwurmungs- oder Parasitenkur sollte regelmäßig durchgeführt werden.

Spezielle Zahnpflegesets unterstützen die Zahnpflege des Hundes. Trockenfutter kann die Zahnpflege unterstützen oder zur Belohnung als Leckerli verwendet werden.

Passendes Zubehör

Der Hollandse Herdershond benötigt ein Hundekörbchen oder ein bequemes Hundekissen. So kann er sich nach einem langen Spaziergang in der Natur oder nach dem Spielen und Toben ausruhen.

Vor allem während des Fellwechsels wird eine spezielle Hundebürste benötigt. Für die Entfernung von losen Haaren haben sich Bürsten mit Naturhaar- oder Drahtborsten bewährt. Für das Schneiden der Krallen empfiehlt sich eine Krallenschere mit Abstandshalter. So kann ein mögliches Verletzen des Hollandse Herdershond vermieden werden.

Der Hollandse Herdershond hat einen ausgeprägten Spieltrieb. Als Spielzeug eignen jegliche Art von Beschäftigungsmöglichkeiten. Vor allem Bälle oder Wurfseile, denen er hinterherjagen kann, haben sich bewährt.

Hollandse Herdershond Profilbild Geschichtsbild

Herkunft & Geschichte

Der Hollandse Herdershond ist eine Hunderasse aus den Niederlanden. Er hat sowohl regionale wie genetische Wurzeln mit dem Belgischen Schäferhund. Beides stammen ursprünglich aus der Region um Brabant. Vor allem wegen seiner vielseitigen Einsatzmöglichkeiten ist der Hollandse Herdershond sehr beliebt. Er gilt heutzutage als sehr selten.

Der Hollandse Herdershond wurde bis ins 19. Jahrhundert für Schafherden als Hirtenhund eingesetzt. Beim Hüten von größeren Herden konnte er gut mit anderen Hunden zusammenarbeiten. Um die Schafherden von den Feldern abzuhalten, lief er an den Feld- und Straßengrenzen Streife.

Als Treibhund brachte er Kühe zum Melken und zog die Milchkarren. Rinderherden trieb er auf den Schlachthof, auf Märkte oder in die Häfen. Als Zughunde konnten sie mit Waren bepackte Karren oder Einpersonenkutschen ziehen.

Als Hof- und Wachhund wurde der Hollandse Herdershond ebenfalls eingesetzt. Er machte nicht nur auf sich nähernde Fremde aufmerksam, sondern hielt auch die Hühner von den Küchengärten fern.

Bereits 1874 wurde der Hollandse Herdershond auf einer Hundeausstellung in Amsterdam präsentiert. 1898 entstand in Utrecht der Nederlandse Herdershonden Club (NHC). Seit 2008 wird diese Hunderasse vom Holländischen Schäferhund Club Deutschland betreut.

Als sich Belgien im 19. Jahrhundert von den Niederlanden abspaltete, teilte sich auch die bis dahin einheitliche Hunderasse. Eine Vereinigung der Holländischen und Belgischen Schäferhundrassen misslang.

Um 1900 herum gab kaum noch große Schafherden. Der Hollandse Herdershond wurde nur noch selten als Hirtenhund verwendet. Mit seinen flexiblen Fähigkeiten war er jedoch für das Hundetraining sehr gut geeignet war.

Heute wird der Hollandse Herdershond als Polizei- und Blindenführhund eingesetzt. Auch als Such- und Fährtenhund oder als Therapiehund eignet sich diese Hunderasse.