- Normaltemperatur: 37,5–39 °C
- Ab 40 °C sofort zum Tierarzt: Lebensgefahr!
- Symptome: Heiße Ohren, trockene Nase, Appetitlosigkeit, Schüttelfrost
- Fieber senken: Ruhepause, viel trinken, kalte Kompressen
- Messung: Nur rektal mit digitalem Thermometer zuverlässig
Wie entsteht Fieber?
Fieber ist eine Abwehrreaktion des Immunsystems. Bei erhöhter Körpertemperatur versucht der Körper, Krankheitserreger zu bekämpfen. Gleichzeitig steigen Puls und Atemfrequenz, die Darmtätigkeit nimmt ab, Appetit und Aktivität sinken.
Steigt die Temperatur über 40 °C, werden körpereigene Eiweiße zerstört und die Organe belastet. Bei länger anhaltendem Fieber drohen Organversagen oder Kreislaufzusammenbruch. Ab 40 °C sofort zum Tierarzt.
Nicht jede erhöhte Körpertemperatur ist Fieber: Intensive Bewegung oder Hitze können die Temperatur vorübergehend auf über 39 °C steigen lassen, ohne dass eine Erkrankung vorliegt.
Symptome
Das sicherste Symptom ist die erhöhte Körpertemperatur. Ohne Thermometer erkennbar an heißen Ohren oder Achseln. Der Hund trinkt mehr, ist schlapp, spielt weniger und verweigert oft das Futter. Eine trockene oder warme Nase kann ein weiteres Zeichen sein.
Bei starkem Fieber: Schüttelfrost, Dehydrierung und Fieberkot (sehr trockener, fester Kot).
- Heiße Ohren
- Trockene Nase
- Starkes Hecheln
- Erhöhter Puls
- Appetitlosigkeit und Nahrungsverweigerung
- Schüttelfrost
- Fieberkot
Körpertemperatur messen
Nur rektal mit einem digitalen Thermometer ist die Messung zuverlässig. Ohrthermometer sind bei Hunden wegen der Behaarung im Gehörgang zu ungenau.
Thermometer mit etwas Vaseline einreiben, Schwanz hochhalten, ca. 2 cm in den After einführen. Hund dabei auf der Seite liegen lassen. Das Thermometer piept, wenn die Messung abgeschlossen ist. Ein separates Thermometer für den Hund beschriften, damit keine Verwechslungen entstehen.
Temperaturübersicht
| Temperatur | Bewertung |
|---|---|
| 37,5–39 °C | Normal |
| 39–40 °C | Geringgradig erhöht |
| 40–41 °C | Mittelgradig erhöht |
| 41–42 °C | Hochgradig erhöht |
| > 42 °C | Extrem erhöht (Hyperpyrexie) |
Welpen haben tendenziell etwas höhere Normalwerte, ältere Hunde etwas niedrigere. Kleine Rassen haben oft höhere Ruhewerte als große.
Puls und Atmung
Puls messen: Zwei Finger an die Beinschlagader an der Innenseite des Oberschenkels. 15 Sekunden lang Schläge zählen, mit 4 multiplizieren. Normal: 60–160 Schläge pro Minute (Welpen bis 220). Erhöhter Puls ist eine typische Begleiterscheinung von Fieber.
Atmung: Heben und Senken des Brustkorbs beobachten. Hecheln zählt dabei nicht als Atemzug.
5 Tipps zur Fiebersenkung
Leichtes Fieber geht oft von allein weg. Bei steigender Temperatur helfen folgende Maßnahmen: sie ersetzen aber keinen Tierarztbesuch ab 40 °C:
Ruhepause: Spaziergänge auf ein Minimum reduzieren, kein Sport.
Viel trinken: Trinkwasser in Reichweite stellen. Wenn nichts getrunken wird, mit einem Löffel anbieten: nie zwingen.
Appetit anregen: Ein Leckerli oder besonders schmackhaftes Futter kann helfen, den Appetit zurückzugewinnen.
Kalte Kompressen: Feuchte, kühle Tücher auf Bauch, Pfoten oder Nacken legen: kühlt von außen.
Schwarzkümmelöl: Stärkt das Immunsystem. Einige Tropfen ins Futter oder Trinkwasser geben.
Ursachen
Fieber tritt meist als Begleiterscheinung einer anderen Erkrankung auf:
Durch Infektionskrankheiten:
- Borreliose, Anaplasmose, Babesiose (durch Zecken übertragen)
- Staupe, Bronchitis, Magen-Darm-Infekt
- Gelenkinfektion, Mittelmeerkrankheiten
Durch Entzündungen:
- Darmentzündung, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Hepatitis
- Lungenentzündung, Mittelohrentzündung, Analdrüsenentzündung
Weitere Ursachen:
- Vergiftung, Bissverletzungen, eingedrungene Fremdkörper
- Krebs/Tumore
- Als Folge einer Impfung oder als Medikamentennebenwirkung
Was der Tierarzt tun kann
Der Tierarzt senkt das Fieber mit Spritzen, Zäpfchen oder Medikamenten (z.B. Carprofen). Anschließend wird die Ursache gesucht. Da Fieber viele mögliche Ursachen hat, ist die Diagnose nicht immer einfach: alle Auffälligkeiten der letzten Tage mitteilen.
Bei bakteriellen Infektionskrankheiten werden Antibiotika eingesetzt. Die Körpertemperatur normalisiert sich vollständig, wenn die zugrunde liegende Erkrankung behandelt ist.
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