- 4 häufige Gründe für ständiges Kratzen beim Hund
- Mögliche Ursachen: Parasiten, Allergien, Hautinfektionen, trockene Haut
- Bei anhaltendem Kratzen den Tierarzt aufsuchen
Dein Hund kratzt sich ständig, beißt ins Fell oder reibt sich am Boden? Gelegentliches Kratzen ist normal. Aber wenn es nicht aufhört, kahle Stellen entstehen oder die Haut gerötet ist, steckt mehr dahinter. Die vier häufigsten Ursachen sind Parasiten, Allergien, Hautinfektionen und Stress.
Zeichen für bedenklichen Juckreiz
Eindeutige Zeichen, dass das Kratzen eine ernstere Ursache hat:
- Schlagende oder zuckende Bewegungen mit den Hinterbeinen beim Streicheln
- Anhaltendes Kratzen
- Gerötete Haut
- Ausschlag, Pickel, Schuppenbildung
- Verkrustungen und Wunden
- Haarausfall
Ursachen
Parasiten
Parasiten sind eine Hauptursache für Juckreiz, besonders in den wärmeren Monaten.
Flöhe
Um Flöhe zu identifizieren, einen Flohkamm durchs Fell ziehen und auf schwarze Krümel achten: das ist Flohkot. Bei frühem Befall kann ein Bad mit Anti-Floh-Shampoo und regelmäßiges Bürsten helfen. Wichtig: Alle Floheier und Larven beseitigen und die Liegeplätze gründlich reinigen.
Milben
Häufig auftretende Milben sind Grasmilben, Herbstgrasmilben und Grabmilben. Sie bevorzugen warme Jahreszeiten und zarte Hautstellen wie zwischen den Zehen, Ohren, Beinen und am Unterbauch. Bei ständigem Kratzen am Ohr könnte Ohrräude vorliegen: erkennbar an dunklem Schmutz in den Ohren. Rote Pusteln und verkrustete Ellenbogen sind weitere Hinweise auf Milbenbefall.
Zecken
Zecken geben beim Biss schmerzlinderndes Sekret ab, das Juckreiz verursacht. Eine schnelle und sachgerechte Entfernung ist wichtig, um Hautverletzungen und Krankheiten wie Borreliose zu vermeiden. Zeckenzange senkrecht ansetzen, Zecke gerade herausziehen: den Kopf nicht in der Haut belassen.
Allergien
Flohspeicel-Allergie
Wenn Flohspeichel auf die Haut gelangt, reagiert ein allergischer Hund mit starkem Juckreiz: überwiegend in der Leisten-, Lendenregion und am Schwanz. Betroffen sind hauptsächlich Tiere ab dem zweiten bis sechsten Lebensjahr. Erkennbar an Schwellungen, Krustenbildung und Haarausfall. Der Tierarzt bestätigt die Diagnose per Bluttest.
Futterallergie
Verantwortlich sind häufig bestimmte Proteinquellen, Getreide, chemische Zusätze oder Laktose. Symptome neben Jucken:
- Magen- und Darmprobleme
- Mundgeruch
- Schleim in Kot und Erbrochenem
- Verstärkter Haarausfall
Die Diagnose erfolgt über eine mehrwöchige Ausschlussdiät: Der Hund bekommt ein Futter, das er noch nie bekommen hat. Verursacht es keine Reaktion, ist es für ihn verträglich. Dann werden nach und nach bekannte Futterkomponenten hinzugefügt, um den Auslöser einzugrenzen.
Umweltallergie
Gräser, Pollen, bestimmte Mineralien im Wasser oder Wasserparasiten können Allergien auslösen. Symptome:
- Trockene Haut
- Übermäßige Schuppenbildung
- Verkrustungen und Wunden
- Rötungen, kahle Stellen im Fell
Der Tierarzt verabreicht Tabletten und lindernde Hautcreme.
Kontaktallergie
Entsteht durch direkten Kontakt mit Pestiziden, Dünger, Chemikalien, giftigen Pflanzen oder Metallen. Auch Kunstfasern und Nickel am Geschirr können Probleme machen: Halsbänder mit Metallverzierungen können Nickel enthalten. Die Haut zeigt rote Pusteln und Flecken. Bei Vermeidung des Auslösers verschwindet die Allergie.
Weitere Ursachen
Kratzen am Hinterteil
Reibt ein Hund sein Hinterteil auf dem Boden oder leckt auffallend stark daran, können Schmutzrückstände, volle Analdrüsen oder Würmer die Ursache sein. Bei sehr jungen, älteren oder kranken Hunden kann das sauber Halten nicht mehr richtig funktionieren: Rückstände lassen sich mit einem feuchten Tuch leicht entfernen. Verstopfte Analdrüsen lässt der Tierarzt ausdrücken.
Trockene oder schuppige Haut
Verursacht durch Ernährungsmängel, zu häufiges Baden oder Genetik. Fehlen der Haut wichtige Nährstoffe wie Zink, Mineralien und Vitamine, trocknet sie aus und bildet Schuppen. Ein Nahrungsergänzungsmittel oder ein Futterwechsel kann helfen: auf der Futterpakung lassen sich Angaben zu Vitaminen, Mineralstoffen und Fettsäuren prüfen. Mehr dazu: Lachsöl für Hunde.
Körperpflege
Dichtes Haarkleid, Verfilzungen oder Schmutz können ebenfalls Kratzen verursachen. Regelmäßiges Bürsten oder Scheren des Fells im Sommer beugt vor. Die Haare sollten nicht zu kurz geschnitten werden: die Haut braucht Schutz vor der Sonne.
Juckreiz an den Zitzen oder Talgdrüsen
Ein Geschwür am Gesäuge oder eine Scheinträchtigkeit können Kratzen verursachen. Die Zitzen sind dann rot, verletzt und angeschwollen. Mit einem feuchten, kühlen Lappen kann man spontan lindern. Entzündete Talgdrüsen: zum Beispiel an den Lefzen: verursachen ebenfalls Juckreiz.
Psychologisches Kratzen
Trennungsangst und Langeweile können Kratzen ohne körperliche Ursache auslösen. Typisches Zeichen: Der Hund kratzt sich ausschließlich beim Anfassen, bei Begegnungen mit Artgenossen, wenn er allein ist oder in Ruhephasen. Auslöser sind oft übermäßiges Alleinsein, Angst vor Artgenossen oder Menschen, Gewitter, Dunkelheit oder Lärm.
Trennungsangst lässt sich nur durch langwieriges Training behandeln: Die Phasen des Alleinseins werden nach und nach verlängert. Professionelle Hundetrainer haben damit viel Erfahrung. Bei Langeweile helfen leise Musik und Beschäftigungsspielzeug wie ein Kauknochen.
Juckreiz beheben
Fremdkörper
Manchmal juckt das Ohr, weil sich ein Insekt darin verlaufen hat. Der Hund versucht es durch Kratzen, Reiben oder Schütteln loszuwerden, hält den Kopf schräg und macht sich bemerkbar. Sitzt der Fremdkörper tief oder äußert der Hund Schmerzen, muss man sehr behutsam sein: das Trommelfell könnte betroffen sein.
Halsband, Brustgeschirr und Maulkorb
Hunde gewöhnen sich nach einer Weile an das Tragen dieser Sachen. Zuerst prüfen, ob das Teil richtig passt und ob Schmutz, Parasiten oder Stiche darunter sind. Legt man das Geschirr für eine Weile ab und die Reaktion hört auf, ist es die Ursache. Eine langsame Eingewöhnungsphase hilft.
Wie kann ich vorbeugen?
Spot-On-Mittel
Zur Vorbeugung gegen Parasiten wie Flöhe und Zecken empfiehlt sich die Anwendung eines Spot-On-Mittels, das direkt auf den Nacken aufgetragen wird.
Grasmilbenprävention
Grasflächen rund ums Haus kurzhalten reduziert den Lebensraum der Milben. Für besonders anfällige Hunde können Schuhe zum Schutz der Pfoten sinnvoll sein.
Wurmkuren
Regelmäßige Wurmkuren beugen Wurmbefall vor. Der Tierarzt empfiehlt das passende Präparat je nach Bedarf.
Futterqualität
Eine gesunde Darmflora kann Allergien vorbeugen. Hochwertiges Futter ohne Zucker und künstliche Zusätze ist sinnvoll. Regelmäßige Pflege der Ohren, Zähne, Krallen und bei Bedarf des Hinterteils trägt ebenfalls dazu bei, Juckreiz zu verhindern.
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