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Giardien beim Hund (Definition, Ursachen, Symptome)

Wenn dein Hund unter ständigem Durchfall, Erbrechen und Bauchkrämpfen leidet, könnte es sich tatsächlich um eine Giardiose handeln. 

Die Parasiten besiedeln den Dünndarm vieler Lebewesen und richten von dort aus viel Schaden an. Doch mithilfe einiger Medikamente, gründlicher Hygiene und ganz viel Geduld kannst du deinem Liebling helfen.

Was sind Giardien?

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Bei Giardien handelt es sich um einzellige Parasiten, die im Dünndarm von Hunden leben und sich von den aufgenommenen Nährstoffen ernähren. 

Der Großteil der Welpen ist von Giardien befallen, jedoch zeigen die wenigsten von ihnen Symptome. Somit gehören sie zu den häufigsten endogenen Schmarotzern bei Hunden.

Es gibt ca. 40 Arten von Giardien. Die kleinen Plagegeister sind nur wenige Mikrometer groß. Mithilfe von Geißeln bewegen sie sich fort. Sodass sie nicht mit dem Nahrungsbrei weggespült und ausgeschieden werden, halten sie sich mit „Saugnäpfen“ an der Darmwand fest. Sind sie einmal im Verdauungstrakt eines Lebewesens, vermehren sie sich sehr schnell. 

Über Zysten und Zoonose

Einige Bakterien werden über den Kot wieder ausgeschieden. Sie sind dann umhüllt, sodass sie auch ohne Wirt mehrere Monate lang überleben können. In diesem Lebensstadium werden sie auch Zysten genannt.

Durch diese Zysten können andere Lebewesen wie zum Beispiel Katzen oder auch Menschen sehr schnell angesteckt werden. Die Übertragung von Krankheiten von Tieren auf Menschen und auch andersherum wird Zoonose genannt. 

Viele Hunde sind von Giardien befallen, ohne Symptome zu zeigen. Nur wenn gelichzeitig auch Beschwerden auftreten, spricht man von dem Ausbruch einer Giardiose. 

Welpen sind besonders gefährdet, da ihr Immunsystem noch nicht ganz ausgebildet ist. Aber auch bei älteren oder geschwächten Hunden kann es zu Symptomen kommen.

Nach einer überstandenen Infektion ist eine Immunität möglich. Das bedeutet, dass besonders immunstarke Hunde danach genug Antikörper besitzen, um nicht noch einmal infiziert werden zu können.

Ursachen einer Giardiose

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Die Parasiten können über viele Wege übertragen werden, zum Beispiel durch infiziertes Wasser, Kot oder Nahrung. 

Wenn dein Hund aus einer Pfütze trinkt oder er Gegenstände oder anderes ableckt, an denen vorher ein infizierter Hund war, kann er die Parasiten aufnehmen. Auch Fliegen können Giardien übertragen.

Wenn die Mutter eines Welpen infiziert ist, zeigt sie wahrscheinlich keine Symptome und die Krankheit bleibt unbemerkt. Durch den engen Kontakt können die Parasiten aber übertragen werden. Bei einem schwachen Immunsystem kommt es dann viel eher zum Ausbruch der Giardiose.

Auch Stress oder eine Nahrungsumstellung können das Abwehrsystem schwächen und tragen somit zur Krankheit bei. Wenn mehrere Hunde oder Hunde und Katzen zusammen gehalten werden, erhöht das ebenfalls das Risiko einer Infektion.

Giardien sind Schuld an diesen Symptomen

Nur selten kommt es bei einem Giardien-Befall zu Beschwerden. In den meisten Fällen können die Erreger bekämpft werden, bevor es zum Ausbruch einer Giardiose kommt. 

Bei Welpen oder geschwächten Hunden ist das anders: Das Immunsystem ist nicht hundertprozentig funktionstüchtig und mit der Zeit zeigen sich viele Symptome.

Die auffälligsten Beschwerden sind starker Durchfall und Erbrechen. Der Durchfall ist unkontrolliert und tritt mehrmals täglich auf. Manchmal befindet sich auch Blut darin. Das passiert dann, wenn die Giardien die Darmwand beschädigt haben.

Bei einer Infektion hat dein Hund vermutlich Bauchschmerzen, Krämpfe und einen aufgeblähten Bauch. Du erkennst das an den verkrampften Muskeln im Bauchraum. 

Der Kot ist vermutlich heller als sonst und riecht faulig.

Interessantes über die Parasiten

Da die Parasiten die wichtigen Nährstoffe im Darm abfangen, nimmt dein Hund ab, obwohl er genauso viel frisst wie vorher. Dadurch verschlechtert sich auch sein Allgemeinzustand und er ist geschwächt. Nun ist er anfälliger für andere Krankheiten, besonders für welche im Magen- und Darmbereich.

Wenn sich dein Welpe während der Infektion noch im Wachstum befindet, kann es bei einer starken Infektion sogar zu Wachstumsstörungen kommen. Schließlich fehlen deinem Liebling nun wichtige Nährstoffe.

Die Symptome treten nicht durchgängig auf, sondern wechseln sich mit beschwerdefreien Phasen ab.

Auch wenn eine Giardiose deinen Hund belastet und du dir vermutlich Sorgen machst: Denk daran, dass sie nicht lebensgefährlich ist und du deinem Vierbeiner mit der richtigen Behandlung schnell helfen kannst.

Hier findest du die wichtigsten Symptome noch einmal zusammengefasst:

  • Durchfall (blutig, schleimig)
  • Erbrechen
  • Bauchschmerzen und -krämpfe
  • Blähungen
  • heller Kot, Fäulnisgeruch
  • verkrampfte Muskeln in der Bauchgegend
  • Gewichtsabnahme
  • Schwäche

Diagnose von Giardien

Treten einige dieser Symptome bei deinem Hund auf, solltest du unbedingt mit ihm zu einem Tierarzt gehen. Das ist besonders wichtig, wenn du Blut im Durchfall entdeckst oder dein Liebling Gewicht verliert. 

Eine eindeutige Diagnose ist nur durch einen Labortest möglich. Dabei wird der Kot unter dem Mikroskop untersucht. Deswegen solltest du bei Verdacht Kotproben von mindestens 3 Tagen mitbringen. Denn nicht in jeder Probe werden sich Zysten abgesetzt haben.

Zur Not können die Bakterien beim Tierarzt auch durch eine Darmspiegelung oder durch die Analyse von Darmflüssigkeit festgestellt werden.

Diese Tests ergeben jedoch nur Sinn, wenn der Verdacht einer Giardiose bestätigt werden soll. Nach der Behandlung sind sie nicht mehr aussagekräftig genug. Denn auch bei einem negativen Test können sich noch wenige Giardien im Körper befinden. 

Diese reichen vielleicht schon aus, um eine neue Infektion auszulösen. Außerdem können sich die Parasiten auch im Gallengang verstecken. Dort sind sie dann nicht mehr nachweisbar.

Eine langwierige Behandlung

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Die Therapie gegen die lästigen Bakterien erweist sich meist als sehr schwierig. Giardien sind nämlich sehr hartnäckig und ihre Zysten können schon in der ganzen Wohnung verteilt sein. Deswegen helfen Medikamente allein nicht. Nebenbei muss eine starke Hygiene eingehalten werden.

Der Tierarzt kann dir verschiedene Mittel gegen Parasiten empfehlen. Mögliche Wirkstoffe können Metronidazol, Fenbendazol, Febantel oder Albendazol sein. 

Diese Antibiotika werden in der Regel 5 Tage hintereinander verabreicht und dann 3 Tage lang ausgesetzt. Diese Prozedur wird dann mehrmals wiederholt. 

Leider können die Medikamente Nebenwirkungen haben, die deinen Hund zusätzlich schwächen. Zum Beispiel schwächen Antibiotika den Magen- und Darmtrakt. Und nicht immer helfen diese Mittel. Sie können nicht alle Erreger abtöten, sondern nur einen Teil. Den Rest muss das Immunsystem deines Hundes übernehmen.

5 wichtige Hygienemaßnahmen

Durchfall Hund

Nur wenn die Hygiene regelmäßig und konsequent durchgeführt wird, können die Giardien vollständig beseitigt werden. Auch wenn es anfangs lästig erscheint, ist es immer noch besser als ein Rückschlag in der Behandlung. 

1. Näpfe & Spielzeug heiß waschen

Die Zysten können auch monatelang ohne einen Wirt leben. Daher können alle Gegenstände, mit denen dein Hund in Berührung gekommen ist, kontaminiert sein. 

Deswegen solltest du Spielzeuge, Decken und Kissen bei 90° waschen. Verwende dabei am besten Desinfektionswaschmittel. Näpfe und Körbe solltest du ebenfalls mit möglichst heißem Wasser ausspülen. 

Von Dingen, die du nicht gründlich genug waschen kannst, musst du dich dann leider trennen. Auch Liegeflächen und Fliesen sollten mit heißem Wasser oder Dampf gereinigt werden. 

Am Ende muss alles gründlich abgetrocknet werden. Giardien bevorzugen nämlich Feuchtigkeit. Außerdem solltest du alles, mit dem dein Hund in Berührung gekommen ist, gründlich desinfizieren. Es gibt dafür Desinfektionsmittel, die speziell gegen Giardien-Befall sind.

2. Durchfall in der Wohnung vorbeugen

Dein Hund kann bei einer Giardiose Durchfall nicht kontrollieren. Deswegen kommt er meist unerwartet. 

Wenn du stündlich mit ihm nach draußen gehst, macht er seltener in die Wohnung. Trotzdem kannst du in deiner Wohnung Inkontinenzunterlagen oder Zeitungen auslegen. Zum einen lässt es sich dann besser säubern, zum anderen trägt es zur Hygiene bei. 

Wenn dein Hund auf das Sofa springt, solltest du es mit Bettbezügen abdecken und täglich wechseln. Der Bettbezug muss ebenfalls bei mindestens 60° gewaschen werden.

3. Kot sofort entfernen

Du solltest den Kot so schnell wie möglich in den Müll entsorgen. Am besten verschließt du ihn vorher in eine Tüte. Sonst könnten Fliegen herankommen und sich infizieren. 

Außerdem solltest du dabei Gummi- oder Latexhandschuhe tragen. Schließlich können auch Menschen mit diesen Bakterien angesteckt werden.

Im Garten kannst du den Kot natürlich nicht so gründlich entfernen wie in der Wohnung. Deswegen solltest du die Stelle danach mit Kalk bestreuen. Das tötet einen Großteil der Erreger ab.

4. Hund regelmäßig waschen

Ob dein Hund es mag oder nicht: Nun muss er täglich mit Hundeshampoo gewaschen werden. Besonders die Afterregion sollte gründlich gereinigt werden. Wichtig ist, dass er danach wieder komplett abgetrocknet wird.

Nachdem er sein Geschäft verrichtet hat, solltest du seinen After mit einem Feuchttuch abwischen.

5. Vorsicht im Umgang mit Kleinkindern

Da Kinder sich auch schnell mit Giardien anstecken können, sollten sie nicht unbeaufsichtigt mit einem infizierten Hund spielen. Dein Hund darf Kinder auf keinen Fall ablecken. Nach dem Kuscheln müssen die Hände gründlich gewaschen werden.

Was du unbedingt noch beachten solltest

Du darfst deinem Hund auf keinen Fall das Gefühl geben, dass er durch die Krankheit ausgegrenzt wird. Besonders Welpen brauchen sehr viel Zuwendung. Wenn sie jedoch aus Hygienegründen nicht mehr gestreichelt werden oder nicht mehr in die Wohnung dürfen, kann das Störungen in der Entwicklung hervorrufen. 

Denk daran, dass du trotz einer Giardien-Infektion mit deinem Hund kuscheln kannst. Du musst danach einfach nur gründlich die Hände waschen. Gerade jetzt braucht dein Hund Unterstützung. 

Schimpfe auf keinen Fall mit ihm, weil er in die Wohnung macht. Während der Giardiose kann dein Welpe nichts dafür. Der Durchfall kommt unerwartet und eine Bestrafung würde ihn nur verwirren.

Versuche trotz der Hygienemaßnahmen mit deinem Hund so weiterzuleben wie vorher. Das hilft ihm in diesem Moment am meisten.

Tipp: Ein Wundermittel für Hunde

Die Ernährung allein kann die Giardien nicht beseitigen. Doch sie kann zu einer schnelleren Besserung beitragen. Kohlenhydrate verschlimmern die Beschwerden nachweislich. Deswegen solltest du deinem Liebling kohlenhydratarme Nahrung und dafür mehr Proteine geben. Auf jeden Fall solltest du Futter vermeiden, was zusätzliche Blähungen verursacht.

Eine Morosche Möhrensuppe kann Wunder bewirken. Auch wenn sie die Therapie nicht ersetzt, trägt dieses Futter zur Genesung bei.

Nach einer überstandenen Infektion ist das Verdauungssystem deines Hundes gereizt. Schonkost kann dabei helfen, Magen und Darm wieder zu stärken. 

Wenn du die Genesung deines Hundes mit homöopathischen Mitteln unterstützen möchtest, empfehle ich dir Calcium carbonicum D200. Es hilft gegen Magenbeschwerden und kann problemlos auch bei Hunden angewendet werden.

Maßnahmen zur Vorbeugung

Es ist schwierig, eine Giardien-Infektion vorzubeugen. Aber mit einigen wenigen Maßnahmen, kannst du das Risiko minimieren.

Auch wenn dein Hund nicht infiziert ist, solltest du stark auf die Hygiene achten. Das gilt besonders, wenn du mehrere Haustiere hast. Lass deinen Hund auf keinen Fall aus Pfützen trinken oder Kot fressen. Das kann eine Ansteckung verhindern.

Da eine Giardiose erste bei einem geschwächten Immunsystem zu einem Problem wird, sollte dein Hund so wenig Stress wie möglich haben. Mit Vitaminen und Probiotika kannst du die Abwehrkräfte deines Hundes zusätzlich stärken.

Meine Empfehlung

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Eine Giardien-Infektion ist nervenaufreibend: Sowohl für deinen Hund als auch für dich als Halter. Aber umso besser du auf die Hygiene achtest, desto schneller ist dieser Ausnahmezustand auch wieder vorbei.

Es ist wichtig, dass dein Hund nicht viel von dem Stress mitbekommt. Es würde ihn nur zusätzlich belasten. Gehe genauso mit ihm um, wie auch zuvor. Er braucht nun mindestens so viel Zuwendung wie vorher, sonst kann das schnell zu Verhaltensstörungen führen.

Denke daran: Auch wenn die Behandlung aufwendig ist, es gibt Schlimmeres. Die Giardiose ist bestimmt bald wieder überstanden und dann geht alles wieder seinen gewohnten Gang.

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