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Giftige Pflanzen für Hunde

Maiglöckchen, Tulpen, Efeu, Buchsbaum und Oleander gehören zu den häufigsten giftigen Garten- und Wildpflanzen für Hunde. Welpen und Junghunde sind besonders gefährdet, weil sie ihre Umgebung mit dem Maul erkunden. Bei Verdacht: Aktivkohle verabreichen und sofort zum Tierarzt. Diese Liste zeigt 70 giftige Pflanzen sortiert nach Standort.

6 Min. Lesezeit
Ein weißer Hund mit spitzen Ohren schnüffelt vorsichtig um giftige Pflanzen in einem sonnigen Garten.

Viele Haus- und Gartenpflanzen sind für Hunde giftig: auch weit verbreitete wie Buchsbaum oder Tulpen. Welpen erkunden alles mit dem Maul und sind besonders gefährdet. Die folgenden Listen helfen zu erkennen, welche Pflanzen entfernt oder außer Reichweite gestellt werden sollten.

Liste giftiger Garten- und Wildpflanzen

Diese Pflanzen findest du in Gärten oder in der Wildnis. Selbst wenn du sie nicht im eigenen Garten hast, wachsen viele an Wegrändern oder auf Wiesen.

Blauer EisenhutBrunfelsieBuchsbaumBuschwindröschenDaturaEfeuEibeEisenhutEngelstrompeteFingerhutGeißblattGoldregenHerbstzeitloseHortensieHyazinthenKirschlorbeerMaiglöckchenMistelnOleanderPassionsblumeRhododendronRitterspornSchierlingTannennadelnThujaTollkirscheTulpenWacholderZederu.a.

Beim Spaziergang nicht aus den Augen lassen: Hunde können Pflanzen nicht sicher als giftig erkennen. Der Instinkt, der Wölfen half, ist bei Haushunden durch Domestizierung und die vielen importierten Fremdpflanzen nicht mehr zuverlässig.

Liste giftiger Zimmerpflanzen

Diese Pflanzen sollten außer Reichweite oder ganz aus der Wohnung entfernt werden.

AgaveAlpenveilchenAmaryllis (Ritterstern)AralieAzaleeBogenhanf (Bajonettpflanze)BuntblattChristusdorn, ChristussternChrysanthemeClivieDieffenbachieDrachenbaum, DrachenlilieEinblattElefantenbaumFensterblattFicus (Gummibaum) und andere FicusartenFlamingoblumeGeranieHerzblattKolbenfadenLilien, alle ArtenOrchideen, alle ArtenPhilodendronWeihnachtssternu.a.

Die Liste ist nicht vollständig. Bei Unsicherheit gilt: Was nicht eindeutig ungefährlich ist, muss weg oder außer Reichweite.

Besonders auf diese 7 achten

Bild mit gefährlichen Pflanzen für Haustiere, darunter Efeu, Maiglöckchen und Tulpen. Tipps zur Vorbeugung sind das Entfernen giftiger Pflanzen und die Einholung von Expertenrat vor dem Kauf.

Kirschlorbeer, Buchsbaum, Bärenklau

Der Kirschlorbeer wurde 2013 zur Giftpflanze des Jahres ernannt: er ist als Heckenpflanze weit verbreitet und besonders giftig. Der Buchsbaum enthält viele verschiedene Gifte: Blätter, Rinde, Blüten und Früchte sind allesamt giftig.

Beim Bärenklau kommt es auf die Art an: Der kleine Wiesen-Bärenklau ist harmlos. Der Riesen-Bärenklau (ab 1,50 m Höhe) ist hochgiftig: schon Hautkontakt reicht aus. Auch jüngere Exemplare können heranwachsende Riesen-Bärenklau-Pflanzen sein.

Pilze sollten generell gemieden werden: Es ist noch nicht ausreichend erforscht, welche Pilzarten für Hunde sicher sind.

Wie eine Vergiftung entsteht

Die häufigste Aufnahmeart ist über das Maul: durch Abknabbern von Blättern, Blüten oder Wurzeln. Manche Gifte übertragen sich auch über Hautkontakt (z.B. Bärenklau). In seltenen Fällen kann auch Einatmen zu Symptomen führen.

Sobald das Gift in den Magen gelangt, verbreitet es sich schnell im Körper. Auf Symptome warten ist falsch: beim Verdacht sofort handeln.

Symptome einer Vergiftung

Bei einer Vergiftung kann es zu vielseitigen Symptomen kommen, da jedes Gift anders wirkt:

Mögliche Symptome einer Vergiftung

ErbrechenDurchfallBauchschmerzenAppetitlosigkeitUnruheApathieLähmungserscheinungenvermehrte SpeichelproduktionBlut im Erbrochenen, Kot oder UrinKreislaufbeschwerdenZitternKrämpfeAtembeschwerdenAtemstillstandOrganversagen
Erbrechen & Durchfall
Häufig die ersten Anzeichen einer Vergiftung. Auf Blut im Erbrochenen achten.
Apathie & Schwäche
Dein Hund wirkt teilnahmslos, taumelt oder kann nicht mehr aufstehen.
Starkes Speicheln
Übermäßiger Speichelfluss kann auf eine Reizung im Maul- oder Rachenraum hindeuten.
Kohletabletten bereithalten
Aktivkohle kann bei Vergiftungen helfen, bis ihr beim Tierarzt seid.
Sofort zum Tierarzt
Probe des Giftstoffs mitnehmen. Ruhe bewahren und den Hund beruhigen.

Bei Verdacht: Schnell handeln

1. Ruhe bewahren

Hektik schadet: ruhig bleiben, überlegen was als Nächstes zu tun ist. Das beruhigt auch den Hund.

2. Erste Hilfe leisten

Ist der Hund bewusstlos, stabile Seitenlage herstellen und regelmäßig Puls und Atmung prüfen. Im Notfall auf Wiederbelebungsmaßnahmen vorbereitet sein.

3. Kohletabletten geben

Kohletabletten (Aktivkohle) binden das Gift im Magen-Darm und werden mit dem Kot ausgeschieden: aber nur, solange das Gift noch nicht ins Blut gelangt ist. Jeder Hundehalter sollte Aktivkohle vorrätig haben; Dosierung vorher mit dem Tierarzt absprechen. Erbrechen selbst auslösen ist verboten: Erstickungsgefahr.

4. Sofort zum Tierarzt

Den Tierarzt vorher telefonisch informieren, damit er sich vorbereiten kann. Wenn möglich, die Pflanze mitbringen und alle Symptome sowie die vermutete aufgenommene Menge beschreiben. Je schneller die Behandlung, desto besser die Überlebenschance.

Für manche Gifte gibt es Gegenmittel, für viele nicht. In schweren Fällen ist eine mehrtägige Infusionsbehandlung notwendig.

4 Tipps zur Vorbeugung

1. Alle giftigen Pflanzen entfernen

Alle Zimmer- und Gartenpflanzen auf Giftigkeit prüfen. Was nicht eindeutig sicher ist, muss entfernt, verschenkt oder außer Reichweite gestellt werden.

2. Expertenmeinung vor dem Kauf

Beim Floristen oder im Gartencenter nachfragen, ob eine neue Pflanze für Hunde unbedenklich ist.

3. Vorsicht beim Spaziergang

Giftige Pflanzen wachsen auch an Wegrändern und Wiesen. Blumen und Sträucher im Blick behalten, keinen Kontakt zu unbekannten Pflanzen zulassen.

4. Anti-Knabber-Training

Dem Hund von Anfang an beibringen, keine unbekannten Pflanzen anzuknabbern. Hat er das gelernt, reduziert sich das Vergiftungsrisiko beim Spaziergang erheblich.

Hast du aufgepasst?

Frage 1 von 3

Warum können Hunde giftige Pflanzen nicht zuverlässig erkennen?

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Häufig gestellte Fragen

Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic

Geschrieben von

Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic

Tierarzt & Fachautor

Mag.med.vet. (Tiermedizin)Praktizierender TierarztCo-Autor der Hunde Gesundheits Bibel

Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic erstellt medizinisch fundierte Artikel und Videos zu Tiergesundheitsthemen. Er ist Co-Autor der Hunde Gesundheits Bibel und sorgt mit seiner Expertise für fachlich korrekte Inhalte bei Hundeo.

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