- Wasservergiftung (Hyponatriämie) kann lebensbedrohlich sein
- Entsteht durch übermäßiges Trinken oder Verschlucken beim Schwimmen
- Symptome: Erbrechen, Lethargie, aufgeblähter Bauch: sofort zum Tierarzt
Hunde können sich beim Apportieren im Wasser vergiften: nicht durch Gift, sondern durch zu viel Wasser selbst. Was mit Hanz, einem zweijährigen Schnauzer aus Kalifornien, passierte, zeigt wie schnell das geht: Jen Walsh ließ ihren Hund etwa anderthalb Stunden Stöckchen und Bälle aus einem See holen. Plötzlich zitterte Hanz im Wasser, wirkte lethargisch, atmet unregelmäßig. 45 Minuten nach Beginn der Symptome starb er auf dem Weg zum Tierarzt an einer Wasservergiftung. (Quelle)
Was ist eine Wasservergiftung?
Tierärzte bezeichnen die Wasservergiftung fachsprachlich als „hypotone Hyperhydratation": Durch übermäßige Wasseraufnahme wird der Körper regelrecht überflutet.
Wie viel Wasser ist zu viel?
Als Faustregel gilt: Pro Kilo Körpergewicht sollte ein Hund ungefähr 50–100 Milliliter Wasser aufnehmen. Ein 6 kg schwerer Mops verträgt also 300–600 ml, ein 50 kg Berner Sennenhund bis zu 5 Liter. Trockenfutter erhöht den Bedarf, Feuchtfutter und BARF senken ihn.
Nimmt ein Hund etwa ein Drittel seines Körpergewichts an Wasser auf, droht eine Wasservergiftung. Kleinere Hunde erreichen diese Menge beim ausgelassenen Spielen im Wasser schnell. Große, schwere Rassen wie Labrador oder Berner Sennenhund sind wegen ihrer Körpermasse weniger gefährdet als kleine, schlanke und muskulöse Hunde. Besondere Vorsicht bei Hunden mit Nierenerkrankungen.
Hunde sehnen sich im Sommer nach Abkühlung: viele toben im Wasser, spielen mit dem Gartenschlauch oder apportieren Bälle aus Seen und Teichen. Dabei schlucken sie unweigerlich größere Mengen Wasser.
Was passiert im Körper?
Durch die verstärkte Wasseraufnahme gerät der Elektrolythaushalt aus dem Gleichgewicht: es entsteht ein relativer Natriummangel. Das Wasser strömt aus den Blutbahnen vermehrt in die Zellen, die anschwellen.
Das Gehirn kann sich im Schädel kaum ausdehnen. Irgendwann ist das Maximum erreicht: dann entstehen immenser Druck und irreparable Schäden. Normalerweise würde der Hund das überschüssige Wasser einfach ausscheiden. Bei niedrigem Natriumgehalt hören die Nieren jedoch auf zu arbeiten. Es kommt zu Herzrhythmusstörungen, Lungenödemen und neurologischen Ausfällen wie Krämpfen.
Symptome
Manche Symptome zeigen sich früh, andere später. Ein wasservergifteter Hund wirkt wie betrunken: Er torkelt, erbricht sich, sein Bauch bläht sich auf, er wird lethargisch. Bei Verdacht auf zu viel verschlucktes Wasser den Hund genau beobachten und sofort zum Tierarzt fahren.
Was tun bei Wasservergiftung?
Schnelles Handeln kann Leben retten:
- Hund sofort aus dem Wasser holen: kein weiteres Schwimmen, kein Trinken
- Auf dem Weg zum Tierarzt Salzstangen oder Salzkekse füttern, sofern der Hund noch fressen kann: das stabilisiert den Elektrolythaushalt etwas
- Tierarzt sofort informieren: wie lange der Hund im Wasser gespielt hat und welche Symptome aufgetreten sind
- Eine Blutuntersuchung gibt dem Tierarzt Aufschluss über die Elektrolytwerte: je früher er informiert ist, desto besser die Chancen
Wie vorbeugen?
- Den Hund beim Spielen im Wasser nicht unbeaufsichtigt lassen
- Pausen einbauen: kurze Erholungszeiten aus dem Wasser reduzieren die Wasseraufnahme
- Familie, Freunde und Kinder über die Gefahr aufklären: besonders bei Familienausflügen ans Wasser
- Für Notfälle Salzstangen oder Salzkekse dabei haben
Hast du aufgepasst?
Frage 1 von 3Ab welcher Wassermenge droht einem Hund eine Wasservergiftung?
Alle Themen rund um die Hundehaltung findest du bei Hundeo Pro. Von Erziehung über Ernährung bis Gesundheit: strukturierte Kurse mit Videoanleitung, Trainings-Tracking und bei Problemen persönliche Hilfe von echten Trainern.





