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Wolfskralle beim Hund

Die Wolfskralle ist eine funktionslose Afterkralle an der Innenseite der Hinterläufe. Sie nutzt sich nicht natürlich ab und kann sich verfangen oder einreißen. Regelmäßig kürzen, damit sie nicht in die Haut einwächst. Entfernung ist nur bei wiederholten Verletzungen sinnvoll und muss vom Tierarzt unter Narkose durchgeführt werden.

4 Min. Lesezeit
Ein freundlicher Hund mit Wolfskralle steht auf einer Wiese, umgeben von sanften Hügeln und klarem Himmel.
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Wolfskralle ist eine Afterkralle an der Hinterseite der Pfote
  • Regelmäßig kürzen, da sie sich nicht von allein abnutzt
  • Entfernung nur bei häufigem Hängenbleiben und nach Tierarzt-Beratung

Nahaufnahme der Pfoten eines Hundes, die auf einer violetten Tagesdecke mit weißen Palmenmotiven ruhen. Der Hund mit schwarzem Fell und braunen Markierungen zeigt sein charakteristisches Wolfskrallenfell, das zart darunter versteckt ist.

Hat dein Hund an den Hinterläufen eine zusätzliche Kralle, die sich immer wieder irgendwo verhakt? Das ist die Wolfskralle. Sie nutzt sich nicht von allein ab und wächst ungehindert weiter. Ohne regelmäßiges Krallen schneiden kann sie einwachsen oder einreißen. Die richtige Pflege und der Zeitpunkt für eine Entfernung hängen vom Einzelfall ab.

Aufbau und Funktion

Die Wolfskralle ist ein zusätzlicher Zeh an der Innenseite der Hinterläufe. Er enthält meistens einen Knochen: entweder einen oder mehrere Knochenstücke. Man unterscheidet zwischen gelenkig verbundenen und nicht gelenkig verbundenen Wolfskrallen.

Die Verbindung mit der Haut besteht aus Bindegewebe und ist relativ locker: daher ist die Verletzungsgefahr hoch. Eine gelenkige Verbindung ist fester, da die Kralle mit dem Handwurzelknochen verbunden ist. Diese Art wird "dicke Wolfskralle" genannt.

Vor der Geburt kann sich manchmal eine zweite Wolfskralle bilden: die sogenannte "doppelte Wolfskralle". Aus anatomischer Sicht entspricht die Wolfskralle dem großen Zeh des Menschen.

Während alle Hunde an den Vorderpfoten fünf Zehen haben, haben sie an den Hinterpfoten meistens nur vier. Die Wolfskralle als zusätzlicher fünfter Zeh kommt nicht bei allen Hunden vor. Da sie sich weit oben am Mittelfußknochen befindet, kann sie beim Laufen nicht genutzt werden: und wird dadurch auch nicht auf natürlichem Wege abgenutzt.

Woher kommt die Wolfskralle?

Da der Wolf keine Wolfskralle aufweist, geht man von einem noch älteren Urahnen des Haushundes als ursprünglichem Träger aus. Eine ursprüngliche Pfote besteht aus fünf Zehen: die Wolfskralle entspricht dem ersten Zeh bzw. Daumen. Evolutionsbedingt wurde dieser erste Zeh beim Hund zurückgebildet. Bei einigen Hunden: besonders bei größeren Rassen: kann er individuell oder rassebedingt wieder als Wolfskralle auftreten.

Ist die Wolfskralle rasseabhängig?

Grundsätzlich kann bei jedem Hund eine Wolfskralle wachsen. Sie tritt aber bei bestimmten Rassen verstärkt auf:

  • Afghane
  • Beauceron
  • Berger de Brie
  • Berner Sennenhund
  • Bracco Italiano
  • Briard
  • Deutsche Dogge
  • Gos d'Atura Català
  • Kangal
  • Malinois

Bei einigen Rassen gehört die Wolfskralle zum FCI-Standard und ist ein vorgeschriebenes Rassemerkmal. Beim Beauceron oder Kuvasz werden sogar zwei Wolfskrallen als Rassestandard vorgeschrieben. Das Gegenteil kommt ebenfalls vor: Die FCI schreibt bei manchen Rassen die operative Entfernung vor: soweit gesetzlich im jeweiligen Land erlaubt.

Muss die Wolfskralle entfernt werden?

Bei einer Verletzung kann die Entfernung erforderlich sein. Ansonsten greift das Verbot für die Amputation von Körperteilen nach §6 (1) des Tierschutzgesetzes. Dieses Gesetz verhindert, dass ein Tier ohne zwingenden Grund Schmerzen erleiden muss.

Der Tierarzt kann aus gesundheitlichen Gründen eine Entfernung verordnen. Auch bei Jagdhunden ist sie erlaubt. Die Entfernung erfolgt als Amputation in leichter Narkose mit anschließender Hautnaht. Nicht gelenkig verbundene Wolfskrallen lassen sich leichter entfernen als gelenkig verbundene.

Gesundheitliche Gründe, die für eine Entfernung sprechen:

  • Tumor
  • Trauma
  • eitrige Entzündungen
  • Verletzungen
  • Verletzungsgefahr für den Hund selbst
  • Verletzungsgefahr für andere Haustiere

Wenn kein akuter Entfernungsgrund vorliegt, kann der Eingriff mit einem anderen (z.B. Einer Sterilisation) kombiniert werden, um den Hund nicht unnötig mehrfach einer Narkose auszusetzen.

Hast du aufgepasst?

Frage 1 von 3

Was ist die Wolfskralle anatomisch gesehen?

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Häufig gestellte Fragen

Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic

Geschrieben von

Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic

Tierarzt & Fachautor

Mag.med.vet. (Tiermedizin)Praktizierender TierarztCo-Autor der Hunde Gesundheits Bibel

Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic erstellt medizinisch fundierte Artikel und Videos zu Tiergesundheitsthemen. Er ist Co-Autor der Hunde Gesundheits Bibel und sorgt mit seiner Expertise für fachlich korrekte Inhalte bei Hundeo.

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