Komondor

Wesen:

Eigenständig, Furchtlos, Sanftmütig,
Größe: Groß
Höhe: 65-70 cm
Gewicht: 40-60 kg
Lebenserwartung: 10-12 Jahre
Felltyp: Langhaar
Farben: Elfenbeinfarben
FCI Gruppe: Hütehunde – Treibhunde
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Auf den ersten Blick wirkt er vielleicht wie ein Schaf, aber nein, er ist ein Hund. Genauer gesagt, ein ungarischer Hütehund. Unter dem verfilzten Zottelfell verbirgt sich der Komondor, und er ist für einige Überraschungen gut.

Charakter & Merkmale

Der Komondor wurde von der FCI anerkannt und gehört zur Gruppe 1. Darin sind Hüte- und Treibhunde zusammengefasst, ausgenommen die Sennenhunde. Das auffälligste Merkmal des Komondors ist zweifelsohne sein Fell. Wie könnte es auch anders sein, schließlich verdeckt es den Großteil seines Körpers. Beim flüchtigen Hinsehen kann es schon mal vorkommen, vorne und hinten zu verwechseln.

Das Fell besteht dabei nur zum Teil aus lebenden Haaren. Die abgeworfenen Haare verfilzen mit den noch fest verwurzelten und bilden Zotteln oder auch Schnüre. Das betrifft im Übrigen den kompletten Körper des Hundes, nicht einmal Augen oder Ohren sind zu sehen. Dieses Versteckspiel erschwert es allerdings, die Absichten des Hundes zu erkennen.

Alle Komondore sehen sehr einheitlich aus. Das Fell ist weiß, wird aber im Laufe des Lebens dunkler. Dann bezeichnet man es als elfenbeinfarben. Unterschiede gibt es nur zwischen den Geschlechtern. Die Rüden sind durchschnittlich gut 5 Zentimeter größer als die Hündinnen. Vollkommen ausgewachsen sind die Hunde dabei verhältnismäßig spät, erst ungefähr mit 18 bis 24 Monaten.

Würde das Fell abgeschnitten werden, käme ein immer noch großer, gut bemuskelter Hund zum Vorschein. Das solltest du aber unbedingt unterlassen, da das Fell für den Hund ein unverzichtbarer Schutz ist. Es verhindert Verletzungen und Bisse von Feinden. Außerdem ist es geeignet für die wechselnd sehr kalten oder extrem heißen Bedingungen der Puszta, seiner Heimat.

Als gebürtiger Hütehund ist der Komondor gerne nachts unterwegs. Er besitzt ein ausgeprägtes Revierverhalten. Sein Bewegungsdrang ist dabei eher gering. Er ist zufrieden, wenn er patrouillieren und engen Kontakt zu seiner Herde halten kann. Mit einer Lebenserwartung von 12 Jahren und oft mehr bleibt er seinen Besitzern dabei lange erhalten.

Eine weitere Besonderheit des Komondors ist seine Unabhängigkeit. Als Schafhirte in der Puszta oft auf sich allein gestellt, hat er gelernt, Gefahren selbstständig einzuschätzen. Diese Eigenständigkeit führt dazu, dass er nicht einfach zu trainieren ist. Er erfüllt Aufgaben in der Regel nur, wenn er sie für sinnvoll erachtet. Trifft er mit anderen Hunden zusammen, übernimmt der Komondor wie selbstverständlich das Kommando.

Für Anfänger ist er daher kaum geeignet, ein Komondor braucht einen erfahrenen Halter. Auch der Umgang mit Fremden ist bisweilen schwierig, weil der Hund ihnen gegenüber misstrauisch ist. Er ist sehr auf seine Bezugsperson fixiert, der seine bedingungslose Treue gilt.

Fellpflege:

Wenig
Mittel
Intensiv

Haaren:

Wenig
Mittel
Intensiv

Energielevel:

Wenig
Mittel
Viel

Trainierbarkeit:

Wenig
Mittel
Gut

Kinder geeignet:

Weniger
Mit Aufsicht
Perfekt

Komondor Video

Die richtige Ernährung

Der Komondor ist ein großer Hund. Mit einem Gewicht von 40 bis 50 Kilogramm bei den Hündinnen und noch einmal 10 Kilogramm mehr bei den Rüden, hat er einen ordentlichen Appetit. Auch wenn das teuer ist, solltest du nicht am Futter sparen. Die Gesundheit deines Hundes hängt zum Großteil von seiner Ernährung ab.

Wie bei vielen großen Hunden gibt es auch beim Komondor ein erhöhtes Risiko für eine Magenverdrehung. Diese können sehr gefährlich werden und sogar zum Tod des Hundes führen. Verhindern kann man Magenverdrehungen am besten, indem die Futtermenge genau berechnet wird. So überfrisst sich der Hund nicht so leicht. Denn je länger das Futter im Magen ist, desto höher das Risiko.

Auch die Zusammensetzung des Futters spielt eine Rolle. Hunde sind Raubtiere, deshalb sollte ihre Nahrung hauptsächlich aus Fleisch bestehen. Auch zu viel Trockenfutter kann gefährlich sein. Da es im Magen erst nach einer Weile quillt, empfindet der Hund noch Hunger und frisst mehr. Getreide im Futter solltest du ebenfalls vermeiden. Die pflanzliche Nahrung ist schwer zu verdauen.

Gerade wenn du dir frisch einen Komondor geholt hast, solltest du beim Futter vorsichtig sein. Der Umzug ist für den Hund besonders mit Stress verbunden. Idealerweise bleibt das Futter jedoch für die ersten Tage gleich. Im Laufe der Zeit versetzt du es nach und nach mit neuem Futter. Erhöhe den Anteil immer weiter, bis der Hund das neue Futter frisst. So schonst du den empfindlichen Magen.

Durch das besondere Aussehen des Komondors ergibt sich noch etwas, worauf du achten solltest. Gewichtsveränderungen bleiben oft lange unter dem dichten Fell verborgen. Abhilfe schaffen kannst du, indem du ihn regelmäßig wiegst. Das gibt dir die Möglichkeit, auf alle Gegebenheiten schnell zu reagieren.

Komondor Pflege

Es dürfte dich nicht überraschen, dass sich die Pflege eines Komondors größtenteils auf sein Fell bezieht. Schon vom Welpenalter an musst du dich gut um deinen Vierbeiner kümmern. Dabei sind Kämmen und Baden tabu. Das unverfilzte Fell könnte dadurch Schaden nehmen. Stattdessen erfolgt die Fellpflege beim Welpen vorerst durch Streicheln.

Beim Welpen ist das Streicheln vor allem dazu da, ihn an die spätere Pflege seiner Zotteln zu gewöhnen. Widme dich dabei besonders den Ohren. Erst ab einem Alter von ungefähr einem Jahr beginnt die Unterwolle, sich mit den Deckhaaren zu verfilzen. Großflächige Matten direkt auf der Haut sind schädlich für den Hund. Du kannst sie vorsichtig zu daumendicken Bündeln auseinander schneiden. Dadurch verhinderst du das Ausbilden von Ekzemen.

Auch den erwachsenen Hund solltest du nur im absoluten Notfall baden und nicht kämmen. Benutze statt Bürsten deine Finger, um Zweige oder andere Dinge zu entfernen, die sich im Fell verfangen haben. Mit der Hand kannst du auch die Zotteln in Form halten. Schneiden solltest du sie nur um die Ausscheidungsorgane herum, damit sich weder Kot noch Urin im Fell festsetzen können.

Besondere Aufmerksamkeit erfordern Pfoten und Ohren. Verfilzte Stellen zwischen den Ballen der Pfote können zu Verletzungen führen, deswegen solltest du sie entfernen. Auch die Härchen, die im Ohr des Komondors wachsen, solltest du in winzigen Büscheln ausreißen, damit sie nicht mit Ohrenschmalz verkleben. Wenn du dabei vorsichtig bist, hat dein Hund keine Schmerzen. Und die tägliche Pflege stärkt eure Bindung.

Auf manche Menschen wirkt die Felltracht eines Komondors vielleicht ungepflegt, aber lass dich davon nicht beirren. Ein Komondor ist nur dann gut gepflegt, wenn er das typische Zottelfell hat. Dabei stinkt er nicht mehr als andere Hunde. Er braucht sein Fell, um gesund zu bleiben und sich wohl zu fühlen. Von Vorteil ist auch, dass aus den Zotteln kaum Haare ausfallen. Im Alter kannst du das Fell gegebenenfalls kürzen, wenn der Hund schwächer wird und die Belastung durch das hohe Gewicht zu viel wird.

Passendes Zubehör

Aufwendiges Zubehör wie spezielle Hundebürsten benötigt dein Komondor nicht. Wie bereits erwähnt, deine Finger genügen vollauf für die Fellpflege. Um bei deinem heranwachsenden Hund die Haare zu schneiden, brauchst du nur eine scharfe Schere mit abgerundeten Spitzen. Um die Ohren zu säubern, solltest du einfach deine Finger benutzen, keine Wattestäbchen oder Ähnliches.

Am wichtigsten für das Wohlbefinden des Komondors ist ein großes Grundstück, auf dem er sich idealerweise frei bewegen kann. Zwingerhaltung ist nichts für den Hütehund. Auch Städte eignen sich nicht als Heimat.

Freiliegende Bauernhöfe oder auch große, umzäunte Gärten sind eher seine Kragenweite. Spielzeug findet er verhältnismäßig uninteressant, als Beschäftigung genügt ihm das Zusammensein mit seiner Herde. Ansonsten benötigt ein Komondor natürlich dasselbe Zubehör wie jeder andere große Hund auch.

Komondor Geschichte

Herkunft & Geschichte

Die Geschichte des Komondors ist faszinierend und geheimnisvoll. Bei Ausgrabungen in Mesopotamien wurden Tontafeln gefunden, auf denen unter anderem große, zottige Hunde zu sehen waren. Über die Auslegung der zugehörigen Schrift ist man in der Fachwelt uneins. Trotzdem ist es möglich, dass der heutige Komondor auf die Hunde der Sumerer zurückgeht, die ihre Rinderherden beschützt haben. Das hieße, die Rasse wäre mehrere tausend Jahre alt.

Als gesichert gilt, dass der Komondor ein Steppenhund ist. Aber ob sein Ursprung nun im Zweistromland liegt, in Tibet, in der Türkei oder der Ukraine, darüber streiten die Experten. Das gilt auch für seine Verwandtschaft mit anderen traditionellen Hütehundrassen. Irgendwann jedoch führte ihn der Weg nach Ungarn. Möglicherweise kam er zusammen mit dem Volk der Kumanen, von denen auch sein Name abgeleitet sein könnte.

Die erste Erwähnung eines ungarischen Hirtenhunds gab es dann im 16. Jahrhundert und es folgten weitere. Das imposante Äußere des Komondors sorgte für Aufsehen. Im Jahr 1815 wurde erstmals eine Zeichnung mit zugehöriger Beschreibung in einem Fachbuch veröffentlicht.

So, wie der Komondor heute gezüchtet wird, ist er wohl erst im Laufe des letzten Jahrhunderts entstanden. Dies entnehmen die Forscher der Veränderung seines Fells, denn die dünnen Schnüre wurden vor der Jahrhundertwende nicht beschrieben. In dieser Zeit wurde er auch an einigen europäischen Höfen gehalten. Doch eher aufgrund seines ungewöhnlichen Aussehens und nicht wegen seiner Fähigkeit als Wachhund.

Viele von den Mythen, die sich noch heute um den Komondor ranken, sind übertrieben. So hätte sein Fell angeblich dazu gedient, anschleichende Raubtiere zu überraschen. Wenn die angeblichen Schafe plötzlich bellten, sollen die Wölfe verstört worden sein. Quasi ein Wolfsschreck im Schafspelz. Allerdings genügt in den meisten Fällen die bloße Anwesenheit von Hunden, um Raubtiere abzuhalten. Egal, wie sie aussehen.

In jüngerer Zeit nimmt die Bedeutung des Komondors wieder zu, nachdem die Zahl der Hunde stark gefallen war. Sie werden heute noch manchmal als Hütehunde eingesetzt, zum Beispiel in den USA. Aber ihre eigentliche Berufung ist die eines Wach- und auch Familienhundes geworden.