Leinenführigkeit Gassi Spazieren

Leinenführigkeit trainieren (6 Schritte Anleitung)

Nur wenige Dinge können die Beziehung zwischen Hund und Mensch belasten. Eine dieser Dinge ist beispielsweise die fehlende Leinenführigkeit.

In bestimmten Situationen kann der Spaziergang zu einem kleinen Alptraum werden. Weder für dich noch für deinen Hund ist das Ziehen an der Leine vorteilhaft.

Bei jungen Welpen ist dieses Verhalten noch öfter vorzufinden, als bei ausgewachsenen Hunden. Sie neigen öfter dazu, an der Leine zu ziehen. Da sie einfach noch bei jedem Spaziergang auf Entdeckungstour sind.

▶ Mit etwas Konsequenz legt sich dieses Verhalten bei ihnen  nach ein paar Monaten. Die richtige Hundeerziehung ist das A und O.

Du brauchst keine speziellen Kenntnissen, deinen Welpen die Leinenführigkeit anzutrainieren.

▶ Wird das Hundebaby erwachsener, sollte sich das Verhalten in der Regel automatisch verbessern.

Ganz anders als bei schon ausgewachsenen Hunden. Dort ist es schwieriger die mangelnde Leinenführigkeit zu verbessern.

Hier bedarf es schon etwas mehr Training und Geduld. Verschiedenen Gründe können für die fehlende Leinenführigkeit verantwortlich sein.

Diese 5 Gründe gibt es

franz bulldogge

1. Die Rasse macht den Unterschied

Derzeit zählen fast 350 verschiedene Rassen zu möglichen Hundearten. Viele Rassen tendieren eher dazu, in der freien Natur wie wild zu schnüffeln. Das ist quasi der Instinkt, der aus ihnen spricht. 

Typische „Schnüffelhunde“ sind zum Beispiel folgende:

  • Deutscher Boxer
  • Dobermann
  • Hovawart
  • Riesenschnauzer
  • Rottweiler
  • Schäferhund

2. Die fehlende Erziehung

Das typische Leinenziehen legt sich, sobald der Hund etwas erwachsener und ruhiger wird. Die Grundbasis dafür ist aber eine gute Hundeerziehung. 

Es braucht nicht viel, um bei einem Welpen die Leinenführigkeit zu verbessern. Eine konsequente und liebevolle Erziehung  ist meistens schon die wichtigste Basis. 

Leider gibt es von Zeit zu Zeit Hundebesitzer, die diese Art der Erziehung nicht verinnerlichen. 

Eine der Folgen, die daraus entstehen kann, ist die fehlende Leinenführigkeit. Ist das bei deinem Hund der Fall? Dann solltest du das Problem schnell in Angriff nehmen und die Leinenführigkeit verbessern.

3. Stressige Spaziergänge

Spaziergänge sollten ohne Stress und Hetzerei stattfinden.

Natürlich ist es verständlich, dass du deinen Arbeitsalltag mit Verpflichtungen und Zeitplänen hast. Dennoch solltest du dir überlegen, ob du diesbezüglich nicht etwas ändern möchtest.

Denn Spaziergänge zwischen Verpflichtungen und unter Zeitdruck können stressig und auch ungesund sein. 

Nicht nur du leidest darunter. Deinem Hund tut dies ebenfalls nicht gut. Bist du gestresst, kann das auf deinen Hund abfärben. Daraufhin fängt auch er an zu hetzen und an der Leine zu ziehen.

4. Zu kurze Spaziergänge

Zu kurze Spaziergänge stehen mit stressigen Spaziergängen in Verbindung. Es gibt auch immer mal wieder Fälle, wo sich die Lust des Hundebesitzers zum Gassi gehen in Grenzen hält. 

Vor allem nach einer schlaflosen Nacht oder an kalten Tagen kann die Lust sehr schnell schwinden. Das ist auch total verständlich. 

Jedoch sind kurze Spaziergänge oftmals der Auslöser einer schlechten Leinenführigkeit.

5. Eintönige Spaziergänge

Selbstverständlich ist es schwierig, immer aufregende und neue Plätze für deinen Hund zu finden. Dennoch solltest du dir in Zukunft vielleicht doch überlegen, verschiedene Plätze mit deinem Hund zu besuchen. 

Die Anzahl kann sich auf drei Plätze beziehen. Dies ist wichtig, damit dein Hund nicht das Interesse an den Spaziergängen verliert. Eintönige Spaziergänge fördern nämlich eine schlechte Leinenführigkeit.

Vermeide diese Fehler

Es gibt einen schwerwiegenden Fehler. Der wirkt sich bei der Verbesserung der Leinenführigkeit kontraproduktiv aus. 
 
Dabei handelt es sich um folgende Situation: Dein Hund zieht an der Leine. Im ersten Moment oder für die ersten Male ist das noch nicht so nervig. 
 
Aber Tag für Tag vermindert sich deine Geduld. Du fängst an, Verhaltensweisen an den Tag zu legen, die leider nachteilig für den Erfolg einer verbesserten Leinenführigkeit sind
 
Eine Verhaltensweise hierfür ist der „Ruck nach hinten“
 
Das bedeutet folgendes:
 
Dein Hund zieht und zieht. Irgendwann fällt dir nichts anderes mehr ein, als den Hund mit Kraft und einem starken Ruck zurückzuziehen.
 
Dieses Verhalten solltest du ab jetzt nicht mehr an den Tag legen. Denn das verbessert die Leinenführigkeit keinesfalls.

6 Schritte Anleitung

Hundegeschirr
Wir haben dir schon ein paar wichtige Informationen mitgeteilt. Jetzt widmen wir uns nun dem eigentlichen Thema. 
 
Wie kann ich die Leinenführigkeit verbessern? 
 
Die folgende Anleitung besteht aus kleinen und hilfreichen Schritten. Ihr kommt so Stück für Stück an euer Ziel.
 

Verwende ein Hundegeschirr

 Verwende für die Spaziergänge ein Hundegeschirr. Ein Hundegeschirr ist für die Gesundheit des Hals- und Wirbelbereiches deines Hundes gesünder. Im Vergleich zu einer Leine, die an ein Halsband angelegt wird.
 
Die Kraft beim Ziehen verlagert sich beim Hundegeschirr nicht nur auf die Halswirbel, sondern auf den ganzen Körper.
 
So vermeidest du, dass dein Hund mit der Zeit Probleme im Hals- und Schulterbereich bekommt. Oder das er bei einem unausweichlichen ruckartigen Ziehen seinen Hals verstaucht.

Schritt # 1
Positive Assoziationen

Viele Hunde verbinden ihre Leine mit etwas Negativem. Ist das der Fall bei euch? 
 
Dann entgegne dem. Schmücke die Leine mit positiven Assoziationen schmückst. 
 
Beispielsweise kannst du die Leine im Raum liegen lassen und ein gesundes Leckerli danebenlegen. Auch bei Schmuse- oder Kuscheleinheiten kannst du die Leine mit ins Spiel bringen. 
 
Nehme sie einfach in eine Hand und streichel deinen Hund. Deiner Fantasie sind in diesem Bereich keinen Grenzen gesetzt.

Schritt # 2
Wähle einen ruhigeren Ort

Hast du ein paar Tage die Leine positiv assoziiert? Dann ist es an der Zeit, den ersten „Übungsspaziergang“ zu unternehmen. 
 
Wichtig bei diesem Spaziergang ist folgendes:
 
Suche dir für deinen Hund einen ruhigeren Ort für das Gassi gehen aus.
Zu viele Ablenkungen und Reize sind kontraproduktiv für den Erfolg der verbesserten Leinenführigkeit.

Schritt # 3
Konsequenter Spaziergang

Lege ein langsames Tempo ein und laufe mit deinem Hund ein paar Runden. 

Fängt er an zu ziehen, bleibst du konsequent stehen. Hört deine Fellnase nicht auf, ist es an der Zeit eine andere Richtung einzuschlagen. 

Das bedeutet, dass du anfängst, langsam in der entgegengesetzten Richtung zu laufen. Passe idealerweise auf, dass du deinen Schatz bei dem Richtungswechsel nicht ziehst.

Schritt # 4
Signale einbauen

Hast du Schritt # 3 ein paar Mal ausgeführt, kannst du nun zum nächsten Schritt übergehen.

Im vierten Schritt ist es an der Zeit, Signale einzubauen. Beginnt dein Hund also an der Leine zu ziehen, verwendest du Begriffe wie „Leine“ oder „Beifuß“. Durch die Verknüpfung gelingt es dir in Zukunft deinen Hund besser zu koordinieren.

Schritt # 5
Belohnungen sind essenziell

Leckerlie
Natürlich sollten Belohnungen nicht Überhand nehmen. Sie sollten auch nicht verwendet werden, wenn kein tatsächliches Erfolgserlebnis stattgefunden hat. 
 
Dennoch sind sie sehr wichtig, wenn es um die Leinenführigkeit bei deinem Hund geht. 
 
Setze Belohnungen wie Leckerlis erst ein, wenn dein Hund anfängt, sich an Regeln zu halten. Nach einer gewissen Zeit wird die verbesserte Leinenführigkeit zur Gewohnheit. 
 
Dann verringerst du die Belohnungen. Du gibst sie deinem Hund nur, wenn der Spaziergang auch insgesamt erfolgreich war. Beziehungsweise wenn dein Hund kein einziges Mal gezogen hat.

Schritt # 6: Vermeide folgende Fehler

Wichtig für erfolgreiche Spaziergänge ist das Vermeiden der oben genannten Fehler und Gründe. 

Achte deswegen immer darauf, dass du nicht anfängst deinen Hund immer wieder ruckartig zurückzuziehen. Ausgenommen davon sind natürlich unerwartete Zwischenfälle. Wo du wirklich keine andere Möglichkeit hast, als ihn zurückzuziehen. 

Vermeide die Ursachen, die für eine schlechte Leinenführigkeit verantwortlich sein können. 

Aus diesem Grund vermeidest du bitte folgendes:

  • eintönige Spaziergänge
  • zu kurze Spaziergänge
  • stressige Spaziergänge
  • Inkonsequenz
  • Aggressive Trainings- oder Erziehungsmethoden

Mein Fazit

hunde gesicht icon
Mit unseren Tipps und Tricks kannst du ganz leicht die Leinenführigkeit verbessern. Achte bitte immer darauf, dass du sie deinem Liebling ganz ohne Zwang und Druck antrainierst
 
Vermeide bitte in jedem Fall forsche Erziehungsmethoden. 
 
Hältst du dir dies alles vor Augen, dann kann nicht mehr schief gehen. Dein Hund und du werdet schon bald entspannte Spaziergänge genießen können 😊

Weiterführende Quellen:

br.de
agila.de
akc.org
petmd.com

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