50 Lebensmittel auf einen Blick: Was wirklich giftig ist, was in Maßen ok ist und was du deinem Hund bedenkenlos geben kannst.

Viele Lebensmittel, die für Menschen harmlos sind, können für Hunde gefährlich sein. Hunde haben nicht die notwendigen Enzyme, um bestimmte Stoffe schnell abzubauen. Diese Stoffe reichern sich im Körper an und führen zu Vergiftungserscheinungen.
Ein Beispiel ist Theobromin aus Schokolade: Menschen bauen diesen Stoff schnell ab: Hunde nicht. Bereits eine Tafel dunkle Schokolade kann für einen 20 kg schweren Hund tödlich sein.
Alle kakaohaltigen Lebensmittel wie Schokolade oder Gebäck sind für Hunde tabu. Hunde haben nicht das notwendige Enzym, um den Wirkstoff Theobromin schnell genug abzubauen.
Eine einzige Tafel dunkle Schokolade könnte einen 20 kg schweren Hund töten.
Die Symptome einer Theobromin-Vergiftung sind:


Trauben wirken nicht auf alle Hunde giftig. Warum sie bei einigen tödlich sind und andere symptomfrei bleiben, ist noch nicht geklärt.
In einer Studie der britischen Giftzentrale für Veterinärmedizin in London blieben 101 von 169 Hunden symptomfrei: dennoch starben 13 von ihnen und vier mussten eingeschläfert werden. Es wurden 10 g Trauben oder weniger als 2,8 g Rosinen pro kg Körpergewicht als ausreichende Vergiftungsdosis festgestellt. Der verantwortliche Wirkstoff konnte bisher nicht identifiziert werden.
Die Symptome einer Trauben- oder Rosinenvergiftung sind:



Wirkstoffe wie N-Propyldisulfid oder Allylpropylsulfid in Zwiebelgewächsen sind für Hunde giftig. Sie greifen die roten Blutkörperchen an und zerstören sie letztendlich. Besonders empfindlich reagieren japanische Rassen wie Shiba Inu und Akita.
Die Form der Verabreichung spielt keine Rolle: gekocht, getrocknet, frittiert oder als Pulver wirken Zwiebelgewächse gleichermaßen giftig. Vergiftungen treten ab einer Menge von 0,5 % des Körpergewichts auf. Bei einem 10 kg schweren Hund entspricht das 50 g Zwiebeln. Knoblauch kann bis zu 5-mal schwerwiegender wirken.
Beispiele für giftige Zwiebelgewächse:
Die Symptome sind:
Erbrechen und Durchfall zeigen sich in den ersten Tagen. Einige Tage oder Wochen später bildet sich die Blutarmut. Hunde, die zeitnah zum Tierarzt gebracht werden, haben gute Heilungschancen.
Warum Macadamianüsse giftig sind, ist noch nicht genau bekannt. Manche Quellen gehen davon aus, dass der Wirkstoff Amygdalin die Zellatmung blockiert.
Bei einem 15 kg schweren Hund können bereits 4 Nüsse eine Vergiftung hervorrufen.
Vorsicht auch bei unreifen Walnüssen: Die grünen Fruchtschalen können von einem Pilz befallen sein, der das Gift Roquefortin C enthält. Erdnüsse sind für gesunde Hunde nicht schädlich: außer bei Herz- oder Nierenproblemen oder Histamin-Unverträglichkeit. Bittermandeln enthalten Blausäure und sind absolutes Tabu.
Die Symptome sind:


Koffein und Teein sind aus chemischer Sicht identisch. Der Wirkstoff Methylxanthin kann von Hunden nicht abgebaut werden und bleibt zu lange im Blut. Koffein erhöht den Blutdruck und kann lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen auslösen.
Viele Hundehalter denken nur an Kaffee: aber auch Cola, Energy-Drinks, Ice-Tea, schwarzer und grüner Tee sowie manche Soda-Getränke enthalten Koffein. Mit Kaffeebohnen verzierte Pralinen sind doppelt gefährlich: Sie enthalten Methylxanthin und Theobromin.
Die niedrigste tödliche Dosis liegt bei etwa 150 mg pro kg Körpergewicht.
Die Symptome einer Koffein- bzw. Teeinvergiftung sind:
Bei starker Vergiftung kann es zu erhöhter Körpertemperatur kommen. Bei unbehandelter Vergiftung drohen Koma und Herzkreislauf-Stillstand. Hunde mit leichten Symptomen beim Tierarzt haben gute Heilungschancen: bei Koma oder Krämpfen ist die Prognose schlecht.
„Zuckerfrei" auf Lebensmittelpackungen bedeutet nicht, dass das Produkt sicher für Hunde ist. Statt herkömmlichem Zucker enthalten diese Lebensmittel Xylit: auch Xylitol genannt.
Xylitol wird in Zahnpflegeprodukten, Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln eingesetzt. Zuckerfreie Süßigkeiten wie Bonbons, Backwaren, Pudding und Kaugummis enthalten es ebenfalls. Eine Dosis von 0,1 g Xylit pro kg Körpergewicht kann eine Unterzuckerung auslösen: bei einem 20 kg schweren Hund reichen 2 Kaugummis. Ab 0,5 g pro kg Körpergewicht droht akutes Leberversagen.
Die Symptome sind:
Bei den ersten Anzeichen sofort zum Tierarzt. Hunde vor Auftreten der Symptome haben gute Überlebenschancen. Hat das Tier bereits Blutungsstörungen oder Leberversagen, ist die Prognose schlecht.
Pilze gehören grundsätzlich nicht in den Futternapf. Beim Spaziergang oder im Garten darauf achten, dass der Hund keine Pilze frisst. Diskussionen über gekochte Champignons existieren: einige Hunde vertragen auch ungiftige Pilze nicht und bekommen Verdauungsprobleme. Im Zweifel weglassen.
Giftige Pilzarten:
Eine Pilzvergiftung kann je nach Pilzart unterschiedliche Symptome aufweisen. Die häufigsten Symptome:
Häufigste Symptome einer Pilzvergiftung
Hat der Hund einen Pilz gefressen, sofort den Tierarzt kontaktieren: nicht die Symptome abwarten.
Mit ihrem hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren, Vitaminen und Mineralien ist die Avocado für Menschen gesund. Für Hunde ist sie gefährlich: Die Avocado enthält den Stoff Persin, der toxisch wirkt. Dieser Stoff ist insbesondere im Kern und in der Schale konzentriert. Noch nicht ausgereifte Früchte haben eine besonders hohe Wirkstoffkonzentration.
Auch wenn manche Quellen kleine Mengen ausgereiften Fruchtfleisches als tolerierbar bezeichnen: Besser ganz verzichten: besonders bei Tieren mit chronischen Erkrankungen.
Die Vergiftungserscheinungen treten in der Regel nach 24 Stunden auf. Die Symptome sind:
Bei unbehandelter Vergiftung können Herzmuskelstörungen auftreten.
Bier, Wein, Schnaps, alkoholhaltige Cocktails oder andere alkoholhaltige Getränke und Lebensmittel sind absolutes Tabu für Hunde. Die tödliche Dosis liegt bei 5,5 g pro kg Körpergewicht. Vorerkrankungen, chronische Störungen oder alkoholhaltige Lebensmittel wie eine Rumpraline erhöhen die toxische Wirkung.
Die Symptome einer Alkoholvergiftung sind:
Rohes Schweinefleisch kann mit dem Aujeszky-Virus infiziert sein. Dieser Virus hat tödliche Folgen. Auch ungekochte Salami, Wurst oder geräucherte Fleischprodukte aus Schweinefleisch stellen ein Risiko dar.
Der Virus kann nur mit einer Gar-Temperatur ab 60 °C abgetötet werden.
Die Symptome sind:
Nachdem der Virus über die Maul- und Nasenschleimhaut aufgenommen wird, gelangt er in den Magen-Darmtrakt, von dort in das Nervensystem und schließlich ins Gehirn. Das Hirngewebe wird zerstört und das Nervensystem versagt. Die Inkubationszeit beträgt 2–9 Tage. Die Krankheit ist nicht behandlungsfähig und gesetzlich als anzeigepflichtige Tierseuche eingestuft.
Salz ist im Rahmen einer gesunden Ernährung nicht gefährlich. Ab 0,5 g pro kg Körpergewicht wird es toxisch. Salz führt im Körper dazu, dass mehr Flüssigkeit angesammelt wird. Hunde mit Herzerkrankungen können die Flüssigkeit wegen verminderter Herzleistung nicht ausscheiden. Zu viel Salz führt zu Bluthochdruck und Nierenschäden. Keine Speisereste, Salami, Salzgebäck oder ähnliches verfüttern.
Tabak ist in vielen Haushalten zu finden: als Zigarette oder lose. Das enthaltene Nikotin wirkt auf Hunde als Nervengift. Besonders bei Welpen kann Tabak bis zu einem Kreislaufkollaps führen. Zigarettenschachteln, Tabak und volle Aschenbecher außerhalb der Reichweite halten. Bei einem 15 kg schweren Hund reichen 10 Zigarettenstümmel oder 3 Zigaretten für eine Vergiftung.
Die Symptome sind:
Medikamente sind keine Nahrungsmittel, aber Hunde können verlockende Tabletten schnell vom Boden aufschnappen. Alle Medikamente außerhalb der Reichweite aufbewahren: auch homöopathische oder pflanzliche Präparate können für Hunde giftig sein.
Zu Steinobst gehören Aprikosen, Pflaumen, Pfirsich, Bittermandeln und Kirschen. Das Problem ist nicht die Frucht, sondern der Kern. Die Kerne enthalten Cyanverbindungen wie Blausäure, die schwere neurologische Störungen auslösen können. Eine Dosis von 2 mg pro kg Körpergewicht kann zum Atemstillstand führen. Kerne können außerdem einen Darmverschluss verursachen oder die Magenschleimhaut verletzen.
Die Symptome einer Obstkern-Vergiftung sind:
Kartoffeln, Auberginen, Tomaten, Paprika und Peperoni enthalten den Wirkstoff Solanin, der bei Sonneneinstrahlung gebildet wird. Besonders hohe Anteile sind in grünen Teilen und im Strunk enthalten.
Die Symptome einer Solanin-Vergiftung sind:
Gekochte Kartoffeln sind verträglich: grüne Teile vorher entfernen oder ganz grüne Kartoffeln weglassen. Überreife Tomaten in kleinen Mengen (püriert und gegart) enthalten kaum noch Solanin, sind aber schwer von reifen zu unterscheiden. Im Zweifel weglassen. Dasselbe gilt für Auberginen.
Das Eiklar enthält den Wirkstoff Avidin und bindet Biotin: auch als Vitamin B7 bekannt. Biotin spielt beim Kohlenhydrat-, Eiweiß- und Fettstoffwechsel eine wichtige Rolle. Rohes Eiklar daher nicht verfüttern.
Rohes Eigelb kann Salmonellen enthalten, wenn das Ei nicht frisch ist. Hart gekochte Eier sind die sicherste Variante.
Im ungekochten Zustand enthalten rohe Hülsenfrüchte Phasin, Tannine und Alkaloide sowie Trypsininhibitoren, die die Eiweißverdauung hemmen. Diese Stoffe zersetzen sich nur beim Kochen. Zu den Hülsenfrüchten zählen Linsen, Bohnen, Kichererbsen und Sojaprodukte.
Die Symptome sind:
Ob Milch oder Milchprodukte verträglich sind, entscheidet der Laktosegehalt. Hunden fehlt nach dem Welpenalter das notwendige Enzym im Dünndarm, um Laktose vollständig zu verdauen. Das führt je nach Menge zu Durchfall, Fehlgärungen im Dickdarm und Bauchschmerzen. Den Tierarzt befragen, bevor Milchprodukte verfüttert werden.
Gekochte oder gegrillte Knochen sind spröde und porös. Sie können im Verdauungsweg splittern und lebensgefährliche Verletzungen verursachen. Wenn überhaupt Knochen gefüttert werden, dann nur roh. Es gibt Hunde, die auch rohe Knochen nicht vertragen: in diesem Fall gewolfte Knochen als Alternative.
Kohlgemüse ist nicht giftig, kann aber Blähungen verursachen. In kleinen Mengen und gekocht ist es tollerierbar.
Futter direkt aus dem Kühlschrank ist nicht empfehlenswert: bis auf Raumtemperatur warten lassen. Hunde-Eis im Sommer ist in Maßen vertretbar, sofern der Hund es verträgt.
Manche Hunde vertragen Gluten nicht. Bei Glutenunverträglichkeit auf glutenfreies Futter achten.
Getreidesorten mit Gluten: Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste, Triticale
Glutenfreie Getreidesorten: Mais, Reis, Hirse, Bambussamen
Pflanzen verschönern Wohnung und Garten: einige von ihnen sind jedoch für Hunde giftig. Besonders Welpen und Junghunde sind gefährdet, da sie die Welt mit Nase und Maul erkunden.
Giftige Zimmer- & Gartenpflanzen
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Bei fast allen Vergiftungen ist Erbrechen eines der Symptome. Je nach Wirkstoff können weitere Symptome unterschiedlich sein:
Allgemeine Vergiftungssymptome
Bei Verdacht auf Vergiftung sofort den Tierarzt aufsuchen. Nicht versuchen, den Hund erbrechen zu lassen: es sei denn, der Tierarzt gibt diese Anweisung ausdrücklich. Manche Symptome können erst Tage später auftreten.
Alle Gifte außerhalb der Reichweite halten. Mitbewohner und Gäste über giftige Lebensmittel informieren. Das „Lass"- oder „Aus"-Kommando trainieren. Beim Gassigehen auf eine Leine achten, damit der Hund besser kontrolliert werden kann.
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