Welpen sollten in den ersten Lebensmonaten möglichst wenig Treppen steigen. Ihre Wachstumsfugen (die Bereiche am Ende der Röhrenknochen, in denen das Knochenwachstum stattfindet) sind empfindlich und können durch wiederholte Belastung geschädigt werden. Kleine Rassen können ab 6 bis 8 Monaten mit beaufsichtigtem Treppensteigen beginnen, große Rassen erst ab etwa 12 Monaten. Ganz vermeiden musst du es nicht: kontrolliertes, langsames Üben in kleinen Einheiten ist besser, als den Hund bis zum Erwachsenenalter zu tragen und dann mit dem Problem einer Treppenangst zu kämpfen.

| Rassegröße | Frühester Beginn | Knochen ausgewachsen |
|---|---|---|
| Klein (bis 10 kg) | 6 bis 8 Monate | ca. 12 Monate |
| Mittel (10-25 kg) | 8 bis 10 Monate | ca. 15 Monate |
| Groß (über 25 kg) | ab 12 Monaten | 18 bis 24 Monate |
Diese Werte sind Richtwerte. Dein Tierarzt kann anhand von Röntgenbildern beurteilen, wie weit die Wachstumsfugen deines Welpen geschlossen sind, und eine individuelle Empfehlung geben.
In den ersten Monaten gilt: Welpen die Treppe tragen oder mit einem Babygitter den Zugang zur Treppe sperren. Trotzdem solltest du ihn nicht komplett von Treppen fernhalten. Hunde, die als Welpen nie Treppen gesehen haben, entwickeln später oft Angst davor.
Beim Treppensteigen wirkt ein Vielfaches des Körpergewichts auf die Gelenke. Beim Hinuntergehen ist die Belastung noch höher als beim Hinaufgehen, weil das Gewicht auf die Vorderbeine trifft. Bei einem Welpen, dessen Wachstumsfugen noch offen sind, kann wiederholte starke Belastung zu Fehlstellungen oder Gelenkproblemen führen.
Gelegentliches, kontrolliertes Treppensteigen (3 bis 5 Stufen, langsam, unter Aufsicht) ist kein Problem. Problematisch wird es bei unkontrolliertem Rennen und Springen auf der Treppe, bei mehreren Stockwerken mehrmals täglich oder bei rutschigen Treppen, auf denen der Welpe ausrutschen und sich verletzen kann.
Schritt 1: Vorbereitung. Rutschfeste Matten oder Teppich auf die Stufen legen. Ruhigen Zeitpunkt wählen, keine Ablenkung. Leckerlis bereithalten.
Schritt 2: Erkunden lassen. Deinen Welpen zur Treppe bringen und ihn schnüffeln und erkunden lassen. Kein Druck. Jede Annäherung an die Treppe mit Leckerli und Lob belohnen.
Schritt 3: Erste Stufe. Ein Leckerli auf die erste Stufe legen. Wenn er die Vorderpfoten draufstellt: belohnen. Nicht sofort weiter. Diesen Schritt mehrmals wiederholen, bis er entspannt ist.
Schritt 4: Stufe für Stufe steigern. Wenn die erste Stufe sicher klappt: Leckerli auf die zweite Stufe. Tempo des Welpen respektieren. Nie mehr als 3 bis 5 neue Stufen pro Einheit.
Schritt 5: Hinuntergehen üben. Das ist der schwierigere Teil. Stelle dich unterhalb deines Welpen und locke ihn mit Leckerli eine Stufe hinunter. Langsam, eine Stufe nach der anderen. Biete Unterstützung an (Hand am Brustkorb), wenn er unsicher wirkt.
Halte die Einheiten kurz (5 Minuten maximal). Lieber 3 kurze Einheiten pro Woche als eine lange.
Kurzrückige Rassen (Dackel, Basset Hound): Anfällig für Bandscheibenvorfälle. Treppen nur unter Aufsicht und in Maßen. Bei Hunden mit Rückenproblemen: Rampe als Alternative.
Kurzschnäuzige Rassen (Mops, Bulldogge): Atemnot bei Anstrengung. Langsam und mit Pausen.
Große und schwere Rassen (Deutsche Dogge, Bernhardiner): Hohes Gewicht = mehr Gelenkbelastung. Besonders anfällig für Hüft- und Ellbogendysplasie. Erst nach tierärztlicher Freigabe.
Ältere Hunde mit Arthrose oder Muskelschwund: Rampe oder Treppenlift als Alternative. Rutschfeste Unterlagen sind Pflicht.
Übergewichtige Hunde: Mehr Gewicht = mehr Gelenkbelastung. Zuerst Gewicht reduzieren.
Die Übungen in diesem Artikel sind ein Auszug aus dem Hundeo-Kurs „Welpenerziehung". Bei Hundeo Pro findest du alle Lektionen als Videoanleitung mit Schritt-für-Schritt-Aufbau, dazu Trainings-Tracking und bei Problemen persönliche Hilfe von echten Trainern.