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Hund hat Blähungen? (17 Tipps die wirklich helfen)

Häufigste Ursache für Blähungen beim Hund: falsches Futter (zu viel Getreide, Laktose) oder zu schnelles Fressen. Kurzschnäuzige Rassen wie Bulldogge und Boxer schlucken beim Fressen besonders viel Luft. Ein Anti-Schlingnapf und kohlenhydratarmes Futter helfen in den meisten Fällen. Bei aufgeblähtem Bauch und Katzenbuckel sofort zum Tierarzt.

6 Min. Lesezeit
Ein niedlicher Hund mit Bandana, umgeben von bunten Tipps in einer hellen, freundlichen Küche.
Das Wichtigste in Kürze
  • 17 Tipps gegen Blähungen beim Hund
  • Häufigste Ursache: falsches Futter oder zu schnelles Fressen
  • Kohlenhydratarmes Futter und langsames Fressen können helfen

Gelegentliches Pupsen ist normal: häufige Blähungen nicht. Ursache ist meistens das Futter oder zu schnelles Fressen. Die richtige Diagnose entscheidet, ob Hausmittel reichen oder ein Tierarztbesuch nötig ist.

Was sind Blähungen?

Blähungen (Flatulenz) sind die verstärkte Entwicklung von Gasen im Magen- und Darmbereich, die zum Pupsen oder Rülpsen führen. Sitzen diese Darmgase fest, kann es zu schmerzhaften Bauchkrämpfen kommen.

Hunde haben wie Menschen gelegentlich Blähungen: dabei entstehen die Gase meistens während des normalen Verdauungsvorgangs oder werden versehentlich beim Fressen verschluckt. Grund für den üblen Geruch sind Methan- und Schwefelverbindungen.

Falls dein Hund gelegentlich pupst, brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Sollten Begleiterscheinungen auftreten oder das Pupsen zu häufig werden, beobachte ihn eine Weile genau.

Begleiterscheinungen

Meistens haben Blähungen auch Begleiterscheinungen:

  • Laute Darm- und Magengeräusche
  • Aufgeblähter Bauch
  • Dauerhaftes und häufiges Pupsen
  • Starker Geruch
  • Katzenbuckel: Zeichen für Schmerzen
  • Veränderter Kot (Farbe, Konsistenz, Durchfall)
  • Erbrechen
  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtsabnahme

Falls dein Hund mindestens eine dieser Begleiterscheinungen zeigt, Tierarzt kontaktieren.

11 Mögliche Ursachen

Die häufigsten Ursachen für Blähungen beim Hund: alle Punkte durchgehen:

  • Futterumstellung
  • Getreide oder Gluten im Futter
  • Futtermittelallergie
  • Unverträglichkeit gegen Laktose (Milchprodukte)
  • Tischabfälle
  • Schlucken von Luft (besonders bei Hunden mit kurzer Schnauze)
  • Stress, Aufregung
  • Essen von Kot oder Aas
  • Krankheiten im Magen-Darmbereich
  • Giardien-Infektion
  • Darmparasiten oder Würmer

1. Futterumstellung

Eine plötzliche Nahrungsumstellung kann Blähungen verursachen, weil der Hund das neue Futter nicht sofort richtig verdauen kann. Zwei Wochen Zeit lassen: das neue Futter nach und nach dem alten beimischen und die Ration schrittweise erhöhen.

Beobachte, ob sich die Beschwerden verringern oder erhöhen, und vergleiche die Zusammensetzung beider Futter. Verringert sich das Pupsen nach zwei Wochen nicht, zur alten Marke zurückgreifen oder eine andere mit ähnlicher Zusammensetzung wählen.

Beim Wechsel von Trocken- zu Nassfutter: anfangs hälftig mischen und schrittweise verschieben. Beim Wechsel von Nass- zu Trockenfutter: dem Trockenfutter am Anfang etwas Wasser beimischen, ca. 10 Minuten einweichen lassen und den Wasseranteil schrittweise reduzieren.

Zwei Mahlzeiten am Tag sind optimal: morgens nach dem Aufstehen und abends gegen 17–18 Uhr. So bleibt genug Zeit, das Futter vor dem Schlafen zu verdauen.

2. Getreide oder Gluten im Futter

Nahaufnahme von goldenen Weizenhalmen.

Zu viel Getreide im Futter fördert den Gärungsprozess im Darm. Futter mit höherem Fleischanteil als Getreideanteil wählen oder komplett auf Getreide verzichten. Manche Hunde vertragen kein Gluten: beim Kauf auf die Kennzeichnung „Getreidefrei" achten.

3. Futtermittelallergie

Nahaufnahme einer Hautstelle mit Reizung.

Unverträglichkeit ist nicht gleich Allergie. Allergien können schwere Folgen haben, da das Immunsystem direkt betroffen ist. Die häufigsten Auslöser sind Geflügelfleisch sowie Milchprodukte, Schweine-, Pferde-, Rindfleisch, Fisch, Ei, Soja und Weizen. Auch Zusätze wie Stabilisatoren oder Antioxidantien können Allergien auslösen. Bei Allergien sind Blähungen nur ein Symptom: Hautprobleme wie Juckreiz und Hautrötungen, besonders an Pfoten, Achsel- und Leistenbereich, kommen dazu.

Bei einer Allergie das Futter sofort absetzen und unter Aufsicht des Tierarztes eine Ausschlussdiät durchführen.

4. Unverträglichkeit gegen Laktose

Bei Laktose-Intoleranz kann der Milchzucker nicht oder unvollständig verdaut werden, weil die notwendigen Enzyme fehlen. Folge: Blähungen, Bauchkrämpfe, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall. Um Laktose als Ursache auszuschließen, zwei Wochen lang keine Milch oder Milchprodukte geben und die Zusammensetzung von Hundefutter und Hundeleckerli prüfen.

5. Tischabfälle

Tischabfälle für Hunde meiden. In menschlichen Mahlzeiten sind Gewürze, Aromen, Konservierungs- und Farbstoffe enthalten, die Hunde nicht vertragen.

6. Schlucken von Luft

Manche Hunde schlucken beim Fressen viel Luft, weil sie zu schnell fressen. Darauf achten, dass der Hund in Ruhe fressen kann und nicht abgelenkt wird. Bei mehreren Hunden jeden Hund in einem separaten Bereich füttern.

Bei Hunden mit kurzer Schnauze (Bulldogge, Boxer) ist Luftschlucken beim Fressen häufiger. Den Napf etwas erhöhen oder einen Anti-Schlingnapf kaufen.

7. Stress & Aufregung

Eine Autofahrt, der Weg zum Tierarzt oder eine fremde Umgebung kann bei Hunden zu Blähungen führen. Den Stressauslöser genau beobachten. Sanftes Streicheln und ruhiges Zureden kann beruhigen.

Bei langen Autofahrten vorab mit kurzen Strecken in bekannter Umgebung gewöhnen. Eventuell eine Begleitperson mitnehmen, die der Hund kennt.

8. Essen von Kot oder Aas

Tierkot auf grünem Gras.

Bei Welpen ist es nicht ungewöhnlich, dass sie an Kot oder Aas schnüffeln oder fressen. Diese Angewohnheit so früh wie möglich abtrainieren: sie kann zur Verhaltensstörung werden. Manche Welpen fressen Kot aus Langeweile: ausreichend Zeit und Spiel hilft.

Kotfressen kann auf Mangelernährung hinweisen, besonders auf Vitamin-K-Mangel. Den Fleischanteil im Futter prüfen. Hinter dem Kotfressen kann auch eine Krankheit oder ein Parasitenbefall stecken: dann zum Tierarzt.

9. Krankheiten im Magen- & Darmbereich

Nicht immer sind Blähungen harmlos. Dahinter können ernsthafte Erkrankungen stecken. Bei diesen Begleiterscheinungen sofort zum Tierarzt:

  • Rundrücken
  • Gebetsstellung
  • Anzeichen einer Magendrehung (aufgeblähter Bauch, Unruhe, Appetitlosigkeit, starker Speichelfluss)
  • Starker Durchfall

10. Giardien-Infektion

Giardien sind Schmarotzer im Verdauungssystem. Sie stehlen im Dünndarm wichtige Nährstoffe und verursachen Entzündungen und langwierigen Durchfall. Der Kot ist meistens schleimig, fettig, breiig bis wässrig: zeitweise kann er aber auch ganz normal sein. Erbrechen, Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit sind weitere Symptome. Beim ersten Verdacht Tierarzt kontaktieren.

11. Darmparasiten oder Würmer

Wurmkuren basieren meistens auf chemischer Basis und werden als Tablette verabreicht. Bei einem Wurmbefall umgehend den Tierarzt aufsuchen, der die passende Wurmkur empfiehlt.

Was du bei leichten Blähungen versuchen kannst

Heilerde

Heilerde wird oft genannt. Wir würden sie hier höchstens sehr zurückhaltend einordnen und nicht als Standardlösung.

Fenchel

Fenchel wird traditionell genannt. Wenn überhaupt, dann nur vorsichtig und in kleinen Mengen.

Kümmel

Kümmel wird ebenfalls häufig erwähnt. Wichtiger als solche Zusätze ist aber meist die Ursache: Futter, Tempo beim Fressen oder eine Unverträglichkeit.

Hast du aufgepasst?

Frage 1 von 3

Was ist die häufigste Ursache für Blähungen beim Hund?

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Häufig gestellte Fragen

Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic

Geschrieben von

Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic

Tierarzt & Fachautor

Mag.med.vet. (Tiermedizin)Praktizierender TierarztCo-Autor der Hunde Gesundheits Bibel

Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic erstellt medizinisch fundierte Artikel und Videos zu Tiergesundheitsthemen. Er ist Co-Autor der Hunde Gesundheits Bibel und sorgt mit seiner Expertise für fachlich korrekte Inhalte bei Hundeo.

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