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Rassespezifische Krankheiten bei Hunden: Überblick und Versicherung

Einige Rassen haben typische gesundheitliche Risiken, die auch für die Wahl der Hundeversicherung relevant sind. In unserem Vergleich unterscheiden sich Anbieter vor allem bei Wartezeiten und der Abdeckung genetisch bedingter Erkrankungen.

8 Min. Lesezeit
Hund wird vom Tierarzt untersucht, Vorsorge bei rassespezifischen Krankheiten
Das Wichtigste in Kürze
  • Viele gesundheitliche Schwächen sind zuchtbedingt, nicht zufällig

  • Hüftdysplasie betrifft vor allem Schäferhund, Labrador und Golden Retriever

  • Brachyzephale Rassen wie Mops oder Französische Bulldogge haben häufiger Atemwegsprobleme

  • Basis-Tarife schließen Erbkrankheiten oft aus oder arbeiten mit 6-12 Monaten Wartezeit

  • Im Vergleich unterscheiden sich Anbieter vor allem bei Wartezeiten und Leistungsgrenzen

Nicht jede Rasse bringt dieselben gesundheitlichen Risiken mit. Körperbau, Gewicht, Atemwege oder genetische Vorbelastungen spielen eine große Rolle. Genau deshalb lohnt es sich, rassetypische Erkrankungen nicht nur gesundheitlich, sondern auch versicherungstechnisch früh mitzudenken.

Unterschied zwischen besonderen Anfälligkeiten und rassespezifischen Störungen

Hierbei ist es wichtig zu unterscheiden: Besondere Anfälligkeiten entstehen oft durch die Lebensweise oder den Körperbau. Ein aktiver Border Collie neigt zu Verletzungen, weil er ständig in Bewegung ist, während ein gemütlicher Beagle schnell zu Übergewicht neigt. Rassespezifische Störungen hingegen sind tief verankert, es handelt sich um Erbkrankheiten, die seit Generationen weitergegeben werden. Beispiele hierfür sind die Hüftdysplasie beim Deutschen Schäferhund oder Herzprobleme beim Cavalier King Charles Spaniel.

Unser Tipp: OP- oder Krankenversicherung. Wann ist sie sinnvoll?

Tierarztrechnungen können schnell vierstellige Beträge erreichen, besonders bei rassespezifischen Krankheiten, die aufwendig behandelt werden müssen.

OP-Versicherung: Ideal für junge, aktive Hunde mit höherem Verletzungsrisiko, ein Kreuzbandriss kann schnell 2.000–5.000 Euro kosten.

Krankenversicherung: Besonders wichtig bei Rassen mit einem erhöhten Risiko für chronische Erkrankungen.

Eine Versicherung lohnt sich vor allem, wenn hohe Einmalkosten für Operationen oder regelmäßige Behandlungen abgedeckt werden sollen. Doch aufgepasst: Sind rassespezifische Krankheiten in allen Tarifen abgedeckt? Nicht immer. Basis-Tarife schließen diese oft aus, während Premium-Tarife die Kosten für genetisch bedingte Beschwerden übernehmen, die bei bestimmten Rassen häufiger auftreten.

Besondere Anfälligkeiten bei Hunden. Das solltest du im Auge behalten

Manche Schwächen bei Hunden liegen auf der Hand, andere zeigen sich erst beim zweiten Blick. Während Bewegung und Lebensstil oft der Auslöser für viele Probleme sind, spielt auch der Körperbau eine entscheidende Rolle. Im Folgenden findest du eine Übersichtstabelle:

HunderasseBesondere AnfälligkeitenRassespezifische Krankheiten
Labrador RetrieverÜbergewichtHüft- und Ellbogendysplasie
Deutscher SchäferhundGelenkproblemeHüftdysplasie
Französische BulldoggeAtemwegsprobleme, ÜberhitzungsgefahrBrachyzephales Syndrom, Augenprobleme
Golden RetrieverGelenkproblemeHüftdysplasie, Krebsanfälligkeit
BeagleBewegungsmangel, FettleibigkeitOhrenentzündungen
DackelRückenproblemeBandscheibenvorfälle (Dackellähme)
RottweilerHohe Belastung der GelenkeHüftdysplasie, Herz-Kreislauf-Erkrankungen
WindhundVerletzungsanfälligkeit bei hoher AktivitätHerzprobleme, Magendrehung
ChihuahuaKälteempfindlichkeit, GelenküberlastungZahnerkrankungen, Patellaluxation
Border CollieHohe Aktivität, VerletzungsgefahrHüftdysplasie, Epilepsie
BernhardinerSchwerfälligkeit, HitzestressHüftdysplasie, Magendrehung
BoxerTumoranfälligkeitHerzerkrankungen (DCM), Hüftdysplasie
Cocker SpanielOhrenpflegeanfälligAugenprobleme, Ohrenentzündungen
MopsAtemnot, ÜbergewichtBrachyzephales Syndrom, Augenprobleme
DobermannBelastungsproblemeHerzkrankheiten (DCM), Hüftdysplasie
Shih TzuAugenreizungen, HitzeempfindlichkeitBrachyzephales Syndrom, Zahnerkrankungen
DalmatinerWasserhaushaltssensibilitätHarnsteine (Uratsteine), Taubheit
Bulldogge (Englisch)HautfaltenpflegeBrachyzephales Syndrom, Hautinfektionen
PudelZahnprobleme bei kleinen VariantenProgressive Retinaatrophie (PRA), Epilepsie
Yorkshire TerrierKälteempfindlichkeit, GelenkbelastungPatellaluxation, Zahnerkrankungen
Cavalier King Charles SpanielEmpfindlichkeit bei HerzbelastungMitralklappenerkrankung, Syringomyelie
HuskyKälte- und WärmeempfindlichkeitGrauer Star, Hüftdysplasie
Akita InuAutoimmunerkrankungsneigungHüftdysplasie, Sebadenitis
Jack Russell TerrierVerletzungsgefahr bei hoher AktivitätPatellaluxation, Taubheit
MastiffGelenkbelastung durch GewichtHüftdysplasie, Herzprobleme
MalteserPflegeaufwand des FellsZahnerkrankungen, Patellaluxation
WeimaranerStressanfälligkeitMagendrehung, Hüftdysplasie
Australian ShepherdLichtempfindlichkeitEpilepsie, MDR1-Gen-Defekt

Aktivitätsbedingte Anfälligkeiten bei deinem Hund

Bewegungsfreudige Hunde wie Border Collies, Australian Shepherds oder Labrador Retriever haben oft Energie für zwei, was sie anfällig für Verletzungen, Bänderrisse, Muskelzerrungen und Gelenkentzündungen macht. Regelmäßige Ruhepausen und gelenkschonende Aktivitäten wie Schwimmen können helfen, das Verletzungsrisiko zu senken.

Bewegungsarme Rassen

Im Gegensatz dazu stehen Hunde, die eher gemütlich sind, wie ein Beagle oder eine Bulldogge. Ihre geringe Aktivität führt häufig zu Übergewicht, das die Gelenke zusätzlich belastet, was langfristig zu Arthrose, Diabetes und Herzproblemen führen kann.

Anatomische Besonderheiten

Züchtung formt Hunde manchmal zu sehr. Kurzköpfige (brachyzephale) Rassen wie Mops, Französische Bulldogge oder Shih Tzu haben oft verengte Atemwege, was zu Atemnot, Schnarchen, Hitzeempfindlichkeit und Schlafproblemen führt. Ein langer Rücken, wie bei Dackeln, birgt das Risiko von Bandscheibenvorfällen, schon ein falscher Sprung kann hier ernste Folgen haben.

Bei großen und schweren Rassen, etwa Bernhardinern oder Mastiffs, ist das hohe Körpergewicht oft problematisch, da es die Gelenke übermäßig belastet und zu Hüftdysplasie sowie frühzeitigem Gelenkverschleiß führen kann.

Rassespezifische Störungen bei Hunden

Viele Erkrankungen treten bei bestimmten Rassen gehäuft auf, von Gelenkproblemen bis hin zu Herz- und Stoffwechselstörungen. Rassespezifische Störungen lassen sich oft nicht vermeiden, aber frühzeitig erkennen. Wer die typischen Schwächen seiner Rasse kennt, kann durch regelmäßige Untersuchungen, gezielte Ernährung und den richtigen Lebensstil viel bewirken.

Zum Beispiel: Bei großen Rassen wie dem Deutschen Schäferhund oder Labrador Retriever führt das unzureichende Zusammenspiel der Hüftgelenke häufig zu Hüftdysplasie. Kleine Hunde wie Chihuahua oder Yorkshire Terrier haben oft falsch sitzende Kniescheiben, was zu Patellaluxation führen kann. Die Früherkennung durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen ist hier entscheidend.

Atemwegserkrankungen. Kurze Nasen, lange Probleme

Brachyzephalie bedeutet, dass Hunde wie Mops, Französische Bulldogge oder Shih Tzu aufgrund ihrer kurzen Nasen ständig mit Atemproblemen kämpfen. Jeder Schritt kostet Luft, und besonders an heißen Tagen kann das lebensbedrohlich werden. Daher ist es wichtig, Überlastung zu vermeiden und kühle, schattige Ruhephasen einzuplanen.

Herzerkrankungen. Das versteckte Risiko

Herzprobleme bei Hunden verlaufen oft still. Sportliche Hunde wie Dobermann, Boxer oder Irish Wolfhound können an dilatativer Kardiomyopathie (DCM) leiden, während bei kleinen Rassen wie dem Cavalier King Charles Spaniel häufig Mitralklappenerkrankungen auftreten. Erste Anzeichen sind Müdigkeit, kurzes Hecheln und Husten, regelmäßige Herzuntersuchungen sind daher unerlässlich.

Augenkrankheiten. Wenn die Sicht schwindet

Genetisch bedingte Sehprobleme wie die Progressive Retinaatrophie (PRA) können bei Rassen wie Pudel, Cocker Spaniel oder Australian Shepherd auftreten. Auch Grauer Star, etwa bei Huskys oder Labrador Retrievern, erschwert das Sehen. Eine frühzeitige Diagnose und, falls nötig, eine Operation können helfen, den Verlust der Sehkraft zu verlangsamen.

Stoffwechsel- und Organerkrankungen. Kleinste Fehler, große Folgen

Der Stoffwechsel kann zu einer Schwachstelle werden, etwa neigt der Dalmatiner trotz seines einzigartigen Fells zu Harnsteinen, was schmerzhaft und gefährlich sein kann. Noch kritischer ist die Magendrehung bei großen Rassen wie Bernhardinern oder Weimaranern: Ein aufgeblähter Magen, der sich dreht, erfordert dringend eine Operation, um das Leben des Hundes zu retten.

Haut- und Fellprobleme. Mehr als nur Juckreiz

Sebadenitis, eine Talgdrüsenentzündung, betrifft seltene Rassen wie Akita Inu oder Pudel und führt zu Haarausfall und schuppiger Haut. Häufiger jedoch sind Allergien das Problem, besonders bei Golden Retrievern, Bulldoggen oder West Highland White Terriern können Futtermittel oder Umweltfaktoren zu Juckreiz und Entzündungen führen.

Tipps zur Vorsorge und Früherkennung

Die gute Nachricht: Viele rassespezifische Erkrankungen lassen sich rechtzeitig erkennen und behandeln, wenn man die richtigen Maßnahmen ergreift. Regelmäßige Tierarztbesuche, wie ein jährlicher Check-up, sind ein Muss, speziell bei großen Rassen sollte frühzeitig ein Hüft-Röntgen durchgeführt werden, bei brachyzephalen Rassen Atemtests und bei älteren Hunden Blutuntersuchungen nicht fehlen.

Auch eine angepasste Ernährung und gelenkschonende Bewegung, zum Beispiel Schwimmen statt Springen, können helfen, das Risiko zu senken. Ein gesundes Gewicht ist dabei der Schlüssel: Weniger Pfunde bedeuten weniger Belastung für Gelenke, Organe und das Herz.

Eine Hundekrankenversicherung deckt die Kosten für Vorsorge, Diagnostik und Behandlung rassespezifischer Erkrankungen ab. Bei Rassen mit bekannten Gesundheitsrisiken lohnt sich der Abschluss besonders früh, da Vorerkrankungen vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sind.

Anbieter mit Erbkrankheiten-Abdeckung:

  • HanseMerkur: Erbkrankheiten unbegrenzt, nur 6 Monate Wartezeit
  • Dalma: Erbkrankheiten abgedeckt, 12 Monate Wartezeit
  • Lassie: Erbkrankheiten abgedeckt, kein Alterslimit, 18 Monate Wartezeit

Hast du aufgepasst?

Frage 1 von 3

Was ist der Unterschied zwischen besonderen Anfälligkeiten und rassespezifischen Störungen?

Häufig gestellte Fragen

Enrico Bachmann

Geschrieben von

Enrico Bachmann

Gründer & Zertifizierter Ernährungsberater

Hundeo GründerZertifizierter Ernährungsberater für HundeExperte für belohnungsbasiertes Training

Enrico gründete Hundeo, nachdem er sich seit der Adoption von Nacho im Sommer 2016 intensiv mit Hundeernährung, Allergien und später auch Training beschäftigte. Aus eigenen Hundefutter-Tests und Gesprächen mit Tierärzten und weiteren Experten entstand zuerst eine Website, später die Hundeo-App.

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