Hundeführer ist kein eigenständiger Ausbildungsberuf, sondern eine Weiterbildung. Voraussetzung ist eine abgeschlossene Berufsausbildung bei Polizei, Bundeswehr, Zoll oder Sicherheitsdienst. Bei Polizei und Bundeswehr werden Kosten und Hund gestellt, bei privaten Anbietern trägt man beides selbst. Der Hund lebt beim Hundeführer und wird zum Familienmitglied.

Ein Hundeführer ist die engste Bezugsperson eines Arbeitshundes. Er bekommt den Hund im Welpenalter an die Seite gestellt, übernimmt Erziehung und Ausbildung und begleitet ihn beruflich wie privat bis ans Lebensende. Der Hundeführer ist für das Wohlergehen des Hundes verantwortlich und haftet, wenn der Hund einen Schaden verursacht.
Die Einsatzgebiete sind vielfältig: Suche nach Sprengstoff, Drogen oder anderen Substanzen, Suche nach vermissten Personen, Rettung von Verletzten oder Personenschutz. Hundeführer begleiten ihren Hund zum Einsatzort und sorgen dort für einen kontrollierten Ablauf.
Es gibt keine eigenständige Ausbildung zum Hundeführer. Stattdessen bieten Arbeitgeber eine Weiterbildung an, die an eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem der folgenden Bereiche geknüpft ist:
Bewerber müssen bereits als Beamte oder Berufssoldaten beschäftigt sein. Die Institution übernimmt sämtliche Kosten der Weiterbildung und stellt einen ausgewählten Hund zur Verfügung.
Die Kosten trägt der Interessent selbst. Eine Unterstützung durch das Arbeitsamt ist nur selten möglich. Der Arbeitgeber kann freiwillig einen Teil übernehmen. Ein eigener Hund muss in der Regel mitgebracht werden.
Die wichtigste Voraussetzung ist die Freude am Umgang mit Hunden. Bewerber sollten bereits Erfahrung mit Hunden mitbringen und bereit sein, enorm viel Zeit mit dem Tier zu verbringen. In den meisten Fällen lebt der Hund im Haushalt des Hundeführers: er wird nicht nur Arbeitskollege, sondern Familienmitglied.
Man muss sich darüber im Klaren sein, dass Hunde nicht ewig leben. Bei Tod, schweren Verletzungen oder Altersschwäche wird der Hund durch einen neuen ersetzt. Dieser Aspekt wird häufig unterschätzt.
Körperliche Fitness ist zwingend erforderlich: die Arbeit findet größtenteils im Freien statt. Bereitschaft zum Schichtdienst sowie Nacht-, Wochenend- und Feiertagsarbeit muss gegeben sein. Die meisten Arbeitgeber verlangen das Bestehen eines Einstellungstests in zwei Teilen: körperlich (Fitness, Gesundheit, Belastbarkeit) und geistig (Sprachkenntnisse, Intelligenztest, Allgemeinwissen).
Hundeführer sind bei jeder Witterung und zu jeder Tageszeit im Einsatz. Die Grundausrüstung umfasst:
Kleidung: Bequem, wetterfest, wasserabweisend und atmungsaktiv. Festes Schuhwerk ist Pflicht.
Transport: Bei Fahrzeugeinsatz muss der sichere Transport des Hundes gewährleistet sein: Hundegurte oder Transportboxen sind Standard.
Verpflegung: Ausreichend Futter und Wasser für den Hund. Einsätze dauern oft viele Stunden, Nachschub ist nicht immer verfügbar.
Leinen: Die meisten Hundeführer verwenden eine kurze Führerleine für den kontrollierten Einsatz. Bei Personenkontrollen werden Hunde nicht frei laufen gelassen, sondern gezielt an das Zielobjekt herangeführt. Bei der Spurensuche kommen Suchleinen (Fährtenleinen) zum Einsatz, damit der Hund nicht zu weit voraus läuft.
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