Hundeflöhe erkennen, richtig behandeln und die Wohnung befallsfrei machen. Mit dem Partikel-Test und bewährten Hausmitteln.

Flohbefall hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Hunde können nach dem Gassigehen einen Floh mitbringen: in der Wohnung finden Flöhe ideale Bedingungen zur Vermehrung. Sobald ein Befall festgestellt wird, müssen Hund und Wohnung gleichzeitig behandelt werden.
Der Hundefloh (Ctenocephalides canis) ist ein schmarotzendes Insekt. Er ist 2–4 mm lang, hat eine rötlich-braune Farbe und keine Flügel. Sein Körper ist länglich und seitlich platt: das ermöglicht es ihm, sich leicht durch das Fell fortzubewegen. Flöhe können bis zu 50 cm weit und 25 cm hochspringen.
Das Flohweibchen kann täglich bis zu 20 Eier legen: in seiner Lebenszeit etwa 2.000. Lebensdauer: ca. 3 Wochen. Für seinen Entwicklungszyklus braucht er eine Raumtemperatur von 25 °C und eine Luftfeuchtigkeit von etwa 80 %. Das Ei braucht bis zu 30 Wochen, bis es sich zu einem ausgewachsenen Floh entwickelt. Vor dem ersten Blutsaugen können Flöhe 2–8 Wochen ohne Wirt überleben.
Hundeflöhe treten überwiegend in ländlichen Regionen auf: in der Stadt kommen häufiger Katzen- oder Menschenflöhe vor.
Der Floh sondert nach einem Einstich Antikoagulantien ab: Wirkstoffe, die die Blutgerinnung hemmen. Diese Substanzen verursachen allergische Reaktionen und Entzündungen. Die Flohspeichel-Allergie führt zu heftigem Juckreiz (besonders hinter den Ohren, Rücken, Schwanzwurzel und Bauch). An den Einstichstellen entstehen Rötungen, Schwellungen und Quaddeln, manchmal Haarausfall.
Flöhe können auch Bandwürmer übertragen: Sie ernähren sich von Eipaketen der Bandwürmer. Wenn ein Hund versehentlich einen infizierten Floh verschluckt, kann er sich mit Bandwürmern infizieren. Folgen: Appetitschwankungen und Durchfall.
Der Partikel-Test: Hund in die Badewanne nehmen und mit einem Flohkamm durchs Fell fahren. Hängen kleine dunkle Partikel am Kamm, auf ein feuchtes weißes Tuch legen und leicht andrücken. Färbt sich das Tuch rötlich, handelt es sich um Flohkot: Flohkot enthält Blut und verfärbt sich auf feuchtem Untergrund rot. Bleibt das Tuch weiß, sind es harmlose Schmutzpartikel.
Auch ohne Flohkamm möglich: Ein paar Mal mit der Hand durch das Fell streichen und die abgefallenen Partikel auf einem weißen Tuch prüfen.
Nur den Hund zu behandeln reicht nicht: die Wohnung ist bei einem Flohbefall immer mitbefallen, inklusive Eier und Larven. Beide Maßnahmen müssen parallel durchgeführt werden.
Am meisten betroffen sind Stellen, an denen der Hund sich regelmäßig aufhält: Schlafplatz, Hundebett, Decke, Kissen, Polster, Teppiche, Ritzen und Spalten. Flöhe und ihre Eier können mehrere Monate überleben. Reinigung daher mindestens 3 Wochen lang alle 2–3 Tage wiederholen.
Staubbeutel vorher mit Flohpuder behandeln: so werden Flöhe beim ersten Kontakt abgetötet. Gründlich saugen:
Staubbeutel nach dem Saugen außerhalb der Wohnung in der Mülltonne entsorgen.
Alle Textilien mit mindestens 60 °C waschen. Textilien, die nicht für 60 °C geeignet sind, für ca. eine Woche in die Tiefkühltruhe stellen.
Boden, Wände, Ecken und Kanten mit einem desinfizierenden Haushaltsreiniger feucht wischen. Wischwasser regelmäßig erneuern.
Umgebungsspray oder Fogger gegen Flöhe enthalten synthetische Wirkstoffe, die Flöhe und Eier vernichten. Herstellerhinweise beachten. Während der Anwendung darf sich der Hund nicht in den Räumen aufhalten: auch keine Kinder. Schutzmaske tragen empfohlen. Alternativ einen fachkundigen Kammerjäger beauftragen.
Alle Räumlichkeiten beachten, in denen sich der Hund aufhält: auch Auto, Ferienhaus oder Garage.
Bei heftigem akutem Befall Tierarzt kontaktieren. Für weniger starken Befall:
Die Lösung verteilt sich auf der Haut und wird in den Talgdrüsen gespeichert: so werden Flöhe und Eier abgetötet. Auftragen auf den Nacken (Stelle, die der Hund nicht ablecken kann). Fell teilen, Flüssigkeit direkt auf die Haut aufbringen. Nach der Behandlung 48 Stunden nicht baden. Wirkt 3–4 Wochen und muss regelmäßig erneuert werden.
Enthält Kieselerde: entzieht Flöhen beim Kontakt die Körperflüssigkeit, sodass sie austrocknen. Sorgfältig ins Fell einreiben, dabei Maul und Augen schützen (leicht feuchtes Tuch auf das Gesicht legen). Nicht alle Hunde vertragen den feinen Staub: zu Beginn sparsam einsetzen und den Hund beobachten.
Enthält Wirkstoffe, die Flöhe, Larven und Eier abtöten. Packungsbeilage des Herstellers beachten.
Da Flöhe Bandwürmer übertragen können, empfiehlt sich innerhalb von 1–2 Wochen nach Befall vorsorglich eine Wurmkur.
Orale Präparate mit ähnlicher Wirkung wie Spot-On-Präparate. Am besten mit dem Futter eingenommen. Die Wirkstoffe werden über das Blut von Flöhen aufgenommen, wenn diese beißen. Manche Flohtabletten wirken auch bei akutem Befall: abhängig von der Zusammensetzung.
Eher vorsorgende Wirkung mit einer Wirkungsdauer von 3–5 Monaten. Gute Halsbänder bieten zusätzlichen Schutz vor Zecken und manchen Mückenarten. Band beim Waschen des Hundes ablegen.
Allein nicht ausreichend zur Bekämpfung. Nützlich, um den Erfolg der Behandlung zu kontrollieren oder um regelmäßige Stichproben zu machen.
Schwarzkümmelöl enthält Thymoquinon: dieser Wirkstoff hält Flöhe und Zecken vom Fell fern. Als Vorbeugung ein paar Tropfen ins Futter oder Trinkwasser mischen. Für die äußerliche Anwendung 4–5 Tropfen auf den Nacken auftragen. Mehr dazu: Schwarzkümmelöl für Hunde.
Kokosnussöl enthält Laurinsäure: Flöhe, Zecken und Milben meiden diesen Geruch. Unmittelbar vor dem Spaziergang auf Kopf, Beine, Hals und Ohren auftragen. Je nach Hundegröße reicht maximal eine walnussgroße Menge. Mehr dazu: Kokosöl für Hunde.
Hinweis zu ätherischen Ölen: Viele Ratgeber empfehlen ätherische Öle gegen Flöhe. Zu starke Öle können die Nasenschleimhaut des Hundes irritieren: der Geruchssinn von Hunden ist deutlich empfindlicher als der von Menschen. Hausmittel immer behutsam einsetzen und bei Unsicherheit den Tierarzt fragen.
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