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Welpen und Treppen: ab wann, wie trainieren, Risiken

Welpen kleiner Rassen dürfen ab etwa 4 Monaten kurze Treppen steigen, große Rassen erst ab 6 bis 8 Monaten. Grund: Die Wachstumsfugen der Knochen sind bei großen Rassen erst später geschlossen. Treppen hoch ist weniger belastend als Treppen runter. Bis dahin: tragen. Training mit 2 bis 3 Stufen beginnen, langsam steigern, rutschfeste Oberfläche wählen.

6 Min. Lesezeit
Fünf Welpen in verschiedenen Farben sitzen in einer Reihe auf einer Steinfläche und schauen nach unten. Im Hintergrund eine Treppe und eine Topfpflanze.

Welpen sollten in den ersten Lebensmonaten möglichst wenig Treppen steigen. Ihre Wachstumsfugen (die Bereiche am Ende der Röhrenknochen, in denen das Knochenwachstum stattfindet) sind empfindlich und können durch wiederholte Belastung geschädigt werden. Kleine Rassen können ab 6 bis 8 Monaten mit beaufsichtigtem Treppensteigen beginnen, große Rassen erst ab etwa 12 Monaten. Ganz vermeiden musst du es nicht: kontrolliertes, langsames Üben in kleinen Einheiten ist besser, als den Hund bis zum Erwachsenenalter zu tragen und dann mit dem Problem einer Treppenangst zu kämpfen.

Das Wichtigste in Kürze
  • Kleine Rassen: ab 6 bis 8 Monaten langsam anfangen
  • Große Rassen: ab ca. 12 Monaten (Wachstumsfugen schließen sich später)
  • Vorher: Welpen die Treppe hoch- und runtertragen, Babygitter nutzen
  • Training: Stufe für Stufe, unter Aufsicht, rutschfeste Treppen
  • Treppensteigen schädigt nicht automatisch die Gelenke, aber übermäßiges, unkontrolliertes Treppenlaufen kann die Wachstumsfugen belasten
  • Hinuntergehen ist belastender als Hinaufgehen (mehr Druck auf die Vorderbeine)

Ab wann dürfen Welpen Treppen steigen?

Ein hellbrauner Welpe mit Schlappohren steht auf einer Holztreppe und blickt neugierig nach oben.

RassegrößeFrühester BeginnKnochen ausgewachsen
Klein (bis 10 kg)6 bis 8 Monateca. 12 Monate
Mittel (10-25 kg)8 bis 10 Monateca. 15 Monate
Groß (über 25 kg)ab 12 Monaten18 bis 24 Monate

Diese Werte sind Richtwerte. Dein Tierarzt kann anhand von Röntgenbildern beurteilen, wie weit die Wachstumsfugen deines Welpen geschlossen sind, und eine individuelle Empfehlung geben.

In den ersten Monaten gilt: Welpen die Treppe tragen oder mit einem Babygitter den Zugang zur Treppe sperren. Trotzdem solltest du ihn nicht komplett von Treppen fernhalten. Hunde, die als Welpen nie Treppen gesehen haben, entwickeln später oft Angst davor.

Warum ist Treppensteigen riskant?

Beim Treppensteigen wirkt ein Vielfaches des Körpergewichts auf die Gelenke. Beim Hinuntergehen ist die Belastung noch höher als beim Hinaufgehen, weil das Gewicht auf die Vorderbeine trifft. Bei einem Welpen, dessen Wachstumsfugen noch offen sind, kann wiederholte starke Belastung zu Fehlstellungen oder Gelenkproblemen führen. Wenn dein Hund humpelt, solltest du sofort reagieren.

Gelegentliches, kontrolliertes Treppensteigen (3 bis 5 Stufen, langsam, unter Aufsicht) ist kein Problem. Problematisch wird es bei unkontrolliertem Rennen und Springen auf der Treppe, bei mehreren Stockwerken mehrmals täglich oder bei rutschigen Treppen, auf denen der Welpe ausrutschen und sich verletzen kann.

Schritt für Schritt trainieren

Ein hellbrauner Welpe mit spitzen Ohren sitzt auf einer grauen Treppe und blickt nach vorn.

Schritt 1: Vorbereitung. Rutschfeste Matten oder Teppich auf die Stufen legen. Ruhigen Zeitpunkt wählen, keine Ablenkung. Leckerlis bereithalten. Mit Clickertraining lässt sich jeder Fortschritt exakt markieren.

Schritt 2: Erkunden lassen. Deinen Welpen zur Treppe bringen und ihn schnüffeln und erkunden lassen. Kein Druck. Jede Annäherung an die Treppe mit Leckerli und Lob belohnen.

Schritt 3: Erste Stufe. Ein Leckerli auf die erste Stufe legen. Wenn er die Vorderpfoten draufstellt: belohnen. Nicht sofort weiter. Diesen Schritt mehrmals wiederholen, bis er entspannt ist.

Schritt 4: Stufe für Stufe steigern. Wenn die erste Stufe sicher klappt: Leckerli auf die zweite Stufe. Tempo des Welpen respektieren. Nie mehr als 3 bis 5 neue Stufen pro Einheit.

Schritt 5: Hinuntergehen üben. Das ist der schwierigere Teil. Stelle dich unterhalb deines Welpen und locke ihn mit Leckerli eine Stufe hinunter. Langsam, eine Stufe nach der anderen. Biete Unterstützung an (Hand am Brustkorb), wenn er unsicher wirkt.

Halte die Einheiten kurz (5 Minuten maximal). Lieber 3 kurze Einheiten pro Woche als eine lange.

Dein Trainingsplan

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Welche Hunde haben Probleme mit Treppen?

Ein Bulldoggenwelpe mit gestromtem Fell versucht, eine Stufe zu erklimmen. Seine Vorderpfoten ruhen auf der Stufe.

Kurzrückige Rassen (Dackel, Basset Hound): Anfällig für Bandscheibenvorfälle. Treppen nur unter Aufsicht und in Maßen. Bei Hunden mit Rückenproblemen: Rampe als Alternative.

Kurzschnäuzige Rassen (Mops, Bulldogge): Atemnot bei Anstrengung. Langsam und mit Pausen.

Große und schwere Rassen (Deutsche Dogge, Bernhardiner): Hohes Gewicht = mehr Gelenkbelastung. Besonders anfällig für Hüft- und Ellbogendysplasie. Erst nach tierärztlicher Freigabe.

Ältere Hunde mit Arthrose oder Muskelschwund: Rampe oder Treppenlift als Alternative. Rutschfeste Unterlagen sind Pflicht.

Übergewichtige Hunde: Mehr Gewicht = mehr Gelenkbelastung. Zuerst Gewicht reduzieren.

Sicherheit auf der Treppe

  • Rutschfeste Matten oder Teppich auf den Stufen
  • Babygitter, um unkontrollierten Zugang zu verhindern
  • Gute Beleuchtung
  • Welpe nie allein auf der Treppe lassen
  • Kein Rennen oder Springen auf der Treppe tolerieren

Hast du aufgepasst?

Frage 1 von 3

Ab wann dürfen Welpen großer Rassen (über 25 kg) Treppen steigen?

Die Übungen in diesem Artikel sind ein Auszug aus dem Hundeo-Kurs „Welpenerziehung". Bei Hundeo Pro findest du alle Lektionen als Videoanleitung mit Schritt-für-Schritt-Aufbau, dazu Trainings-Tracking und bei Problemen persönliche Hilfe von echten Trainern.

Häufig gestellte Fragen

Anja Boecker

Geschrieben von

Anja Boecker

Hundetrainerin & Verhaltensberaterin

IHK-Zertifizierte HundetrainerinVerhaltensberaterin für HundeAusbilderin für Hundetrainer

Anja Boecker ist IHK-zertifizierte Hundetrainerin und Verhaltensberaterin. Sie hilft Hundebesitzern, ihre Vierbeiner besser zu verstehen und eine unzertrennliche Bindung aufzubauen.

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