- Giardien sind einzellige Parasiten im Dünndarm
- Welpen und immunschwache Hunde sind besonders gefährdet
- Symptome: Durchfall, Erbrechen, Bauchkrämpfe, Gewichtsabnahme
- Behandlung: Medikamente vom Tierarzt + strenge Hygiene
- Vorbeugung: Kein Pfützenwasser trinken, regelmäßige Kotuntersuchung
Dein Hund hat immer wieder Durchfall, obwohl das Futter stimmt? Schleimiger oder blutiger Kot, Bauchkrämpfe, Gewichtsabnahme? Dann könnten Giardien dahinterstecken. Besonders Welpen sind betroffen. Die Behandlung dauert nur wenige Tage, aber ohne strenge Hygiene kommen die Parasiten zurück.
Was sind Giardien?
Giardien halten sich mit Saugnäpfen an der Darmwand fest und ernähren sich von den Nährstoffen, die der Hund eigentlich aufnehmen sollte. Sie vermehren sich schnell und scheiden Zysten aus, die im Kot überleben: auch monatelang ohne Wirt.
Giardien können auf Menschen übertragen werden (Zoonose), besonders auf Kinder und immungeschwächte Personen.
Übertragungswege
Die Parasiten werden übertragen durch:
- Infiziertes Wasser (Pfützen, Teiche)
- Kontakt mit infiziertem Kot oder Gegenständen
- Fliegen als Zwischenwirt
- Engen Kontakt zwischen infizierten und gesunden Tieren (besonders in Zwingern)
Symptome
Viele Hunde tragen Giardien ohne Beschwerden. Bei geschwächten Tieren: Welpen, ältere oder kranke Hunde: zeigen sich:
- Durchfall (blutig oder schleimig, mehrmals täglich)
- Erbrechen
- Bauchschmerzen und -krämpfe
- Blähungen
- Heller Kot mit Fäulnisgeruch
- Gewichtsabnahme trotz normaler Futtermenge
- Schwäche und Lethargie
Da die Giardien Nährstoffe abfangen, nimmt der Hund ab, obwohl er genauso viel frisst wie vorher. Bei Welpen während des Wachstums kann es zu Wachstumsstörungen kommen.
Diagnose
Eine eindeutige Diagnose ist nur durch Labortest möglich: der Kot wird unter dem Mikroskop untersucht. Kotproben von mindestens 3 aufeinanderfolgenden Tagen mitbringen, da Zysten nicht in jeder Probe ausgeschieden werden.
Bei Blut im Durchfall oder Gewichtsverlust sofort zum Tierarzt.
Behandlung
Der Tierarzt verschreibt Antiparasitika: mögliche Wirkstoffe sind Metronidazol, Fenbendazol, Febantel oder Albendazol. Die Behandlung dauert 3–5 Tage je nach Wirkstoff. Bei hoher Erregeranzahl kann eine Wiederholungsbehandlung erforderlich sein.
Die Medikamente allein reichen nicht: gleichzeitig muss konsequente Hygiene eingehalten werden.
Konsequente Hygiene
Giardienzysten können monatelang überleben und die gesamte Wohnung kontaminieren.
Reinigung:
- Spielzeug, Decken, Kissen bei 90 °C mit Desinfektionswaschmittel waschen
- Näpfe und Körbe mit heißem Wasser reinigen
- Liegeflächen und Fliesen mit heißem Wasser oder Dampf reinigen
- Alles gründlich abtrocknen: Giardien bevorzugen Feuchtigkeit
- Spezielle Desinfektionsmittel gegen Giardien verwenden
Kotentsorgung:
- Kot sofort in einer Tüte verschlossen im Müll entsorgen
- Dabei Gummi- oder Latexhandschuhe tragen
- Im Garten betroffene Stellen mit Kalk bestreuen
Hygiene beim Hund:
- Afterregion täglich gründlich reinigen
- Häufigeres Waschen mit Hundeshampoo
- Stündliche Gassirunden reduzieren Unfälle in der Wohnung
Ernährung während der Giardiose
Kohlenhydrate verschlimmern die Beschwerden nachweislich. Kohlenhydratarme Nahrung mit mehr Proteinen füttern. Blähungen auslösendes Futter meiden.
Eine Morosche Möhrensuppe kann die Genesung unterstützen. Nach der Infektion ist das Verdauungssystem gereizt: Schonkost hilft, Magen und Darm wieder zu stabilisieren.
Vorbeugung
- Kein Wasser aus Pfützen, Teichen oder anderen Quellen trinken lassen
- Kot anderer Hunde nicht fressen lassen
- Bei mehreren Tieren im Haushalt besonders auf Hygiene achten
- Regelmäßige Kotuntersuchung beim Tierarzt, besonders nach Auslandsreisen
Hast du aufgepasst?
Frage 1 von 3Warum reichen Medikamente allein gegen Giardien nicht aus?
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