Dein Hund hat Fieber? Dann solltest du schnell und richtig handeln. Wir zeigen dir, wie Fieber entsteht, wie du es erkennen kannst und 5 hilfreiche Tipps zur Fiebersenkung.

Das Wichtigste in Kürze
Fieber ist ein Symptomenkomplex, bei dem es nicht nur zur Erhöhung der inneren Körpertemperatur kommt, sondern auch zu einer unregelmäßig verteilten Hauttemperatur, Sträuben der Haare, Schüttelfrost, Puls- und Atembeschleunigung, gestörtem Allgemeinverhalten, verminderter Darmtätigkeit und damit vermindertem Appetit und trockenem Kot (Fieberkot).
Im Grunde ist eine erhöhte Körpertemperatur nur ein Abwehrmechanismus des Immunsystems.Wenn dein Liebling erhöhte Körpertemperatur hat, versucht sich das Immunsystem in der Regel gegen Krankheitserreger zu wehren und diese zu bekämpfen. Erhöht sich die Körpertemperatur jedoch auf über 40 °C, kann das lebensbedrohlich werden. Die hohen Temperaturen belasten die Organe und den Kreislauf. Deswegen kann es bei länger anhaltendem Fieber zu Organversagen oder einem Kreislaufzusammenbruch kommen. Bei Temperaturen über 40 °C werden die körpereigenen Eiweiße zerstört. Das kann fatale Folgen haben und bis hin zum Tod des Tieres führen.
Bei Fieber musst du also schnell handeln! Führe fiebersenkende Maßnahmen durch und bringe deinen Vierbeiner umgehend zum Tierarzt!
Aber bitte beachte: Nicht jede Erhöhung der inneren Körpertemperatur ist gleich Fieber. In manchen Fällen kann es zu einem Wärmestau kommen, aufgrund beispielsweise erhöhter Außentemperatur oder bei intensivem Spiel/Aktivität.
Das wichtigste Symptom ist natürlich die erhöhte Körpertemperatur. Du kannst Fieber bei deinem pelzigen Gefährten manchmal auch schon ohne Thermometer feststellen. Einfacher Körperkontakt genügt in einigen Fällen schon, um zum Beispiel erwärmte Ohren, Achseln oder einen heißen Bauch festzustellen.
Dein Schützling hat vermutlich Flüssigkeit verloren und trinkt deswegen mehr. Er ist geschwächt, wirkt schlapp, spielt weniger und scheint keine Energie mehr zu haben. Fieber geht oftmals mit Appetitverlust und Nahrungsverweigerung einher. Auch eine trockene oder warme Nase kann ein Zeichen von erhöhter Körpertemperatur beim Hund sein. Bei starkem Fieber kann es auch zu Schüttelfrost, Dehydrierung und Fieberkot kommen. Da deine Fellnase Flüssigkeit verloren hat und die Verarbeitung im Darm eingeschränkt ist, ist die Ausscheidung sehr trocken und fest.
Hier findest du die wichtigsten Symptome und Begleiterscheinungen von Fieber zusammengefasst:
Falls einige der oben genannten Symptome auf deinen Liebling zutreffen, kannst du noch einmal ganz sicher gehen, dass es sich wirklich um Fieber handelt. Miss die Körpertemperatur ganz einfach mit einem handelsüblichen Fieberthermometer.
Am besten geeignet sind hierbei elektrische Thermometer, da sie dir mit einem Piepen den Abschluss der Messung signalisieren. Du solltest auf jeden Fall ein separates Thermometer für deinen Schützling haben und es am besten auch beschriften. Dann kann es zu keinen Verwechslungen kommen.
Die Fiebermessung über das Ohr funktioniert bei Vierbeinern leider nicht. Sie haben zu viele Haare im Gehörgang, die das Ergebnis verfälschen können. Nur wenige Grade können den Unterschied machen, ob das Fieber lebensbedrohlich ist oder nicht. Deswegen ist diese Methode viel zu ungenau.
Eine zuverlässige Methode ist die Messung im After. Auch wenn das für deinen haarigen Begleiter am Anfang vielleicht ein wenig unangenehm ist, ist es die einzige Möglichkeit für eine präzise Messung. Für die Messung sollte dein Kleiner möglichst auf der Seite liegen und entspannt sein. Zur Not musst du ihn anleinen oder zu deinem Schutz sogar einen Maulkorb anlegen.
Du kannst das Thermometer vor dem Messen mit etwas Vaseline einreiben. Dann hebst du den Schwanz hoch und führst das Thermometer ca. 2 cm in seinen After ein. Wenn die Messung fertig ist, entfernst du es wieder vorsichtig. Damit es im Notfall schneller geht, sollte die Prozedur schon im Welpenalter geübt werden. Dann ist das Fiebermessen am Ende Routine und erleichtert dir und deinem Schützling einiges.
Doch selbst wenn es nicht sofort funktioniert, solltest du Ruhe bewahren und es mehrmals versuchen. Vielleicht gewöhnt sich dein Liebling sogar daran.
Die Normaltemperatur beim Hund liegtzwischen 37,5 °C und 39 °C. Die Normaltemperatur bei Welpen kann gering höher sein und bei älteren Hunden etwas niedriger sein. Weiters haben kleinere Rassen tendenziell höhere und große Rassen eher niedrigere Körpertemperatur. Außerdem ist die Temperatur abhängig von der Anstrengung und Bewegung. Nach dem Toben kann sie ohne Bedenken auch mal bei über 39 °C liegen. Ab 39 °C spricht man von geringgradig erhöhte Körpertemperatur, ab 40 °C von mittelgradig erhöhte Körpertemperatur. Wenn der Zustand ab 42 °C länger anhält, kann das lebensbedrohlich für deinen Hund sein. Bei einer Körpertemperatur ab 43 °C können Kreislauf und verschiedene Organe versagen.
Damit es gar nicht erst so weit kommt, solltest du deinen Schützling bei einer Temperatur von über 40 °C sofort zu einem Tierarzt oder in eine Tierklinik bringen! °C Körpertemperatur
37,5 – 39
normal
39 – 40
geringgradig erhöht
40 – 41
mittelgradig erhöht
41 – 42
hochgradig erhöht
42
extrem erhöht (Hyperpyrexie) Zusätzlich zur Körpertemperatur kannst du auch andere Vitalwerte deines Lieblings überprüfen, unter anderem seinen Puls und seine Atmung.
Um den Puls zu messen, musst du mit zwei Fingern die Beinschlagader an der Innenseite des Oberschenkels suchen. 15 Sekunden lang zählst du dann die Pulsschläge und multiplizierst das Ergebnis mit 4.
60 bis 160 Schläge pro Minute sind normal. Bei Welpen können es auch bis zu 220 Schläge pro Minute sein. Ist der Puls höher, kann das eine Begleiterscheinung von Fieber sein.
Bei einer hohen Körpertemperatur atmet dein pelziger Freund vermutlich schneller als sonst. Du prüfst seine Atmung, indem du das Heben oder Senken des Brustkorbes beobachtest. Ist dies schwer zu erkennen, kannst du auch die angefeuchtete Hand vor die Schnauze halten. Hecheln zählt hierbei nicht als Atmung.160
Als Erstes solltest du Ruhe bewahren. Leichtes Fieber muss kein Grund zur Sorge sein und geht oftmals von allein wieder weg. Wenn die Körpertemperatur aber weiter steigt, helfen dir diese Tipps dabei, das Fieber natürlich zu senken.
Dein Schützling benötigt nun eine kleine Auszeit vom Toben und Spielen. Er hat vermutlich schon Flüssigkeit verloren und ist ohnehin schlapp. Animiere ihn auf keinen Fall zum Hundesport und halte die Spaziergänge so kurz wie möglich. Ruhe hilft ihm im Moment am meisten.
Falls er es nicht schon von allein tut, solltest du deinen Liebling zum Trinken anregen. Dadurch kann er den Flüssigkeitsverlust ausgleichen. Gleichzeitig hilft es dem Körper, die Temperatur wieder zu senken. Stelle ihm bewusst Trinkwasser in Reichweite. Wenn er trotzdem noch nichts trinkt, kannst du ihm vorsichtig mit einem Löffel Wasser geben. Zwinge ihn aber zu nichts!
Wenn dein haariger Freund durch das Fieber weniger frisst, schadet das dem Kreislauf. Vielleicht kannst du seinen Appetit durch Leckerlis oder sein Lieblingsfressen zurückgewinnen.
Mithilfe von kalten Kompressen oder feuchten Handtüchern kannst du versuchen, den Körper von außen abzukühlen. Lege sie einfach auf den Bauch, die Pfoten oder den Nacken. Es wird deinem Fellträger guttun und hoffentlich auch bald das Fieber senken.
Dieses Hausmittel trägt zur Stärkung des Immunsystems bei. Je schneller die eigentliche Ursache des Fiebers bekämpft ist, desto kürzer hält die erhöhte Körpertemperatur an. Gib einfach ein paar Tropfen vom Öl ins Fressen oder Trinkwasser deines Vierbeiners.
Am Anfang eines Fieberschubes können auch homöopathische Mittel eine gute Hilfe sein. Eine einmalige Gabe von Aconitum C30 Globuli oder Belladonna C30 Globuli ist oftmals schon ausreichend, um das Fieber des Hundes zu senken. Ab einer Körpertemperatur von 40 °C solltest du einen Tierarzt um Rat fragen. Denk daran, dass das Fieber schnell steigen kann und nur wenige Grad Celsius einen großen Unterschied machen.
Auch wenn du dir unsicher bist, aus welchem Grund das Fieber auftritt, solltest du deinen Schützling zum Tierarzt bringen. Das solltest du vor allem dann tun, wenn er noch ein Welpe, schon älter oder krank ist.
Fieber tritt im Normalfall als Begleiterscheinung einer anderen Krankheit auf. Die Gründe können sehr unterschiedlich sein. Das Spektrum der Ursachen reicht von Infektionskrankheiten über Vergiftung bis hin zur Begleiterscheinung einer Impfung.
Als Erstes wird der Tierarzt versuchen, das Fieber deines Lieblings zu senken. Dafür sind entweder Spritzen, Zäpfchen oder verschiedene Medikamente geeignet. Fiebersenkende Wirkstoffe, wie zum Beispiel Carprofen.
Es ist außerdem wichtig herauszufinden, was die Ursache für die ungewöhnlich hohe Körpertemperatur ist. Da Fieber eine Begleiterscheinung für viele verschiedene Erkrankungen sein kann, ist die Diagnose nicht immer ganz einfach. Du solltest dem Tierarzt alles mitteilen, was dir in den letzten Tagen am Verhalten deiner Fellnase aufgefallen ist. Das hilft, die möglichen Ursachen einzuschränken.
Wenn die Ursache bekannt ist oder zumindest ein Verdacht besteht, kann sie behandelt werden. Bei einer bakteriellen Infektionskrankheit können deinem Hund etwa Antibiotika gegeben werden. Die Körpertemperatur wird spätestens dann wieder komplett normal, wenn die Krankheit, die das Fieber ausgelöst hat, bekämpft ist.
Ab 39 °C spricht man von erhöhter Temperatur. Ab 40 °C solltest du sofort zum Tierarzt. Ab 42 °C wird es lebensbedrohlich.
Fieber ist eine Abwehrreaktion des Immunsystems auf Infektionen und andere Erkrankungen. Die erhöhte Temperatur hilft, Erreger zu bekämpfen.
Leichtes Fieber ist ein Zeichen für ein funktionierendes Immunsystem. Steigt die Temperatur jedoch auf über 40 °C, muss sofort gehandelt werden.
Ruhepausen, ausreichend Wasser, kalte Kompressen und Schwarzkümmelöl können helfen. Ab 40 °C unbedingt zum Tierarzt!
Am zuverlässigsten mit einem digitalen Fieberthermometer rektal. Ohrthermometer sind bei Hunden zu ungenau.
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