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Dürfen Hunde Honig essen?

Honig ist für Hunde in kleinen Mengen meist nicht giftig. Wegen des hohen Zuckergehalts ist er aber eher ein gelegentliches Leckerli als ein Gesundheitsprodukt.

4 Min. Lesezeit
Ein weißer Hund mit spitzen Ohren leckt glücklich Honig in einer modernen, hellen Küche.
Kurz & Knapp
  • Ja, erwachsene Hunde dürfen kleine Mengen Honig essen
  • Honig besteht zu ca. 80 % aus Zucker: kein Gesundheitsprodukt
  • Kein Honig bei Diabetes, Übergewicht, Pankreatitis oder für Welpen

Ja, Hunde dürfen Honig in kleinen Mengen essen. Giftig ist er nicht. Aber Honig ist im Grunde eine Süßigkeit: rund 80 % Zucker, fast keine Vitamine, kein nennenswerter Mineralstoffgehalt. Die meisten Hunde mögen den Geschmack, gesundheitlich bringt Honig ihnen allerdings wenig.

Was steckt im Honig?

Honig besteht hauptsächlich aus Fruktose (ca. 38 %) und Glukose (ca. 31 %). Der Rest ist Wasser (ca. 17 %) und Spuren von Enzymen, Aminosäuren und Mineralstoffen. Pro 100 g liefert Honig etwa 304 kcal.

Vitamine und Mineralstoffe sind in so geringen Mengen enthalten, dass sie bei den Portionsgrößen, die für Hunde infrage kommen, keinen Unterschied machen. Ein halber Teelöffel Honig enthält keine relevante Menge an Vitamin C, Kalium oder Eisen. Als Nährstoffquelle taugt Honig für Hunde nicht.

Wie viel Honig darf ein Hund bekommen?

Wenn du deinem Hund gelegentlich Honig geben möchtest, dann nur in kleinen Mengen. Honig ist ein Leckerli, kein Futterbestandteil.

Richtwerte nach Körpergewicht:

  • Kleiner Hund (bis 10 kg): maximal ein halber Teelöffel
  • Mittlerer Hund (10 bis 25 kg): maximal ein Teelöffel
  • Großer Hund (über 25 kg): maximal ein Esslöffel

Diese Mengen gelten pro Tag und sollten nicht zur täglichen Gewohnheit werden. Einmal pro Woche ist genug. Du kannst den Honig zum Beispiel über eine Leckmatte streichen oder einen Tropfen ins Futter geben.

Medizinischer Honig vs. Küchenhonig

Im Internet kursieren viele Empfehlungen zu Honig als Wundauflage oder Hustenmittel für Hunde. Hier ist eine wichtige Unterscheidung nötig.

Medizinischer Honig (z. B. Manuka-Honig in sterilisierter Form) wird in der Tiermedizin tatsächlich bei bestimmten Wunden eingesetzt. Das passiert aber unter tierärztlicher Aufsicht, mit speziell aufbereitetem Produkt, nicht mit dem Glas aus dem Supermarkt.

Normaler Küchenhonig ist weder steril noch standardisiert. Ihn auf offene Wunden zu geben, kann Infektionen begünstigen statt verhindern. Wundversorgung gehört in die Tierarztpraxis.

Auch als Hustenmittel gibt es keine belastbaren Studien für Hunde. Wenn dein Hund hustet, lass die Ursache tierärztlich abklären, statt Honig zu geben.

Wann Honig keine gute Idee ist

Bei einigen Hunden sollte Honig komplett vom Speiseplan gestrichen werden:

  • Diabetes: Honig lässt den Blutzucker schnell ansteigen. Für Hunde mit Diabetes mellitus ist das gefährlich.
  • Übergewicht: Mit 304 kcal pro 100 g ist Honig sehr kalorienreich. Auch kleine Mengen zählen bei Hunden, die abnehmen müssen.
  • Pankreatitis: Bei Hunden mit empfindlicher Bauchspeicheldrüse ist generell Vorsicht bei Extras geboten. Fettreiche Nahrung ist der Hauptauslöser für Schübe, aber auch Zucker belastet den Stoffwechsel zusätzlich.
  • Welpen unter einem Jahr: Das Immunsystem ist noch nicht ausgereift. Roher Honig kann Sporen von Clostridium botulinum enthalten. Bei erwachsenen Hunden ist das Risiko gering, bei Welpen nicht.

Wann du zum Tierarzt gehen solltest

Honig ist kein Ersatz für eine tierärztliche Behandlung. Geh zum Tierarzt, wenn dein Hund:

  • länger als zwei Tage hustet
  • offene oder schlecht heilende Wunden hat
  • Juckreiz oder Hautprobleme zeigt (das sind keine Fälle für Honig)
  • nach dem Fressen von Honig Durchfall oder Erbrechen zeigt

Manche Hunde reagieren empfindlich auf Honig, auch wenn er grundsätzlich nicht giftig ist. Bei Verdauungsproblemen nach der Gabe lieber darauf verzichten.

Hast du aufgepasst?

Frage 1 von 3

Woraus besteht Honig hauptsächlich?

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Häufig gestellte Fragen

Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic

Geschrieben von

Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic

Tierarzt & Fachautor

Mag.med.vet. (Tiermedizin)Praktizierender TierarztCo-Autor der Hunde Gesundheits Bibel

Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic erstellt medizinisch fundierte Artikel und Videos zu Tiergesundheitsthemen. Er ist Co-Autor der Hunde Gesundheits Bibel und sorgt mit seiner Expertise für fachlich korrekte Inhalte bei Hundeo.

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