- Kamillentee ist ein mildes Hausmittel, kein Medikament
- Immer ungesüßt, abgekühlt und verdünnt geben
- Nicht an den Augen anwenden
- Bei anhaltenden Beschwerden zum Tierarzt
Kamillentee gehört zu den Hausmitteln, die Hundebesitzer gerne ausprobieren, wenn der Magen rumort oder die Haut juckt. In Maßen und richtig zubereitet kann er bei leichten Beschwerden unterstützend wirken. Er ersetzt aber weder eine Diagnose noch eine tierärztliche Behandlung.
Wann Kamillentee beim Hund helfen kann
Kamille hat leicht entzündungshemmende und krampflösende Eigenschaften. In der Praxis heißt das: Bei einer milden Magenverstimmung, etwa nach einem Futterwechsel oder einer kleinen Unverträglichkeit, kann verdünnter Kamillentee den Magen etwas beruhigen.
Auch bei leichter Übelkeit oder weichem Stuhl ohne weitere Symptome ist er einen Versuch wert. Wichtig dabei: Der Hund muss ansonsten fit sein, normal trinken und keine Schmerzen zeigen. Sobald Erbrechen, Fieber oder Blut im Stuhl dazukommen, ist Kamillentee die falsche Antwort.
Manche Hunde verweigern den Geschmack. Das ist kein Problem. Kamillentee ist ein Angebot, kein Muss.
Zubereitung und Dosierung
Einen Beutel Kamillentee (oder einen Teelöffel lose Kamillenblüten) mit kochendem Wasser übergießen und fünf bis acht Minuten ziehen lassen. Den Tee danach vollständig abkühlen lassen. Keinen Zucker, keinen Honig, keine Milch dazugeben.
Vor dem Servieren den Tee mit Wasser verdünnen, ungefähr im Verhältnis 1:1. So wird er milder und schmeckt weniger intensiv.
Dosierung nach Hundegröße:
- Kleine Hunde (bis 10 kg): 1 bis 2 Esslöffel
- Mittelgroße Hunde (10 bis 25 kg): 3 bis 4 Esslöffel
- Große Hunde (ab 25 kg): bis zu einer halben Tasse
Den Tee kannst du ins Trinkwasser mischen, mit einer Einwegspritze (ohne Nadel) vorsichtig ins Maul geben oder über das Futter träufeln. Nicht länger als zwei bis drei Tage hintereinander geben. Wenn sich bis dahin nichts bessert, gehört der Hund zum Tierarzt.
Äußerliche Anwendung
Bei leichten Hautreizungen, etwa durch Insektenstiche oder oberflächliches Kratzen, kann eine lauwarme Kamillenkompresse lindernd wirken. Dafür ein sauberes Tuch in abgekühlten Kamillentee tränken, leicht auswringen und für einige Minuten auf die betroffene Stelle legen.
Zwei Einschränkungen: Kamillentee gehört nicht auf offene Wunden, weil er dort reizen kann und keine sterile Wundversorgung ersetzt. Und er gehört nicht an die Augen.
Warum nicht an den Augen
Im Internet liest man oft den Tipp, Kamillentee bei tränenden oder geröteten Hundeaugen zu verwenden. Das solltest du nicht tun. Auch gut gefilterter Kamillentee kann feine Pflanzenpartikel enthalten, die auf der empfindlichen Bindehaut Reizungen verursachen.
Kamille kann bei manchen Hunden allergische Reaktionen auslösen. Am Auge ist das Risiko besonders hoch, weil die Schleimhaut dort dünn und durchlässig ist. Statt einer Besserung verschlimmert sich das Problem dann.
Bei Augenbeschwerden ist sterile Kochsalzlösung (NaCl 0,9 %) die bessere Wahl zum Spülen. Und wenn die Rötung oder der Ausfluss länger als einen Tag anhält: Tierarzt.
Wann Kamillentee nicht reicht
Kamillentee ist ein mildes Hausmittel für milde Situationen. Für alles andere gibt es den Tierarzt. Konkret solltest du nicht auf Kamillentee setzen, wenn:
- der Hund wiederholt erbricht oder nichts bei sich behält
- Durchfall länger als einen Tag anhält oder blutig ist
- der Hund apathisch wirkt, fiebert oder Schmerzen zeigt
- offene oder nässende Wunden vorliegen
- Augenprobleme auftreten
- der Hund das Futter komplett verweigert
In diesen Fällen braucht dein Hund tierärztliche Hilfe, kein Hausmittel.
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Frage 1 von 3Warum gehört Kamillentee nicht an die Augen deines Hundes?
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