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Fieber beim Hund

Normaltemperatur beim Hund: 38,0 bis 39,0 °C (Welpen bis 39,5 °C). Ab 39,5 °C erhöhte Temperatur, ab 40,5 °C hohes Fieber, ab 41,0 °C Notfall. Am zuverlässigsten rektal mit digitalem Thermometer messen. Kühle Umgebung, feuchte Pfoten und viel Wasser helfen bei leichtem Fieber. Ab 40 °C sofort zum Tierarzt.

Ein kranker Hund mit Fieber liegt in einem gemütlichen Raum auf einem Hundebett, umgeben von einem Wassernapf und Thermometer.

Dein Hund liegt nur noch rum, frisst nicht und seine Ohren fühlen sich heiß an? Die Normaltemperatur beim gesunden Hund liegt zwischen 38,0 und 39,0 °C. Ab 39,5 °C spricht man von Fieber, ab 40,5 °C ist es hochgradiges Fieber, ab 41,0 °C ein echter Notfall. Hier erfährst du, wie du Fieber zuverlässig misst, welche Ursachen dahinterstecken und wann du sofort zum Tierarzt musst.

Das Wichtigste in Kürze
  • Normaltemperatur: 38,0–39,0 °C (Welpen bis 39,5 °C)
  • Fieber: ab 39,5 °C | Hochgradig: ab 40,5 °C | Notfall: ab 41,0 °C
  • Messung: nur rektal mit digitalem Thermometer zuverlässig
  • Selbsthilfe: kühle Umgebung, feuchte Tücher, viel Wasser
  • Tierarzt: ab 40 °C, bei Welpen und Senioren früher

Temperaturskala: was bedeuten die Werte?

Nicht jede erhöhte Temperatur ist gleich gefährlich. Die folgende Tabelle zeigt, was welcher Wert bedeutet:

TemperaturBewertungWas tun?
38,0–39,0 °CNormal (erwachsener Hund)Beobachten
bis 39,5 °CNormal (Welpe)Beobachten
35,5–37,0 °CNormal (Welpe unter 4 Wochen)Wärmen, Tierarzt informieren
39,0–39,5 °CLeicht erhöhtRuhe, Wasser, beobachten
39,5–39,9 °CFieberKühlen, Tierarzt anrufen
40,0–40,5 °CFieberSofort zum Tierarzt
40,5–41,0 °CHohes FieberSofort zum Tierarzt
über 41,0 °CNotfall (Hyperpyrexie)Sofort Notfallpraxis

Kleine Rassen haben tendenziell etwas höhere Ruhewerte als große Rassen. Nach intensiver Bewegung kann die Temperatur vorübergehend auf 39,5 °C steigen, ohne dass eine Erkrankung vorliegt. Immer 30 Minuten nach Ruhe messen.

Wie entsteht Fieber?

Fieber ist eine Schutzreaktion des Immunsystems. Bestimmte Botenstoffe, sogenannte Pyrogene, signalisieren dem Gehirn, die Solltemperatur des Körpers heraufzusetzen. Bei erhöhter Temperatur vermehren sich Bakterien und Viren schlechter, gleichzeitig arbeiten Immunzellen effizienter.

Steigt die Temperatur über 40 °C, werden körpereigene Eiweiße denaturiert und die Organe belastet. Bei länger anhaltendem Fieber drohen Organversagen oder Kreislaufzusammenbruch. Fieber über 41 °C ist lebensbedrohlich.

Begleitsymptome erkennen

Das sicherste Symptom ist die gemessene Temperatur. Ohne Thermometer erkennst du Fieber an folgenden Zeichen:

Warme Ohren
Fühlen sich die Ohren deutlich wärmer an als sonst, kann das auf erhöhte Temperatur hindeuten.
Trockene, warme Nase
Eine gesunde Hundenase ist feucht und kühl. Anhaltende Trockenheit ist ein Warnsignal.
Warme Pfoten
An den Pfotenballen lässt sich erhöhte Temperatur gut ertasten.
Heißer Bauch
Wenn der Bauch sich ungewöhnlich warm anfühlt, sofort die Temperatur messen.

Weitere typische Begleitsymptome:

  • Apathie und Antriebslosigkeit, Welpe oder Hund liegt flach und rührt sich kaum
  • Appetitlosigkeit und Nahrungsverweigerung
  • Vermehrtes Trinken oder komplett verweigerte Wasseraufnahme
  • Schnelles, flaches Atmen auch ohne Anstrengung
  • Glasige oder glanzlose Augen
  • Schüttelfrost trotz normaler Raumtemperatur
  • Fieberkot: sehr trockener, harter Kot durch gedrosselte Darmaktivität

Bei starkem Fieber kann es zu Krämpfen kommen. Das ist ein sofortiger Notfall.

Schritt für Schritt: Fieber richtig messen

Nur die rektale Messung mit einem digitalen Thermometer ist beim Hund zuverlässig. Ohrthermometer sind wegen der Behaarung im Gehörgang zu ungenau.

Was du brauchst: digitales Fieberthermometer, Vaseline oder Gleitgel, ruhiger Platz.

  1. Hund auf die Seite legen oder von einer zweiten Person halten lassen
  2. Thermometer mit etwas Vaseline einreiben
  3. Schwanz leicht anheben
  4. Thermometer ca. 2 cm tief in den After einführen
  5. Ruhig halten bis das Piepen ertönt (meist 30–60 Sekunden)
  6. Thermometer vorsichtig entfernen, Wert ablesen und notieren
  7. Thermometer reinigen und beschriften (separates Tier-Thermometer verwenden)

Hunde, die diese Prozedur noch nicht kennen, brauchen etwas Gewöhnung. Am besten schon im Welpenalter üben, damit es im Ernstfall kein Problem wird.

Was du selbst tun kannst

Bei leichtem Fieber (unter 40 °C) und einem ansonsten stabilen Hund kannst du zunächst abwarten und folgende Maßnahmen ergreifen:

Kühle Umgebung: Hund in einen kühlen, schattigen Raum bringen. Kein direktes Sonnenlicht, keine Heizung in der Nähe.

Pfoten und Bauch kühlen: Feuchte, kühle (nicht eiskalte) Tücher auf Pfotenballen, Bauch und Innenschenkel legen. Das senkt die Temperatur von außen. Wichtig: kein Kaltwasser direkt über den Körper gießen, das verengt die Blutgefäße und verhindert die Wärmeabgabe.

Wasser anbieten: Frisches Wasser in Reichweite stellen. Wenn der Hund nicht trinkt, kannst du vorsichtig mit einem Löffel etwas Wasser anbieten. Nie erzwingen.

Ruhe geben: Spaziergänge auf das Minimum reduzieren. Kein Sport, kein Spielen.

Keine menschlichen Fiebermittel: Ibuprofen, Paracetamol und Aspirin sind für Hunde giftig. Selbst kleine Mengen können tödlich sein.

Ursachen: warum hat mein Hund Fieber?

Fieber ist fast immer ein Begleitsymptom einer anderen Erkrankung:

Infektionen durch Bakterien, Viren oder Pilze:

  • Borreliose, Anaplasmose, Babesiose (durch Zecken übertragen)
  • Staupe, Leptospirose, Parvovirus
  • Bronchitis, Lungenentzündung, Magen-Darm-Infekt
  • Mittelmeerkrankheiten (Leishmaniose, Ehrlichiose)

Entzündungen innerer Organe:

  • Darm-, Bauchspeicheldrüsen- oder Leberentzündung
  • Gelenkinfektionen, Mittelohrentzündung, Analdrüsenentzündung

Weitere Ursachen:

  • Vergiftungen, Bisswunden, eingedrungene Fremdkörper
  • Impfreaktionen (leichtes Fieber 24–48 Stunden nach Impfung ist normal)
  • Tumore und Krebs
  • Hitzschlag (siehe eigener Abschnitt unten)

Hitzschlag vs. Fieber: den Unterschied erkennen

Hitzschlag und Fieber haben sehr ähnliche Symptome, sind aber unterschiedliche Notfälle mit unterschiedlichen Ursachen.

Fieber entsteht von innen durch eine Erkrankung, das Immunsystem erhöht aktiv die Körpertemperatur.

Hitzschlag entsteht von außen: der Körper kann die aufgenommene Wärme nicht mehr abgeben. Typische Auslöser sind langer Aufenthalt in der prallen Sonne, ein heißes Auto oder intensive Bewegung an einem heißen Tag.

Erste Hilfe bei Hitzschlag: Hund sofort in den Schatten oder kühlen Raum bringen, Pfoten und Bauch vorsichtig mit lauwarmem Wasser kühlen, Tierarzt sofort anrufen. Hitzschlag ist ein lebensbedrohlicher Notfall.

Fieber bei Welpen und Senioren

Welpen unter 8 Wochen haben noch kein vollständig entwickeltes Immunsystem. Fieber kann sich bei ihnen sehr schnell und unvorhersehbar entwickeln. Schon bei 39,5 °C solltest du bei einem jungen Welpen den Tierarzt informieren.

Neugeborene Welpen (unter 4 Wochen) haben eine Normaltemperatur von nur 35,5 bis 37,0 °C. Fallen sie darunter, ist das ebenfalls ernst zu nehmen.

Senioren ab etwa 8 Jahren haben oft vorgeschädigte Organe, ihre Toleranz für hohes Fieber ist geringer. Warte bei älteren Hunden nicht ab, sondern fahre bei 39,5 °C bereits zum Tierarzt.

Was der Tierarzt tun kann

Der Tierarzt senkt das Fieber mit Injektionen, Zäpfchen oder Medikamenten wie Carprofen. Anschließend wird die Ursache gesucht. Da Fieber viele Ursachen haben kann, ist die Diagnose nicht immer einfach. Berichte dem Tierarzt alle Auffälligkeiten der letzten Tage: Verhalten, Futter, Zeckenkontakt, Ausflüge.

Bei bakteriellen Infektionskrankheiten werden Antibiotika eingesetzt. Die Körpertemperatur normalisiert sich vollständig, wenn die zugrunde liegende Erkrankung behandelt ist.

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Häufig gestellte Fragen

Ab welcher Körpertemperatur hat mein Hund Fieber?

Ab 39,5 °C spricht man von Fieber. Ab 40,5 °C ist es hohes Fieber. Ab 41,0 °C ist es ein Notfall: sofort zum Tierarzt. Normaltemperatur liegt zwischen 38,0 und 39,0 °C.

Welche Normaltemperatur haben Welpen?

Welpen haben eine etwas höhere Normaltemperatur als erwachsene Hunde. Sie liegt bei bis zu 39,5 °C. Neugeborene Welpen unter 4 Wochen haben sogar nur 35,5 bis 37,0 °C. Bei Welpen ist Fieber besonders ernst zu nehmen.

Wie messe ich Fieber beim Hund richtig?

Nur rektal mit einem digitalen Fieberthermometer ist die Messung beim Hund zuverlässig. Thermometer mit Vaseline einreiben, ca. 2 cm tief in den After einführen, Hund auf der Seite liegen lassen. Ohrthermometer sind wegen der Behaarung im Gehörgang zu ungenau.

Was kann ich selbst bei Fieber tun?

Kühle, ruhige Umgebung schaffen. Pfoten und Bauch vorsichtig mit feuchten Tüchern kühlen. Frisches Wasser anbieten, nicht erzwingen. Keine menschlichen Fiebermittel wie Ibuprofen oder Paracetamol. Ab 40 °C sofort zum Tierarzt.

Was sind die Ursachen von Fieber beim Hund?

Infektionen (Bakterien, Viren, Pilze), Entzündungen (Darm, Leber, Gelenke), Impfreaktionen, Vergiftungen, Tumore und Hitzschlag sind häufige Ursachen. Zeckenübertragene Erkrankungen wie Borreliose oder Babesiose können ebenfalls Fieber auslösen.

Wann muss mein Hund wegen Fieber zum Tierarzt?

Ab 40 °C sofort zum Tierarzt. Ebenso wenn das Fieber länger als 24 Stunden andauert, der Hund ein Welpe oder Senior ist, Krämpfe auftreten, der Hund kaum auf Ansprache reagiert oder sich das Fieber trotz Kühlung nicht senkt.

Wie unterscheide ich Fieber von Hitzschlag?

Die Vorgeschichte hilft: Hitzschlag tritt auf nach langem Aufenthalt in der Sonne, im Auto oder nach intensiver Aktivität bei Hitze. Fieber durch Krankheit entsteht ohne diese Auslöser. Hitzschlag ist ein sofortiger Notfall: Tier sofort in den Schatten, kühlen und Tierarzt rufen.

Sind Ibuprofen oder Paracetamol für Hunde gefährlich?

Ja. Ibuprofen, Paracetamol und Aspirin sind für Hunde giftig. Schon kleine Mengen können zu Nierenversagen, Leberversagen oder inneren Blutungen führen. Niemals menschliche Schmerzoder Fiebermittel geben.

Können Welpen und Senioren unterschiedlich auf Fieber reagieren?

Ja. Bei Welpen ist das Immunsystem noch nicht vollständig entwickelt, Fieber kann sich sehr schnell verschlechtern. Bei Senioren sind Organe oft weniger belastbar. Beide Gruppen brauchen früher tierärztliche Hilfe als gesunde Erwachsene.

Was ist Fieberkot?

Bei Fieber wird die Darmaktivität herabgesetzt und dem Körper mehr Wasser entzogen. Das führt zu sehr trockenem, hartem Kot, den man als Fieberkot bezeichnet. Er ist kein eigenständiges Problem, sondern ein Begleitsymptom.

Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic

Geschrieben von

Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic

Tierarzt & Fachautor

Mag.med.vet. (Tiermedizin)Praktizierender TierarztCo-Autor der Hunde Gesundheits Bibel

Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic erstellt medizinisch fundierte Artikel und Videos zu Tiergesundheitsthemen. Er ist Co-Autor der Hunde Gesundheits Bibel und sorgt mit seiner Expertise für fachlich korrekte Inhalte bei Hundeo.

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