Rassespezifische Krankheiten bei Hunden: Tipps & Infos

Ein schwarz-brauner Dackel steht draußen auf Betontreppen und blickt mit aufmerksamen Ohren in die Kamera. Neben den Stufen ist Gras zu sehen und der Welpe scheint vor Aufregung bereit zum Laufen zu sein.

Das solltest du wissen

Hunde sind nicht gleich Hunde – das klingt banal, ist aber entscheidend, wenn es um ihre Gesundheit geht. Ein Dackel hat einen langen Rücken, ein Mops eine kurze Nase, und ein Labrador? Der frisst gerne ein bisschen zu viel.

Das Problem: Diese charmanten Eigenheiten bringen nicht nur Charakter, sondern auch Risiken mit sich.

Viele gesundheitliche Anfälligkeiten sind kein Zufall. Sie sind das Ergebnis von Züchtung, die bestimmte Merkmale – wie Körperbau, Größe oder Verhalten – betont. Die Folge: Manche Rassen kämpfen häufiger mit genetisch bedingten Störungen oder sind durch ihre Anatomie besonders anfällig.

Unterschied zwischen besonderen Anfälligkeiten und rassespezifischen Störungen

Hierbei ist es wichtig zu unterscheiden: Besondere Anfälligkeiten entstehen oft durch die Lebensweise oder den Körperbau. Ein aktiver Border Collie neigt zu Verletzungen, weil er ständig in Bewegung ist, während ein gemütlicher Beagle schnell zu Übergewicht neigt. Rassespezifische Störungen hingegen sind tief verankert – es handelt sich um Erbkrankheiten, die seit Generationen weitergegeben werden. Beispiele hierfür sind die Hüftdysplasie beim Deutschen Schäferhund oder Herzprobleme beim Cavalier King Charles Spaniel.

Unser Tipp: OP- oder Krankenversicherung – Wann ist sie sinnvoll?

Tierarztrechnungen können schnell vierstellige Beträge erreichen – besonders bei rassespezifischen Krankheiten, die aufwendig behandelt werden müssen.

OP-Versicherung: Ideal für junge, aktive Hunde mit höherem Verletzungsrisiko – ein Kreuzbandriss kann schnell 2.000–5.000 Euro kosten.
Krankenversicherung: Besonders wichtig bei Rassen mit einem erhöhten Risiko für chronische Erkrankungen.

Eine Versicherung lohnt sich vor allem, wenn hohe Einmalkosten für Operationen oder regelmäßige Behandlungen abgedeckt werden sollen. Doch aufgepasst: Sind rassespezifische Krankheiten in allen Tarifen abgedeckt? Nicht immer – Basis-Tarife schließen diese oft aus, während Premium-Tarife die Kosten für genetisch bedingte Beschwerden übernehmen, die bei bestimmten Rassen häufiger auftreten.

Besondere Anfälligkeiten bei Hunden – Das solltest du im Auge behalten

Manche Schwächen bei Hunden liegen auf der Hand, andere zeigen sich erst beim zweiten Blick. Während Bewegung und Lebensstil oft der Auslöser für viele Probleme sind, spielt auch der Körperbau eine entscheidende Rolle. Im Folgenden findest du eine Übersichtstabelle:

Hunderasse Besondere Anfälligkeiten Rassespezifische Krankheiten
Labrador Retriever Übergewicht Hüft- und Ellbogendysplasie
Deutscher Schäferhund Gelenkprobleme Hüftdysplasie
Französische Bulldogge Atemwegsprobleme, Überhitzungsgefahr Brachyzephales Syndrom, Augenprobleme
Golden Retriever Gelenkprobleme Hüftdysplasie, Krebsanfälligkeit
Beagle Bewegungsmangel, Fettleibigkeit Ohrenentzündungen
Dackel Rückenprobleme Bandscheibenvorfälle (Dackellähme)
Rottweiler Hohe Belastung der Gelenke Hüftdysplasie, Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Windhund Verletzungsanfälligkeit bei hoher Aktivität Herzprobleme, Magendrehung
Chihuahua Kälteempfindlichkeit, Gelenküberlastung Zahnerkrankungen, Patellaluxation
Border Collie Hohe Aktivität, Verletzungsgefahr Hüftdysplasie, Epilepsie
Bernhardiner Schwerfälligkeit, Hitzestress Hüftdysplasie, Magendrehung
Boxer Tumoranfälligkeit Herzerkrankungen (DCM), Hüftdysplasie
Cocker Spaniel Ohrenpflegeanfällig Augenprobleme, Ohrenentzündungen
Mops Atemnot, Übergewicht Brachyzephales Syndrom, Augenprobleme
Dobermann Belastungsprobleme Herzkrankheiten (DCM), Hüftdysplasie
Shih Tzu Augenreizungen, Hitzeempfindlichkeit Brachyzephales Syndrom, Zahnerkrankungen
Dalmatiner Wasserhaushaltssensibilität Harnsteine (Uratsteine), Taubheit
Bulldogge (Englisch) Hautfaltenpflege Brachyzephales Syndrom, Hautinfektionen
Pudel Zahnprobleme bei kleinen Varianten Progressive Retinaatrophie (PRA), Epilepsie
Yorkshire Terrier Kälteempfindlichkeit, Gelenkbelastung Patellaluxation, Zahnerkrankungen
Cavalier King Charles Spaniel Empfindlichkeit bei Herzbelastung Mitralklappenerkrankung, Syringomyelie
Husky Kälte- und Wärmeempfindlichkeit Grauer Star, Hüftdysplasie
Akita Inu Autoimmunerkrankungsneigung Hüftdysplasie, Sebadenitis
Jack Russell Terrier Verletzungsgefahr bei hoher Aktivität Patellaluxation, Taubheit
Mastiff Gelenkbelastung durch Gewicht Hüftdysplasie, Herzprobleme
Malteser Pflegeaufwand des Fells Zahnerkrankungen, Patellaluxation
Weimaraner Stressanfälligkeit Magendrehung, Hüftdysplasie
Australian Shepherd Lichtempfindlichkeit Epilepsie, MDR1-Gen-Defekt

Aktivitätsbedingte Anfälligkeiten bei deinem Hund

Bewegungsfreudige Hunde wie Border Collies, Australian Shepherds oder Labrador Retriever haben oft Energie für zwei – was sie anfällig für Verletzungen, Bänderrisse, Muskelzerrungen und Gelenkentzündungen macht. Regelmäßige Ruhepausen und gelenkschonende Aktivitäten wie Schwimmen können helfen, das Verletzungsrisiko zu senken.

Bewegungsarme Rassen

Im Gegensatz dazu stehen Hunde, die eher gemütlich sind – wie ein Beagle oder eine Bulldogge. Ihre geringe Aktivität führt häufig zu Übergewicht, das die Gelenke zusätzlich belastet, was langfristig zu Arthrose, Diabetes und Herzproblemen führen kann.

Anatomische Besonderheiten

Züchtung formt Hunde manchmal zu sehr. Kurzköpfige (brachyzephale) Rassen wie Mops, Französische Bulldogge oder Shih Tzu haben oft verengte Atemwege, was zu Atemnot, Schnarchen, Hitzeempfindlichkeit und Schlafproblemen führt. Ein langer Rücken, wie bei Dackeln, birgt das Risiko von Bandscheibenvorfällen – schon ein falscher Sprung kann hier ernste Folgen haben.

Bei großen und schweren Rassen, etwa Bernhardinern oder Mastiffs, ist das hohe Körpergewicht oft problematisch, da es die Gelenke übermäßig belastet und zu Hüftdysplasie sowie frühzeitigem Gelenkverschleiß führen kann.

Rassespezifische Störungen bei Hunden

Viele Erkrankungen treten bei bestimmten Rassen gehäuft auf – von Gelenkproblemen bis hin zu Herz- und Stoffwechselstörungen. Rassespezifische Störungen lassen sich oft nicht vermeiden, aber frühzeitig erkennen. Wer die typischen Schwächen seiner Rasse kennt, kann durch regelmäßige Untersuchungen, gezielte Ernährung und den richtigen Lebensstil viel bewirken.

Zum Beispiel: Bei großen Rassen wie dem Deutschen Schäferhund oder Labrador Retriever führt das unzureichende Zusammenspiel der Hüftgelenke häufig zu Hüftdysplasie. Kleine Hunde wie Chihuahua oder Yorkshire Terrier haben oft falsch sitzende Kniescheiben, was zu Patellaluxation führen kann. Die Früherkennung durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen ist hier entscheidend.

Atemwegserkrankungen – Kurze Nasen, lange Probleme

Brachyzephalie bedeutet, dass Hunde wie Mops, Französische Bulldogge oder Shih Tzu aufgrund ihrer kurzen Nasen ständig mit Atemproblemen kämpfen. Jeder Schritt kostet Luft, und besonders an heißen Tagen kann das lebensbedrohlich werden. Daher ist es wichtig, Überlastung zu vermeiden und kühle, schattige Ruhephasen einzuplanen.

Herzerkrankungen – Das versteckte Risiko

Herzprobleme bei Hunden verlaufen oft still. Sportliche Hunde wie Dobermann, Boxer oder Irish Wolfhound können an dilatativer Kardiomyopathie (DCM) leiden, während bei kleinen Rassen wie dem Cavalier King Charles Spaniel häufig Mitralklappenerkrankungen auftreten. Erste Anzeichen sind Müdigkeit, kurzes Hecheln und Husten – regelmäßige Herzuntersuchungen sind daher unerlässlich.

Augenkrankheiten – Wenn die Sicht schwindet

Genetisch bedingte Sehprobleme wie die Progressive Retinaatrophie (PRA) können bei Rassen wie Pudel, Cocker Spaniel oder Australian Shepherd auftreten. Auch Grauer Star, etwa bei Huskys oder Labrador Retrievern, erschwert das Sehen. Eine frühzeitige Diagnose und – falls nötig – eine Operation können helfen, den Verlust der Sehkraft zu verlangsamen.

Stoffwechsel- und Organerkrankungen – Kleinste Fehler, große Folgen

Der Stoffwechsel kann zu einer Schwachstelle werden – etwa neigt der Dalmatiner trotz seines einzigartigen Fells zu Harnsteinen, was schmerzhaft und gefährlich sein kann. Noch kritischer ist die Magendrehung bei großen Rassen wie Bernhardinern oder Weimaranern: Ein aufgeblähter Magen, der sich dreht, erfordert dringend eine Operation, um das Leben des Hundes zu retten.

Haut- und Fellprobleme – Mehr als nur Juckreiz

Sebadenitis, eine Talgdrüsenentzündung, betrifft seltene Rassen wie Akita Inu oder Pudel und führt zu Haarausfall und schuppiger Haut. Häufiger jedoch sind Allergien das Problem – besonders bei Golden Retrievern, Bulldoggen oder West Highland White Terriern können Futtermittel oder Umweltfaktoren zu Juckreiz und Entzündungen führen.

Tipps zur Vorsorge und Früherkennung

Die gute Nachricht: Viele rassespezifische Erkrankungen lassen sich rechtzeitig erkennen und behandeln, wenn man die richtigen Maßnahmen ergreift. Regelmäßige Tierarztbesuche, wie ein jährlicher Check-up, sind ein Muss – speziell bei großen Rassen sollte frühzeitig ein Hüft-Röntgen durchgeführt werden, bei brachyzephalen Rassen Atemtests und bei älteren Hunden Blutuntersuchungen nicht fehlen.

Auch eine angepasste Ernährung und gelenkschonende Bewegung – zum Beispiel Schwimmen statt Springen – können helfen, das Risiko zu senken. Ein gesundes Gewicht ist dabei der Schlüssel: Weniger Pfunde bedeuten weniger Belastung für Gelenke, Organe und das Herz.

Bild von Verfasst von Claudia Weise
Verfasst von Claudia Weise

Ich bin Chefredakteurin bei Hundeo und wenn es um Hunde geht, schlägt mein Herz höher. Mein Ziel ist es, die besten Hunde-Ratgeber im Netz zu veröffentlichen. In jedem Artikel steckt viel Leidenschaft und ich freue mich über jedes Feedback, um unsere Inhalte stetig zu verbessern.

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