Dein Hund rennt über die Straße, ein Auto muss ausweichen und verursacht einen Unfall. Oder dein Vierbeiner beißt einen Jogger ins Bein. Solche Szenarien klingen dramatisch – aber sie passieren täglich. Und als Hundehalter haftest du für jeden Schaden, den dein Hund verursacht. Unbegrenzt und mit deinem gesamten Vermögen.
Eine Hundehaftpflichtversicherung ist keine Luxus-Versicherung – sie ist existenzieller Schutz für jeden Hundehalter.
Die Hundehaftpflichtversicherung schützt dich vor den finanziellen Folgen, wenn dein Hund einen Schaden verursacht. Sie übernimmt die Kosten für:
Wichtig zu wissen
Anders als bei Katzen oder Kleintieren bist du als Hundehalter Gefährdungshafter. Das bedeutet: Du haftest auch dann, wenn du nichts falsch gemacht hast. Allein die Tatsache, dass du einen Hund hältst, macht dich haftbar.
Ohne Versicherung kann ein einziger Vorfall deine finanzielle Existenz bedrohen. Bei schweren Personenschäden können Schadenersatzforderungen schnell in die Hunderttausende oder sogar Millionen gehen.
Die Pflicht zur Hundehaftpflichtversicherung ist in Deutschland Ländersache. Die Regelungen unterscheiden sich stark:
In diesen Bundesländern müssen alle Hundehalter eine Haftpflichtversicherung abschließen:
In anderen Bundesländern gilt die Versicherungspflicht nur für sogenannte**"Listenhunde"** oder ab einer bestimmten Größe:
Unser Rat
Unabhängig von der gesetzlichen Pflicht empfehlen wir jedem Hundehalter eine Hundehaftpflichtversicherung. Die jährlichen Kosten von 40-80 € stehen in keinem Verhältnis zu den potenziellen Schäden.
Die gute Nachricht: Eine Hundehaftpflichtversicherung ist sehr günstig. Du bekommst guten Schutz bereits ab etwa 40 € pro Jahr.
| Faktor | Einfluss auf den Preis |
|---|---|
| Deckungssumme | Höhere Summe = leicht höherer Beitrag |
| Selbstbeteiligung | Höhere SB = niedrigerer Beitrag |
| Hunderasse | Listenhunde zahlen oft 100-200 € mehr |
| Anzahl der Hunde | Zweit- und Dritthund oft günstiger |
| Zahlweise | Jährliche Zahlung oft günstiger |
Vorteile
Personenschäden durch Bisse oder Anspringen
Sachschäden an fremdem Eigentum
Mietsachschäden in der Wohnung
Schäden durch ungewollten Deckakt
Welpen bis zu einem bestimmten Alter
Auslandsaufenthalte (meist EU-weit)
Prüfung unberechtigter Forderungen
Nachteile
Schäden am eigenen Eigentum
Vorsätzlich herbeigeführte Schäden
Schäden am Hund selbst (dafür: Krankenversicherung)
Bußgelder oder Strafen
Schäden bei gewerblicher Hundezucht (ohne Zusatz)
Viele Hundehalter unterschätzen die Gefahr von Mietsachschäden. Wenn dein Hund den Parkettboden zerkratzt oder die Türzarge annagt, kann das schnell teuer werden.
Ein zerkratzter Parkettboden kann leicht 3.000-5.000 € kosten. Achte darauf, dass Mietsachschäden in deiner Police eingeschlossen sind!
Die 5 wichtigsten Kriterien
Bei schweren Personenschäden – etwa wenn jemand durch deinen Hund dauerhaft arbeitsunfähig wird – können die Kosten astronomisch werden:
Eine zu niedrige Deckungssumme bedeutet, dass du die Differenz aus eigener Tasche zahlen musst.
Hier einige typische Beispiele aus der Praxis:
Dein Hund läuft unvermittelt auf einen Radweg. Ein Fahrradfahrer stürzt und bricht sich das Handgelenk. Kosten: ca. 8.000 € (Behandlung, Verdienstausfall, Schmerzensgeld)
Beim Spielen im Park springt dein Hund eine Person an. Das Smartphone fällt zu Boden und ist kaputt. Kosten: ca. 1.200 €
Dein Hund rennt auf die Straße, ein Auto weicht aus und kollidiert mit einem geparkten Fahrzeug. Kosten: ca. 15.000 € (Fahrzeugschäden, mögliche Personenschäden)
Ohne Versicherung
In allen drei Fällen müsstest du ohne Hundehaftpflichtversicherung aus eigener Tasche zahlen. Bei Personenschäden kann das deine finanzielle Existenz bedrohen.
Eine Hundehaftpflichtversicherung ist für jeden Hundehalter unverzichtbar – unabhängig davon, ob sie in deinem Bundesland Pflicht ist.
Die Fakten sprechen für sich:
Für weniger als 7 € im Monat schützt du dich vor existenzbedrohenden Schadenersatzforderungen. Das ist die beste Investition, die du als Hundehalter machen kannst.
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