- Aktivkohle bindet Giftstoffe im Magen-Darm-Trakt
- Dosierung: 1 g pro kg Körpergewicht bei Vergiftungsverdacht
- Erste-Hilfe-Maßnahme: danach immer zum Tierarzt
Aktivkohle bindet Giftstoffe im Verdauungstrakt, bevor sie ins Blut übergehen. Bei Vergiftungsverdacht ist sie eine der wenigen wirksamen Erste-Hilfe-Maßnahmen: aber kein Ersatz für den Tierarzt.
Wie erkenne ich eine Vergiftung?
Bei einer Vergiftung können mehrere Symptome gleichzeitig oder nacheinander auftreten:
- Blutiger Husten oder Erbrechen
- Durchfall mit Blutspuren oder schwarzer Kot
- Appetitlosigkeit
- Schnelle Atmung, erhöhter Puls
- Panisches Verhalten
- Muskelkrämpfe, Zittern, Lähmungserscheinungen bis hin zur Bewusstlosigkeit
- Bauchschmerzen, Harnabsatzstörungen
- Fieber, erhöhter Speichelfluss
- Pupillen verengen sich beim Lichttest nur sehr langsam
- Beige oder porzellanfarbene Mundschleimhäute (Zeichen für Blutarmut)
Was dürfen Hunde nicht fressen
Viele für Menschen unbedenkliche Lebensmittel sind für Hunde giftig:
- Kakao und Schokolade
- Zwiebelgewächse (Knoblauch, Zwiebeln, Schnittlauch)
- Weintrauben und Rosinen
- Koffein
- Macadamia-Nüsse
- Avocado
- Alkohol
- Rohes Schweinefleisch
- Salz in größeren Mengen
- Hopfen
- Süßstoff Xylitol
Die vollständige Liste mit Begründungen findest du im Artikel Was dürfen Hunde nicht fressen.
Hat ein Hund eines dieser Lebensmittel aufgenommen, sind Kohletabletten die wichtigste Sofortmaßnahme: sofern das Gift noch im Magen-Darm-Trakt ist. Je schneller sie verabreicht werden, desto wirksamer.
Was sind Kohletabletten?
Kohletabletten, auch Aktivkohle oder Tierkohle genannt, werden durch das vollständige Verkohlen von pflanzlichem Material gewonnen: zum Beispiel Kokosnussschalen, Holz oder Nüsse. Was übrig bleibt, ist eine hochporöse Kohlenstoffstruktur, vergleichbar mit einem Schwamm auf molekularer Ebene.
Diese Struktur bindet chemische Substanzen wie Giftstoffe an sich. Die gebundenen Stoffe können die Darmwand nicht passieren und werden über den Kot ausgeschieden. Der Kot färbt sich dabei schwarz: das ist harmlos und zeigt, dass die Kohle wirkt.
Die Dosierung
Die Faustregel lautet: 1 g Aktivkohle pro 1 kg Körpergewicht. Ein 30-kg-Hund braucht also 30 g: je nach Konzentration können das viele Tabletten sein. Am besten lässt man sich vom Tierarzt vorab eine Notration herrichten und die genaue Menge für den eigenen Hund bestätigen.
Wann wirken Kohletabletten nicht?
Kohletabletten wirken nur, wenn sich das Gift noch im Magen-Darm-Trakt befindet. Sobald es die Darmwand passiert hat, helfen sie nicht mehr.
Bei folgenden Vergiftungsarten sind sie wirkungslos:
- Schlangen- oder Skorpionbisse (Gift gelangt direkt ins Blut)
- Insektenstiche mit anaphylaktischem Schock
- Vergiftungen über die Haut oder Schleimhäute
Schneckenkorn wirkt schnell und kann rasch ins Blut übergehen: hier zählt jede Minute. Rattengift wirkt langsamer. In beiden Fällen gilt: sofort Kohletabletten geben, dann sofort zum Tierarzt.
Wenn dein Hund beim Gassigehen an Agrarflächen (Weizen- oder Maisfelder) vorbeikommt, sollte er kein Gras fressen und keine Wasserpfützen trinken: am Wegesrand ist die Konzentration von Dünger, Herbiziden und Insektiziden oft besonders hoch.
Wie verabreichen?
Kohlepulver lässt sich am einfachsten ins Nassfutter einrühren. Tabletten können in Leberwurst eingewickelt oder in Käsewürfel gedrückt werden. Verweigert der Hund die Einnahme, zeigt der Tierarzt, wie man sie direkt eingibt.
Kohletabletten werden auch bei Durchfall eingesetzt: dann einfach unter das Futter mischen. Nach der Verabreichung bei Vergiftungsverdacht muss der Hund trotzdem sofort zum Tierarzt.
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