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Kamillentee beim Hund

Kamillentee wird oft bei Bauch, Haut und Unruhe empfohlen. Für Hunde sollte man ihn aber eher als vorsichtigen Hausmittel-Versuch sehen, nicht als belastbare Standardbehandlung.

Ein weißer Hund mit spitzen Ohren und einem türkisfarbenen Bandana in einem gemütlichen Wohnzimmer.
Das Wichtigste in Kürze
  • Kamillentee ist ein mildes Hausmittel, kein Medikament
  • Immer ungesüßt, abgekühlt und verdünnt geben
  • Nicht an den Augen anwenden
  • Bei anhaltenden Beschwerden zum Tierarzt

Auf einen Blick

Hunde dürfen abgekühlten, ungesüßten Kamillentee (Matricaria chamomilla) in kleinen Mengen trinken. Als Faustregel gilt: Die Menge richtet sich nach der Hundegröße (kleine Hunde 1 bis 2 Esslöffel, mittelgroße 3 bis 4 Esslöffel, große bis zu einer halben Tasse), maximal ein- bis zweimal pro Woche. Kamille kann bei leichten Magenproblemen helfen, wirkt leicht beruhigend und lässt sich äußerlich als Kompresse auf gereizte Haut auflegen. Den Tee immer vollständig abkühlen und kein Süßungsmittel hinzufügen. Nicht verwenden bei trächtigen Hündinnen, bei bekannter Allergie gegen Korbblütler (Asteraceae) und bei Hunden, die blutverdünnende Mittel oder Beruhigungsmittel nehmen, da Kamille mit diesen Wirkstoffen in Wechselwirkung treten kann.

Kamillentee gehört zu den Hausmitteln, die Hundebesitzer gerne ausprobieren, wenn der Magen rumort oder die Haut juckt. In Maßen und richtig zubereitet kann er bei leichten Beschwerden unterstützend wirken. Er ersetzt aber weder eine Diagnose noch eine tierärztliche Behandlung.

Wann Kamillentee beim Hund helfen kann

Kamille hat leicht entzündungshemmende und krampflösende Eigenschaften. In der Praxis heißt das: Bei einer milden Magenverstimmung, etwa nach einem Futterwechsel oder einer kleinen Unverträglichkeit, kann verdünnter Kamillentee den Magen etwas beruhigen.

Auch bei leichter Übelkeit oder weichem Stuhl ohne weitere Symptome ist er einen Versuch wert. Wichtig dabei: Der Hund muss ansonsten fit sein, normal trinken und keine Schmerzen zeigen. Sobald Erbrechen, Fieber oder Blut im Stuhl dazukommen, ist Kamillentee die falsche Antwort.

Manche Hunde verweigern den Geschmack. Das ist kein Problem. Kamillentee ist ein Angebot, kein Muss.

Zubereitung und Dosierung

Einen Beutel Kamillentee (oder einen Teelöffel lose Kamillenblüten) mit kochendem Wasser übergießen und fünf bis acht Minuten ziehen lassen. Den Tee danach vollständig abkühlen lassen. Keinen Zucker, keinen Honig, keine Milch dazugeben.

Vor dem Servieren den Tee mit Wasser verdünnen, ungefähr im Verhältnis 1:1. So wird er milder und schmeckt weniger intensiv.

Dosierung nach Hundegröße:

  • Kleine Hunde (bis 10 kg): 1 bis 2 Esslöffel
  • Mittelgroße Hunde (10 bis 25 kg): 3 bis 4 Esslöffel
  • Große Hunde (ab 25 kg): bis zu einer halben Tasse

Den Tee kannst du ins Trinkwasser mischen, mit einer Einwegspritze (ohne Nadel) vorsichtig ins Maul geben oder über das Futter träufeln. Gib ihn nur gelegentlich als kurzes Hausmittel, nicht täglich und höchstens ein- bis zweimal pro Woche. Bessert sich eine leichte Beschwerde innerhalb von ein bis zwei Tagen nicht, gehört der Hund zum Tierarzt.

Äußerliche Anwendung

Bei leichten Hautreizungen, etwa durch Insektenstiche oder oberflächliches Kratzen, kann eine lauwarme Kamillenkompresse lindernd wirken. Dafür ein sauberes Tuch in abgekühlten Kamillentee tränken, leicht auswringen und für einige Minuten auf die betroffene Stelle legen.

Zwei Einschränkungen: Kamillentee gehört nicht auf offene Wunden, weil er dort reizen kann und keine sterile Wundversorgung ersetzt. Und er gehört nicht an die Augen.

Warum nicht an den Augen

Im Internet liest man oft den Tipp, Kamillentee bei tränenden oder geröteten Hundeaugen zu verwenden. Das solltest du nicht tun. Auch gut gefilterter Kamillentee kann feine Pflanzenpartikel enthalten, die auf der empfindlichen Bindehaut Reizungen verursachen.

Kamille kann bei manchen Hunden allergische Reaktionen auslösen. Am Auge ist das Risiko besonders hoch, weil die Schleimhaut dort dünn und durchlässig ist. Statt einer Besserung verschlimmert sich das Problem dann.

Bei Augenbeschwerden ist sterile Kochsalzlösung (NaCl 0,9 %) die bessere Wahl zum Spülen. Und wenn die Rötung oder der Ausfluss länger als einen Tag anhält: Tierarzt.

Wann Kamillentee nicht reicht

Kamillentee ist ein mildes Hausmittel für milde Situationen. Für alles andere gibt es den Tierarzt. Konkret solltest du nicht auf Kamillentee setzen, wenn:

  • der Hund wiederholt erbricht oder nichts bei sich behält
  • Durchfall länger als einen Tag anhält oder blutig ist
  • der Hund apathisch wirkt, fiebert oder Schmerzen zeigt
  • offene oder nässende Wunden vorliegen
  • Augenprobleme auftreten
  • der Hund das Futter komplett verweigert

In diesen Fällen braucht dein Hund tierärztliche Hilfe, kein Hausmittel.

Hast du aufgepasst?

Frage 1 von 3

Warum gehört Kamillentee nicht an die Augen deines Hundes?

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Häufig gestellte Fragen

Darf mein Hund Kamillentee trinken?

Ja, in Maßen. Kamillentee (Matricaria chamomilla) ist für Hunde grundsätzlich verträglich, solange er vollständig abgekühlt und ungesüßt ist. Bei leichten Magenverstimmungen, Unruhe oder Hautreizungen kann er unterstützend wirken. Die Menge richtet sich nach der Hundegröße (kleine Hunde 1 bis 2 Esslöffel, mittelgroße 3 bis 4 Esslöffel, große bis zu einer halben Tasse), und das nicht häufiger als ein- bis zweimal pro Woche.

Wie viel Kamillentee darf ein Hund bekommen?

Die Menge richtet sich nach der Hundegröße: kleine Hunde (bis 10 kg) 1 bis 2 Esslöffel, mittelgroße Hunde (10 bis 25 kg) 3 bis 4 Esslöffel, große Hunde (ab 25 kg) bis zu einer halben Tasse. Nicht täglich geben, sondern maximal ein- bis zweimal pro Woche. Den Tee immer abgekühlt, ungesüßt und mit Wasser verdünnt anbieten.

Wofür hilft Kamillentee beim Hund?

Kamille wirkt leicht entzündungshemmend, krampflösend und beruhigend. Beim Hund kann sie bei milden Magenverstimmungen helfen, leichte Unruhe dämpfen und äußerlich auf gereizte Haut aufgetragen lindernd wirken.

Wie bereite ich Kamillentee für meinen Hund zu?

Einen Teebeutel oder einen Teelöffel Kamillenblüten mit kochendem Wasser übergießen, fünf bis acht Minuten ziehen lassen und vollständig abkühlen lassen. Kein Zucker, kein Honig, keine Milch. Vor dem Servieren im Verhältnis 1:1 mit Wasser verdünnen.

Ist Kamillentee für Hunde gefährlich?

Bei gesunden Hunden und richtiger Dosierung ist Kamillentee wenig riskant. Vorsicht ist geboten bei Hunden, die allergisch auf Pflanzen aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae) reagieren, sowie bei trächtigen Hündinnen. Kamille kann außerdem mit blutverdünnenden Mitteln wie Warfarin und mit Beruhigungsmitteln wechselwirken.

Kann ich Kamillentee äußerlich auf der Haut meines Hundes anwenden?

Ja. Abgekühlten Kamillentee als feuchte Kompresse auf leicht gereizte Hautstellen auflegen. Nicht auf offene Wunden aufbringen, und auf keinen Fall an den Augen anwenden.

Darf mein Hund Kamillentee täglich trinken?

Nein. Kamillentee sollte nicht täglich gegeben werden. Ein- bis zweimal pro Woche reicht aus. Dauerhafter täglicher Gebrauch ist nicht empfohlen.

Hilft Kamillentee gegen Angst beim Hund?

Kamille hat eine leicht beruhigende Wirkung, die bei milder situativer Unruhe hilfreich sein kann. Sie ersetzt aber keine tierärztlich verordneten Anxiolytika bei echten Angststörungen.

Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic

Geschrieben von

Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic

Tierarzt & Fachautor

Mag.med.vet. (Tiermedizin)Praktizierender TierarztCo-Autor der Hunde Gesundheits Bibel

Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic erstellt medizinisch fundierte Artikel und Videos zu Tiergesundheitsthemen. Er ist Co-Autor der Hunde Gesundheits Bibel und sorgt mit seiner Expertise für fachlich korrekte Inhalte bei Hundeo.

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