Ohrenentzündung beim Hund: Ursachen, Symptome und Behandlung. Was wirklich hilft und wann der Tierarzt nötig ist.

Ohrenentzündungen sind bei Hunden weit verbreitet und schmerzhaft. Wer die Anzeichen früh erkennt und schnell reagiert, kann ernste Komplikationen vermeiden.
Das Ohr eines Hundes besteht aus äußerem Ohr, Trommelfell, Mittelohr und Innenohr. Entzündungen betreffen meistens das äußere Ohr oder das Mittelohr: in schweren Fällen auch das Innenohr.
Der Ohrkanal eines Hundes ist je nach Rasse 5–10 cm lang und damit deutlich länger als beim Menschen. Er verläuft zunächst senkrecht nach unten, dann L-förmig waagerecht zum Trommelfell. Auf der Knorpelhaut sitzen Drüsen, die Ohrenschmalz produzieren. Bei manchen Hunden wachsen auch Haare innerhalb der Ohrmuschel: das erhöht die Anfälligkeit für Entzündungen.
Je tiefer eine Entzündung ins Ohr vordringt, desto gefährlicher kann sie werden. Das Innenohr liegt nah am Gehirn und Gesichtsnerv: bei schwereren Infektionen besteht das Risiko einer Hirnhautentzündung. Auch äußere oder mittlere Ohrenentzündungen können zu dauerhaften Schäden führen: Trommelfellverletzungen, Schwerhörigkeit oder Störungen des Gleichgewichtsorgans.
Eine Ohrenentzündung hat meist mehrere Ursachen gleichzeitig. Bakterien oder Pilze sind direkte Auslöser, aber sie können sich nur dann einnisten, wenn bestimmte Voraussetzungen vorliegen.
Hunde entgiften teilweise über die Ohren. Wenn Entgiftungsorgane wie Niere und Leber geschwächt sind oder eine anhaltende Allergie vorliegt, können sich das in einer chronischen Ohrenentzündung äußern. Chronische Ohrenentzündungen gehen oft mit Nieren- oder Leberschwäche, Verdauungsstörungen oder Stoffwechselerkrankungen einher.
Auslöser für Allergien sind Futterinhaltsstoffe, Hausstaub, Pollen oder andere Allergene: nicht immer leicht zu identifizieren.
Viele Ohrenentzündungen treten zusammen mit Milben oder Hefepilzen auf: Befall und Entzündung verstärken sich gegenseitig. Milben verursachen zusätzlich starken Juckreiz. Durch Kratzen entstehen kleine Wunden in der Ohrmuschel, die die Entzündung weiter verschlimmern. Milben und Hefepilze können sich auch auf andere Körperstellen ausbreiten, zum Beispiel auf die Pfoten oder die Schnauze.
Hunde mit Schlappohren sind deutlich anfälliger für Ohrenentzündungen als Hunde mit Stehohren. Die Ohren werden schlechter belüftet: Bakterien, Pilze und Milben haben es leichter. Bei Rassen mit vielen Haaren im Ohrbereich können sich außerdem beim Spaziergang Pollen in die Ohrenhaut einnisten.
Auch häufiges Schwimmen ist ein Risikofaktor: Wasser, das im Ohr bleibt, schafft ein feuchtes Milieu, das Entzündungen begünstigt.
Bissverletzungen am Ohr sind seltener, können aber ebenfalls zu Entzündungen führen.
Unabhängig von der Ursache zeigen sich bei einer Ohrenentzündung typische Zeichen:
Ist das Mittelohr betroffen, treten oft Gleichgewichtsprobleme und starke Schmerzen auf.
Der Tierarzt untersucht das Ohr mit einem Otoskop und entnimmt wenn nötig einen Abstrich, um Bakterien, Pilze oder Milben nachzuweisen. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache:
Ohne Behandlung riskiert man dauerhafte Schäden. Nicht auf eigene Faust behandeln: die falsche Therapie kann die Situation verschlechtern.
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